Literaturgefluester

2008-09-21

Listenstress

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:34

Christiane Zintzen hat mich in ihrem Inadaequat am Donnerstag wieder sehr von meiner „Radiosonate“ abgelenkt, denn sie war die erste von der ich die Namen der berühmten Shortliste erfahren, die uns bis Weihnachten sehr interessieren soll, damit wir auch die richtigen Bücher kaufen.
Mich interessiert es schon ein wenig unter dem vielen anderen anderen und von den sechs erwählten Namen habe ich Uwe Tellkamp, Ingo Schulze und Sherko Fatah gekannt und schon etwas von ihnen gelesen.
Diethmar Dath, Rolf Lappert und Iris Hanika müßte ich dagegen noch entdecken.
Dann bin ich gleich in den FAZ-Lesesaal gegangen, der nicht mehr reading-room heißt, was man zwar belächeln könnte, aber schon logisch und auch wichtig ist und mich auf die Kritikermeinungen und in die Diskussion über das Dilemma der richtigen und falschen Auswahl gestürzt.
Die sehr genau die Fragwürigkeit des Unterfangens zeigt und ich denke auch, der einzige Sinn der Sache ist, daß ich jetzt die Namen Iris Hanika und Rolf Lappert kenne und vorige Woche auch nur der Longlist wegen, Sherko Fatah gelesen habe, der den Sprung geschafft hat.
Ich habe auf der FAZ-Seite gleich mitgestimmt, spontan und vom Augenblick behaftet. Denn ich habe keines der erwählten Bücher gelesen, was man auch angeben konnte.
Für Sherko Fatah habe ich gevotet und gesehen, daß die wenigsten FAZ-Leser am Donnerstag der Meinung waren, er würde den Preis gewinnen.
Natürlich wäre es logischer gewesen auf Ingo Schulze zu tippen, der wahrscheinlich viel bekannter ist und dessen „Neue Leben“ noch immer im Harlander Badezimmer liegt.
Uwe Tellkamps Namen kenne ich von den Listensiegern auch und kann ein Bonmont über seine Literatur beziehungsweise seine Bewertung von mir geben.
Der Ostdeutsche Unfallchirurg, der mit dem Romanauszug „Der Schlaf der Uhren“, 2004 den Bachmannpreis gewann, hat mich, als ich den Text im Radio hörte, sehr beeindruckt. Da habe ich, was ich zugegeben, nicht oft tue, spontan gedacht, der schreibt besser als ich!
Die Jury mit darunter Daniela Striegl hat ihn auch für den besten gehalten.
Dann bin ich ein paar Jahre später, das Buch „Der Eisvogel“ war erschienen und wurde in der literarischen Soiree besprochen ins Radio-Kulturcafe gegangen und habe gehört, wie sich die Kritikerrunde (darunter Daniela Striegl) öffentlich, es wurde in Ö1 gesendet über das Buch lustig machten und ein paar Sätze vorgelesen haben, über die dann alle lachten.
„Ein Buch davon können wir verschenken, wenn Sie es haben wollen!“, hat der Moderator gesagt und noch so einen lustigen Satz darauf geschoben.
Danach war ich zum Glück die einzige Interessentin, es auf einer Schiwoche in Obergail gelesen und durchschnittlich gefunden.
Wie es auch nicht anders sein kann. Rowohlt und Suhrkamp haben sicher ihre Lektoren, die zu wissen glauben, was die Leser wünschen, bzw. sich gut verkauft.
Das neue Buch „Der Turm“, wo es auch um einen Unfallchirugen und den real existierenden Sozialismus geht, ist übrigens unser Buch der Woche (eine Aktion von Presse und Ö1) und wird heute in Ex libris vorgestellt.
Da habe ich am Donnerstag statt zu korrigieren viel herumgesurft und literarischen Termine sind vorige Woche auch gekommen.
So die Einladungen zu den Jurysitzungen, wo ich mich ein bißchen wichtig machen kann und das Literaturhausprogramm.
Kommende Woche könnte ich jeden Tag zu einer Lesung gehen:
Am Montag in die alte Schmiede zur „Volltextpräsentation“, am Dienstag ins Literaturhaus zur Eröffnung des „Dialektjubels“, am Mittwoch in die Gesellschaft für Literatur, wo Literatur der Zigeuner, Roma, Sinti, vorgestellt wird , am Donnerstag in den Jour fixe der Werkstatt Galerie der Ruth Aspöck mit Gregor Lepka zum Thema „Missisippi Tales und am Freitag gbt es zum Drüberstreuen etwas von der anderen Identitätsseite, nämlich die Premiere des Salons Philosophique mit Prim. Univ. Prof . Dr. Michael Musalik „Zur Ästhetik des Umgangs mit Patientinnen“ in der Schleifmühlgasse.
Da könnte, wenn ich nicht sehr aufpasse, die eigene literarische Arbeit untergehen, also sollte ich schleunigst an der „Radiosonate“ weiterkorrigieren. Mal sehen wie es mir gelingt.

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