Literaturgefluester

2009-01-13

Wilde Worte – neue Bücher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:23
Fischer & Gratzl

Fischer & Gratzl

Um für das Literaturgeflüster zu berichten, bin ich zu den Wilden Worten, der monatlichen Reihe von und mit Richard Weihs, Franz Hütterer und Michaela Opferkuh marschiert, da ja die literarischen Programme erst langsam anlaufen und Dagmar Fischer und Heidelinde Gratzl mit ihrem Duo „Der Fisch zur blauen Linde“, haben mich auch interessiert. Habe ich Dagmar Fischer schon einige Mal bei der „Poet Night“ gehört, es gibt drei Gedichtbände in der Edition Doppelpunkt und sie war auch Annas Turnlehrerin in der Rahlgasse. In der Szene Margareten hat sie auch eimal gelesen und heute unter dem Thema „Lyrik ertastet“ eine szenische Lesung dargeboten.
Dann gab es wieder Wunschgedichte. Diesmal habe ich mir eines zum Thema „Winter“ gewünscht“, denn ich höre jetzt die ganze Zeit das „Es ist so kalt“- Gejammere, obwohl ich den Winter eigentlich mag.
Und es gibt auch schon die neuen Bücher, die im neuen Jahr vielleicht den deutschen Buchpreis gewinnen.
Ein Kanditat dazu wäre Daniel Kehlmann, denn der hat jetzt einen neuen Roman geschrieben, der eigentlich ein Erzählband in neun Geschichten ist. Einer findet eine neue Identität in einem neuen Handy, während sich eine sterbende Frau von einem Schriftsteller ein neues Leben wünscht.
Interessant der demnächst bei Rowohlt erscheinende Roman „Ruhm“. Er wird ab den 16. ausgeliefet, war aber schon seit dem Wochenende in den Zeitungen und im Radio.
Und zum 20. Todestag von Thomas Bernhard soll es einen neuen Bernhard geben. „Meine Preise“, das neun Texte zu neun Preisen, drei Preisreden und eine Absichtserklärung enthalten soll.
Ich kann zwar Thomas Bernhard eigentlich nicht mehr lesen, weil ich Schwierigkeiten mit dem vielen Negativen und den Beschimpfungsorgien habe. Als Verhaltenstherapeutin, wo man ja das Positive fördert, eigentlich ganz klar. Obwohl die Sprache wirklich schön, melodisch und oft genug genial ist.
Die letzten Sätze beispielsweise haben mich einigemale umgeworfen. Bei dem Theaterstück „Ja“ z.B., aber auch bei den „Alten Meistern“, da kann ich mich erinnern, daß ich, als ich noch mit der Anna von Wien nach St. Pölten gependelt bin, den neuerschienenen Roman gelesen habe, wo es in dreihundert oder mehr Seiten darum geht, ob der Held ins Burgtheater gehen soll und dann geht er endlich und die Vorstellung war natürlich fürchterlich, da habe ich, im Wartesaal von Hütteldorf herzlich aufgelacht. Aber jetzt will ich das nicht mehr hören oder lesen und muß es auch nicht.
Aber das Literaturhistorische interessiert mich sehr und um das Preisgeschimpfe ranken sich ja die Legenden. „Das war ja, als er den kleinen, nicht den großen Staatspreis bekommen hat und wo ist nun der Dichterling?“, fragte die Frau Minister.
Franzobel hat, glaube ich, auch darüber geschrieben.
Die trotz Testament, zwanzig Jahre nach dem Tod erscheinenden Texte interessieren also sehr. Jetzt muß ich nur schauen, daß ich sie geschenkt bekomme. Alfred habe ich das vorhin schon geflüstert und bis 12. Februar ist auch noch Zeit.
Dann kann ich noch berichten, daß ich im alten Jahr für das neue wieder etwas gewonnen habe und zwar Karten für die Premiere der ersten Folge des zehnteiligen Zyklus „Freud und die Folgen“ im Schauspielhaus, wo jede Woche von einem anderen Regisseur ein Freud Thema, wie Traum, Witz, Tabu, Verdrängung etc. zu einer fünfzigminütigen Sitzung aufgearbeitet wird.
Da war ich Samstag mit dem Alfred und habe mir die Folge 1, „Kokain“ angesehen.
Freud Zitate, beispielsweise von einer jungen Frau in schwarzem Kleid gelesen, die sich wohllüstig auf der Couch räkelt und dann liegen alle auf dem Boden und wälzen sich im weißen Pulver, während zu Beginn die Assistentin im weißen Mantel die Eintretenden mit den Worten „Entschuldigung, ist das Ihre erste Analyse, das Wartezimmer ist schon voll?“, anspricht.
Sehr verfremdet also, dem Publikum hats aber gefallen und beim Uwe Tellkamp bin ich schon auf Seite 689 angelangt.

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2009-01-12

Buchpräsentation

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:55

Jetzt ein Hinweis in eigener Sache:
Die erste Präsentation der Anthologie:
Linkes Wort am Volksstimmefest 2008 – „1918-1938-1968-2008 aus dem Bilanzbuch des 20 Jahrhunderts“ mit Texten von Ruth Aspöck, Fritz Babe, Eugen Bartmer, Manfred Bauer, Lidio Mosca Bustamante, Manfred Chobot, Peter Clar, Stephan Eibel Erzberg, Gerald Grassl, Judith Gruber-Rizy, Yasmine Hafedh, Karin Jahn, Eva Jancak, Axel Karner, Werner Lang, Toni Mantler, Güni Noggler, Helmut Rizy, Gerhard Ruiss, Stefan Schmitzer, Simone Schönett, Christian Schreibmüller, Richard Schuberth, Rolf Schwendter und Benjamin Turecek, herausgegeben von Roman Gutsch und Christoph Kepplinger, erhältlich ab 16. Dezember 2008 im Globus-Verlag www.linkes-wort.at
wird am 22. Jänner 2009 im Kulturzentrum 7Stern, Siebensterngasse 31, 1070 Wien um 19 Uhr vorgestellt.
Ich hoffe, daß meine Fans und auch alle anderen kommen werden und noch ein Hinweis, da ich ja generell zu längeren Beiträgen tendiere:

Vom 14. -18. Jänner findet in Kooperation mit der Universität Wien, dem Volkstheater und dem Essl Museum das vom Elfriede Jelinek-Forschungszentrum veranstaltete (bei dem auch Christoph Kepplinger tätig ist) Symposium „Ritual. Macht.Blasphemie.- Kunst und Katholizismus in Österreich“ statt.
Näheres zum Programm gibts auf www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com
Ich werde zwar wahrscheinlich nicht hingehen, ist aber sicher interessant für alle Kurzentschlossene.

2009-01-10

Ratlosigkeit

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:13

Jetzt hab ich mir wieder ein Jahr Zeit genommen, den großen Roman zu schreiben und bin auch recht zuversichtlich von der Weihnachts-Winterfrische aus Harland bei St. Pölten zurückgekommen.
Hatte ich ja dort nicht nur mein im Sommer in der hohen Tatra begonnenes Rohkonzept erweitert, sondern Montag Abend auch den Prolog geschrieben und am Dienstag mit dem 1. Buch Klara 1907-1937 begonnen.
In Wien hat mich das Mail der Christa Nebenführ erwartet, in der sie mir ihre bei der Lesung zum 70. Geburtstag von Hilde Schmölzer geäußerte Meinung, daß ich schlecht schreibe und sich das nie ändern wird, etwas umschrieben aber genauso harsch erneuert hat und ich habe mir doch vorgenommen, diesmal drauf los zu schreiben und statt dem ohnehin in mir vorhandenen „ich kann es nicht“ das Gegenteil zu denken und habe das, trotz Dämpfer, natürlich immer noch vor.
Nur sitze ich im Augenblick mit den bis jetzt vorhandenen elfeinhalb Seiten fest, denn es ist ja nicht so einfach, dreißig Jahre eines Lebens zu beschreiben, obwohl Details und Charakterskizzen gesammelt sind.
Aber, wie im Literaturgeflüster beschrieben, brauche ich eine Struktur und bin als Verhaltenstherapeutin auch gewohnt, eine solche vorzugeben und bei meinen bisherigen Romanen und Erzählungen hatte ich sie auch.
So schreibe ich meist in Szenen, 1- 94 bei „Der Radiosonate“ beispielsweise, und da war es auch das Jahr, an das ich mich gehalten habe, so daß 166 Manuskriptseiten herausgekommen sind.
Bei der „Schokolade“ war es der Tag in viertelstünlichen Einheiten in denen sich die handelnden Personen in loser Reihenfolge an den verschiedenen Orten begegnet sind. (Olga Flor hat, glaube ich, in ihrem „Kollateralschaden“ etwas Ähnliches gemacht).
Jetzt will ich aber vier Generationen Frauen in hundert Jahren in drei Büchern mit einen Prolog und einem Epilog beschreiben.
Wie komme ich da beim ersten Buch zu sechzig bis achtzig Seiten, wenn ich mich auf die Monologform festgelegt habe?
Die alte Frau, von der man im Prolog erfährt, daß sie gestorben ist, sitzt in ihrem Altersheim vor einer Schachtel Fotos, denkt über ihr Leben nach und schildert gleichzeitig, wie es einer Primarärztin geht, die selbst zur Patientin geworden ist.
Ich weiß nicht, ob ich es auf diese Art und Weise schaffe.
Mit einzelnen Szenen wär es sicher leichter, geht aber, glaube ich, nicht. Vielleicht sollte ich mir die Jahre in Kapitel mit Überschriften einteilen und neu anfangen?
Ein spannender Beginn also, der mich im Augenblick etwas ratlos macht, was ich bei der gestrigen Frauenjause mit meinen Cousinen Irmi und Elisabeth auch geäußert habe.
Ist Elisabeth ja von dem Geniebegriff ausgegangen, daß man das Schreiben nicht lernen kann, sondern es in sich hat und entweder berührt oder nicht.
Was ja von der Leserseite aus gesehen auch stimmt.
Wenn man aber vor einem dreiviertel Jahr im OWS Supervision gemacht und sich auf einem Campingplatz in der hohen Tatra das vier Frauen-Konzept mit der dazugehörigen Familiengeschichte ausgedacht hat, hat man trotzdem noch einen keinen fertigen Roman, der hoffentlich berührt, da braucht man dann die Handwerkstechnik, um nicht auf Seite zwölf steckenzubleiben.
Aber keine Angst, über dieses Stadium bin ich schon hinaus.
Schließlich schreibe ich über sechsunddreißig Jahre und habe schon einiges gelernt, auch wenn Christa Nebenführ das nicht glaubt und es die Schule für Dichtung, bzw. das Leipziger Literaturinstitut damals nicht gegeben hat.
Im Internet kann man sich heute sehr viel holen, was mir, wenn es das vor dreißig Jahren schon gegeben hätte, geholfen hätte, schneller dorthin zu kommen, wo ich heute bin.
Ich glaube aber, auch im letzten Jahr sehr viel gelernt zu haben, seit ich das „Ein Roman in einem Jahr“ Projekt des Autorenhausverlags und Jacqueline Nagels schriftsteller-werden.de verfolge und wenn ich nur draufkomme, daß ich das schon selbst erarbeitet habe, ist das ja auch sehr schön.
Im Internet habe ich nach der Frauenjause noch einmal gesucht, was sich über das Psychiatrische Krankenhaus, die Heil und Pflegeanstalt für Nerven- und Geistekranke, bzw. das Otto Wagner Pflegezentrum finden läßt und dorthin werde ich mich am Mittwoch auch begeben, um Studien vor Ort zu machen und dann bin ich gestern mit dem etwas ratlosen Gefühl nicht wirklich weiterzuwissen ins Bett gestiegen, habe Ö1 aufgedreht, um mir die Sendungen zum Gedenken an Gert Jonke vor dem Einschlafen anzuhören und von dem großen Sprachakrobaten Abschied zu nehmen, der den ersten Bachmannpreis gewonnen hat und zu Beginn meinen Schreibens, 1973 oder so, als alles um mich herum konkret und experimentell war, ich aber schon damals realistisch schreiben wollte, bin ich in eine Buchhandlung gegangen, um anzusehen, was es so gibt und bin auf Gert Jonke gestoßen, der mich auch damals ratlos machte.
Ich habe ihn auch später immer wieder gesehen, wenn ich beispielsweise, über eine der Stiegen auf die Mariahilferstraße hinaufgegangen bin und 2003 hat es im Literaturhaus eine Lesung gegen den Irak-Krieg gegegeben, wo die Lesenden alphabetisch aufgerufen wurden, da habe ich vor ihm gelesen und bei der Poet-Night hat er auch mitgemacht.

2009-01-08

Kleines Fest des Lesens

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:21

Nachdem meine Diagnostik-Klientin nicht gekommen ist und auch die neunzehn Uhr Stunde ausgefallen ist, bin ich doch in die alte Schmiede gekommen.
Vorher war ich noch in Sachen Neujahrsvorsätze aktiv und habe mir das Widerspruchsformular bezüglich Organentnahmen ausgedruckt und mich auch wegen einer Patientenverfügung erkundigt.
Das habe ich schon lange vor mir hergeschoben und so bin ich mit gutem Gewissen in die alte Schmiede aufgebrochen, in der vier unterschiedliche Erzählweisen präsentiert wurden.
Walter Wippersbergs „Eine Rückkehr wider Willen“ hab ich zwar versäumt, aber Barbara Neuwirth hat gerade über ihre Erzählung „Das steinerne Schiff“ gesprochen, die bei meiner Neuerscheinungsrecherche im November irgendwie an mir vorbeigegangen ist und sie erzählte von ihren Bemühungen, sich die Sprache Keplers anzueignenen, von Donauweibchen und Thayasprüngen, beziehungsweisen anderen Erlebnissen eines phanatsiebegabten kleinen Mädchens. Dann mußten wir ins Schmiedemuseum hinübergehen, weil dort Stephan Alfare gelesen hat, der von Helene Hofmann eingeleitet wurde.
Was mich ein wenig wunderte, hätte ich doch gedacht, er wäre ihr zu realistisch, sie hat es aber gut gemacht, wenn ihr der Autor auch immer wieder widersprochen und die Pointen aus dem Mund gezogen hat.
Helene Hofmann kenne ich aus der Zeit, als ich meine Texte an die Salzburger Literaturzeitschrift „Leselampe“ schickte, später ist sie nach Wien gezogen, seither treffe ich sie immer wieder bei Veranstaltungen und bei einem Lesezirkel in der Hauptbücherei habe ich den Eindruck gewonnen, sie hätte einen elitären Literaturgeschmack.
Stephan Alfare schreibt aber sehr realistisch und ist mir aufgefallen, als er sechs oder acht Gedichte ohne weitere biografische Angaben für das Nachwuchsstipendium einreichte, die mir sehr gefallen haben, leider war mir der Name so unbekannt, daß ich mich nicht traute, ihn vorzuschlagen.
Er hat aber bald begonnen bei Selene zu veröffentlichen, bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gelesen und jetzt seinen zweiten Roman bei Luftschacht herausgebracht.
Von Alfred bekomme ich gelegentlich seine Bücher zu Weihnachten, so z.B. „Meilengewinner“, aber auch „Das Begräbnis“ und „So wie ich dich anstarre, sehe ich auch aus“, die ich bis auf das letzte auch gelesen habe und wo ich immer sehr beeindruckt vom starken Tonfall des gebürtigen Vorarlbergers und früheren Totengräbers war.
Es war also interessant, wenn auch wenig Publikum, danach ging es wieder in den Hauptraum zur Lesung des ehemaligen Selene-Chefs Alfred Goubran, der jetzt bei Kitab eine Novelle mit dem Namen „Tor“ herausgebracht hat, beeindruckende Kindheitserinnerungen des 1964 geborenen Autors, der erklärte, es mache ihm gar nichts, als altmodisch bezeichnet zu werden, denn wer bitte will schon ein moderner Autor sein, selbst wenn die Auflagenzahlen stimmen.
Um neun gab es noch weniger Publikum und so hörte ich Kurt Neumann sagen, die Idee, vier Texte vorzustellen ist schon gut, nur leider hält das Publikum soviel nicht aus.
Die Schauspielerin Andrea Eckert ist aber gekommen und saß neben mir in der dritten Reihe, so daß ich ihren schwarzen Rock, der rot bestickt war und handbemalte Aufschriften trug, bewundern konnte.
Und die Geschichte von dem Kind, das bei der Nachbarin Blumen stiehlt und dessen Eltern in Sprachlosigkeit versinken, weil die kleine Schwester während eines Umzugs überfahren wird, weil der Bruder das Tor nicht oder schon geschlossen hat, ist ja psychologisch interessant und das beschriebene Haus hat mich an den Almweg erinnert und da ist meine Schwester ja auch von einem Müllwagen überfahren worden, was meine Mutter ebenfalls erstarren ließ, auch wenn wir da schon erwachsen waren.
Danach ging es zurück in den Zeitschriftenraum, es sollte Brötchen geben, aber die sahen schon ein bißchen vertrocknet aus.
Barbara Neuwirth hat sich noch einmal bei mir bedankt und wenn heute abend der Büchner Preisträger Josef Winkler liest, wird es in der alten Schmiede sicherlich voller sein.

2009-01-06

Rückblick und Vorschau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:28

Vom Land zurückgekommen melde ich mich wieder und freu mich auch, daß das Literaturgeflüster vermißt worden ist.
Ein kleines Bißchen ist es mir auch abgegangen, obwohl die Harlander Ferienwochen wirklich erholsam gewesen sind und für alle, die es wissen wollen „Die Radiosonate oder das einsame Jahr“ ist fertig.

Dichterlesung

Dichterlesung

Fast hätte ich es nicht geglaubt, es zu schaffen, denn das Fehlerteufelchen und der Drang zur Perfektion, der mir ja auch im Nacken sitzt, hat das Ganze ein bißchen verzögert, so daß ich nicht, wie vorgenommen, zu Silvester mit dem Gefühl es geschafft zu haben, zu Hilde Schmözer aufgebrochen bin.
Dann war es aber eine schöne Jahreswechselfeier.
Literarische Aspekte haben Lidio Mosca Bustamante und Dine Petrik eingebracht und dann bin ich, als ich schon glaubte, daß ich doch viel länger brauche, Sonntag Mittag fertiggeworden.

Beim Jahreswechsel

Beim Jahreswechsel

Jetzt hoffe ich, einen Verlag zu finden, habe ich doch gerade einen Dämpfer von Christa Nebenführ abgefangen, die noch im alten Jahr einen Aufruf für die Podium-Sommerlesereihe zum Thema Schlaf eingebracht hat und da würden sich die Josepha-Szenen ganz gut eignen, geht es da ja um das „am Abend ins Bett zu steigen und am Morgen nicht mehr aufzuwachen“, weil das Leben mancher nichts anderes anzubieten hat.
Aber leider hat Christa Nebenführ für meine Literatur, wie sie schreibt, keine uneingeschränkte Begeisterung, sondern eine gewisse Befangenheit und auch eine sehr direkte Art, das mitzuteilen.
Das ist zwar nichts wirklich Neues, aber doch ein Dämpfer für das neue Jahr, wo man irgendwie glaubt, daß jetzt alles besser wird und dann bin ich auch sehr euphorisch in das neue Projekt eingestiegen.
Ein Roman mit dem Titel „Das Haus“ über die Heil-und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke am Steinhof, beziehungsweise über vier Generationen Fauen, von denen sich drei dort zur Fachärztin für Psychiatrie ausbilden ließen.
Der Prolog ist schon geschrieben, das erste Buch mit dem Namen „Klara“ bereits begonnen und ein Plan gefaßt, wie sich das mit den Perspektiven hinkriegen läßt und ich habe auch vor, den Rohentwurf in drei Nanowrimo-Durchgängen auszuprobieren.
Auf jeden Falll habe ich die besten Absichten für ein literarisches Jahr, in dem ich den großen Roman scheiben will und auch sehr hoffe, daß es mir gelingt und ein bißchen war ich auch schon zuversichtlich und ich werde im Literaturgeflüster von den Erfolgen bzw. Schwierigkeiten berichten.
Ansonsten hat die zweite Hälfte des letzten Jahres das Literaturgeflüster mit einer Menge von Artikeln, einigen Kommentaren und auch ein paar interessante literarische Begegnungen gebracht.
So bin ich zum Beispiel mit Andrea Stift und Cornelia Travnicek darüber in Kontakt gekommen, Otto Lambauer hat sehr eifrig kommentiert und vorhin hat sich die Nichte von Paul Wimmer gemeldet und ein paar berühende Sätze über ihren Onkel, den ich sehr geschätzt habe, geschrieben.
Zwei Bücher sind 2008 erschienen. Der Roman „Und Trotzdem“, den ich am 12. März in der alten Schmiede vorstellen kann und die Erzählung „Novembernebel“. Die „Radiosonate“ ist fertig und wartet auf das Veröffentlichtwerden. Es gibt die Volksstimeanthologie „Aus dem Bilanzbuch des zwanzigsten Jahrhunderts“ und ich glaube, zehn zum Teil sehr schöne Lesungen gab es auch.
2009 soll der große Roman geschrieben werden und zwei Lesungen muß ich auch vorbereiten. Ein paar neue Anmeldungen zum Tag der Freiheit des Wortes sind inzwischen auch gekommen und ein paar interessante Bücher hab ich gelesen beziehungsweise in meinen Bibliotheksbestand übernommen.
So habe ich „Neue Leben“ in der letzten Woche endlich ausgelesen, zumindestens den Briefroman. Die beigefügten Texte werde ich wohl lassen, bzw. habe ich mir stattdessen Renate Welshs „Liebe Schwester“ vorgenommen, da ich das für meinen Roman gebrauchen kann, geht es in dem ja um eine Hundertjährige und um ihren Kampf nicht in Demenz zu verfallen und dann habe ich mir wieder ein Buch hervorgenommen, das ich schon weggelegt habe und zwar „Den Schneider himmlischer Hosen“ von einem Daniele Vare, das im Jahr 1936 geschrieben wurde und ich von meinen Eltern erbte und das in Peking im Jahr 1917 spielt.
Auch das kann ich gebrauchen, beginnt „Das Haus“ ja bei der Eröffnung 1907 und jetzt muß ich den Uwe Tellkamp rasch fertiglesen, damit ich zu Alina Bronsky, Tilman Rammstedt und Cornelia Travnicek kommen kann.
Ja und in die alte Schmiede habe ich vor im neuen Jahr wieder öfter zu gehen, denn da war ich im letzten halben Jahr nicht sehr oft.
Ich habe schon das Programm, es gibt ein paar interessante Lesungen, ich weiß aber nicht, ob ich es morgen schaffe, denn da habe ich eine Diagnostik und auch einige Stunden am Nachmittag und dann gab es leider noch drei Todesmeldungen.
So sind in den zwei Wochen, in denen ich in Harland Weihnachtsurlaub machte, Harold Pinter, der Nobelpreisträger von 2005, Johannes Mario Simmel und zuletzt für mich ganz unerwartet Gert Jonke gestorben.

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