Literaturgefluester

2008-09-18

Noch färb ich meine Haare rot

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:10

Nach der Lesung


Das ist der Titel zu Elfriede Haslehners Lesung zum 75. Geburtstag, Mittwoch abend im Amerlinghaus aus ihren Gedicht- und Prosatexten, veranstaltet von „Frauen lesen Frauen“ im Rahmen des ersten Wiener Lesetheaters mit Elfriede Haslehner, Helga Eichler, Monika Giller, Judith Gruber- Rizy, Heidi Hagl, Hilde Langthaler, Erika Parovsky, Mechthild Podzeit-Lütjen, Gabriela Schmoll und Hilde Schmölzer.
Ein Grund über Elfriede Haslehner zu schreiben, denn ich kenne sie schon lang und zähle sie zu meinen literarischen Bezungspersonen, wenn es soetwas gibt.
1978 war es, als mich Monika Jensen in den Arbeitskreis schreibender Frauen gebracht hat und ich eine sehr unsichere junge Frau war, die noch nicht mit dem Psychologiestudium fertig war.
Damals habe ich Elfriede Haslehner kennengelernt, die gerade den Frauenverlag mitgegründet hat und die erste Anthologie „Aufschreiben“ herausgegeben hat.
Einen meiner ersten Texte habe ich, das war dann schon ein bißchen später (ich war gerade fertig und habe mit meiner Gesprächspsychotherapieausbildung begonnen), hingeschickt und Elfriede, die meinem Schreiben ja immer sehr kritisch gegenübergestanden ist, hat ihn mir mit einem Brief zurückgeschickt, in dem sie mir vorsichtig formulierend geraten hat, stattdessen in Therapie zu gehen.
Ich habe mit dem Schreiben nicht aufgehört und sie, nach dem sich der Arbeitskreis 1984 aufgelöst hat, in der GAV wiedergetroffen. 1987 wurde ich dort aufgenommen, wir haben uns noch lange mit Valierie Szabo Lorenz und Hilde Langthaler in den jeweiligen Wohnungen getroffen und wollten auch ein Vier-Frauenbuch herausgeben, das leider an der Verlagsfindung gescheitert ist.
1978 war sie eine aufstrebende Lyrikerin, die gerade von der Frauen- und Friedensbewegung entdeckt wurde und ihre ersten Gedichtbände und Anthologien herausgebracht hat. Später wurde sie von den Ellenbogen jüngerer Frauen aus dem Frauenverlag herausgedrängt, der heute Milena-Verlag heißt und keiner mehr ist und hat darunter, wie ich glaube, sehr gelitten.
Sieben Gedichtbände gibt es von ihr. 2002 hat Anita Schaub, die Frauenlesegruppe des 1. Wiener Lesetheaters gegründet, die unsere Lesejausen ablöste.
Inzwischen gehe ich nicht mehr zu den Jour fixes, weil ich, da berufstätig, nicht monatlich die Texte anderer lesen will, erstens habe ich keine Ausbildung als Schauspielerin und zweitens würde das eigene Schreiben zu kurz kommen, was ich nicht will.
Das wurde mir, glaube ich, übel genommen und da es, außer Alfred, niemanden gibt, der mein Schreiben fördert, hat es mit dem Gelesen werden meiner Texte nicht sehr gut geklappt.
Inzwischen organisiert Judith Gruber-Rizy die Lesungen und heute gab es die Lesung zum 75. Geburtstag. Die zum 70. habe ich versäumt, obwohl ich sie bei der GAV eingereicht habe und auch mitlesen wollte. Aber damals habe ich zum zweiten Mal einen kleinen Luitpold Stern Preis (den es wegen der BAWAG Affäre nicht mehr gibt) gewonnen und die Preisverleihung war zufällig am 17. Juni. Es gab keine Konkurrenzveranstaltung und so konnte ich die frauenbewegten, kritischen, pazifistischen und auch die Dialektgedichte sehr genießen. Ich habe auch mein Lieblingsgedicht „Bilanz“ heißt es, das Elfriede am Schluß gelesen hat. Ich kann es nicht auswenig und zitierte aus dem Gedächtnis.
„Ich habe nicht unter der Brücke geschlafen, war nicht in Steinhof und in Kalksburg, es wurde an mir kein AIDS diagnostiziert und ich bin noch nicht an Krebs gestorben, welch ein erfolgreiches Leben.“ – Das trifft auch auf mich zu und ich sage mir es manchmal in den Momenten der Depression.
Die Lesung war also interessant. Bekannte getroffen, Ruth Aspöck, Richard Langthaler und Elfriedes Freund Franz. Erste Ahnbahnungen für mein Geburtstagsfest am 7. November gemacht, Rolf Schwendter mein Unbehagen über die Überschneidung von „Rund um die Burg“ und der „Poet Night“ mitgeteilt, Rotwein getrunken und mich am Buffet mit Käsestangen und Aufstrichbroten gelabt.
Ein zweites Lieblingsgedicht, das von der Vernissage, zu der man sich schön anziehen soll, damit man nicht für eine Sandlerin gehalten wird, die wegen dem Buffet kommt, habe ich auch, das heute nicht gelesen wurde.
Am Freitag gibt es dann die Poet Night, bei der wir uns wiedertreffen. Ich werde zwischen 17 und 18 Uhr lesen und kann, wenn ich will, schon früher zu „Rund um die Burg“ gehen, um mir die österreichischen Neuerscheinungen anzuhören, die sogenannte Subkultur im Amerlinghaus war aber auch sehr interessant.

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