Literaturgefluester

2009-08-11

Aktueller Korrigierbericht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:22

Nach zwei Praxistagen, einem Restaurant-Besuch mit Alfred und Anna im „Nordpol“, um Alfreds Geburtstag zu feiern und einem Besuch bei meiner Cousine Irmi in ihrer neuen Wohnung, wo ich anschließend bei der „Buchlandung“ im Columbus-Center, in dem es die 2.95 Suhrkamp-Taschenbücher um einen Euro gab, wenn man fünf kaufte und ich nicht umhinkam, mir Rainald Goetzs „Abfall für alle“, Hans-Ulrich Treichels „Tristanakkord“, Christoph Heins „Von allem Anfang an“ Evelyn Grills „Winterquartier“ und Erica Pedrettis „Valerie oder Das unerzogene Auge“ zu besorgen, wann ich das wohl lesen werde? – gibts wieder den aktuellen Korrigierbericht meines momentanen Work in Progress.
Da habe ich das Ganze jetzt bis zur Seite 99 bzw. bis zu Szene 70 durchkorrigiert.
Ein paar Seiten und eine Szene sind weggefallen und ich beschäftige mich gerade mit der Frage, wie lange es wohl dauert, bis Valeries Karte vom Brandenburger Tor in Wien bei ihren Kindern, beziehungsweise Emilie Baum ankommt?
Da war ich wieder mal zu ungeduldig und zu schnell unterwegs, denn wie pflegt der umgeschulte Sicherheitsmann launig seinen Freunden und der Mutter zu versichern: „Nur nicht gleich, nicht auf der Stell, denn bei der Post ….“
Ansonsten gilt, mit der ersten Hälfte, die ich schon ein paar Mal durchgesehen habe, bin ich einverstanden, der Teil, den ich bisher nur hingeschrieben hatte, klingt noch ein bißchen holprig und da es 117 Seiten werden, sind auch ein paar Fehler, wie z.B. die Farbe und das Muster von Valeries Morgenmantel anzugleichen und ich habe zu entscheiden, ob Sophie Hungers Wohnung einen Balkon hat oder nicht.
Zirka zwanzig Seiten und zehn Szenen sind noch durchzukorrigieren, das werde ich morgen und übermorgen in Harland machen.
Dann ist es gut, mit einem Notizbuch an die Traisen oder sonst wohin zu gehen und zu schauen, was noch fehlt, was dazu kommen soll, was letztendlich noch zu ändern ist?
Bis jetzt kann mich immer noch der Kritikpunkt treffen, daß das Ganze zu einfach strukturiert und mehr ein Kinderbuch ist. Eine „Verwinklerung“ der Sprache wäre gut und schwebt mir irgendwie auch vor, was immer das auch ist und daraus werden kann?
Und, was das Argument betrifft, daß nicht viel bei mir passiert bzw. sich der Leser bei der Lektüre etwas Außergewöhnliches erwarten darf und sich nicht mit dem, was er kennt und seinem banalen Alltagsleben beschäftigen will, hätte ich mit der Messie-Problematik ja einiges anzubieten, was aktuell und wichtig ist, ich müßte es nur so hinüberbringen, daß es bemerkt und angenommen wird.
Das sind so einige Fragen, die der eifrigen Schreiberin beim Korrigieren durch den Kopf gingen und deren Beantwortung, bzw. Ausformulierung noch offen sind.
Sicher spannend zu beobachten, ob und wie es mir gelingt.
Denn bis jetzt habe ich noch nicht wirklich viel verändert. Ich werde aber davon berichten. Und habe jetzt schon wieder die ersten Ideen für etwas Neues in meinem Kopf, bzw. meinem kleinen roten Buch aufnotiert und heute Mittag die „Tag für Tag“ – Sendung mit Peter Henisch über sein neues Buch „Der verwirrte Messias“ versäumt.
Aber macht ja nichts, Peter Henisch kommt zu „Rund um die Burg“ und wird, wie ich gerade auf seiner Homepage gesehen habe, auch in der alten Schmiede lesen.

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12 Kommentare »

  1. Was ich schon lang fragen wollte, wieso heißt Ihre Hauptfigur, wie eine bekannte Schweizer Musikerin?

    Kommentar von Maria Heidegger — 2009-08-12 @ 15:10 | Antwort

  2. Das ist Zufall und hat nichts mit der Musikerin zu tun.
    Der Name gefällt mir einfach und passt auch zu dem Text. Ich habe zwar schon überlegt, ob ich es ändern sollte.
    Am Anfang wollte ich auch Sophie Hunge nehmen. Klingt aber nicht so gut. Was würden Sie vorschlagen? Amalie Hunger, Marie Hunger, klingt irgendwie nicht so und jetzt habe ich auch das Wort „Krisenwelt“ im Titel und Hunger passt zur Krise und es wird vermutlich immer jemanden geben, der so heißt, wie seine Romanfiguren.
    Aber das ist eine spannende Frage über die man sicher diskutieren kann.

    Kommentar von jancak — 2009-08-12 @ 15:51 | Antwort

  3. Wenn ich mir eine Meinung erlauben darf und weil Sie ja gefragt haben, ich finde sprechende Namen sowieso ein bisschen platt. Warum darf die arme Frau nicht Sewczik heißen oder Gruber oder Hinterstoisser?
    Mein Mann ruft gerade: „Leitner!“ Also vielleicht Leitner.

    Kommentar von Maria Heidegger — 2009-08-12 @ 20:25 | Antwort

  4. Vielen Dank, aber da gibt es eine Marianne Gruber, die leitet die Gesellschaft für Literatur, eine Judith Gruber-Rizy, eine österreichische Autorin, eine Sabine Gruber, die das ebenfalls ist und und, Sie sehen wir kommen aus dem Problem nicht heraus.
    Aber ich habe gerade einen neuen Artikel dazu geschrieben, weil ich schon eine Erzählung mit dem klingenden Titel „Der verrückte Traum der Thea Leitner“ habe und mir dann alle erklärten, daß sie die kennen.
    Leitner geht also ebenfalls nicht!
    Aber wollen Sie das Buch, es gibt noch ein paar Exemplare?
    Wenn Sie vielleicht auf das Volksstimmefest oder zu meinen anderen Septemberlesungen kommen, ich habe Ihnen ja zu meinem Bloggeburtstag ein Buch versprochen.

    Kommentar von jancak — 2009-08-12 @ 21:49 | Antwort

  5. Ja, aber die kennt ja niemand! Da macht es doch nichts! Sophie Hunger ist ein sehr ausgefallener Name, da macht es etwas, wenn es eine Prominente gleichen Namens gibt, aber Sabine Gruber oder Marianne Gruber sind Allerweltsnamen, die man durchaus verwenden darf! Wenn Sie eine Figur Mick Jagger nennen werden Sie auch Probleme haben, das zu erklären, aber wenn die Figur Judith Gruber heißt macht das nichts, weil die Frau ja einer breiteren Öffentlichkeit unbekannt ist.

    Ein neuer Vorschlag, Annette Wildgruber. Oder Magda Lehner. Oder Sofie Schmatz. Oder Sophie Essen. Oder Gerlinde Herlicek. Es gibt so viele schöne Namen.

    Zum Volksstimmefest gehe ich nicht, da laufen so viele langhaarige ungewaschene Männer rum. Aber danke!

    Kommentar von Maria Heidegger — 2009-08-13 @ 11:41 | Antwort

  6. Vielen Dank für Ihre Vorschläge, aber es wird eine Marie Hunger werden und was Ihre interessanten Vorurteile bezüglich des Volksstimmefestes betrifft, es gibt dort sicher auch gewaschene, kurzhaarige Frauen und das Fest ist meiner Meinung nach, immer sehr schön.

    Kommentar von Eva Jancak — 2009-08-13 @ 16:57 | Antwort

  7. Ja, sicher, entschuldigen Sie, ich wollte niemanden beleidigen. Ich habe nur gemeint, dass man beim Volksstimmefest eben auch auf Menschen trifft, die sich gerade im Hervorkehren schlechter Manieren „progressiv“ fühlen und das mag ich nicht. Natürlich haben nicht alle Männer dort lange Haare und sind ungewaschen. Aber mehr als bei einem durchschnittlichen Fußballspiel oder im Theater oder auch beim Maiaufmarsch.

    Marie Hunger ist zwar auch ein platter Name aber wenigstens gibt es da keine Berühmtheit. Warum müssen es immer diese schrecklichen sprechenden Namen sein? Das ist doch Holzhammermethode!

    Entschuldigen Sie, vielleicht bin ich überkritisch und mir steht das nicht zu, aber ich finde es ist meine Meinung.

    In aller Freundschaft Ihre Maria

    Kommentar von Maria Heidegger — 2009-08-14 @ 10:33 | Antwort

  8. Tut mir leid, aber mir gefallen diese Namen, die Sie als schrecklich sprechend platt bezeichnen, ich habe allerdings, als ich heute nach Bratislava gefahren bin, auch über die „Sophie Essen“ nachgedacht, was ja Ihr Vorschlag wäre.
    Also lassen Sie sich überraschen! Ich habe mich noch nicht festgelegt.
    Und entschuldigen Sie sich nicht immer, wenn Sie provozierende Feststellungen machen, lassen Sie sie oder stehen Sie dazu!
    Alles Liebe
    Eva Jancak

    Kommentar von Eva Jancak — 2009-08-14 @ 19:56 | Antwort

  9. Aber Sophie Essen war doch auch ein Witz! Das ist ja auch so ein furchtbarer Name!

    Ich habe eine Frage, Sie lesen doch viel. Wieso, glauben Sie, gibt es in den Büchern berühmter oder wenigstens erfolgreicher Autorinnen und Autoren so gut, wie niemals solche sprechenden Namen? Genau, weil diese, freundlich ausgedrückt, kein allzu subtiles Stilmittel sind. Sie schreiben seit 26 Jahren, was eine anerkennenswerte Leistung ist, aber das muss Sie doch nicht daran hindern, einen falschen Weg zu verlassen und vielleicht bringt es auch mehr Erfolg?!

    Und noch eine Frage, Sie sagen Sie lesen Schreibratgeber und so, wieso lesen Sie nicht einfach aufmerksam die Literatur großer Meister? Das müßte doch am meisten helfen oder? Ich meine wenn ich Musikerin werden will, höre ich viel Mozart oder viel Beatles, aber ich lese nicht nur Bücher übers Musikerwerden und höre dazu die fidelen Alpenkrainer im Radio!

    Ihre Maria

    Kommentar von Maria Heidegger — 2009-08-15 @ 10:07 | Antwort

  10. Ist das so? Ich denke eigentlich schon, daß schöne Namen wichtig sind und vor allem müßen sie mir gefallen, das ist mein Hauptkriterium.
    Ansonsten schreibe ich schon länger, nämlich seit 1973 mit literarischen Anspruch und sonst natürlich seit Schulbeginn, das war 1960 und Frage zwei, das tu ich, glaube ich und auch die Schreibratgeber, die es seit kurzem gibt, weil ich sie interessant finde, aber ganz ehrlich, wenn man so lange schreibt, dann kann man es schon, aber die Literatur interessiert mich einfach sehr in allen ihren Facetten und überhaupt denke ich, daß man sich gar nicht so an Dogmen halten muß.
    Sonst habe ich jetzt eine Lösung, um bei der Sophie und auch dem Hunger zu verbleiben und der Frage auszuweichen, was das mit der Musikerin zu tun hat?
    Freuen Sie sich, ganz so sprechend ist es nicht, also müßte ich in Ihrem Sinn damit Anerkennung in der Literaturgeschichte finden!
    Lassen wir uns überraschen und interessieren Sie sich weiter für die Literatur, das ist wichtig und schön!

    Kommentar von Eva Jancak — 2009-08-15 @ 19:06 | Antwort

  11. Dass man etwas kann, nur weil man es lange macht, stimmt einfach nicht. Ich will nicht in Abrede stellen oder in Zweifel ziehen, dass Sie schreiben können, darum geht es jetzt nicht, aber das Argument, man macht es schon so lange, also kann man es, ist absurd. Es gibt Köchinnen, die es nie lernen, so wie es eben auch Künstler gibt. Der interessierte und fleißige Dilettant ist doch ein stehender Begriff, das müssen Sie doch wissen!
    Was an den sprechenden Namen „schön“ ist, ist natürlich Geschmackssache, aber Sie haben meine Frage nicht beantwortet, fällt Ihnen nicht auf, dass die großen Meister, keine solchen Namen verwenden? Es gibt Menschen, die auch nach 50 Jahren, das Wesen einer Sache noch nicht verstanden haben. Sprechende Namen sind platt! Und schauen Sie, Sie machen auch nach Jahrzehnten noch viele viele Rechtschreibfehler (so wie ich auch!), Sie haben also rechtschreiben noch immer nicht gelernt – ist das nicht ein Argument für meine These und gegen Ihre?

    Kommentar von Maria Heidegger — 2009-08-15 @ 20:19 | Antwort

  12. Liebe Frau Heidegger, das ist eine Definitionsfrage, daher brauchen wir nicht darüber streiten, denn es wird nichts dabei herauskommen, weil wir eben manches unterschiedlich sehen.
    Daß die großen Meister keine sprechenden Namen verwenden, ist mir noch nicht aufgefallen und ich glaube, es stimmt auch nicht.
    Schauen Sie doch einmal bei Johann Nestroy, Franzobel, Johann Wolfgang von Goethe oder schlicht bei Google nach.
    Aber wenn Sie solche Namen nicht mögen, werden Sie in Ihren Texten andere nehmen und das mit der Rechtschreibung ist auch so eine Frage.
    Manches will man vielleicht nicht lernen. Anderes schon, daher vielen Dank für Ihre Anregung!
    Für mich gilt das Bemühen, wenn ich eine Sache als gut bewerte, Sie sehen das eben anders.
    Mit dem Überkritisieren habe ich überhaupt meine Schwierigkeiten, denn natürlich kann man wahrscheinlich immer sagen, das ist nicht gut genug, da ist ein Beistrichfehler, aber wem bringt das was?

    Kommentar von Eva Jancak — 2009-08-15 @ 20:32 | Antwort


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