Literaturgefluester

2008-08-29

Literarisches Margareten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:47

Bevor ich am Montag nach Harland gefahren bin, habe ich Anni Bürkls (texteundtee.blogspot.com) „Literarische Kultur-Tour“ gelesen und dabei ein deja vue Erlebnis gehabt.

Habe ich doch vor wahrscheinlich schon zehn Jahren mit der damaligen Bezirksrätin Brigitte Steininger auch eine literarische Margareten-Tour, einen sogenannten Frauenspaziergang gemacht und dabei hatten wir, die Handvoll Frauen, die mitgegangen sind auch einige Erlebnisse.

So sind wir im Schütte-Lihotzky-Park gestanden und haben uns nach der berühmten Architektin, mit der damals noch lebenden Jeannie Ebner beschäftigt und als wir durch den Durchgang und den kleinen Park in Richtung Zentagasse marschierten, die alte Dame etwas verloren mit einer Zigarette auf einer Bank sitzen gesehen.

„Das ist die Frau Ebner!“, habe ich ausgerufen. Die Frau Bezirksrat hat sich gleich vorgestellt, die Autorin war erfreut und es gab ein schönes Foto in der Berzirkszeitung.

Friederike Mayröcker haben wir in der Zentagasse nicht getroffen.

Die Begegnung mit Jeannie Ebner, die damals in der Schloßgasse wohnte, hat mich aber sehr beeindruckt. Habe ich sie ja vorher einige Male in der Gesellschaft für Literatur getroffen, wo sie immer sehr offen über die Leiden des Alters redete und meinte, daß sie sich vor den Insassen des „Mittersteiges“ sehr fürchte und die Taxichauffeure immer bitten würde, zu warten, bis sie in ihrem Haus verschwunden ist.

Inzwischen ist die alte Dame verstorben und wurde vorher von Paul Wimmer, der in der Krongasse wohnte, in dem Pflegeheim, in das sie später übersiedelt ist, besucht und betreut.

Paul Wimmer ist inzwischen ebenfalls verstorben, jetzt wohne nur mehr ich als Literatin in der Krongasse.

Bin mir aber nicht ganz sicher, ob nicht auch Thomas Glavinic dort wohnte, zumindest macht er in seinen letzten Roman „Das bin doch ich“ einige Anspielungen darauf.

Margareten gibt also literarisch sehr viel her.

So hat ja auch Helmut Eisendle in der Schäffergasse gewohnt und da gab es ja auch das Antiquariat und literisches Quartier „Buch und Wein“ (das ist aber schon in Wieden), das es auch schon länger nicht mehr gibt.

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1 Kommentar »

  1. Liebe Schreiberin des Margareten-Spazierganges!
    Ich bin eine Verwandte von Dr. Paul Wimmer, bei dessen Eltern ich während meines Studiums ein Semester lang gewohnt habe. Leider verlor ich Paul mit den Jahren aus den Augen, loser Briefkontakt bestand lange, irgendwann jedoch kamen keine Antworten mehr von ihm.
    Das ist auch der Grund, warum ich durch Zufall erfahren habe, dass er vor mittlerweile einem Jahr gegangen ist.
    Er war übrigens ein Cousin meiner Mutter, die nur wenige Wochen vor ihm den Weg in die andere Welt angetreten hat. Obwohl ich Paul vom Ableben meiner Mutter verständigt hatte, erhielt ich keine Reaktion. Nun ist mir klar warum. Sicher hat er im schwer kranken Zustand diese Tatsache gar nicht mehr realisieren können.
    Morgen werde ich zu seinem Sterbetag eine Kerze entzünden…
    Mit lieben Grüßen
    Angelika Zedka

    Kommentar von Angelika Zedka — 2009-01-05 @ 12:10 | Antwort


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