Literaturgefluester

2009-08-26

Dreck an der Traisen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:27

Alle unter Siebenundzwanzigjährigen, die ja noch bis 30. August bei Schreibbar 09 über die Events des Sommers schreiben und insgesamt 900 Euro gewinnen können, hatten in der vorigen Woche, Gelegenheit dazu, denn da gab es in St. Pölten die „Frequency“ und da bin ich am Donnerstag an der Traisen durchgefahren, bzw. habe ich mein Rad an der Security vorbei durch das Eingangsgitter geschoben, lange hinter einem Polizeiauto, das auch sehr langsam fahren mußte, da von allen Seiten hunderte Jugendliche herbeiströmten, die Bierkisten schleppten, ihre Zelte auf der Wiese hatten, vor diesen und in der Traisen auf Campingstühlen saßen, viele mit Papptäfelchen in der Hand, mit der sie die Radschieberin mit „hot hot!“ anfeuerten!
Man hörte Englisch und deutsches Deutsch „Ihr Österreicher sagt auch halb vier?“ und am Abend war es bei geschlossenem Fenster, sieben Kilometer weiter, sehr laut.
Am Freitag sind wir zum Glück mit Alfreds Wandergruppe in das Dachsteingebiet und zum Gosaukamm gefahren, als wir Sonntag Abend zurückkamen, waren die Zelte weg und am Montag auf dem Wiener Rathausplatz las ich in „Heute“ oder „Österreich“, welch ein Erfolg, das Festival zu dem Zigtausende an die Traisen stürmten, geworden ist und sich der Bürgermeister freute, der am liebsten jedem Besucher einen Meldezettel überreicht hätte.
Als ich heute zu meiner Longlistlesebuch-Recherche an der Traisen nach St. Pölten fuhr, war der Dreck noch da.
Hunderte von Müllsäcken, Bierdosen und auch kaputte Zelte, sowie eine Zahnbürste auf Weg und Wiesen, beim Bootshaus wird schon geräumt, nach dem Steg sind die Säcke bereits zusammengepackt, dazwischen schauts noch schmutzig aus und die einsamen Männer fischen sich ihre vollen Bierdosen aus dem Müll. Die achtzig Reinigungskräfte, die derzeit an der Traisen putzen, kosten der Stadt kein Geld, kann man in der Gratiszeitung lesen und bei meiner Buchrecherche war ich wieder erfolglos.
Nämlich bei „Schubert“ freundlich, bei „Thalia“ weniger, Fazit: „Wir wissen nicht, haben nicht und interessieren uns auch nicht dafür!“ und das Besondere an der Geschichte ist, daß ich mir das, was wahrscheinlich in dem Promotion Büchlein steht, leicht und locker im Internet besorgen kann.
Bei libreka.de kann ich es mir gratis herunterladen und www.zintzen.org hat auch eine sehr schöne Textzusammenstellung, nur lese ich Buchauszüge halt nicht gerne über den Computer, was wieder eins zu null für das Buch, bei der Debatte Buch oder Internet, spricht und dann frage ich mich natürlich, wieso gibts überhaupt ein Lesebuch, wenn außer mir keiner davon weiß und es haben will?
Nun gut, es ist noch Sommer und ich möchte meinen Lesern Interessantes über das Lesen und das Schreiben bieten.
Ansonsten ist Cornelia Travnicek von ihrer Skandinavienreise zurückgekommen und promotet ihr neues Buch „Fütter mich“. Da warte ich auch auf das Rezensionsexemplar, mal sehen, ob es kommt und wie Cornelia Travnicek warte auch ich nicht gerne und muß es trotzdem ununterbrochen tun.
Zum Beispiel auf die Entscheidung bezüglich „Traumtintenwettbewerb“, da bin ich auch schon ganz gespannt, was aus diesem ersten Schreibwerkstattwettbewerb geworden ist?
Ansonsten war es eine schöne Sommerfrische, mit einigen interessanten Ereignissen und vielen Artikeln und ich habe mich jetzt doch entschlossen, obwohl nächste Woche noch Ferien sind, am Dienstag in Wien zu bleiben, denn da gibts am Mittwoch die Präsentation von Antonio Fians neuem Buch zum Thema „Schlaf“ und am Donnerstag die Abschlußveranstaltung der Podium Sommerreihe in der alten Schmiede mit Susanne Ayoub und Erika Kronabitter und da ich schon ein Monat bei keiner literarischen Veranstaltung mehr war, lockt das natürlich sehr.
Zu lesen habe ich gerade Erich Loest „Der elfte Mann“ begonnen, das will ich noch besprechen, bevor ich mich in die neue Saison begebe.
Ja und bei „Thalia“ in der Kremsergasse liegt ein Gratisleseheft zu den Büchern von Susan Elizabeth Phillips genannt SEP zu ihren Büchern, ihren Lieblingsrezepten, samt einer exclusiven Kurzgeschichte auf, was auch bezeichnend ist.

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1 Kommentar »

  1. Liebe Frau Jancak,

    soweit ich weiß wurden die Rezensionsexemplare noch nicht an meine weitergereichte Adressenliste verschickt, ich hoffe sehr, dass es bald passiert. Allerdings ist, wie sie selbst sagten, eben noch Sommer und auch Verlagsleute machen einmal Urlaub.

    Mit den besten Grüßen
    Cornelia Travnicek

    Kommentar von Cornelia Travnicek — 2009-08-26 @ 16:38 | Antwort


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