Literaturgefluester

2009-05-15

Gina Kaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:01

Iin den letzten Tagen waren ein paar Kleindetails zu erledigen, ich habe der GAV meinen Veranstaltungsvorschlag für 2010 gemailt.
Die Mittleren – Teil IV, Lesung von Frauen mit Ruth Aspöck, Andrea Stift, Eva Jancak, Susanne Schneider und Cornelia Travnicek, Christa Nebenführ hat mir ja abgesagt, damit ich mir keine Hoffnungen mache, daß sie ihre ästhetischen Kiterien vielleicht doch noch revidiert, wenn sie mich nur oft genug hört. Ich habe mich streng an die Vorlage gehalten, die ich von der letzten GAV-GV im Kopf hatte, 2010 nur mehr eine Veranstaltung pro Person und treue Leser meines Blogs wissen ja, daß ich mich seither sehr mit dieser Frage beschäftigt habe. Natürlich „Tag der Freiheit des Wortes“, aber im Literaturhaus geht es nicht mehr, weil ich da ja keine Kontrolle habe, daß ich die Veranstaltung so machen kann, wie ich will. Natürlich könnte ich Jessica Beer von der Hauptbücherei fragen, aber wenn man immer auf die Nase fällt und den Eindruck hat, daß sich für das was man tut, nicht wirklich jemand interessiert und ohnehin ein bißchen depressv ist, fehlt halt die Kraft, also nur mehr die Frauen Veranstaltung, ein paar Leuten habe ich das auch schon angedeutet.
Magdalena Knapp-Menzel hat mir zurückgemailt, daß sie nicht sicher ist, ob die Beschränkung auch für die großen GAV-Veranstaltungen gilt , sie wird aber Christine Huber fragen und die hat geschrieben, die Beschränkung gilt nur, wenn zuviele Veranstaltungen eingereicht werden und das weiß man noch nicht, aber wenn du mich fragst, ich finde es gut, wenn die Veranstaltung im Sinne der Rotation jemand anderer macht.
Jennifer Witura hat mich zur Feedbackrunde wegen der Margaretner Art eingeladen, die ist am 25. 5, da werde ich in Sizilien sein, also habe ich mein Feedback schriftlich abgegeben, das nächste Mal vielleicht ein Honorar und bitte das Foto mit dem Bezirksvorsteher.
Cornelia Travnicek hat die Aussendung für ihr im August erscheinendes neues Buch „Fütter mich“ gemacht und mir ein Rezensionsexemplar für das Literaturgeflüster versprochen und mit Frau Heidegger bahnt sich ein weiterer Diskurs über das Gratislesen und dem Mist in der Literatur an, das sind ja alles Themen, die mich sehr beschäftigen. Außerdem gabs am Donnerstag eine Veranstaltung im Institut für Wissenschaft und Kunst in der Berggasse 17, das ist gleich neben der berühmten Adresse und das ist eine große Bibliothek und ein kleiner Vortragssaal, wo ich schon im intimen Kreis derselben Stammbesucher die tollsten Symposien und Vorträge über meist nicht mehr sehr bekannte, vergessene Dichterinnen, die in der Nazizeit ins Exil gehen mußten, hörte. Diesmal war Gina Kaus an der Reihe. Ich habe den Namen gekannt und trotzdem wieder verwechselt. Nun ja, ich bin ein bißerl legasthen und habe gedacht, es wäre ein Portrait in dem Buch „Zeitlos“ der Evelyne Polt-Heinzl drinnen, war es aber nicht. Kenne ich ihn halt von woanders und der Vortragsaal war ziemlich leer, als Hildegard Atzinger ihre Diplomarbeit „Gina Kaus -Schriftstellerin und Öffentlichkeit“ vorgestellt hat, eine 1893 geborene Autorin, die in Wien und Berlin gelebt hat und in der Zwischenkriegszeit eine Bestsellerautorin von Unterhaltungsromanen, in der neuen Sachlichkeit, das heißt in einer leicht lesbaren für alle zugänglichen Sprache geschrieben hat. Sie war Kaffeehausliteratin und Besucherin der literarischen Salons und mit Franz Werfel, Karl Kraus, und Robert Musil ect. befreundet. Für eine Novelle hat sie mit vierundzwanzig Jahren den Fontane Preis bekommen, eine Frauenzeitschrift gegründet und dort die Arbeiterfrauen zur Beratung an Ärzte, Anwälte und Psychologen vermittelt. Nach dem Anschluß ist sie in die USA emigiriert, hat dort Filmdrehbücher und ihre Memoiren geschrieben. Inzwischen ist sie vollkommen vergessen, obwohl sie in der Zwischenkriegszeit berühmt war. Eine der anwesenden Damen hat dann noch erzählt, daß man den Memoirenband „Von Wien nach Hollywood“ am Samstag, um einen Euro beim Schottentor kaufen konnte, ein Herr der über Robert Neumann forschte, hatte die passenden Briefe zur Hand und wir standen zu fünft oder sechst noch lang in der Bibliothek bei Rotwein und Kabberkeksen und es war ein interessantes Gespräch über eine vergessene Autorin, die auch auf der Liste der verbotenen Bücher stand, ein intimes Literaturerlebnis.

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