Literaturgefluester

2008-11-22

Buch-Wien und Lesewochesplitter

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:19

Als ich Mittwoch nach Haus gekommen bin, habe ich gedacht, daß ich meinen Gutscheinsegen dafür nützen kann, mir bezüglich der Jurysitzung am nächsten Dienstag, die Neuerscheinungen duchzusehen, die liegen dort doch sicher auf und so bin ich Donnerstags bei einer Windstärke von 100 Stundenkilometern losgestartet und es war auch interessant. An den Schulklassen vorbei zu den IG Autoren und dort „Und trotzdem“ für Johanna König abgegeben und den Walter Baco gefragt, wie es mit der Litera in Linz so war?
Er hat mich an seinen Stand gebeten, sich für den Tag der Freiheit des Wortes angemeldet und mit mir ein Buch getauscht.
Schwieriger wurde es, als ich versuchte zu einem Kaffee-Gutschein zu kommen, aber schöne Lesungen an den Bühnen, die jeweils an den zwei Seiten aufgebaut waren, die Akustik dröhnte zwar von einer Bühne zu der anderen, so daß das Programm kurzfristig unterbochen werden mußte, aber viel rumänische oder tschechische Literatur vermittelt von Kulturkontakt.
Beim Novum-Stand, wo ich elf meiner inzwischen zwanzig Bücher drucken ließ, gab es schöne Taschen, Attraktion der Schülerinnen. Ich begab mich zum Luftschacht-Stand, um mir Hanno Millesis „Nachzügler“ und Stephan Alfares „Meilengewinner“ anzusehen. Dort haben mich nacheinander Angelika Reitzer, Helmuth Schönauer und Ruth Aspöck begrüßt.
Dann mußte ich gehen, um rechtzeitig in meiner Praxis zu sein. Die Frau, die mit ihrem Kind zur Diagnostik kommen wollte, hat sich aber sehr verspätet. Dann hatte ich noch zwei Stunden und wollte am Abend ins Sigmund Freud-Museum, um die Booker-Preisträgerin Anne Enright anzuhören, die ich von Frankfurt in guter Einnerung hatte. Ich war aber nicht sicher, ob ich rechtzeitig fertig werden würde. Dann kamen einige Mails von Franz Josef Huainigg vom Ohrenschmaus, der mir mitteilte, daß es Schwierigkeiten mit dem Lyrikpreisträger gäbe. Er hat eine Notentscheidung treffen müssen und hoffe, ich könne mit seiner Entscheidung leben. Ich wollte aber keine Jurybegründung für einen Preisträger schreiben, der gar nicht ausgesucht wurde.
Ich blieb zu Haus und schrieb an einem Mail, in dem ich meinen Unmut schilderte. Jetzt scheint sich alles eingerenkt zu haben. Es gibt keinen Lyrikpreisträger und wir müssen für das nächste Jahr die Ausschreibungsbedingungen besser definieren, damit klar ist, wer als Mensch mit Lernschwierigkeiten gilt und welche Kriterien es für einen Literaturpreis gibt und am Freitag bin ich wieder in den Prater marschiert und habe mir das Buch von Johanna König abgeholt, in dem sie die Bewältigung ihrer Krebserkrankung schildert.
Peter Paul Wiplinger hat sich am Stand gegenüber die E-Books erklären lassen und bei Milena habe ich die Betreuerin verärgert, als ich ihr gesagt habe, daß ich es schade finde, daß das kein reiner Frauenverlag mehr ist.
Ich habe mir Mieze Medusas Buch angesehen, die dann selbst gekommen ist und als ich bei der Edition Roesner in Erich Sedlaks Satiren blätterte, sagte mir die Verlegerin, das ist der Autor, mit dem ich dann ein bißchen Smalltalk betrieb.
Die Verlegerin hat mir einen Kaffee gegeben und Hilde Schmölzer hat mich daran erinnert, daß sie um 3/4 12 aus der Revolte der Frauen liest. Danach ging es zur Kocharena, wo Weißweine aus Südtirol serviert wurden und ein Starkoch Kürbissuppe und Risotto kochte, das man verkosten konnte. Eine Frau, die ich dabei kennenlernte, hat mir erzählt, daß sie die Messekarte bei Radio Wien gewonnen hat.
Beim Podium gab es eine Diskussion übers Lesen mit Michael Krüger, Friedrich Achleitner, Thomas Glavinic und Konrad Paul Liessmann und als ich mich umdrehte, entdeckte ich den Herrn, der mir am Montag versichert hat, daß er sicher nicht in die Buch-Wien geht.
Dann folgte Elke Heidenreich, die berühmte Moderatorin, die ihren Job verlor, weil sie sich Marcel Reich-Ranickys Fernsehkritik angeschlossen hat.
Ich mußte gehen, weil ich eine Stunde hatte, vorher habe ich bei den Thalia-Losen drei Nieten und zweimal das kleine Oetker Backbuch gewonnen.
Am Abend bin ich in das Schauspielhaus, wo Droschl sein dreißigjähriges Bestehen feierte. Dort war die Creme de la Creme der österreichischen Literatur zu finden. Es gab ein tolles Programm, Musik mit Walter Famler am Schlagzeug und den Literats und einige Autorenlesungen, die den Verlag vorstellten.
„Wie werde ich eine Droschl-Postkarte?“, fragten die Autoren. Danach ein noch tolleres Buffet, das wirklich viel und reichlich war.
Cornelia Travnicek habe ich gesehen, die inzwischen auch in ihrem Blog davon berichtet (frautravnicek.wordpress.com), Barbara Fischmuth, Werner Kofler , Bodo Hell und auch das Ehepaar, das ich vor Jahren bei der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft kennengelernt habe und die viel Bewunderung erregten, weil sie beim Augustin veröffentlichten. Dann habe ich einen Text der Frau gelesen und in ihm fast wörtlich „Kress“ von Christa Stippinger erkannt, mit der sie einen der ersten Max von der Grün-Preise gewonnen hat.

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1 Kommentar »

  1. Liebe Frau Jancak,
    ich antworte nie auf Kommentare im Literaturcafe, dort treiben sich zu viele „Trolle“ herum. Natürlich weiß ich das Bodo Hell Österreicher ist, wenn sie nocheinmal nachlesen, werden Sie sehen, das die beiden Sätze zwar vielleicht missverständlich formuliert sind, ich aber nie behauptet habe er wäre Deutscher 😉
    Wegen Droschl, Einladung/nicht Einladung: Wir sind wie gesagt eingeladen worden von Walter Grond von Readme.cc, da wir sonst eigentlich niemanden dort kannten und er meinte es wäre vorher eine geschlossene Veranstaltung und wenn uns jemand am Eingang fragen würde, sollten wir seinen Namen angeben. Ich hatte die Veranstaltung gar nicht aus einem Programm gekannt. Aber vielen Dank für den Hinweis, das ist dann natürlich richtig, wenn Sie darauf hinweisen.

    Mit vielen Lieben Grüßen
    Cornelia Travnicek

    Kommentar von Cornelia Travnicek — 2008-11-27 @ 15:04 | Antworten


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