Literaturgefluester

2014-12-19

Das Jagdgewehr

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:57

Jetzt kommt die Besprechung des letzten Geburtstagsbuch vom letzten Jahr auf der heurigen Leseliste, ja ich weiß ich bin spät dran und habe von Yasuhi Inoue auch noch nichts gehört.

Das kleine knapp hundert Seiten dicke “Suhrkamp-Bändchen” habe ich von dem Chemiker Manfred bekommen, den ich bei den “Wien-Bibliothek”Veranstaltungen immer treffe.

Kennengelernt habe ich ihm glaube ich im Literaturhaus, als es das Fest für Heinz Lunzer gab, aber vielleicht habe ich ihn auch schon früher getroffen, sind wir ja beide Stammbesucher und so sind wir auch nahher bei Brot und Wein ins Gespräch gekommen, er hat mir die Arandhati Roy gezeigt, die er sich immer zum Lesen zu den Veranstaltungen mitnimmt und mir im Vorjahr “das Jagdgewehr” gebracht, als ich ihm zu meinem Fest eingeladen habe und mir, glaube ich, noch dazu erzählt, was das Besondere an der Novelle, die ein Gedicht und drei Briefe andereinanderreiht, ist,  erzählt.

Yasushi Inoue, entnehme ich dem Klappentext, wurde 1907 geboren und hat viele japapnische Literaturpreise erhalten.

“Das Jagdgewehr”, ist 1950 entstanden. Es steht dann noch etwas von der Filmtechnik, an die die Erzählung erinnert, bzw. sie in dieser geschrieben wurde und wenn man googlet, kann man sicher auch noch das Todesjahr erfahren.

Die Ausgabe ist 1964 erschienen und ich war 1991 zehn Tage in Japan, habe mir, glaube ich, vorher eine Anthologie mit japanischen Texten gekauft und während des Fluges, den Botschaftsangestellten, der nach Hause flog und neben mir saß, ein bißchen über die japanische Literatur ausgefragt.

Hatte ich da doch damals keine Ahnung. Inzwischen weiß ich auch nicht sehr viel mehr, habe aber  Haruki Murakami gelesen und höre immer wieder das Bedauern, daß er den Nobelpreis schon wieder nicht bekommen hat, in den diversen Blogs.

Yasushi Inoue hat ihn auch nicht bekommen, die Erzählung, ich nenne es einmal so, es gibt keine Gattungsbezeichnung, ist aber höchst poetisch und das ist wahrscheinlich auch das besondere an der japanischen Literatur.

Der Erzähler, ist es der Autor oder nicht, auch da kann man schon wieder rätseln, erzählt also von einem Gedicht über ein Jagdgewehr, das er aus Gefälligkeit für eine Jagdzeitung geschrieben hat. Das Gedicht ist auch in dem Text zu finden und der Erzähler mutmaßt, daß niemand der Abonnenten es gelesen hat, ist doch zwei Monate keine Reaktion darauf gekommen, auch keine, die sich über die Poetik in einer Jagdzeitung beschwerte.

Dann kam ein Brief von einem Josuke Misugi, in einer schön gestochenen Schrift, die das hohe Ansehen und den hohen Bildungsgrad des Schreibers verrät, der dem Autor verrät, daß er sich in dem Gedicht erkannt fühlt, besitzt er doch die beschriebenen zwei Hunde und das englische Gewehr hat er auch.

Das nimmt er zum Anlaß dem Autor drei Briefe zu schicken, die ihm viel von der Liebe und der menschlichen Einsamkeit verraten können.

Der erste Brief ist von einer Shoko, an ihren Ohnkel Josuke, in dem sie ihm vom Tod ihrer Mutter schreibt, die hat ihr vorher ihre Tagebücher zum Verbrennen gegeben, sie hat sie gelesen und darin vom Verrat und der Liebe bzw. der Beziehung der Mutter zu Josuke Misugi erfahren. Der ist verheiratet mit  Midori, die Mutter ist geschieden, weil einmal eine Frau mit einem Kind zu ihr kam, das von ihrem Ehemann stammte.

Die Mutter stirbt kurz darauf, vorher hat sie noch einen Kimono angezogen, den sie schon Jahre vorher nicht trug und mit dem sie auch Midori, die sie besuchte, sah.

Nun kündigt Shoko an, daß sie sowohl mit Josuke, als auch mit Midori den weiteren Kontakt abbrechen will.

Der zweite Brief stammt von Midori, sie kündigt ihm ihre Scheidung an, denn sie hat ihm vor zwanzig Jahren gesehen, wie er mit Saiko in diesem Kimono den Stand entlang ging, das hat sie und ihre Beziehung zu ihm verändert, sie haben nur mehr eine Scheinbeziehung geführt, denn sie hat ihn mit anderen Männern betrogen und nun hat sie Saiko in diesem Kimono gesehen und ihr alles verraten.

Der dritte Brief ist von Saiko selbst, sie hat ihn auch verraten, beziehungsweise war sie mit ihm einmal in einem Aquarium, wo er ihr drei Schlangen zeigte und verriet, daß jede von ihen etwas mit Midori, ihm und Saiko hat. Sie spricht von der Schlange in ihr, ihrer Liebe zu ihm und ihrem Ex-Mann und, daß sie sich einmal geschworen hat, Gift zu nehmen, wenn Midora von ihrer Liebe zu ihm erfuhr, was nun geschehen war.

Rätselhafte japanische Poetik, in einer Art Nachwort wird noch angedeutet, daß Josuke Misugi offenbar ein Mann von hohem Rang und Ansehen war, der durch die Politik bzw. dem Krieg, der ja kurz vorher stattfand, gefallen ist, so verändert der Autor auch den Namen und verwendet auch bei den Frauen Pseudonyme, als er das Buch veröffentlicht.

2014-12-18

Strahlung und Reflexion der Friederike Mayröcker

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:23

Am Samstag ist es so weit, da wird die “Fritzi” neunzig und einige Vorboten der Festivitäten hat es im Literaturhaus schon gegeben und die “Alten Schmiede” begann am Montag mit einer dreitägigen F.M. Veranstaltung, denn Friederike Mayröcker ist der “Alten Schmiede”, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung betonte, so verbunden, wie kein anderer Autor, keine andere Autorin sonst.

Im September 1975 hat sie dort das erste Mal gelesen und dann fast hundert Mal in vierzig Jahren, bei einigen Veranstaltungen bin ich gewesen, bzw. im Gang dieses Hof Lokals gestanden, wenn es mir nicht gelungen ist, rechtzeitig da zu sein, denn die Lesungen der Fritzi sind ja sehr begehrt und über einige habe ich auch gebloggt.

Bei “Scardanelli” bin ich, glaube ich, in den hinteren Reihen gestanden und habe mich langsam, ganz langsam nach vorn gedrängt. Dann bin ich 2009 mit dem Alfred am fünften Nanowrimo-Tag hinmarschiert, obwohl ich ja eigentlich zu Hause bleiben und schreiben, wollte, aber das Schreiben ist für die Friederike Mayröcker auch sehr wichtig und in den “Magischen Blättern” steht glaube ich der Satz “Da hat man sich sein ganzes Leben lang bemüht und es ist nichts ordentliches dabei herausgekommen.”

Bei der Präsentation der “Etüdes” bin ich gewesen und bei vielen Veranstaltungen wo M.F. mitmachte, bzw. im Publikum war, bei vielen anderen nicht.

Gelesen habe ich “Und ich schüttelte einen Liebling” und “Larifari” ich glaube, die erste Veröffentlichung, habe ich einmal in der Telefonzelle bei der “Seedose” gefunden.

Am Montag auch sehr voll und ich bin in den hinteren Reihen gesessen und habe bei der “Stunde der literarischen Erleuchtung” wo Friederike Mayröcker und Bodo Hell  Jackes Derrida “Glas” oder zu Deutsch “Die Totenglocke” vorstellte, von den beiden nicht sehr viel gesehen.

Der französische Philosoph Jaques Derrida, 1930-2004, ist mir ein Begriff, weil Friederike Mayröcker ihn in ihren Werken sehr oft erwähnt, sonst war er mir aber ziemlich unbekannt und so war ich auch sehr gespannt auf die Coference, nämlich Bodo Hells Lesung aus den Originaltexten, Friederike Mayröcker hat dagegen Stellen aus den “Etudes” und “Cahier” gelesen, die sich darauf bezogen.

Dann ging es einen Stock hinauf, in die “Alte Schmiede”, denn da wurde ein Film gezeigt, den Carmen Tartarotti mit Bodo Hell 1990 für den ORF über Friederike Mayröcker gedreht haben.

“1Häufchen Blume-1Häufchen Schuh”, für die “Kunststücke”, deshalb wurde auch eine besondere Filmtechnik verwendet, wie die Beiden in der Einleitung erklärten und dann gab es fünfundvierzig Minuten lang eine vierundzwanzig Jahre jüngere Friederike Mayröcker, die in ihrem Haus in der Zentagasse auf und ab geht, man sieht die Wohnung mit den vielen Manuskripten, sieht F.M. mit langen wehenden Mantel spazieren gehen und ich glaube auch kurz bei einer Lesung in dem nicht mehr existierenden Hofsaal der “Alten Schmiede” und konnte ihre Ansichten über das Bücherkaufen hören, es scheint ihr da wie mir zu gehen, sie kauft, ich sammle, mehr als wir beide jemals lesen können, sie leistet sich aber diesen Luxus, erklärte die Wichtigkeit des Schreibens für sie und daß sie am Nachmittalg am liebsten mit einem Hund spazieren gehen würde.

Man hört sie auch ihre Ansichten zur Mode äußern, in den Sechzigerjahren war sie sehr modebewußt, wie sich ihre Schüler, hat sie ja einmal glaube ich Englisch unterrichten, erinnern. Dann hat sie sich flache Schuhe und schwarze Hosen angewöhnt und über ihre Angewohnheiten, wenn sie auf Reisen geht, ein “Tabu-Brett” auf den Fußboden zu legen, um die Einbrecher abzuhalten hat sie auch berichtet.

Ein spannender Film, zeitlos fand jemand im Publikum, es gab darin aber eine Lesung, einer sehr jungen Friederike Mayröcker aus 1970, wo ich sie eigentlich nicht erkannt hätte und ein anderer Herr wollte wissen, warum und ob der ORF diesen Film senden oder nicht senden wird?

“Das müssen Sie den ORF fragen?”, antwortete Kurt Neumann und ich bin gespannt, was es am Samstag, wenn es  so weit ist, in Ö1 zu hören gibt  und am Mittwoch ging es dann in der “Alten Schmiede” mit einer Lesung aus “Cahier” weiter.

Um fünf vor halb sieben standen schon eine Handvoll Menschen vor der Eingangstür, Marcel Beyer, hat die ersten, wie er später ausführte, schon eine Stunde vorher gesehen.

“Das ist ja wie bei einem Popkonzert!”, wenn die Fritzi neunhzig wird und die halben Sitzplätze schon voraus reserviert und auch alle da, Robert Schindel, Gerhard Jaschke, Bernhard Fetz, Christel Fallenstein, Lukas Cejpek, Thomas Northoff, Hans Jörg Liebscher, Hannah Sideris, etc und Erika Kronabitter, die sich für F.M. eine besondere Überraschung ausdachte, nämlich ein Buch bzw. einen Blumenstrauß mit hundertziebzig, statt der erhofften neunzig Blüten, Texte von Kollegen, Schriftsteller, Künstler, Germanisten etc.

Zu mir ist offenbar auch ein Mail zur Teilnahme gekommen, das ich offenbar nicht bekommen oder übersehen habe, so bekam ich nur das Buch “HAB DEN DER DIE DAS – der Königin der Poesie”, das ich noch in diesem Jahr besprechen werde und ich habe ja auch ein schon hier erwähntes Zitat, auf das ich mich in meinen Text bezogen hätte können, aber auch in der “Absturzgefahr” ein wenig an die große, alte Dame gedacht, einen Teil ihres Namens der Fritzi Jelinek gegeben und die “Abschiede” glaube ich, den Bernhard Listringer im Bücherschrank finden lassen.

Danach begann der Schriftsteller und Mayröcker Spezialist Marcel Beyer mit seiner Einleitung zu dem Buch, das wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erklärte, eigentlich gefeiert wurden, weil in der “Alten Schmiede” nur die Bücher nicht die Autoren Geburtstag hätten und der Text begann mit “Tränen”, nämlich einen Brief der Fritzi an ihm “Wollen Sie mit mir über Tränen sprechen Jacke Derrida?” und leitete  zu Roland Barthes und Stendhal zu Ernst Jandl über, über den Scardanelli, Brütt und ich schüttelte einen Liebling, bis er wieder zum Ausgangszitat zurückkehrte und die Frau Mayröcker aus dem Buch lesen ließ.

Ein bißchen etwas habe ich ja schon daraus gehört, am Montag in der “Alten Schmiede”, im November beim “Schamrock -Festival” im Literaturhaus, die Anna Jeller hat das Buch auch in ihrer Auslage liegen und am Schluß gab es noch einen Vorgeschmack auf das neue Buch, an dem Friederike Mayröcker gerade arbeitet, den dritten Teil, nach “Etudes, und “Cahier” nämlich “Fleur”.

Danach gab es standing ovations und einen Stock höher wurden  die Texte aus dem Kronabitter-Buch projeziert und von den Autoren vorgelesen, so daß ich schon einen kleinen Einblick hatte.

Hilde Langthaler die auch in dem Buch enthalten ist, war da und ein wenig verwirrt, weil sie die Lesung unten verpasst oder versäumt hatte und fragte mich nach einem Film, aber der wurde schon gezeigt und am Donnerstag ging es weiter mit einem Colloquium, um das Ganze auch zu verstehen.

Da gab es ja schon zwei 1978 und 1994, das letztere wurde schon von Klaus Kastberger,  dem neuen Bachmannjuror und Grazer Literaturhausleiter, moderiert.

Jetzt war er auch am Podium und diskutierte mit Bodo Hell, Marcel Beyer, der berühmten Elisabeth von Samsonow, die von F.M. immer in ihren Werken zitiert wird, Samuel Moser und der Mayröcker Lektorin Doris Plöschberger über das Ouvre.

Das heißt zuerst gab jeder ein Eingangsstatement, Samuel Moser begann mit dem Gebierge und den Flüssen, Bodo Hell kam zu Mayröcker Geburtstagen, wo der Fankreis eingeladen ist und Blumen unerwünscht sind, die Lektorin erzählte von ihrer Zusammenarbeit, Elisabeth von Samsonow vom “Zimmer für sich allein und viel Geld” u.s.w. Dann kam die Frage mit der Namensgebung. Friederike Mayröcker zitiert ja oft Bodo Hell, Marcel Beyer, Jaques Derrida, aber auch jüngere Autoren und Marcel Beyer meinte, daß er das zitierte nie gesagt habe, also reine Mayröcker Empfindungen sind, wie sie ja auch auf Bodo Hells Frage am Montag mit “Aus dem Gefühl!”, antwortete.

Dann kam der Werkbogen, Marcel Beyer scheint hier ja ein Spezialist zu sein. Begonnen hat es in den Fünfzigerjahren mit “Larifari” und da war die Mayröcker sehr experimentell, später wurde ihr das zu langweilig, es kam zu Prosa und zu Lyrik Texten, die Friederike Mayröcker auch mit dem Gefühl und der Schreibhaltung erklärte. Irgenwann quittierte sie den Schuldienst, sie war eine Zeitlang Englischlehrerin, ging ein Jahr lang nach Berlin, da wurde auch ihr Schreiben freier, dann kamen die langen Werke “Die Abschiede”, “Mein Herz mein Zimmer mein Name” etc, bis zu “Brütt”, aus dem F. M. dann las.

Vorher zitierte Klaus Kastberger noch einen Satz aus dem Katja Gasser Film, der am Montag im ORF gesendet wurde “Jetzt kann ich alles schreiben” und Ferdinand Schmatz, der Professor für Sprachkunst überreichte Gedichte seiner Studenten, die sie für Friederike Mayröcker geschrieben und auf Plakate gemalt haben.

Danach die Lesung “..sagte ich zu Blum”, da hörte ich das erste Mal davon imn Mürzzuschlag bem “Fest für Friederike Mayröcker” oder war es das für “Ernst Jandl” und Kurt Neumann hatte auch schon den Bogen von “Brütt” zu den drei letzten Werken “Etudes” “Cahier” und dem noch erschienenen “Fleur” gezogen, den sehr persönlichen Assoziationsbögen, wo die F.M. sehr offen über ihre Krankheiten, ihre Angst vor dem Tod, ihren Lust, ihre Erotik, etc, schreibt.

Dazwischen gibt es  noch das Buch, das nur aus Fußnoten “Ich bin in der Anstalt” besteht, den “Vogel Greif” etc. Über hundert Bücher hat die F. M. ja geschrieben, die keine Literatur mit Plot und Handlung wünscht und auch nicht solche Bücher liest, die aber ganz in ihrer persönlichen Sprache aufgeht und ohne Schreiben nicht leben kann.

Das waren die drei Tage in der “Alten Schmiede” mit sehr viel Freunde und sehr viel Prominenz, am Samstag gibts im Akademietheater noch das “Requiem für  Ernst Jandl” und in Ö1 einen “Mayröcker-Tag”.

Ich wünsche alles Gute zum Geburtstag und verlinke noch ein bißchen mit Mayröcker-Veranstaltungen, wie beispielsweise das “Fest für Ernst Jandl”, die an anderen Orten stattgefunden haben.

2014-12-17

Mittelstadtrauschen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:33

Weiter geht es mit den Geburtstagsbüchern des vergangenen Jahres. Margarita Kinstners “Mittelstadtrauschen” vor einem Jahr bei “Deuticke” als Deburoman, der 1976 in Wien geborenen, die ich auf Thomas Wollingers Blog als Namen und persönlich bei der “Texthobellesung” im Cafe Anno kennenlernte und der von der Wiener Kritik hochgelobt und als Ereignis des Literaturjahres gefeiert wurde.

In Deutschland sieht das dann  anders aus, da wirkt das “Wienerische” dann leicht morbide oder langweilig und man kennt sich mit dem Reigen, der die Marie von Joe zu Jakob und dann zuletzt noch zum Gery bringt nicht aus und es passiert  auch noch soviel anderes in dieser Stadt und dann noch in der kleineren Schwester Graz dazu, daß man schon ordentlich mitdenken muß, um den Faden nicht zu verlieren und dann wird das den heutigen Leser, der vielleicht nicht mehr so geduldig ist, bald zu viel und vielleicht muß man auch die Wiener Sprache und die Orte, wo das alles spielt, kennen, um sich nicht verwirren zu lassen und dann ist das Ganze noch so herrlich schön kitschig, daß einer die Tränen hinunterrinen und sie sich denkt, “Wow, das hätte ich auch gern geschrieben und es auch versucht, aber soviel pathetische Schönheit zuzulassen, das hätte ich mich nicht getraut!”

Man sieht, ich bin restlos begeistert von einem Buch, was mir, die ich schon sehr viel gelesen habe und sehr viel schreibe, nicht so leicht passiert und dabei war ich als ich das Anfangsfilmchen gesehehen habe, auch nicht so begeistert und habe mir vielleicht auch gedacht, das ist mir  zu viel.

Jedenfalls habe ich das Buch nicht gleich gelesen, sondern auf meine Leseliste gesetzt und komme erst  Ende 2014 dazu, wo es schon auf der “Shortlist des Alphas” stand, Margarita Kinstner längst am zweiten Roman schreibt und der Literaturbetrieb das Buch vielleicheicht auch schon vergessen hat oder es in seine Abverkaufskisten legt.

Da gibt es also Marie, eine neunundzwanzigjährige Lehrerin und die trifft in einem Cafe, Jakob, das ist ein Physiker der an seiner Dissertation oder Diplomarbeit schreibt und so steht es auch im Klappentext und wird von den Bloggern gern zitiert, aber das ist nur der Anfang, denn wie schon gesagt, hat das Buch einen Schwung und ein Treiben von Ort zu Ort, ein “Mittelstadtrauschen” eben, wie Joe das gern so nannte.

Joe, wer ist Joe? Das ist ein junger Mann, der an der Schmelzbrücke stand, nichts recht Ordentliches aus seinem Leben machte, sondern auf Gläsern den Donauwalzer und mit Marionetten spielte, der springt im Sommer von der Brücke und sein bester Freund Gery, ein Filmer denkt sich nichts dabei, denn das tat der gute Joe immer und hieß ihn ihn dabei auch noch filmen. Nur diesmal erwischt es ihn und er wird tot aus dem Wasser gefischt.

Joe war auch der Freund von Marie, konnte ihr aber seine Liebe nicht zeigen, so geht sie zu seinem Begräbnis und freundet sich aus halben Herzen, würde ich mal sagen, mit Jakob an, denn Marie, die eigentlich Laetitia heißt, hat andere Sorgen, ihren Vater und ihre Mutter, die war Sizilianerin und ihr Vater, damals schon Professor, holte sie von dort als Dreizehnhährige nach Graz, es war die große Liebe “Sechs Wochen zuvor war er allein nach Sizilien aufgebrochen, jetzt kam er mit einem Engel nach Graz zurück. Doch die Zollbeamten beschlagnahmten Sofias Lachen, ließen es nicht einreisen.”

Das kommt auch noch bei dem Buch hinzu. Margarita Kinstners poetische Sprache und Sätze die man vielleicht zweimal lesen muß um sie zu verstehen, dann schlagen sie eine aber in Bann und nehmen sogar kurz das Atmen weg.

Denn das Heimweh läßt Sofia ein paar Jahre später aus dem Fenster springen,  der Vater kauft sich eine Plastikpuppe, zieht ihr ihr Kleid an, rennt damit in eine Straßebahn, fällt ins Wachkoma und sitzt fortan in einem Pflegeheim und träumt sich nach Sizilien zu seiner Sofia, dabei läßt er die Tochter zurück, die ihn fortan alle zwei Wochen in dem Heim besucht, was Jakob nicht verstehen kann und sich weigert sie zu begleiten.

Die interessanteste Figur ist für mich, die über Sechzigjährige, aber die achtzgjährige Hedwig Brunner, Jakobs Großmutter, denn die ist eine ungewöhnliche Frau, hat wahrscheinlich Magenkrebs, denn sie kann nichts mehr essen, verrät das aber keinen, sondern freundet sich mit Gerys, dem Filmer, der als Austräger bei der Caritas arbeitet und ihr das “Essen auf Rädern” bringt, an.

Das landet zwar im Müllkübel und das Klo ist von Hedys Stuhl, verschmiert, die Tochter Traude, die das putzt stöhnt darüber, aber Hedi hat ein schlechtes Verhältnis zu ihren Töchtern oder Schuldgefühle, hat sie doch ihr erstes Kind Wassily, Sohn eines russischen Besatzers, weggegeben, und der taucht als Jakobs Doktorvater und Joes Onkel wieder auf, hat sexuelle Probleme und auch einen Inzest begangen, so ist er erpressbar, denn Joe hat ein Testament hinterlassen, der Palatschinkenkoch Palicini soll das im Prater ein Jahr nach Joes Tod vollstrecken.

Gery und Marie sind dazu eingeladen, fahren mit der Geisterbahn, essen Sachertorte im Riesenrad und bekommen beim Kasperl ein Stück aufgeführt, wo das kleine Gespenst mit Joes Mütze in den Himmel zieht und ein Jahr lang auf die Erde hinuntersieht, dann muß es los- und die anderen weiterleben lassen.

So bekommen Gery und Marie Joes Wohnung und den Schlüßel dazu überreicht und Hedi Brunner, über die Gery inzwischen einen Film drehte, legt ihm siebentausend Euro in ein Kuvert, dazu  eine Windel und das Foto eines russischen Soldaten, die er bei der toten Hedy findet und ihr die zwei letzteren Sachen ins Grab hineinlegt.

Dann kommt das Finale, ein junger Mann auf der Schmelzbrücke zieht endgültig davon, ein Stronmausfall legt Wien und Graz eine halbe Stunde lang ins Dunkle und in dem Grazer Pflegeheim, vergessen die Pfleger einen Komapatienten im Garten und den treibt es dann mit dem Stein in der Hand, den er damals von Sizilien mitnahm und den ihm Marie bei ihrem letzten Besuch in die Hand legte, über Mur und Donau in die Adria zurück nach Sizilien, wo er ohnehin schon die letzten Jahre war.

In der Danksagung treffe ich dann auf Bekannte, auf Thomas Wollinger, der Margarita Kinstners durch seine “schonungslose Kritik”, die erste Fassnung hat sie, glaube ich weggeworfen, sehr half. Auch dem Verlagsteam wird gedankt und der Praktikantin, die das Manuskript aus dem Stoß unverlangt zugesandter fischte und auf den Lektorentisch legte und ich bin sehr froh, das Buchendlich gelesen zu haben, weiß natürlich nicht, was ich in einem Jahr wenn ich Eva Menasse “Quasikristalle”, dienicht ganz unerwartet, den “Alpha- Preis” gewonnen hat, Margarita Kinsntner war  nicht bei den Finalisten, schreiben werde, Daniel Wissers Romanausschnitt hat mir ja auch sehr gut gefallen und Theodora Bauers Lesung in der “Alten Schmiede” aus ihrem Debutroman, der auch auf der Shortlist stand.

Aber ich sage ja immer, es gibt mehr als einen guten Roman und man sollte sie eigentlich alle lesen und ich sollte auch schreiben, vielleicht schaffe ich es einmal dahin zu kommen, aber dazu braucht man auch Verlagskritik und Ermunterung und das ist wahrscheinlich das, was mir fehlt.

2014-12-16

Lese.Auslese mit Punsch und Keksen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:17

Von der Weihnachtsdepression geht es gleich zu Punsch und Keksen in der “Gesellschaft für Literatur”, denn da findet ja zweimal im Jahr die sogenannte “Lese.Auslese” statt. Immer am Ende der Saison, das heißt im Juni und kurz vor Weihnachten stellen Katja Gasser und Cornelius Hell ein paar ausgewählte Bücher vor, die man noch schnell unter den Christbaum legen oder in den Urlaubskoffer packen kann.

Jetzt bin ich ja keine so besondere Freundin der Lese.Auslesen, literarischen Quartetten und Soirees, denn Angesichts meiner überlange Leseliste, brauche ich keine Empfehlung, was ich lesen soll und so gehe ich jetzt kaum mehr zu solchen Veranstaltungen.

Bei der Lese.Auslese war ich vor einigen Jahren im Sommer, da bin ich, glaube ich, auch mit Katja Gasser ins Gespräch gekommen und sie hat sich ein Buch von mir geben lassen, mit Cornelius Hell habe ich auch einmal in der “Gesellschaft für Literatur” gesprochen.

Diesmal steckte er im Stau und verkühlt war er auch, so bin ich mit einem Ehepaar ins Gespräch gekommen, daß mich von den literarischen Soireen kannte, bzw. gerne zu solchen geht und eine Liste der acht vorgestellten Bücher lag auch auf den Sitzen auf.

Davon kannte ich sieben Autoren, gelesen habe ich noch keines der Bücher, eines hätte ich mir beim “Freytag und Berndt” fast ertauscht, wenn es dort aufgelegen wäre, von fünf anderen Autoren habe ich andere Bücher gelesen, bzw. noch auf meiner Leseliste stehen.

Manfred Müller leitete ein, erklärte, daß mit dem Saisonende und, daß die Beiden jetzt das elfte Mal zusammen moderieren, die Veranstaltung gibt es schon seit 1994.

Das erste Buch stach wie das letzte ein bißchen aus der Reihe der vorgestellten, handelte es sich doch um Judith Hermanns Kurzroman “Aller Liebe Anfang”, da habe ich “Sommerhaus später” schon gelesen, “Nichts als Gespenster” und “Alice” noch auf meiner Liste und das Buch ist, wie Katja Gasser erklärte bei der Kritik nicht gut weggekommen. Weil es wahrscheinlich mehr eine Erzählung als ein Roman ist, denn Judith Hermann fängt mit wenigen Worten Stimmungen ein und es geht um eine Familie, einen Mann, eine Frau, ein Kind und einen Stalker, so die Kritik, Katja Gasser meinte aber, daß es um zerbrochene Idyllen gehen würde und räumte ein, keine besondere Hermann Freundin zu sein.

Dann ging es, was das Thema des Abends sein hätte können, in die Nachbarländer, in die Zweitsprachen, den zweiten Weltkrieg und in die Diktaturen, zuerst aber nur nach Kränten und zu Mayja Haderlaps Gedichtband “langer transit”, aus dem habe ich, glaube ich, bei der “Poliversale” schon gehört.

Und aus  Szillard Borbely “Die Mittelosen” habe ich bei der “Buch-Wien” und am Sonntag im “Ex-Libris” was gehört. Und das ist auch das Buch, das ich mir fast eingetauscht und nach Ungarn mitgenommen hätte und es wurde von Cornelius Hell sehr gelobt, der bedauerte, daß sich die Rezensenten, nicht auf diesen tollen Roman stürzen, das das arme Leben im totalitären Ungarn nach 1945 schildert.

Dann gings zu Hertha Müller und nach Siebenbürgen, bzw. zu dem Gespräch mit Angelika Klammer “Mein Vaterland  war ein Apfelkern”, daraus habe ich auch bei der “Buch-Wien”, bzw. der “Wiener Vorlesung” im Rathaus gehört und Katja Gasser meinte, daß das ein Buch für Nichtleser wäre.

Das war wahrscheinlich eine Werbung und Empfehlung das Buch zu kaufen, auch wenn man nicht für die Poetik einer “Atemschaukel” ist, ich mir aber nicht ganz vorstellen kann, daß ein Interviewband den Lesemuffel zum Leser machen kann.

Das nächste Buch war laut Cornelius Hell nicht so hochliterarisch wie Herta Müller und das mir unbekannte, nämlich  von Dalila Grinkeviciute, 1927 in Kaunas geboren, dann in die Polarnacht verschleppt und dort schildert das junge Mädchen, den Hunger und das Elend, der nach Sibirien verbannten und lobt den “Aber der Himmel grandios”, sie schreibt ihre Erlebnisse auf, versteckt das Manuskript dann, ich glaube, vor den Russen, in einem Einweckglas und vergräbt es im Garten, findet es  nicht mehr, schreibt also alles aus der Erinnerung nochmals auf, studiert Medizin, nach ihrem Tod 1987 wird das Glas dann gefunden und jetzt auf Deutsch veröffentlicht.

Es blieb dann gleich bei den baltischen Staaten und bei Sofi Oksanen, die in “Als die Tauben verschwanden” ihren dritten Roman über das finnisch-estnische Verhältnis geschrieben hat.

“Stalins Kühe” habe ich gelesen und von Marica Brodozic habe ich mir einmal “Tito ist tot” um dreißg Cent in einem Antiquariat gekauft und noch immer nicht gelesen. jetzt wurde ihr Reisebericht “Mein weißer Frieden”, als Roman verkauft und von Katja Gasser vorgestellt, die schon einmal mit Marica Brodozic in ihre dalmatinische Heimat gefahren ist und einen Film von den Orten ihrer Kindheit drehte. Damals hat sie sich gewundert, daß sich die Autorin, wie auch Herta Müller nur mit dem Schönen beschäftigen wollten.

Bei ihrem jetzigen Reisebesicht über Ex-Jugoslawien hat sie sich auch auf den Krieg und die brüchigen Stellen eingelassen und das mit analytischen Blick beleuchtet, ist sie doch, was ich nicht wußte, mir aber Cornelius Hell erklärte, von Beruf Psychoanalytikerin.

Was noch fehlt ist das zweite “Außenseiterbuch”, das nicht von der SU, Jugoglawien, dem Krieg und den Partisanen, aber von Landschaft handelt, nämlich das Longlistenbuch  von Esther Kinsky “Am Fluß”, eine Autorin, die ich von der Buchpreisdiskussion kenne, aber noch nichts von ihr gelesen habe.

Nachher gab es wie schon erwähnt den Punsch und die Kekse und wenn gewünscht Gespräche über die Bücher, Dine Petrik, Gabriele Petricek waren von der Autorenseite da und noch ein paar Fans der literarischen Soirees.

Weihnachtsdepression

Filed under: Uncategorized — jancak @ 16:51

Nach dem ich  Ende November einen eher distanzierten Artikel bezüglich Adventzauber und Weihnachtsstimmung geschrieben habe, bin ich eine Woche später auf die “You tube-Weihnachtsfilmschiene” gekommen und schaue mir seither in einem fort Weihnachtsfilmchen, wie der “Weihnachtshund”, “Weihnachten für Einsteiger”, “Weihnachten unter Palmen”, “Der Weihnachtsmuffel”, “Das Weihnachtsekel”, etc, etc, an, lauter rührselige Filme, die für die Atheistin und Konsumverweigerin, die ja eigentlich an ihrem “Nanowrimonovel” korrigieren soll, nicht taugen, bzw. zuviel Zeit verbrauchen, ablenken, etc.

“Die Trödelphase!”, werden meine Stammleser jetzt sicher sagen.

“Wir wissen schon, das kommt nach jeder Rohfassung und nach der “Frau auf der Bank”, “Miranda Schutzengelchen”, der  “Anna” etc, etc, auch nicht besser gewesen.

Da muß man durch, um wieder herauskommen, denn eigentlich gefällt mir der Text, den ich da im November so flott vor mich hingeschrieben habe und eigentlich ist er auch gut gelungen.

So gut wie das “Miranda Schutzengelchen” etwa oder “Anna kämpft gegen das Vergessen” die auch noch auf das Fertigwerden warten und dann das fünfunddreißigste, bzw. vierunddreißigsten Selbstgemachte werden, die dann niemanden interessieren und über die “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede” nicht hinauskommen werde.

“Du schreibst zu viel!”, stöhnt der Alfred, der mir dann die Bücher setzt bzw. das PDF erstellt und den Umschlag macht und erzählt das dann mit leidender Miene dem Otto Lambauer beim “Ohrenschmaus”, der wissend nickt und wenn ich um einen Aufenthalt in einer Autorenwohnung der “Literarmechana” ansuche, sagen sie mir, “Leider nein, denn ihr literarisches Ouvre ist nicht groß genug!”

Sehr viel größer als fünfunddreißig Bücher in vierzig Jahren kann das zwar nicht sein, aber ich weiß schon meine Bücher sind ja selbstgemacht, beziehungsweise erscheinen sie im “Eigenverlag” wie das früher hieß und das geht doch nicht, das darf man nicht, etc…

Der “Böse Amazon” hat das zwar in den letzten Jahren ein bißchen geändert und seither höre ich da immer von den Erfolgszahlen, die die Selbstpublisher dort erleben, aber ich habe bisher dort noch nicht eingestellt, weil ich mir dachte, daß bei mir da niemand etwas bestellt.

Ich weiß schon, wenn ich es nicht ausprobiere, kann ich das nicht wissen, ein Kollege hat mir aber gesagt, daß er der einzige Kunde seines Buches war und wenn ich meine Buchvorschauen mache und meine Gewinnspiele, dann bekomme ich keine Reaktion, also wird sich auf der “Amazon-Seite” auch nicht soviel ändern und das ist ja mein Problem.

Ich schreibe und schreibe, dann wird das  Buch fertig, ich mache die Vorschau, lasse mich damit fotografieren, schicke es an die NB, an den ORF, an die “Alte Schmiede”, an das Literaturhaus, versuche eine Rezension zu bekommen, aber bis auf einen gelegenlichen “Alten Schmiede-Termin” passiert nicht sehr viel.

“Das Literaturgeflüster-Texte-Buch” hatte heuer eine sehr sehr schöne Rezension im “Log”, aber in das Literaturhaus, wie ich das gerne wollte und wie es mir auch versprochen war, habe ich es nicht geschafft.

Es ist wirklich wie die Haushofersche “Wand” gegen die ich stoße und über die ich nicht hinwegkomme, ich schreibe und schreibe und niemand sieht es, nimmt es wahr und interessiert sich dafür.

Was macht man dagegen aufhören? Ist doch logisch und das Einzige was mir einfällt, aber nicht das, was ich will und auch nichts was mir gut tun könnte, denn was mache ich dann mit meiner Zeit und wenn mir das Schreiben schon so wichtig ist, sollte man es doch tun dürfen.

Meine Schreibgeschichte ist wahrscheinlich ohnehin bekannt. Nach der Matura 1973 habe ich damit angefangen, 1978 oder so der Monika und dem Gerhard K “Die Einladung zum Tee” gezeigt, die sie beide von einander unabhängig meiner Einschätzung nach ziemlich unverhältnismäßig kritisiert haben.

Zumindest ist das bei mir hängen gelieben. Ich habe  weitergeschrieben, meine Texte mehr oder weniger patschert an die Verlage geschickt, die “Hierarchein” glaube ich über vierzig mal an “Fischer”, “Suhrkamp”, aber auch an die kleineren Verlage, dann habe ich schon damals einen Antrag auf Druckkostenzuschuß ans Unterrichtsministerium geschickt.

Das Buch ist dann in der “Edition Wortbrücke” bei Jack Unterweger herausgekommen. In der GAV bin ich ja seit 1987 oder 1988, dann habe ich meine Manuskripte noch weiter verschickt, bis Alfred mir 2000, das erste Selbstgemachte, bei Digi/Melzer gedruckte “Die Wiener Verhältnisse”, zum Geburtstag schenkte.

Bis 2004 habe ich immer noch versucht einen Verlag zu finden und mehr oder weniger regelmäßge Aussendungen gemacht, die nichts brachten, ich weiß auch nicht so genau, warum, außer, daß ich halt vielleicht zu wenig abgehoben schreiben, mich nicht ganz an die Rechtschreibkriterien halte, etc und früher sehr gehemmt war.

Seit 2008, seitdem ich regelmäßig blogge, ist das anders. Das Literaturgeflüster hat mein literarisches Selbstbewußtsein ohne Zweifel gesteigert, ich schreibe seitdem mehr und schneller. Nur leider habe ich da auch nicht ganz die Resonanz und erwünschte Aufmerksamkeit gefunden.

Obwohl es Anfangs fast so ausgesehen hat, da hatte ich den Otto als regelmäßigen Verstärker und auch eine Handvoll anderer, die mir regelmäßige Kommentare schickten, dann kamen meine beiden Kritikerinnen Frau Heidegger und JuSophie, die Spaß daran hatten mir meine “Fehler” oder das schlechte Schreiben vorzuhalten und dann noch ein paar Kommentare, wie das ist das “Schlechteste was ich je gelesen habe, das ist “Trottelhaft”, etc, einer leider von einem anerkannten Dichter, wie auch ein paar GAV-Kollegen nicht so gerne wollten, daß ich über sie schreibe.

Aber man kann ja über Veranstaltungen, die man besucht und Bücher die man liest, berichten und ich habe das ohnehin immer versucht wertfrei zu betreiben, weil ich  auch nicht gerne kritisiert werden will.

Inzwischen hat auch das aufgehört, in diesem Jahr keine negativen Rückmeldungen, wie fein, allerdings ist die Resonanz auch ausgeblieben und so blogge und schreibe ich mehr oder weniger isoliert vor mich hin, was im world wide net  ein bißchen frustrierend ist.

Und was das schreiben betrifft, gibt es wieder drei Manuskripte, die zu Bücher werden müßen.

Da ist einmal die “Anna”, im Frühjahr geschrieben, vom Alfred fertiggesetzt, von mir als druckfertig empfunden,  gestern hat mir der Alfred auch noch einen sehr schönen Umschlag gebracht mit den Bücherstößen vom Schlafzimmer.

Das kann bald an die Druckerei gehen, dann gibt es hier eine Vorschau und das Buch erscheint vielleicht noch in diesem oder Anfang des nächstens Jahrs.

Der Alfred korrigiert jetzt am “Miranda Schutzengelchen”, da haben wir das Coverfoto auch schon gemacht und ich sollte an “Im Namen des Vaters” korrigieren, ein Text der mir gefällt, der aber natürlich eine Eva Jancak ist, also so abgehoben, wie ich es halt kann und will und wenn ich dann damit fertig bin und keine Resonanz kommt und ich absolut nicht, weiß wie ich zu einer solchen komme kann, ist das nicht sehr befriedigend.

Mit der “Paula Nebel” und der “Wiedergeborenen” bin ich vor zwei Jahren ja auch in eine Krise geraten, das Ergebnis war dann das “Literaturgeflüsterbuch”, das einige Leute für toll empfunden haben und ich habe, wenn ich zu Veranstaltungen gehe, auch das Gefühl, daß mich die meisten jüngeren Leute kennen, die lesen dann, was ich über ihre Veranstaltungen schreibe und interessieren sich nicht für meine Bücher und ich komme aus dem Teufelskreis nicht heraus und wenn ich es auch noch so oft probiere und das macht dann frustriert und dannn trödle ich herum,  denke mir “Wozu tue ich mir das an?” und mache trotzdem weiter, weil es mir wichtig ist und ich es will.

Bis Frühjahr und Sommer werde und sollte ich also an der “Veronika” korrigieren. Dann etwas schreiben, wovon ich noch keine Ahnung habe und beim nächsten Nanowrimo den “Adventkalender” mit der “Nika Weihnachtsfrau”, die ich dann im Dezember in meinen Blog stellen kann.

So habe ich es mir vorgenommen, ein wenig Anerkennung wäre aber gut, die ich nicht habe  und so versuche ich meistens mehr oder weniger frustriert damit  umzugehen und trotzdem selbstbewußter zu werden.

Bei den vielen Weihnachtsfilmen mit den vielen Weihnachtswundern fällt es dann recht schwer, sich nicht auch ein solches zu wünschen, also einen, zwei, drei oder mehr Leser, die “Woh das ist aber toll!”, kommentieren,  mich vielleicht einladen bei einer “Anthologie” mitzumachen, mich für einen Preis vorschlagen, etc…

Da gibt es ja herrliche Phantasien, ein paar habe ich in meinen Büchern auch schon aufgeschrieben und jetzt würde ich mich vielleicht auch ganz gern in eine solche Adventgeschichte hineinfantasieren, bin aber vielleicht schon zu realistisch, frustriert oder dissoziert dazu, daß das gelingt. Da ich aber nächstes Jahr wieder einen Adventkalender schreiben will, wäre das schon eine Idee dazu.

Damit das aber jetzt nicht ganz so pessimistisch endet, die Fahnen für die “Volksstimmeanthologie 2014″ sind von Christioph Kepplinger gekommen. Sie muß ich korrigieren und zurückschicken. Dann gibts das “Zweite Kapitel” von mir auch zu kaufen und in einer Anthologie zu lesen und im übrigen, glaube ich, daß ich ganz durchschnittlich und auch nicht so uninteressant schreibe, es aber  leider in der Fülle der immer jünger werdenen Autoren, nicht schaffe, damit aufzufallen und wahrgenommen zu werden, was ich immer noch nicht so ganz verstehe und nicht sehr lustig ist.

2014-12-15

Cartoons über Weihnachten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:56

Hurrah, hurrah,  “Cartoons über Weihnachten” sind nach denen über “Kunst”, “Wien”, Fußball” und “Katzen” da und wir können das große Fest satirisch begehen, im “Shop der komischen Künste” im Museumsquartier, gibt es eine Verkaufsausstellung, die Eröffnung mit Punsch und Keksen, die, wie ich auf Facebook erfuhr, der Herausgeber Clemens Ettenauer selbst zubereitete, habe ich wegen der Weihnachtsherzen von “Firebord und Feribord” versäumt, aber durch das Buch kann man ja immer schauen, man kann es auch unter den Christbaum legen, wenn der nicht zufälligerweise vorher abgebrannt ist.

Damit das aber nicht passiert empfielt Elisabeth Semrad diesen im Schwimmingpool aufzustellen, wie das Buch uns auch sonst viele wertvolle, komische und auch ganz selbstverständliche Tips geben kann.

Das Cover ziert statt einer Krippe, ein Zimmer mit Maria im Bett über sich ein Foto von Ochs und Esel und im Kasten, den Josef öffnet, leuchtet der heilige Geist als Gespenst, eine Karikatur des bewährten Holzbaum Cartonisten Oliver Ottisch und jetzt blättern wir uns wieder durch durch die “Eiligen drei Könige” und die “Gold-Weihrauch Myrrhe-Allegie” des heiligen Kindes, das Maria, Josef und den heiligen Pech beschert.

Wenn Frau Nikolaus von der Arbeit nach Hause kommt, liegt Herr Nikolaus mit zwei schönen Nackten im Bett, was wiederum Pech oder nur ein “Oh oh oooh!” beschert. Und der Weihnachtsmann erhält eine Warnung, das die Buddhisten gefälschte Wunschzettel im Umlauf brachten.

Pech ist auch wenn sich die Weihnachtsflüchtlinge bereits am Meer unter Palmen befinden und daraufkommen, vielleicht die Kerzen am Adventkranz nicht abgepustet zu haben oder auch nicht, weil ich am letzten Samstag, die Erfahrung machte, daß sie ohnehin von selbst ausgehen, also Entwarnung.

Aber wieder Pech wenn die “1. Öko-Weihnachtsmannagentur” einen grünen Weihnachtsmann schickt, der sich dann mit grimmigen Gesichtsausdruck auf den Fernseher setzt und auf diesen die Botschaft “Plasma TVs sind Stromfresser” klebt.

Im Seniorenheim wünscht man sich eine Rentnerband, ein Cartoon den ich mehr richtig als lustig finde, auch wenn die Frau mit der großen Nase, die den Rentnern den Baum aufputzt, genauso grimmig schaut und hintergründig satirisch, die Tränen des kleinen Bübleins, der zu Weihnachten ein großes Buch bekommt, aber Mama hat ihm nur einen Schreck eingejagt, denn darin befindet sich der E-Bookreader und für Frau Hartlieb gibt es noch den Cartoon, wo sich der Weihnachtsmann am Strand befindet und den Anrufern “Nee nee, das läuft jetzt anders. Sie müssen sich an Amazon wenden!”

Man kann die Bücher auch bei “Hartlieb” oder in anderen kleinen Buchhandlungen kaufen, füge ich also politisch korrekt dazu und verweise auf den Cartoon, wo ein anderer, ebnfalls korrekter Weihnachtsmann erscheint und der Vater verkündet fröhlich “Sorry, aber wir haben alles schon im Internet bestellt!”

Ja, so ändern sich die Zeiten und diese Cartoons, wahrscheinlich von jungen Internet und Facebook affinen Zeichnern hergestellt sind auch durchaus zeitgemäß.

Wie schon geschrieben, einige der Cartoons, die von Weihnachtsmännern auf der Coach oder Geschenkverweigerern handeln, die sich dann mit einem blauen Augen in der Bar befinden, finde ich weniger lustig als nachdenkens- und nachamenswert!

Aber das ist vielleicht auch der Sinn der Satire und des Buches darüber nachzudenken, daß man Weihnachten auch anders, schöner besinnlicher, ökologischer, etc. feiern kann und sich vorher oder nachher durch die Zeichnungen zappen, macht auch viel Sinn, so daß ich diese Christbaumgabe sehr empfehlen kann.

Auf Seite einundvierzig sitzen zwei, die gerade durch Facebook erfuhren, das  Weihnachten ist und die, die es ökonomisch und politisch richtig machen wollten und auf das Fest verzichteten, sind vor dem Fernseher mit dem Bild des Christbaums auch enttäuscht…

Michael Dufeks “To-Do-List im Advent” habe ich schon in einem anderen Cartoon des “Holzbaums-Verlags” gesehen. Man könnte vielleicht ein Gewinnspiel machen und dem Gewinner mit der richtigen Antwort, in den “Shop der komischen Künste” einladen, ich müßte aber auch erst nachschauen, wo die Liste zu finden ist.

Und um wieder zum Unglück zurückzukommen, da fährt einer dem Weihnachtsmann in den Schlitten und wünscht sich von ihm Winterreifen, so ein Pech, daß dieser die ihm dann nicht bringen kann!

Glück ist dann wenn die Drogenfahnder Entwarnung geben, weil statt Hasch und Heroin im Päckchen der heiligen drei Könige nur “Weihrauch und Myrrhe ist”.

Die Terroristen sprengen das Funhaus in die Luft, weil sie nicht mehr “Last Christmas” hören wollen und wenn sich das Hündchen vor dem Christbaum denkt “Ein Klo mitten im Wohnzimmer. Krank, einfach nur krank..”, ist das sehr originell und komisch, wie es auch die anderen Cartoons der anderen “Holzbaum-Cartoonisten” sind!

In diesem Sinne also fröhliche Weihnachten Adam, Andre POLÜczek, Andreas Prüstel, Anton Heurung, Bernd Zeller, Bernd Pürlbauer, Bettina Bexte, Birte Strohmayer, BURKH, Daniel Jokesch, Dominik Joswig, Dorthe Landschütz, Elisabeth Semrad, Freimut Woessner, Gerald Mayerhofer, Hannes Richert, Harm Bengen, HUSE, Jan Rieckhoff, Johann Mayr, Johannes Geisthardt, Karl Lux, Karl-Heinz-Brecheis, Karsten Weyershausen, Klaus Puth, KRIKI, Lo Graf von Blickensdorf, Mario Lars, Markus Grolik, Michael Dufek, Michael Holtschulte, Miriam Wurster, MOCK, Oliver Ottisch, Peter Thulke, Petra Kaster, Piero Masztalerz, Reiner Schwalme, Rudi Hurzlmeier, Schilling&Blum, Steffi Oberheim, Stephan Rürup, Teddy Terz, Thomas Kriebaum, Tim Oliver Feicke und Uwe Krumbiegel, obwohl bis dahin noch einige Tage sind!

Von Daniel Jokesch habe ich übrigens auch noch die “Letzten Tage der Menschheit” gelesen, beziehungsweise während der Präsentatio n im Museumsquartier, die Ausstellung gesehen, die es noch bis Jänner gibt.

2014-12-14

Unvollendet

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:29

20141207-135354

Das Jahr nähert sich seinem Ende und wenn man so auf meine Bücherliste sieht, wird man merken, daß 2014 einiges  überbleiben wird, was ich in diesem Jahr eigentlich lesen wollte. War der Rezensionsexemplarsegen doch  besonders reichlich. Sie wurden mir angeboten, ich habe auch einiges angefragt, kann dann schwer nein sagen, bin ich doch neugierig und wissbegierig, aber mehr als hundertfünfundsiebzig Bücher scheine ich in einem Jahr nicht zu schaffen, in diesem werden es weniger sein.

Die Idee der Leseliste gibt es ja seit 2011 und 2013 habe ich in dem Bestreben wirklich alle meine Bücher zu lesen, meine Regale durchforstet und die Leseliste in die Zukunft ausgedehnt, in diesem Jahr habe ich meine wirklich ehrlich gemeinten Bücherbeschränkungspläne auch nicht eingehalten und so die Zukunftsleselisten auf hundertfünfzig pro Jahr erweitert, dann bliebe Platz für zwanzig bis fünfundzwanzig Rezensionsexemplare, habe ich naiv gedacht, aber “Keiper” bietet mir jetzt seine Neuerscheinungen an, “Holzbaum” ist auch sehr fleißig, die “Müncher Verlagsgruppe ist dazugekommen, “Residenz” war schon da und bin irgendwann in diesem Jahr daraufgekommen, daß ich mein Vorhaben nicht schaffen werde.

Jetzt rasch noch wenigstens die Geburtstagsbücher hinunterlesen, die Weihnachtsbücher und die tollen Romane, die ich mir eigentlich für dieses Jahr vorgenommen habe.

Volker Klüpfels und Michaels Kobrs “Milchgeld” ist dabei, Milan Kunderers “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”, James Salters “Lichjahre” und dann ein paar sehr dünne Büchlein von Rafik Schami, Katharina Tiwald, Isolde Loock, Ulrike Längle  und ein ein bißchen dickeres von Heiner Link, es winken aber immer noch zwei Rezensionsexemplare vom “Holzbaum-Verlag”, die auch leicht zu lesen sind und Erika Kronabitter hat mir auch etwas versprochen, bez. habe ich sie angefragt.

Also werde ich, wenn ich so auf die Bücherstöße sehe, die ich gerade vom Badezimmer aufs Schlafzimmertischchen geschleppt habe, nicht umhin zu kommen, einiges Ungelesen zu lassen und dann am einunddreißigsten Dezember, wenn ich Bilanz ziehe, auf die späteren Lebensjahre zu verlegen und  schwören, daß das nächste Mal nicht mehr passiert, da werde ich wieder zu beschränken versuchen, vielleicht auch ein bißchen mehr und schneller lesen, so daß ich, möglichst alles von 2015 und auch einiges Neuerschienene lesen kann, denn ganz so unaktuell will ich nicht werden, obwohl ich es schon sehr reizvoll finde, ein Jahr lang über altes, fast Vergessenes zu berichten, was man so in den Bücherschränken findet, denn das gibt es wahrscheinlich nur bei mir und wenn man so auf meine Leseliste von 2015 blickt, findet man wirklich wahre Schmankerln.

War ich da doch auf einem Flohmarkt, wo dBp-Bücher von 2009 oder 2010 ausgeschieden waren, die “Fünf Kopeken” habe ich gefunden und Nadines Kegeles zweiter Roman, den ich ja beim Bücherquiz auf der “Buch-Wien” gewonnen habe, steht unter anderem auch darauf und da kam auch irgedwann der Wunsch, daß ich wenn ich da etwa zwanzig Bücher, die mich eigentlich interessieren und gerne lesen will, ausscheide bzw. auf Später-Leselisten verlege, diese wenigstens kurz anschauen und auf sie aufmerksam machen. Eine Art Bücherquizz über das Ungelesene veranstalten oder wenigstens zitieren, was ich 2014 höchstwahrscheinlich versäumen werde.

Fred Vargas “Vom Sinn des Lebens, der Liebe und den Aufräumen von Schränken” ist dabei, dann kommt leider auch, ich gestehe es Sigrid Löfflers “Neue Weltliteratur”, das mir der Alfred von einer Buchpräsentation in der Haptbücherei mitbrachte, weil mir das offenbar doch zu theoretisch ist. Von Per Wahlöö gibt es einen Krimi, von Antonio Lobo Antunes einen roman, wollten wir ja im März nach Portugal fahren und daher gibt es auch portugiesische Gedichte.

Stattdessen habe ich einiges Ungarisches gelesen und Elfriede Jelinks “Lust” werde ich wahrscheinlich leider auch nicht schaffen, Schande über mir und dabei nähere ich mich der erotischen Literatur ja allmählich an.

Eric Malpass “Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung” wird dabei sein, David Gutersons “Östlich der Berge”, was mir einge strege Grün-Frau einmal erlaubt vom Bücherschrank der Grünen im vierten Bezirk  mitzunehmen. Frid Ingulstands “Ingebjorg Olavsdatter” habe ich auf einer Buch-Wien einmal bekommen und Franz Nabels “Ortliebsche Frauen” im Bücherschrank gefunden.

Es gibt ein Buch von Eduard Claudius, eines von Chronin mit zwei Romanen, eine Daphne du Maurier und auch einiges, was ich mir am Jahresanfang beim Abverkauf bei “Morawa” oder “Frick” so kaufte und dann noch, ebenfalls vom Bücherschrank, was ganz altes, nämlich Paul Kellers “Mihel, der Rächer”, schade, schade, aber einmal werde ich es lesen und jetzt einen Austausch machen und von de Regalen im Wohn- und Schlafzimmer, das ins Bad schlichten, was ich mir für 2015 vorgenommen habe.

Ich hoffe, nur, daß ich alles finde, denn wie schon erwähnt, sind einige Schmankerl dabei, so daß ich mich auf das Neue Lesejahr schon freue und wie ebenfalls erwähnt, wenn man ein bißchen schneller liest, schafft man auch mehr und das ist mir sehr wichtig, obwohl ich keine Kampfleserin bin.

Ein kleiner Unfall ist beim Aufstapeln der Bücher auch passiert, das der Alfred gleich fotografierte, da wir ja noch das Cover für die “Anna” brauchen.

2014-12-13

Die Welt, die Rätsel bleibt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:43

Nach den vielen verlangten und unverlangten Rezensionsexemplare, die meine 2014 Leseliste gehörig ins Wanken bringt, kommt es jetzt wieder zu einem Geburtstagsbuch von 2013, ein Geschenk, der lieben Trude Kloiber, die in der Nebengasse wohnt und mit mir in die Straßergasse ging und die mein literarisches Interesse, immer sehr trifft. Ein Stück Literaturgeschichte von Anna Migutsch, das zum anderen Geburtstagsbuch über die “Gruppe 47″ passt und sehr interessant ist.

Den Namen Anna Migutsch oder auch die Dichterin selber, kenne ich schon sehr lange, seit den Siebzigerjahren  oder Achtzigerjahren wahrscheinlich, wo ihre drei ersten Romane erschienen sind, sie hatte, glaube ich, auch ein Portrait in dem Frauenbuch der Hilde Schmölzer, war bei den Grundbüchern, einiges habe ich von ihr gelesen, etwas steht vielleicht noch auf meiner Liste. Die Literaturwissenschaftlerin hat der “Residenz-Verlag” in seiner Essayreihe mir nahegebracht, als ihr Buch über “Melville” vor ein paar Jahren erschienen ist, war sie in aller Munde und und und…

Jetzt also “Die Welt, die Rätsel bleibt”, bei “Luchterhand” erschienen und wieder Essays über den Literaturbetrieb beziehungsweise Portraits von berühmten Literaten.

Anna Migutsch, die glaube ich, zeitweise in Amerika lebt und lehrt, ist wahrscheinlich eine Expertin der amerikanischen Literaturgeschichte und so beginnt es auch mit einem Brief an Sylvia Plath, die als Name und berühmte Ikone in meiner autodidaktischen Literaturgeschichte schon länger Platz hatte, die “Glasglocke” habe ich erst im letzten Jahr im Schrank gefunden und vor ein paar Wochen gelesen.

Ein sehr berührender Brief, in dem die 1948 in Linz geborene Fragen an die 1932 bei Boston geborene Dichterin, Wunderkind und Musterschülerin, die sich 1963 in London das Leben nahm, stellte und dabei ihr Leben, das mir durch die “Glasglocke” ein wenig präsent war, aufrollt und beleuchtet.

Dann geht es mit Herman Melville, dem Schöpfer von “Mobby Dick” weiter und da komme ich nicht umhin, meine literarische Unbedarftheit zu erwähnen, denn ich weiß sehr wenig über ihn, “Mobby Dick” steht aber auf der Leseliste und vielleicht kommt auch noch Anna Migutschs Roman über ihn dazu.

Jetzt also die “Melville-Monoeloge” literarisch sehr geschickt und raffiniert, die ein bißchen Einblick in das Leben des 1819 geborenen und 1891 in New York Verstorbenen geben, der früh seinen Vater verlor, der Tod scheint bei vielen Schriftstellern und daher auch in vielen Portraits eine große Rolle zu spielen, jedenfalls dürfte sie die Schulausbildung des Knaben unterbrochen haben, der dann zum Matrosen wurde, sein berühmtes Buch schrieb und sich auf diese Art und Weise durch das Leben kämpfte.

Dann kommt Elias Canetti, der Nobelpreisträger an die Reihe und auch in seinem Portrait spielt der Tod eine große Rolle.

Laut Anna Migutsch scheint er ihn nicht als natürliches Ende des Lebens, sondern als große Bedrohung erlebt haben und prägte die interessante These, daß er unverzeihlicher ist, je älter man schon geworden ist, etwas, was man sonst eher andersrum hört.

Er hat aber auch seinen Vater früh verloren, mußte seine Erfahrungen mit dem zweiten Weltkrieg machen, hat in der “Blendung” einen sehr beeindruckenden Roman geschrieben, den ich, glaube ich, zweimal gelesen habe und in “Masse und Macht”, etc sehr beeindruckende Essays, es gibt auch einige Biografienbände, wie die “Gerettete Zunge”, die ich gelesen habe und noch lesen werde.

Interessant ist auch sein Verhältnis zu seiner Frau Veza, gibt es ja jetzt einen “Veza Canetti Preis” und verschiedene Frauen, wie beispielsweise Judith Gruber-Rizy, die meinen, daß er sie und ihr Werk immer eher in den Schatten stellte.

Dann geht es zu den Kibbuz-Romanen “Der perfekte Frieden” und “Ein anderer Ort” von Amos Oz, der einige Zeit in einem solchen lebte und eine “Frau am Fenster” gibt es auch. Marlen Haushofer und ihre Frauengestalten, der Fünfzigerjahre, die als Hausfrauenliteratur abgeschmettert wurden, sind damit gemeint. Anna Migutsch erwähnt die frühen Romane, aber auch die anderen, die berühmten.

“Die Wand” habe ich inzwischen gelesen und war bei der Grundbuch-Veranstaltung. “Die Tapetentür” habe ich mir in den Siebzigerjahren, ich glaube, in der berühmten Buchhandlung Herzog gekauft, “Wir töten Stella” steht mit einigen Erzählungen auf meiner Leseliste. “Die Mansarde” müßte noch zu mir kommen.

Dann kommt ein weiterer oberösterreichischer Lokalautor, der mir auch seit den Siebzigerjahren und wahrscheinlich durch die Zeitschrift “Rampe” ein Begriff ist, das “Ullstein-Büchlein”, der “Kalfaktor” habe ich mir auch in den Siebziger oder Achtizerjahren gekauft, vielleicht steht es aber auch auf meiner Leseliste, nämlich der 1923 geborene und 2005 verstorbene Franz  Rieger, den Anna Migutsch als einen vom Literaturbetrieb Ausgespiebenen, inzwischen Vergessenen schildert.

Der Portraitteil wird durch zwei Figuren von Melville und dem jiddischen Autor Jizchok Lejb Perez und einer amerikanischen Sammlerin namens Isabella Stewart Gardner, die offenbar etwas exzentrisch war, abgerundet.

Im “Literarischen Teil” geht es zuerst um Fragen Autobiografie, bzw. um das Erfinden oder Erinnern, Fragen mit denen ich mich auch des öfteren beschäftige und hier auch beispielsweise mit JuSophie diskutiert wurden.

Früher hat es mich manchesmal verwirrt, wenn ich einen Text gelesen habe und  gefragt wurde, ob ich das bin und ob ich das so erlebt hätte? So fragte mich zum Beispiel beim Fest in Margareten, wo ich aus der “Anna” las, ob ich Buchhändlerin wäre, bin ich nicht und die “Lesetheateraufführung”, die im “Novembernebel” beschrieben wird, hat es so auch nicht gegeben.

Ich antworte jetzt meistens auf diese Frage “Alles ist autobiografisch und alles gleichzeitig nicht!” und bin überhaupt der Meinung, daß in den meisten Romanen, die ich lese, mehr autobiografisch ist, als die Autoren zugeben. Die sagen immer “Alles erfunden!” und dann finde ich in der Biografie Parallele um Parallele.

Geht mir auch so, aber ich gebe das zu und Anna Migutsch erwähnt auch, was zum Beispiel in der Ju Sophie- Diskussion deutlich wurde, daß das Erfundene und die Ich-Erzähler oft als nicht so literarisch gelten.

Natürlich ist nicht jede Ich-Erzählung gleich ein Memoir und nicht nicht alles, was ich schreibe ist autobiografisch. Ich glaube aber auch, das ich nur schreiben kann und werde, was ich in irgendeiner Form kenne, alles andere macht auch nicht, wie Anna Migutsch ebenfalls erwähnt, wirklich Sinn.

Dann geht es zu “Grenzen der Integrität” bzw. zu “Überlegungen zur Situation der Künstler und Schriftsteller in totalitären Diktaturen”, ein Thema, das mich, wie das, was zwischen 1933 und 1945 geschrieben wurde, sehr interessiert.

Anna Migutsch, wie die Germanistin Karin Gradewohl-Schlacher, die dazu forschte, unterscheiden da zwischen den “Aktiven Nazis”, wie Richard Billinger, Bruno Brehm, Friedrich Schreyvogel, Karl Heinrich Waggerl, Mirko Jelusisch, den “Gutgläubigen”, wie Arnolt Bronnen, den Indifferenten und Hilflosen, die ihres Berufs und ihrer Existenz wegen dableiben und das Maul halten mußten”, wie Erich Kästner, Hans Fallada, Ernst Jünger und die “Indifferenten, Undurchsichtigen”, wie Ina Seidel oder Agnes Miegel, Autoren von denen ich Bücher auf meiner Liste habe und interessiert lesen werde oder schon gelesen habe. Ein Beispiels aus dem Kommunismus ist Imre Kertesz, der Nobelpreisträger von 2002, der heute in Berlin lebt und von dem ich kürzlich drei sehr interessante Geschichten gelesen habe, die wie Anna Migutsch schreibt, sogar zur Nobelpreisvergabe von seinen Landleuten, als ein “Fremder” gesehen wurde.

Dann wird es “Transzendend” in den Kapiteln “Die Welt, die Rätsel bleibt” , ein Zitat aus einem Emily Dickson Gedicht, “Weltinnenraum” und “Der Abgrund” wird an vielen literarischen Beispiele, die Geheimnisse, dieses Lebens erklärt und noch einmal Imre Kertesz zitiert, für den “Auschwitz und Gott nicht zu trennen” sind.

Im vierten und letzten Teil beschäftigt sich Anna Migutsch mit dem “Fremdsein”, stellt traszendente Überlegungen an, ob auch Gott ein Fremder ist, denn auch die “Patriarchengeschichte beginnt mit einer Emigration” und fragt, wie man “In zwei Sprachen leben”, kann, eine Erfahrung, die nicht nur die jüdischen Emigranten vor siebzig Jahren, sondern auch bei uns jede Menge Kinde und Erwachsene machen müßen und wenn man schon die erste Sprache vielleicht nicht elaboriert genug gelernt hat, hat man es auch in der neuen schwer, wie Anna Migutsch höchstwahrscheinlich sehr richtig erkennt.

Dann kehrt sie aber wieder die Literaturwissenschaftlerin hervor und kommt zum Übersetzen, was sie vielleicht aus und ins Englische macht und kommt mit Silvia Plaths Gedichten auch wieder an den Beginn.

Die wurden von Erich Fried übersetzt, Anna Migutsch gibt aber ein eigenes Beispiel und so habe ich von dem Buch, das ich anfangs gar nicht so gern gelesen habe, weil es mir zu abstrakt erschien, wieder einmal sehr viel gelernt.

Denn Anna Migutsch hat  viele Themen, die sie mal gut verständlich, mal ein wenig abgehobener, sie ist aber eine Dichterin, behandelt und so geht es von der Literatur, in die jüdische Geschichte, in die Philosophie, an die Grenzen des Lebens, der Sprache, der Welt und noch viel viel mehr.

2014-12-12

Die letzten Tage der Menschheit

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:40

Karl Kraus “Letzte Tage der Menschheit” gezeichnet von Daniel Jokesch, von dem es schon den “Buwockl” und “Otto Wanz Leben für und gegen das Telefonbuch” gibt, auf sechzig Seiten, frisch erschienen beim “Holzbaum-Verlag” und am Freitag im “Shop der komischen Künste” verbunden mit einer Weinverkostung präsentiert, wo es auch den passenden “Letzten Tage der Menschheit-Wein” zu trinken gab.

Eine schwierige Sache, die Karl-Kraus Szenen, die zehn Abende füllen würden, das Lesetheater hat es, glaube ich, einmal versucht und 1974 gabs das Stück in Fortsetzung im Radio mit Guido Wieland und  anderen damals bekannten und inzwischen zum Teil verstorbenen Schauspielern zu hören, da war Daniel Jokesch, der in Salzburg aufwuchs, gerade geboren, ich habe Psychologie studiert, in der Wattgasse gewohnt und gelegentlich eine Folge gehört und wahrscheinlich noch nicht viel davon verstanden, obwohl ich mich ja immer für Geschichte interessierte und schon damals viel gelesen habe.

Jetzt zum Hundert Jahre Jubiläum von 1914 ist sehr viel erschienen und einiges davon habe ich gelesen, bzw. mir in der Wien Bibliothek vorlesen lassen.

Den “Remarque” habe ich schon früher gelesen und diesen Sommer auch Bertha von Suttners “Die Waffen nieder”. Das “Schutzengelchen” ist im Sommer entstanden und da habe ich mich schon auf Daniel Jokesch “Letzte Tage” gefreut und so bin ich heute auch zu der Präsentation gegangen, habe zwei Schlückchen von den “Letzten Tropfen-Wein” gekostet und mir von Daniel Jokesch und Maximilian Zirkowitsch einige Szenen vorlesen lassen, im Hintergrund wurden die Cartoons projeziert und das in rot gehaltene Cover ziert natürlich den “guten Kaiser Franz Joseph”, dem ja bekanntlich nichts erspart blieb.

Dazu gibt es einen Song, der am Schluß der Lesung zu hören war und wenn man das Buch aufschlägt, sieht man Karl Kraus es in der Hand halten und “Ich habe eine Tragödie geschrieben, deren untergehnder Held die Menschheit ist”, sagen.

Der taucht dann noch öfter auf und führt durch die Szenen,  die Erdkugel ist auch zu sehen und Karl Kraus zitiert Daniel Jokesch, hat das Stück eigentlich als Marstheater gedacht.

Wer weiß, wie ihm die Daniel Jokesch Adaption gefallen hätte, wo sich die Stadt Wien in eine Kanonenstadt verwandelt hat, wo außer solchen nur noch der “Steffl” zu sehen ist.

Das “Serbien muß sterbien” , wird zitiert natürlich und irgenwo wandelt Conchita Wurst dahin und wird für “Einen weiblichen Spion gehalten, was sich für ein Mannsbild ausgeben tut!”

“Im Krieg gehts um Leben und Tod der Sprache!”, zitiert der Meister.

Die “Extraausgabeee!” mit den “100.000 toten Italiena bitteee!”, wird ausgerufen.

Der Pfarrer predigt von der Kanzel, daß “Töten in diesem Fall keine Sünde, sondern Dienst am Vaterlande, eine christliche Pflicht, ja ein Gottesdienst!”, ist.

Und das “Tagesgericht: Entrdecote mit Sauce Hollandaise” wird in “Rindslendendoppelstück nach Feldherrnart mit Hindernissen nebens Holländertunke” umgewandelt und dann höchstwahrscheinlich gar nicht serviert, weil in dem Restaurant gerade fleischfreier Tag ist.

Da habe ich ja auch am Naschmarkt eine Lesung daraus gehört und mir nachher mit den Lebensmittelmarken, die damals übliche Tagesration an Kaffee, Zucker und Mehl abholen können.

Das Bild des Scharfrichters, der sich feist lächelnd hinter den aufgehängten Battisti stellt, ist auf Seite dreiundvierzig auch zu finden, von wegen österreichischer Gemütlichkeit und die Frauen haben ihren Männern damals ins Feld geschrieben, daß sie sie leider leider betrogen haben, aber trotzdem lieben.

Eine eigene Adaption des langen Dramas, denn “Die letzten Tage der Menschheit in voller Länge zu zeichnen, würde dementsprechend wohl zehn Jahre in Anspruch nehmen und steht auf der To do -Liste für das Nächste Leben.”

Also wurde “Radikal gekürzt. Um das Stück auf etwas mehr als fünfzig Seiten zu verdichten, war es natürlich notwendig, es auseinanderzunehmen und wieder neuzusammenzusetzen”, schreibt Daniel Jokesch auf Seite zweiundsechzig und hat für die Germanisten und alle die es genau wissen oder vielleicht nachlesen wollen, auch genau angeführt, wo man was im Original finden kann.

Also auf zum Original oder zu Jokeschs-Cartoons, die sicher einen ersten Einblick geben können und vielleicht sogar unter den Christbaum passen. Mir hat es meine “Erste Weltkrieg Lektüre”, die mich dieses Jahr begleitet hat, auf jeden Fall sehr abgerundet und wer weiß, vielleicht komme ich auch noch zum Original…

2014-12-11

Der Teufel und Gott

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:42

Die 1962 geborene und 2005 verstorbene Schwedin Mare Kandre, deren Werk ich bei der “Literatur im Herbst” entdeckte, erzählt die Schöpfungsgeschichte neu und tut das, übersetzt von Charlotte Karlsson-Hager in einer derart dichten unkonventionellen Art, das ich das Buch, das bei “Septime” erschienen ist, wirklich allen, die noch etwas Besinnliches für das Weihnachtsfest suchen, sehr empfehlen kann.

Denn man kommt zum Nachdenken über sich und die Welt, wenn man von dem Teufel liest, der trotz seines Schwanzes und seiner Hörner, dem alten gestohlenen Mantel und den Damenstiefeln, die er trägt und sich von Mist ernährt, alles andere verträgt er nicht, eigentlich ein lieber Kerl mit wunderschönen Augen ist, der sich da vor Urzeiten in der Welt herumtreibt, die von Gott erschaffen wurde, der ist ein dicker Knabe, in einem weißen Hemd, der sich mit einem goldenen Zepter, das er den Menschen auf dem Kopf schlägt und von drei stummen Engeln begleitet, ebenfalls auf der Welt befindet und den Teufel, als er ihn einmal begegnet, zusammenschlägt.

Der wehrt sich nicht, wird auch von den Menschen wegen seiner Häßlichkeit ausgespottet und mit Mistgabeln gejagt, so daß er sich im Wald verstecken muß. Dort trifft er Ini, die Magd, die ihrem Dienstherrn entflohen ist und der sie solange auf die Schultern schlug, bis ein Buckel entstanden ist.

Es kommt zu einer zarten Liebe zwischen dem Teufel und Ini, die so lange dauert, bis sie ihm einmal von drei Kerlen in einer Kutsche entführt wird.

Das weckt den Haß auf ihn und er beginnt sich in die Hölle hinabzubegeben, die Feuer zu entzünden und alle Mörder und andere Sünder, die nach ihrem Tod hinunterkommen, zu verbrennen.

Es kommen auch vereinzelt gute Menschen zu ihm, denn Gott hat sich inzwischen in den Himmel zurückgezogen und läßt dort niemanden hinein und so kommt auch eines Tages Ini, die von den Männern in ein Bordell gebracht wurde und dort von einem Kundenermordet  wurde.

Das bewegt den Teufel zum Umdenken und fortan werden keine Sünder mehr verbrannt, so daß sich die Hölle immer mehr füllt.

Während Gott auf seiner Wolke sitzt und sieht, daß die Menschen, die Erde zerstört haben und weil er die Rufe eines Kindes hört, wandert er hinab,  durch die Ölkatastrophen und die Konzentrationslager, sieht die verkohlten Leichen und gerät mit dem Kind im Arm in immer größere Verzweiflung, bis er schließlich in die Hölle kommt und auf den Teufel trifft.

Gemeinsam verlassen sie dann die Hölle, um sich neuen Raum zu suchen und finden eine neue Welt, bauen sich Häuser, vermehren sich, bekommen Kinder, entdecken ihre Talente und gehen sorgsamer mit den Ressourchen um, bis eines Tages zuerst der Teufel und später dann auch Gott, der sich mit Lilith, einer Kindermörderin vermählte, stirbt.

Die Nachkommen bleiben zurück, die Erzählerin, die die Geschichte von ihrer Großmutter hörte, ist eine solche, sitzt in der Hütte, hat Gottes altes Goldzepter neben sich und schreibt alles auf…

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