Literaturgefluester

2008-11-09

Geteiltes Wochenende

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:04

Dieses Wochenende also wieder sehr viel los, wie meist um meinen Geburtstag. Da hetzte ich meistens zwischen der Exil-Literatur, der Literatur im Herbst, meinem Fest und einer Weinverkostung hin- und her und mußte auslassen bzw. splitten.
So auch heuer. Zwar gibt es die Weinverkostung des Herrn Fischer nicht mehr und die Literatur der Ukraine findet erst nächste Woche statt. Dafür gab es dieses Wochenende zu den Exil-Preisen die Erich Fried Tage.
Von der Jurorenlesung der Edition Exil im Literaturhaus am Donnerstag habe ich schon berichtet. Da waren zwar nicht viele Zuhörer, trotzdem habe ich es stark erlebt und interessante Gespräche gehabt. Am Freitag war mein Fest und den darauffolgenden Samstag bin ich lang im Bett geblieben und habe mir, neben der geschenkt bekommenen Literatur, beispielsweise dem Bösen Wien, die Radio-Sonate vorgenommen und bin am Abend ins Amerlinghaus gegangen und nicht ins Literaturhaus, wo Katja Lange-Müller, die heurige Alleinjurorin, aus ihren „Bösen Schafen“ gelesen hat.
Aber im Amerlinghaus gab es, das wußte ich aus Erfahrung, ein tolles Buffet, gesponsert vom Amerlingtbeisel, türkische Vorspeisen, Reis mit Hühnercurry bzw. Kichererbsen und sehr süßes Baklawa, von dem ich dann die Nacht nicht schlafen konnte, während ich die Bachmannpreisträgerin von 1986 schon im Frühjahr in der Hauptbücherei erlebt habe.
Da wurde eine Anthologie mit den literarischen Debuts vorgestellt und Alfred hat mich hingeschickt, die Bösen Schafe signieren zu lassen, um sie Ute Hundertmark zu schenken, als wir mit ihr mit dem Rad nach Passau fuhren.
Es war ein intensiver Abend und ein interessantes Gespräch mit Doron Rabinovici und Katja Lange-Müller, die viel von ihrem Studium am Johannes R. Becher Literaturinstiut erzählte und die bösen Schafe sind mir bekannt, seit vor beinah einem Jahr die Sendung Les.Art im Literaturhaus aufgenommen wurde und Christa Nebenführ, die vor mir saß, als erste die Preisfrage herausbrüllte und das Buch gewonnen hat.

Exilpreisträger

Exilpreisträger

Also trotz Alfreds tollen Buffet gestern ins Amerlinghaus marschiert und es war auch interessant. Die Textproben der meist sehr jungen Teilnehmer, die meist aus dem ehemaligen Jugoslawien stammten und zum Teil sehr selbstbewußt und rotzfrech auftraten.

Als ich mit meinem gefüllten Teller auf der Suche nach Alfred war, der sich mit der Frau eines Kulturbeamten unterhalten hat, deren Tochter mit Anna in die Schule ging, sagte er mir, da drinnen ist die Konkurrenz und hat die Silvia Bartl gemeint, die offenbar mit Lale Rodgarkia-Dara befreundet ist und die ich auch als sehr aufgeschlossen erlebt und schon an anderen Literatur-Orten getroffen habe. Das Literaturhaus wird schon nicht leer gewesen sein und wenn, ist es nicht mein Problem und nach dem Buffet gab es noch eine Life Performance mit dem Preisträgertext im Hof. Ich habe einige Bekannte getroffen und bin heute ins Literaturhaus zu der Preisverleihung der Erich Fried Tage gegangen, was auch eine sehr interessante Veranstaltung ist. Vor einem Jahr hat Peter Waterhouse den Preis bekommen und ich habe Heinz Lunzer auf meine nicht gestattete Veranstaltung angesprochen. Jetzt war Heinz Lunzer zwar anwesend, aber schon im Ruhestand. Es gab eine Menge Gratisbücher und als ich die auf meinen Platz deponierte, hat mich eine Stammbesucherin angepflaumt und mich beschuldigt, daß ich ihre Handtasche verstellt hätte.
Den Preis hat Katja Lange-Müller an Alois Hotschnig vergeben und ich fand, sowohl ihre Laudatio, als auch seine Lesung, bei der er sich auf Erich Fried bezog, sehr interessant. Ich habe auch ein Buch von ihm, das ich noch lesen muß, den Erzählband „Die Kinder beunruhigte das nicht“, das Alfred bei einer „Rund um die Burg“- Veranstaltung gewonnen hat, obwohl ich Erzählungen nicht so gerne lese, sondern lang ausschweifende Romane bevorzuge, aber Katja Lange- Müller hat gerade diese Form besonders gelobt. Danach war es nicht so konfliktbeladen, wie im vorigen Jahr, obwohl ich, als ich die Bibliothek betreten wollte, als erstes Silvia Bartl sah. Es gab aber einige Besucher, die sich mit mir unterhielten, eine bildende Künstlerin hat mich sogar angesprochen. Eleonore Zuzak klagte, daß am Mittwoch sowohl die Frauenlesung in der Galerie Heinrich, als auch die Monatslesung des österreichischen Schriftstellerverbandes ist.
Es gibt sehr viele Literaturveranstaltungen, das finde ich fein und jetzt ist es schon finster, obwohl ich noch im Garten das Laub wegrechen und mit Alfred den üblichen Sonntagsspaziergang auf die Sophienalpe machen wollte.

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1 Kommentar »

  1. schau wie fein, hab jetzt gerade über die vorjährige erich fried preisträger rede des peter waterhouse ein paar zeilen im fips geschrieben, weil mir die sehr gefallen hat (abgedruckt in den manuskripten) und du schreibst schon über die heurige preisträgerin, und ich bin jetzt gespannt, was die geredet hat

    Kommentar von ofips — 2008-11-10 @ 23:22 | Antworten


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