Literaturgefluester

2009-04-28

Kalter Frühling und neue Bücher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:20

Beim Literaturquiz und in diversen Schreiblernblogs habe ich mich in der letzten Zeit ein bißchen mit Science Fiction und Vampirromanen beschäftigt. Ich brauche ja auch einiges für meinen „Wirtschaftsroman“, an dem ich immer noch nicht sehr erfolgreich herumdümple und am Freitag habe ich mir bei der „Buchlandung“ vier neue ein Euro Bücher gekauft.
Darunter einen sogenannten Social Fantasy, nämlich „Kalter Frühling“ von Florian Nelle, den ich gerade gelesen habe und der mir vielleicht auch ein bißchen Inspiration geben kann. Denn ich will ja einen Wirtschaftsroman mit Vampirfiguren und Arbeitslosen aus dem vorigen Jahrhundert als Motivationszurufer schreiben und im „Kalten Frühling“ geht es um ein total abgewirtschaftetes Berlin, das sozusagen die allergrößte Finanzkrise schon hinter sich hat. Der Hauptstadtlack ist wieder ab und überall herrscht das Elend und der Klassenkampf, es riecht nach Kohl und dem Mief ungelüfteter Wohnzimmer. Man darf rauchen und telefoniert aus Zellen, die Menschen haben sich aber durch das Abtauchen in virtuelle Realitäten cybertraumabedingte Persönlichkeitsstörungen geholt und die Heldin ist eine Nahkampfsport trainierte Psychologin, die sich genau damit beschäftigt.
Dann gibt es einen Robin Hood, der die großen Spekulanten, ehemalige Bürgermeister, Banker und sonstige Abzocker mit einem Zorro-Zeichen hinmordet und dazu Sprüche aus Ovids „Metamorphosen“ legt.
Es gibt auch eine Nebenhandlung mit entführten Straßenkindern, denen die Phantasie und das Gedächtnis durch den sogenannten Soulvisualizer geraubt werden soll, damit die Firma Virtual Videos bessere Geschäfte macht. Die Polizei ist unfähig oder korrupt und verhaftet stets die Falschen und dann gibt es noch eine Kindergang, die der Nahkampfpsychologin hilft und und das ist interessant, immer wieder schöne Stellen über Bücher, neben all der Langatmigkeit und der oft sehr flüchtig ausgearbeiteten Science Welt.
Da gibt es eine Stelle, wo die Heldin in der Stabi (Staatsbibliothek) das alte Datenregister sucht und da wohnen nun die Ausgegrenzten, die sich, seit die Magazinarbeiter entlassen wurden, eingenistet haben und die Bücher neu ordnen. Ein literarisch anspruchsvoller Social Fantasy Krimi also und es gibt auch ein paar Büchernews zu vermelden.
Heute war ich nicht, wie eigentlich geplant, in der alten Schmiede bei der schwedischen Literatur und auch nicht am Nachmittag bei der Per Olov Enquist Lesung, denn da hatte ich die Stunden, die ich wegen dem Gerstl-Begräbnis verschoben hatte. Habe mir aber vorgenommen, demnächst den „Sekundanten“ zu lesen, denn der war in Edith Broczas Bücherschachteln vom letzten Jahr und gestern waren wir nicht im Kino, sondern in der Hauptbücherei bei der Diskussion zu Robert Misiks „Politik der Paranoia-Gegen die neue Politik der Konservativen“. Da wollte Alfred hin und hatte sich das Buch auch schon gekauft.
Das paßte zu meinem Wirtschaftsprojekt und interessant war auch, daß das Publikum aus dreiviertel Männern und nur einem viertel Frauen bestand, während das sonst ja umgekehrt ist.
Heute habe ich schon wieder ein Buch bei einem Internet Gewinnspiel gewonnen, mal sehen ob es kommt, das bei Lillyberrys Geburtstagsaktion gewonnene ist ja noch nicht da, dafür bekomme ich seit einigen Wochen den fixpoetry newsletter und da gibt es auch Gewinnspiele. Und fünf erste Bücher, die man in der Reihenfolge des Eintreffens seines Mails gewinnen kann.
Nummer zwei war diesmal „Lärchenau“ von Kerstin Hensel und ich dachte mir noch, genau das möchte ich gewinnen, denn ich habe durch die GAV Kerstin Hensel ja kennengelernt, als es die DDR noch gab und als sie 1989 beim Bachmannpreis gelesen hat, war sie dort ja noch als DDR-Autorin. Wir haben einige Zeit lange Briefe hin- und hergeschreiben, Internet gab es damals noch nicht und uns auch ein paar Mal getroffen. Einmal hat sie in der alten Schmiede in Wien gelesen, zweimal habe ich sie in Berlin besucht. Das letzte Mal, glaube ich 1992, dann ist der Kontakt abgebrochen.
Das Buch interessiert mich aber schon. Genau wie ich auch Rudolf Brunngrabers „Karl und das zwanzigste Jahrhundert“ gern nochmals lesen würde. Bräuchte ich es ja für mein Buchprojekt. Ich habe es schon einmal gelesen. Ich glaube auch vor ungefähr zwanzig Jahren, da habe ich es mir von der Valerie ausgeborgt und es ihr leider zurückzugeben. So ist es, wenn man zu ehrlich ist. Die Ruth Aspöck meinte, sie würde es mir nur ungern borgen. Da bleibt nur die Phantasie und ich müßte mir den Leidensgenossen der Sophie Hunger neu ausdenken. Auch nicht schlecht, wenn ich es kann.
Ansonsten bleibt noch anzumerken, Otto Lambauer hat den Rückseitentext für das „Haus“ inzwischen gemailt und Alfred hat den Umschlag gemacht. Der Text muß noch durchgesehen werden, ansonsten hoffe ich, wird es im Mai zwei neue eigene Bücher geben und die Texte, die ich bei meinen nächsten Veranstaltungen lesen werde, muß ich auch noch aussuchen.
Bei der Margareten ART wahrscheinlich den Anfang vom „Novembernebel, wie damals in Vorarlberg und für die „Freiheit des Wortes“ werde ich versuchen das Kapitel „Die roten Schuhe“ aus dem „Haus“ auf fünf Minuten zu verkürzen.

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