Literaturgefluester

2008-10-17

Buchmesse

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:01

Um die, die meine letzten Eintragungen gelesen haben, zu verwirren. Trotz meiner Ankündigung nicht nach Frankfurt zu fahren, habe ich mich in den letzten Stunden, dank Marion Kümmels Hilfe, vom federwerk und 3sat auf der Buchmesse aufgehalten und auch vor, das bis Sonntag so intensiv, wie möglich zu tun.
Denn das World Wide Web ist schon toll, da muß man nicht mit dem Auto einen Tag lang nach Frankfurt fahren, sich in Ermangelung eines Zimmers in der Stadt, nach Mainz oder Wiesbaden begeben, wie wir das 2000 und 2002 machten und am Morgen in die Stadt, zehn Mark oder Euro für den Parkplatz zahlen und dann für den Fachbesuchereintritt, für den man eine schriftliche Einladung braucht, noch einmal so viel.
Es geht ganz einfach auf Klick. Dann kann man sich auf das blaue Sofa setzen oder die Interwiews beim 3Sat Stand hören und einen tollen Buchmessen Blog gibt es auch.
Also habe ich, als ich gestern darauf gekommen bin, daß das so einfach geht und ich Hilde Schmölzer nicht neidig sein muß, daß sie am Donnerstag nach Frankfurt flog und sich an den Stand der IG Autoren begab, um dort ihr bei Mandelbaum wiederaufgelegtes Buch vorzustellen, umdisponiert und bin am Mittwoch nicht, wie geplant, ins Radio Kulturcafe gegangen, um mir die literarische Soiree mit den neuen Büchern von Ruth Klüger, Richard Yates und Oliver Storz anzuhören und Donnerstag nicht ins Literaturhaus zu „Neues aus dem Arovell-Verlag“, sondern zu Hause geblieben.
Mittwoch habe ich noch brav an der „Radiosonate“ korrigiert und zur Abwechslung etwas Gefühlvolleres, nämlich Fay Weldons „Bulgari Connection“, das mir nicht so gut gefällt, wie ihr „Ehebruch“, zu lesen begonnen, bis ich mit dem Interview mit Ingo Schulze zu „Adam und Evelyn“ und dem Statement des neuen Buchpreisträgers, auf die neuen Möglichkeiten draufgekommen bin.
Am Abend habe ich dann beschlossen, den Rest der Buchmesse soviel wie möglich am Laptop zu verbringen.
Heute hatte ich zwar einen Supervisionstermin und eine Stunde, aber das Wochenende naht und Alfred fliegt mit seinem Freund Karl nach Kreta zum Wanderurlaub.
Also den Rest der Zeit nach Frankfurt zum Nulltarif und wenn ich das, was ich mir bis jetzt gegeben habe, so vergleiche, kann ich nur schreiben, die Vorteile überwiegen. Ich kann zwar nicht alles haben, sondern nur, was 3Sat, das blaue Sofa, bzw. die Messeblogger für mich ausgesucht haben, aber viel anders, als wenn ich wirklich in Frankfurt wäre, ist das auch nicht.
Frankfurt Live wäre nur viel teurer, die Prospektsäcke, die ich immer zum Stand der IG Autoren geschleppt habe, um sie dort zwischen zu lagern, fehlen zwar und die Buffets und die Empfänge.
Aber bei denen sind wir ohnehin nie gewesen, mangels der Einladungen und der Connections. Außerdem sind wir am Abend gleich nach Mainz oder Wiesbaden gefahren, um am nächsten Tag wieder fit zu sein.
Die Vorteile überwiegen eindeutig und ich habe auch sehr viel mitbekommen.
Ruth Klüger, Karen Duve, Ingo Schulze, Uwe Tellkamp, Perihan Magden, Necla Kelek … und die neuen Möglichkeiten des Kindle books.
Ja sogar, daß Aravind Adiga den Booker Preis bekommen habe, habe ich erfahren und das Interview mit John Leake, der mit „Der Mann aus dem Fegefeuer“ ein Buch über Jack Unterweger geschrieben hat, das von Warner Bros verfilmt werden soll.
Da kann ich gleich wieder flüstern, daß ich Jack Unterweger gekannt habe, weil er, als ich für die „Hierarchien oder der Kampf der Geräusche“ 1989 einen Verlag gesucht und zweiundvierzig Absagen bekommen habe, angeboten hat, es bei der „Edition Wortbrücke“ zu machen und die Buchproduktion war noch nicht ganz abgeschlossen, als er aus der Sonderstrafanstalt Favoriten entlassen wurde.
Er hat das Buch dann auch ein bißchen verhudelt und ich denke manchmal, es wäre für das Buch und für ihn besser gewesen, wenn er nicht so schnell entlassen worden wäre.
Kann aber auch hier nur betonen, daß die Zusammenarbeit mit ihm ausgezeichnet war und ich ihn als sehr kooperativen Menschen erlebt habe.
Er ist dann zwar aus der GAV ausgetreten, weil er sie für zu sozial gehalten hat, aber wäre sie das nicht gewesen, hätte sie sich nicht mit den IG Autoren für seine Entlassung eingesetzt.
Dieses Buch wurde also beim 3Sat Stand besprochen und ich habe mich auch beim Schwerpunktthema Türkei umgehört, mir das Feridun Zaimoglu Portrait und das von Orhan Pamuk und Yasar Kemal angehört, sowie die Lesung von Alina Bronskys „Scherbenpark“, die ich von ihrer Bachmannlesung kenne.
Und Mittwoch habe ich im Mittagsjournal gehört, war Österreichtag bei den IG Autoren, die Frau Minister hat ihre Pressekonferenz und einen Empfang gegeben und Christiane Zintzen hat in ihrem Blog auch über Frankfurt what a mess berichtet.

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