Literaturgefluester

2009-02-22

Generalversammlung der IG Autoren

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:47

Wieder ein sehr literarisches Wochenende mit der GV der IG Autoren, bei der ich nun schon etwa zwanzig Jahre Einzeldelegierte bin, was ein ziemlich direkter Zugang in den Literaturbetrieb ist.
Für mich war es das jedenfalls, als ich das erste Mal hingekommen bin. Jetzt bin ich es schon gewohnt, jedes Jahr einmal das Wochenende mit Autorenkollegen zu verbringen und ein bißchen was über die neuesten Autorenprobleme zu erfahren.
Was diesmal zuerst eine unerfreuliche Mitteilung war.
Ist doch der Salzburger Johann Barth, ein sehr rühriger Kollege, der immer zu den Sitzungen gekommen ist und auch bei der „Freiheit des Wortes“ gerne mitmachte, Anfang Februar gestorben, was ich noch nicht wußte und es ist auch, wie ich von Christine Haidegger erfahren habe, unerwartet passiert.
Das herausragenste Thema war aber ohne Zweifel die Google-Bucherfassung.
Gerhard Ruiss hat schon bei der Volksstimmeanthologie-Präsentation ausführlich darüber gesprochen. Die Literar-Mechana hat mich inzwischen auch angeschrieben und die Empörung der Autorenverbände darüber ist sehr groß, während ich ein bißchen ambivalenter der Sache gegenüberstehe.
Denn irgendwie ist es ja faszinierend, was ich bei google alles finde, wenn ich meinen Namen eingebe.
Höre ich ja immer, daß ich mit meinen Digitalbüchern ohne ISBN-Nummern keine Chance hätte, wahrgenommen zu werden.
Sie sind aber alle zu finden, hier nimmt mich google offenbar ernst oder hat den Katalog der Nationalbibliothek erfaßt, auch wenn der Vergleich von Gerhard Ruiss, daß es nichts nützt in Frankfurt vertreten zu sein, wenn einem keiner sucht, schon richtig ist.
Trotzdem hat es mich beeindruckt und ich habe noch einmal nachgeschaut und eine interessante Entdeckung gemacht.
Da gibt es nämlich eine englische Übersetzung von der ich gar nichts wußte. Da habe ich in den späteren Achtzigerjahren bei einem Wettbewerb eines DDR-Magazins mitgemacht und über unsere DDR-Reise von 1985 geschrieben und zuerst ein paar Postkarten und später ein Buch über Dresden bekommen, aber nie ein Belegexpemplar und das Ganze auch vergessen. Das Dresden-Buch habe ich mir vor kurzem wieder angesehen, weil ja Tellkamps „Turm“ in diesem alten Dresden spielt. Das deutschsprachige Magazin wird es inzwischen nicht mehr geben, Google hat aber das englischsprachige erfaßt, leider kann ich den Artikel nicht ausdrucken, da durch den Vergleich nur einige Zeilen sichtbar sind.
Ein zweites Thema waren Informationen über den Resistenzverlag, den ich früher auch angeschrieben habe. Die „Wiener Verhältnisse“ habe ich hingeschickt, da hat mich der Verleger Dietmar Ehrenreich angerufen und mir erklärt, warum er es nicht machen will. Bei der „Dora Faust“ hat er mir einen Brief geschrieben, daß er nur Autoren mit mehreren Büchern haben will und nach „Tauben füttern“ habe ich meine Bücher gleich selbst gemacht.
Jetzt hörte ich, was ich schon wußte, daß die Zusammenarbeit mit den Kleinverlagen doch nicht so befriedigend ist, obwohl die meisten Autoren sehr fixiert auf einen Verlag sind, so daß ich es bei der „Radiosonate“, wieder versuchen wollte.
Und noch etwas war interessant. War eines der Themen das Literatur-Sponsering und die Tatsache, daß das auch nicht mehr funktioniert und da gab es ja die „Bawag PSK Edition Literatur“, die jährlich eine Anthologie zu einem bestimmten Thema herausgebracht hat.
GELD MACHT SINNlich, EUROPA DER SINNE, MACHT KUNST SINN, GRENZENlos, MACHT FREIHEIT STAAT, MACHT RELIGION SINN, WELT MACHT KRIEG, MACHT RECHT GLOBAL, MACHT UM WELT, waren einige Titel, wo immer Autoren mit bekannten Namen, wie Milo Dor, Barbara Neuwirth, Bettina Balaka, Armin Thurnher, Peter Huemer, Franzobel, Josef Haslinger, Antonio Fian etc. angeschrieben wurden, die dann einen Text zu diesem Thema verfassten.
Alfred Zellinger war der Herausgeber, ich habe ihn einmal angeschrieben, er hat mir auch geantwortet und gemeint, ich wäre nicht prominent genug mitzumachen.
Ich habe mir die Anthologien aber immer geholt, es gab sie in den Bawag-Filialen und es gab auch Präsentationen in der Bawag-Zentrale, einmal wollte ich mir ein Buch dort holen, es gab aber nur einen Pressetisch, da haben sie es mir nicht gegeben, so daß ich mich traute, den berühmten Herrn Elsner anzusprechen, der mich zwar auch etwas warten ließ, aber weniger, als ich das schon bei manchen Autorenkollegen erlebte und dann einen jungen Mann winkte, der es mir holte.
Später gab es eine Kooperation mit dem Literaturhaus und jetzt gibt es diese Bawag-Edition nicht mehr, die letzte ist 2007 erschienen und die Bücher lagen zur freien Entnahme im Literaturhaus auf, was mich wieder daran denken ließ, daß die an sich tolle Initiative und die berühmten Namen die Öffentlichkeit offenbar doch nicht so erreicht oder auch nicht interessiert.
Sonst war es ein interessantes Wochenende mit Klatsch und Tratsch am Buffet und einigen Unstimmigkeiten und zur langen Nacht des Hörspiels ist nachzutragen, das ich wahrscheinlich doch einiges versäumte, aber Samstag im Morgenjournal hören konnte, daß Chris Pichler die Schauspielerin des Jahres wurde (was ich schon vom Heimspiel wußte) und das Hörspiel „Romy Schneider – zwei Gesichter einer Frau“, den Publikumspreis gewonnen hat, während Friederike Mayröckers „Gärten, Schnäbel, ein Mirakel, ein Monolog, ein Hörspiel“ von der Kritikerrunde ausgezeichnet wurde.

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