Literaturgefluester

2009-08-03

Halbzeit

Filed under: Uncategorized — jancak @ 14:26

Schon ist er da, der zweite Monat des Sommers und der Sommerfrische. Durch die Sommerakademie und die zehn Tage in der hohen Tatra ist der Juli so schnell vergangen, daß sich der Rhythmus mit den fünf Tagen auf dem Land nach den zwei Praxistagen gar nicht so recht einspielen konnte.
Obwohl ich meine Radrunden inzwischen fast vollzählig absolviert und den Juli auch damit zugebracht habe, regelmäßig Ruth Aspöck anzurufen, um mit ihr ein Treffen in St. Pölten auszumachen, da sie in diesem durch ihren Freund Robert Egelhofer, den sie bei ihrer Verlagsabschlußradreise 2007 kennenlernte, öfter ist.
Am Samstag ist das endlich gelungen. Die beiden sind am Nachmittag kurz aufgetaucht, bevor sie nach Melk abgefahren sind, um sich dort die Sommerfestspiele „Krieg und Frieden“ anzusehen.
Alfred wollte am Wochenende eigentlich auf den Hochschwab gehen, da man in dem neuen Schiestlhaus im Sommer aber monatelang vorher reservieren muß, haben wir am Sonntag auf eine Traisen-Donauradtour umdisponiert, denn das wollte ich ja gern, von Harland an Traisen und Donau bis Hollenburg und von dort über Nußdorf wieder zurückfahren. Da der Alfred am nächsten Sonntag Geburtstag hat, hätte sich auch ein Mittagessen bei der berühmten Liesl Wagner-Bacher in Mautern angeboten, aber die Männer zieren sich allesamt, sich feiern zu lassen und so hat der Alfred auf eine Fahrt nach Melk und von dort mit dem Zug zurück bestanden, mit einem Zwischenstop in Schwallenbach, um die Gabi zu besuchen, der Ruths Radkarawane so gut gefallen hat, daß sie von Bamberg noch zurückgeradelt ist und sich in Schwallenbach ein Haus kaufte.
Und die Wachauer Marillen, die vom Baum herabgefallenen, auf der Straße liegenden, bieten sich auch an, obwohl die Fahrt mit ihren achtzig Kilometern schon sehr weit ist und heiß war es auch. Im Melker Bahnhof haben wir allerdings eine Seniorenrunde getroffen, die sich austauschte, ob sie nun 83,4 oder 84,1 Kilometer gefahren sind?
Jetzt bin ich wieder in Wien, habe mir ein Treffen mit meiner Cousine Irmi für nächste Woche ausgemacht, mich für eine dieser Gratisfahrten nach Bratislava, wo ich angeblich schon fünftausend Euro und sieben Kilogramm feinste Delikatessen gewonnen habe, angemeldet und will heute zum ersten Mal in dieser Saison auf den Rathausplatz zum Filmfestival gehen.
Das heißt, ich war schon einmal dort, aber da hat es erstens geregnet und zweitens gab es ein Popkonzert, so daß ich gegangen bin, nachdem ich eine meiner Szenen geschrieben habe. Heute gibt es „Carmen“, vielleicht hält das Wetter durch.
Was gibt es sonst? In Salzburg, die Festspiele, da befindet sich offenbar Julia Kröhn, die Linzerin, die in Frankfurt lebt und sehr erfolgreich und engagiert historische Romane mit mehreren Identitäten und Pseudonymen schreibt. Den Sinn von Pseudonymen verstehe ich zwar nicht ganz, außer, daß es sich um Verlagsstrategien handelt, aber ich lese ihren Blog www.juliakroehn.at ganz gern und es hat ja auch Daniel Kehlmann vorige Woche, wie ich lesen konnte, als wir von der hohen Tatra zurückgekommen sind, die Festspiele mit einer sehr umstrittenen Rede eröffnet.
Die habe ich mir ausgedruckt. Er stellt sich gegen das Regietheater und dagegen, daß die Regisseure alles verändern und neue Stücke daraus machen, mit Bezügen, die gar nicht hingehören.
Das ist interessant, denn ich habe als Studentin, als ich noch einmal in der Woche in die Oper und auch ins Theater gegangen bin, in eine Mappe mit einem schönen Büchereinband Artikel mit der Hand geschrieben, die sich für die Werktreue und gegen das Verändern des Textes richteten.
Damals war ich ziemlich allein mit dieser Ansicht. Jetzt kann ich das in Ö1 und bei Otto Brusatti öfter hören, was Hoffnung gibt, vielleicht doch irgendwann einmal gehört zu werden und bei der Kehlmann Rede war interessant, daß er meinte, daß die Intellektuellen, die Bücher lesen und sich für Kunst interessieren, aus diesen Grund nicht in Theater gehen und ich habe gedacht „Stimmt, das ist der Grund, warum ich zwar viel lese, aber kaum Theateraufführungen besuche und auch von Dramatik, sowohl aktiv als auch passiv nicht viel halte!“
Auf was man alles kommen kann.
Ansonsten lese ich in Wien immer noch Per Olov Enquist „Der Sekundant“ und in Harland „Fritz Habecks „Der Ritt auf dem Tiger“ und Walter Bacos „Blockroman“ hat sich inzwischen erweitert.
Er hat meinen Kapitelvorschlag zwar nicht genommen, es gibt aber ein paar weitere, so daß ich, wenn mir beim Korrigieren fad wird, wieder einen Versuch machen kann.
Ja und der Schreibtintenwettbewerb der Schreibwerkstatt ist abgelaufen und Lillyberrys Geburtstagsbuch noch immer nicht gekommen.

Werbeanzeigen

Schreibe einen Kommentar »

Es gibt noch keine Kommentare.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: