Literaturgefluester

2009-06-10

Buchaussendung und Romane vom Nationalsozialismus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:03

Heute wollte ich eigentlich mit der Anna essen gehen, dann ist aber Ruth Aspöck gekommen, weil ich ihr noch ein Buch wegen meiner Geburtstagslesung geben wollte und sie die damals aktuellen schon hatte.
Sie hat mir auch ein Buch mitgebracht, nämlich „Selbstportrait“ aus der fröhlichen Wohnzimmeredition, wo sich die fröhliche Wohnzimmergemeinde, Freunde und Prominente in dreißig Portraits jeweils mit Text und Bild vorstellen.
Am Nachmittag habe ich meine doppelte Buchaussendung gemacht.
An sich ja leider eine völlig sinnlose Aktion, wenn ich da am Schreibtisch sitze, mit Herzblut schöne Briefe verfasse, die Bücher in Kuverts fülle, auf das Postamt trage und meistens nicht einmal eine Antwort kommt.
So gesehen könnte ich die zweiundzwanzig Euro Porto gleich aus dem Fenster werfen, der Caritas spenden, etc, andererseits die Nationalbibliothek verlangt ein Belegxemplar und verzeichnet die Bücher auch in einen Katalog, der bis nach Leipzig und zu Google kommt, Helmut Schönauer hat sich wieder für Rezensionen angeboten und der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur schicke ich die Bücher eigentlich auch ganz gern und Evelyne Polt-Heinzl antwortet mir auch.
Ansonsten habe ich mich wieder für Lesungen, Rezensionen und eine Sendung im ORF angemeldet und auf das Literaturgeflüster hingewiesen.
Früher habe ich meine Texte sehr oft an Verlage und Literaturzeitschriften herumgeschickt und mich für Preise und Stipendien beworben. Das tue ich jetzt kaum mehr. Dafür habe ich meine Bücher, meine Lesungen und natürlich das Literaturgeflüster.
Am Abend gab es in der alten Schmiede wieder Textvorstellungen zum Thema Nationalsozialismus mit diesmal nur zwei Lesungen, nämlich Uwe Bolius „Hitler von Innen“ und Otto Licha „Geiger“ moderiert von Renate Zuniga.
Ich bin wegen Uwe Bolius hingegangen, den ich schon lange kenne, erstens wohnt er in der Nähe und hat 1989 auch Kerstin Hensel eingeladen, da haben wir uns dann in seiner Wohnung am Margaretenplatz getroffen. Dann war er auch in der GAV, ist von dort wegen der Rushdie-Geschichte aber ausgetreten.
Ich habe mit ihm bei dieser Halbpreisveranstaltung – Schreibwerkplatz in einer sehr leeren alten Schmiede in der Energiewoche im Februar 2004 um siebzehn Uhr gemeinsam gelesen, ich aus der Globalisierungsnovelle, er aus dem Book on Demand „heinrich, hanna, gert“, deshalb habe ich ihn dann eingeladen, als ich 2005, die Veranstaltung „Selbstgemacht, die Literatur neben dem Literaturbetrieb“, im Literaturhaus machte, die Zusammenarbeit war etwas schwierig, weil Uwe Bolius unbedingt wollte, daß ich die Bremer Bod Autorin Hella Streicher einlade.
Er ist aber sicher ein interessanter Mann und hat sich mit der Liebesgeschichte Hitlers zu seiner Nichte Geli Raubal auch ein schwieriges Thema ausgesucht, nämlich den Versuch Hitler als Mensch gerecht zu werden und aus realen Personen eine Fiktion zu machen.
Den zweiten Autor kannte ich nicht, da ging es auch um reale Personen, nämlich um den jüdischen Geigenlehrer, der nach Tanger flüchten konnte, während seine Eltern dem Holocaust zum Opfer fielen. Otto Licha schreibt die Geschichte von der Figur des Vaters aus, der, weil ihm auf der Flucht die Finger abgefroren sind, den Sohn zum Geigenspielen drängt, der darüber in die Psychiatrie kommt oder wie Renate Zuniga in ihrer Einleitung sagte, wie das so ist, wenn Geschichte nicht aufgearbeitet wird, die Neurosen wuchern weiter.
Es war ein beklemmender Abend mit dem Versuch schwierige Fragen zu beantworten, die man wahrscheinlich gar nicht beantworten kann.
Es war sehr voll in der alten Schmiede und die Diskussion interessant, wenn die Beklemmung auch spürbar war.
Frau Bolius hat die Diskussion beendet, indem sie auf die schönen Cover des Limubs-Verlags, die meistens oder immer Häuser zeigen, hinwies.
Erika Kronabitter hat ihre Bücher auch dort, ihr altes und ihr neues, das, wie das von Manfred Chobot, der neben mir gesessen ist, im Herbst erscheinen wird.
Es war ein interessanter Abend und jetzt kann ich mich, da morgen ein Feiertag ist und ich, da Alfred in Italien ist, nicht nach Neuberg an der Mürz zum Ernst Jandl Preis fahren kann, für den Rest der Woche in Schreibklausur begeben.

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