Literaturgefluester

2009-09-29

Waltraud Haas und Robert Prosser

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:51

In der Gesellschaft für Literatur wurden heute zwei Bücher aus dem Klever Verlag vorgestellt, einem der interessantesten Verlage über die man diesen Herbst berichten kann, wie Manfred Müller bei der Einleitung lobte, nämlich Waltraud Haas „Zwerchfellgewitter“ und Robert Prossers “ Strom – Ausufernde Prosa“.
Ein Abend auf dem ich mich schon freute, hat Waltraud Haas ja bei der Poet Night aus ihrem neuen Buch gelesen und sie ist eine stille Autorin, die ich sehr lange kenne und auch immer wieder bei Lesungen, sie kommt auch zu den von mir organisierten, sehe, die durch ihre knappen, dichten Texte auffällt, die sie immer wieder in den kleinen bis mittelgroßen österreichischen Verlagen herausbringt. So „Weiße Wut“ bei Wespennest, „Run&Run“ bei Deuticke und jetzt bei Klever, dem kleinen neuen Verlag, den es seit ca einem Jahr gibt und den Ralph Klever gegründet hat, der vorher fünfzehn Jahre, Lektor beim Ritter Verlag gewesen ist, das ein Hinweis für Frau Heidegger und andere, die Waltraud Haas noch nicht kennen, die 1951 in Hainburg geboren wurde und seit den Siebzigerjahren in Wien lebt.
In dieser Zeit habe ich sie kennengelernt, als ich im Arbeitskreis schreibender Frauen war und sie im Umfeld der Frischfleisch und Löwenmaul Literaturgruppe bei der wir ja unser Arbeitskreis Buch „Gewalt gegen Frauen – Frauen gegen Gewalt“ aus dem dann nichts wurde, herausgeben wollten.
Als ich mit dem Arbeitskreis das erste Mal am Volksstimmefest gelesen habe, habe ich sie dort getroffen und wir haben uns beide bestätigt, wie aufgeregt wir waren, heute war sie in der Gesellschaft für Literatur und schon auf dem Weg dorthin, habe ich vertraute GAV-Gesichter getroffen. Heide Heide und Karin Jahn zum Beispiel.
Der zweite Leser Robert Prosser war wieder ein sehr junger Mann, 1983 im Tiroler Alpmassiv geboren und von seinem „Strom – ausufernde Prosa“, habe ich schon vor ein paar Tagen auf Cornelia Travniceks Blog gehört, weil sie mit ihm und Clemens Setz von der Zeitschrift Buchkultur für die Österreich Schwerpunkt Nummer interviewt wurde und dort auch auf das Cover kommen.
So war auch Nils Jensen im Publikum, der in den Achtzigerjahren bei Frischfleisch und Löwenmaul war, Gustav Ernst und noch einige andere, die zu Waltraud Haas Fankreis gehören. Robert Prosser hat dafür sein junges Publikum mitgebracht und so war es in der Gesellschaft für Literatur sehr voll.
Markus Köhle und Nikolaus Scheibner habe ich auch noch gesehen. Manfred Müller hat auf Ähnlichkeiten der sehr verschiedenen Texte hingewiesen. Waltraud Haas Gedichte knapp und dicht, musikalisch philosophisch, Gustav Ernst hat heftig widersprochen.
Waltraud Haas bestätigte, daß sie sehr viel streicht und reduziert, bis sie damit zufrieden ist. „Meine Gedichte finden zu mir“.
Und Robert Prosser, der von der Graffitiszene kommt, ausufernd und wortgewaltig, ein einziger Monolog von Ereignissen aus seiner Kindheit, seinen Reisen, ect in Poetry Slam Manier kraftvoll vorgetragen, worauf sich dann die Diskussion entwickelte, ob man diese Texte überhaupt selber lesen kann oder sie sich von Schauspielerstimmen vortragen lassen soll. Manfred Müller hat jedenfalls einen komplett anderen Text gehört, wie er betonte. Ich habe viel gefragt, weil mich der Text und der Vortrag etwas ratlos machte, es ist aber sicher eine starke Stimme und ein starkes Talent. Gustav Ernst hat sich ebenfalls sehr intensiv in die Diskussion eingebracht und auf die Sorgfalt und die Montagetechnik des Textes hingewiesen, der nicht einfach heruntergeschrieben wurde. Es war also eine starke Textzusammenstellung und ein sehr interessanter Kontrast.
Leider bin ich heute gleich von der Netzwerk-Psychotherapieveranstaltung und der Supervision, die ich hatte, in die Herrengasse gegangen, so daß ich mich bei Gustav Ernst nicht für das Kolik Heft mit den Gerstl Texten, das er mir schon geschickt hat, bedanken konnte. Waltraud Haas hat auch drei ihrer Gedichte drinnen und ich bin am Heimweg noch ein Stück mit einer Frau gegangen, die Waltraud Haas über den Komponisten Ernst Kölz kennt, die mir erzählte, daß er krank ist, am Montag aber ein Ehrenzeichen oder eine Auszeichnung vom BUMUK erhält.

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1 Kommentar »

  1. schöner bericht (ich hab mir erlaubt, ihn von meinem blog aus zu verlinken)
    bin ebenfalls als haas-fan gekommen, aber durchaus angetan von der mischung gegangen. mit ausnahme von ein paar glanzlichtern (sie erwähnen ja gustav ernst) fand ich die stimmung bei der diskussion allerdings teilweise fast feindselig – schade…
    lg unbekannterweise, cornelia hülmbauer

    Kommentar von consens — 2009-10-04 @ 23:03 | Antwort


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