Literaturgefluester

2008-10-29

Cornelia Travnicek

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:02

Eigentlich wollte ich am Dienstag wieder ins Literaturhaus und zwar zu der Übersetzerveranstaltung über das Buch von Bruno Schulz „Die Zimtläden“ gehen, aber dann habe ich mich für den Literatursalon der Nationalbibliothek entschlossen, wo Cornelia Travnicek aus ihrem ersten Roman „Die Asche meiner Schwester“ las. Da ich mich aus gegebenen Anlaß für die Neuerscheinungen der österreichischen Verlage interessieren soll. Und Cornelia Travnicek war weder bei der „Rund um die Burg-Veranstaltung“, noch bei der Frankfurt Berichterstattung, trotzdem ist sie für mich interessant, nicht nur, weil ich gestern erfahren habe, daß ich am 12. März mit ihr bei den Textvorstellungen lesen werde.

Mein literarischer Verstärker Otto Lambauer, hat mir, als ich fragte, ob er mit zur Veranstaltung geht, gemailt, daß ihn die 1987 in St. Pölten geborene Autorin schon sehr interessieren täte, weil er mit ihrem Onkel die erste Zigarette geraucht hat und sie vis a vis von seinen Eltern wohnt, er hat aber auch ihre literarische Arbeit, die er von seinem unermüdlichen Zeitschriftenstudium kennt (Wer liest soviele Literaturzeitschriften, wie Otto Lambauer und hat nicht beruflich damit zu tun?), sowie von der Lektüre von „Aurora Borealis“, das er demnächst besprechen wird, sehr gelobt.

Ich kenne Cornelia Travnicek auch schon länger und zwar nicht, weil ich in Harland bei St. Pölten einen Nebenwohnsitz habe und manchmal mit dem Rad nach Traismauer oder Nußdorf an der Traisen fahre, sondern habe sie 2005 im Amerlinghaus bei der Vergabe des „Exil“-Literaturpreises gesehen und gehört und ihren Text „einmanndeckung“, in der „Wortstürmer“-Anthologie gelesen. Damals ist sie mir durch St. Pölten aufgefallen und daß sie so jung ist. Dann bin ich auf ihren Namen, immer wieder in Literaturzeitschriften gestoßen, ich weiß nicht mehr welche, vielleicht „Podium“ oder „Etcetera“, denn „Kolik“ lese ich nur selten und heuer war im „Standard“ ein Portrait von ihr in der Jungautorenreihe.

Richtig aufgefallen ist sie mir durch das Internet. Da studiere ich seit einiger Zeit die literarischen Seiten und bin auf das Literatur-Cafe gestoßen und da gab es eine Artikelreihe von ihr, die sehr interessant ist, nämlich „Bis Klagenfurt anruft“, wo sie schildert, wie es einer Jungautorin geht. Daß sie auch eine besessen Schreibende ist, ist spätestens da herausgekommen, wenn es nicht schon in der Exil-Anthologie zu merken war. Aber auch sehr interessant, ihre Erfahrungen über Schreibwerkstätten, Literaturforen und soll man in Druckkostenzuschußverlagen publizieren oder warten, bis einem so ein Verlag annimmt? Sie schilderte auch ihren Versuch bei der „Litera“, dieser verunglückten ersten österreichischen Buchmesse, die im April in Linz stattgefunden hat, zu lesen und wurde dabei von dem Veranstalter angegriffen und von einem Jungautorentreffen, wo man zweihundert Euro zahlen mußte, um teilzunehmen.

Inzwischen sind zwei Bücher der Autorin erschienen, das erste in einer limitierten Auflage von dreihundert Stück, das zweite wurde heute vorgestellt und sie ist inzwischen zum Jungstar aufgestiegen, zumindest wurde sie im Literatursalon so präsentiert und von Edith-Ulla Gasser so besprochen und auf ihrer Homepage, die ich mir auch angeschaut habe, gibt es eine ganze Reihe von Lesungsterminen. So wird sie bei der Buch-Wien lesen und am 14. 11. im Palais Niederösterreich.

Eine schwarzgekleidete junge Frau mit dunklen langen Haaren. „Merken Sie sich diese Begegnung, die Autorin wird sicher einmal berühmt!“, hat der Veranstalter launig angekündigt. „Dann können Sie sagen, Sie sind dabei gewesen!“

„Vielleicht schafft man es nie nach Klagenfurt!“, hat Cornelia Travnicek in ihrer Artikelreihe geschrieben, so wie es aussieht, kann sie es schaffen, 2009 oder 2010 vielleicht, allerdings hat man als Österreicher selten die Chance auf den Hauptgewinn. Aber es gibt ja noch den Priessnitz-Preis.

Es war auch eine interessante Lesung von einer Urne, einem Hund, einer jungen Frau und einem Psychologen, die zusammen nach Marokko fahren, um die schwesterliche Asche in den Wind zu streuen, weil das in Österreich verboten ist. „Ein jugendlicher schnodderiger Tonfall!“, hat Edith-Ulla Gasser angemerkt. Es gab auch erstaunliche Tiefen, „jugendliche Depression“, hat es Otto Lambauer in seinem Mail genannt, Edith-Ulla Gasser sprach von Transformationen und fragte die Autorin nach den ihren.

„Früher habe ich ehrfürchtig die Bücher der anderen angeschaut, jetzt habe ich selbst zwei in der Hand!“, hat sie geantwortet und wurde vom Publikum sehr gelobt und erstaunlich intellektuell besprochen.

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