Literaturgefluester

2009-09-14

Ich bin ein Hügel

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:01

Ein Bericht über Friederike Kretzens „Ich bin ein Hügel“, eines meiner Ein-Euro-Buchlandungsbücher, mit dem ich gerade fertiggeworden bin. Rezension, Besprechung, Leseeindruck?
Da gibt es ja ein Buch des Literaturwissenschaftlers Stephan Pomolka „Kritiken schreiben“, das Leselustfrust gelesen hat und daran hat sich eine rege Diskussion entfacht, was Blogger eigentlich schreiben?
Ich bin darauf gekommen, daß ich meine Besprechungen zwar Rezensionen nenne, weil das kompetent klingt, sie aber als spontan subjektive Leseeindrücke verstehe. Wo ich leicht und locker über das Gelesene darüberflüstern will. Berufskritikerin bin ich ja keine.
Wohl kann aber die Autorin aus den Büchern anderer für ihr Schreiben lernen und soll sie solcherart lesen und da eignet sich „Ich bin ein Hügel“ auch bestens.
Ist die 1956 in Leverkusen geborene Friederike Kretzen, die Soziologie und Ethnologie studierte, während ihres Studiums eine Theatergruppe aufbaute und später Regieassistentin und Dramaturgin war, ja seit einigen Jahren Tutorin beim Klagenfurter Literaturkurs.
Das 1998 erschienene Buch, ich habe die dtv-Ausgabe von 2001, die Bezeichnung Roman, fällt mir etwas schwer, ist die Pubertätsgeschichte eines dicken Kindes von armen Eltern, das in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, eine höhere Töchterschule einer westdeutschen Chemiemetropole besucht. Eines dicken und unansehnlichen Mädchens, dessen Vater an Tuberkulose leidet, weil ihm zehn Jahre nach dem Krieg eine Kugel aus der Schulter herausgewachsen ist, so daß eine Lungenfunktion stillgelegt werden mußte.
Deshalb stehen am Speicher nicht nur die Koffer mit den hellgrünen Bettüchern, die zur Aussteuer der Mutter gehören, sondern auch die väterlichen Röntgenaufnahmen mit den schwarzen Löchern und während die Ich-Erzählerin die Aufmerksamkeit der Mutter sucht, weil die nur Zeit für das Füttern des Papageis hat, wünscht sie sich, daß ihr jemand sagen würde, sie sei sehr nett!
Sie wäre auch gern in einem Internat und würde reiten lernen oder, wie Hanni und Nanni aus ihren Mädchenbüchern, Tee trinken und Sardellenbrötchen essen.
Besucht aber, wie bereits erwähnt, die höhere Schule für Frauenbildung, wo sie Französisch, Kochen, Fechten und Handarbeiten lernt und sich ziemlich einsam unter den Ärztetöchtern mit dem Mathematiklehrer Schreck, der einmal Offizier gewesen ist „Später meine Damen könnt ihr eure Rechenaufgaben euren Männern überlassen, jetzt versuchen Sie es selber!“ und der Deutschlehrerin, die ihre Gedichtinterpretationen übertrieben findet, herumquält, während die Griechin Vicki „Ein Schiff wird kommen!“, singt, der Sinn der Mondfahrt zu begründen ist und Lex Barker in den Winnetou-Filmen brilliert.
Die Cousine hat ein paar uneheliche Kinder, die Mutter passt auf sie auf und die älter gewordene Heldin kämpft für ein Jugendzentrum, bringt in den Theater der Jugend-Aufführungen Bruno Ganz zur Verzweiflung, weil der als Prinz von Homburg sein eigenes Grab ausheben soll und kommt auch mit Trotzkisten in Berührung.
Trotz dieser Realität wird das einfühlsame Protokoll einer weiblichen Jugend von Märchenbildern begleitet, das Pferd Fallada erscheint beispielsweise, während die Namenlose mit Freund Bernhard den damaligen Kultfilm „Panzerkreuzer Potemkin“ anschauen geht.
Die Mutter ist ein Berg, der Vater ebenso, sie selber bekanntlich ein Hügel, dick und unansehnlich und am Ende stirbt der Vater, so daß sich die Hügel zu kleinen Fischen transformieren, die schon früher eine Rolle spielten.
Ein sehr poetischer Prosatext, in einer metaphernreichen Sprache, die manchmal etwas ganz Normales erzählt. Eine deutsche Nachkriegsjugend zwischen Weltkriegstraumen und 1968. Ein einziger Ich-Monolog, zu Klagenfurt sehr passend.
„Verblüffende Bilder, ungewöhnliche Metaphern, schräge Pointen und damit zugleich vor unseren Augen ein merk-würdiger Erfahrungsbericht des kleinbürgerlichen Alltags in Westdeutschland“, hat Birgit Schwaner, die ebenfalls sehr poetische Autorenkollegin, in der Wiener Zeitung geschrieben.
Die realistische Schreiberin tut sich bekannterweise nicht ganz leicht damit, trotzdem hatten die schönen Worte ihre Wirkung und das kleinbürgerliche Nachkriegsleben ist sehr dicht herausgekommen. Am Anfang hat die Psychologin zwar die Schilderung einer Eßstörung erwartet, bis sie begriffen hat, daß es hier um etwas anderes geht.

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2009-09-13

Poet Night

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:55
Eva Jancak

Eva Jancak

Werner J. Grüner

Werner J. Grüner

Gestern das literarische Underground- und Kleinkunstereignis, das unter Ausschluß der Öffentlichkeit, seit 2000 oder 2001, würde ich einmal schätzen, jährlich an einem Freitag oder Samstag Nachmittag, um vier Uhr im Kulturcafe Siebenstern, in der Siebensterngasse, beginnt, wo nur von ein paar kurzen Pausen unterbrochen, an die sechzig Autorinnen und Autoren, die alle aus dem Lesetheater kommen, neun Minuten eigene Texte lesen.
Das ist immer eine bunte Mischung und intereressant, denn da ich jedes Mal mehr oder weniger lang dort war und mir seit einigen Jahren zu den Texten und den Autoren Anmerkungen mache, habe ich schon einige Talente entdeckt, die ich später in anderen Rahmen wieder getroffen habe.
Susanne Toth vielleicht, die heuer bei dieser Lex Liszt Gala im Literaturhaus gelesen hat. Dagmar Fischer, auch eine ehemalige Lehrerin von der Anna, Christian Katt, der sich für den 2001 verstorbenen Christian Loidl sehr engagierte und vor einigen Jahren ein paar Gedenkveranstaltungen im Literaturhaus machte, GAV- Mitglied ist und schon einige Bücher hat.
Dann gibt es die stillen poetischen Talente, wie Christoph Vivenz, den ich jährlich bei der Poet Night höre, keine Ahnung, was er sonst noch macht und von seinen eindrucksvollen Texten jedesmal beeindruckt bin.
Und natürlich die Bekannten. Die Arbeitskreis- und Lesefrauen, zum Beispiel, mit denen ich zum Lesetheater gekommen bin. Elfriede Haslehner, Judith Gruber-Rizy, Hilde Langthaler, Hilde Schmölzer, Anita C. Schaub ….
Anitia C. Schaub, die Kärntner Feministin, Psychagogoin und Germanistin, die uns 2002 nach der von Rolf Schwendter organisierten Tag der Freiheit des Wortes angesprochen hat, ob wir nicht eine Frauenuntergruppe des Lesetheaters machen wollen, dann das Buch „FrauenSchreiben“ mit siebzehn Autorinnenportraits, Gerstl, Jelinek, Langthaler, Haslehner, Nebenführ, Mayröcker, Neuwirth, Hammerl, Jancak …, 2004 herausgebracht hat.
Die Frauenlesegruppe im Wiener Lesetheater war heftig umstritten, mußte sich umbenennen und Anita C. Schaub ist bald, was ich sehr schade finde, von dort ausgestiegen, macht aber alleine weiter und liest seit einigen Jahren bei der Poet Night.
Jetzt gibts ein Buch mit dem Namen „Fremdenzimmer“, das bei Arovell erschienen ist und in der Gesellschaft für Literatur vorgestellt werden wird, in dem die Reisen der Protagonistin Andrea von Wien nach Klagenfurt, wo sie ihre Mutter pflegt, beschrieben werden.
Elfriede Haslehner las eine andere utopische Geschichte, in der es um die Krise geht. Hier wacht die Heldin eines Morgens auf, es gibt keinen Strom, keine Heizung und keine Autos auf der Straße und sie zieht sich mit ihrem Freund in eine einsame Hütte zum Überleben und Sterben zurück.
Judith Gruber-Rizy hat wieder ihr neues Buch „Drift“ vorgestellt, in dem die Heldin, wie in allen ihren Büchern Rosa heißt.

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Christa Kern

Christa Kern

Dann gabs Erinnerungen an einen runden Geburtstag von Eva Dite, den Aufruf zu einer Benefizveranstaltung für die Hermi in der Kulmgasse, die für alle Künstler in den Siebziger- und Achtzigerjahren eine offene Küche hatte und sich dadurch in Schulden stürzte. Eva Dite zählte die Namen der jetzt Großen auf, die dort ein und ausgegangen sind.
Mechthild Podzeit-Lütjen, auch ein GAV-Mitglied und eine Frauen lesen Frauen Lesefrau, die sehr poetische Texte hat, las von der Eröffnung des Ernst Jandl Parks, welche Kinder jetzt dort spielen und was am Parkeingang geschrieben steht.
Natürlich traten auch Männer auf, bekannte und weniger bekannte. Beppo Beyerl las einen Text vom Wiener Riesenrad und den Tschechen, denen es einst gehörte.
Dann kam Herbert J. Wimmer mit eigenen Texten und einigen Gerstl Gedichten, in Gedenken an die Dichterin, die gemeinsam mit Gert Jonke regelmäßig als Spezialguests aufgetreten ist und sich als einzige das Kleinhonorar nicht auszahlen ließen.
Gert Jonke hatte eine eigene Gedenklesung, vorgetragen von Ingrid Ahrer und es war sehr interessant, einen Jonke Text von einem anderen zu hören.
Sehr poetisch Waltraud Haas, auch ein verborgenes, stilles Talent, die einige Bücher in großen österreichischen Verlagen hat und deren neuer Lyrikband „Zwerchfellgewitter“, demnächst bei Klever erscheint und auch in der Gesellschaft für Literatur vorgestellt wird.
Es gibt bei der Poet Night aber auch sehr viel Humoristisches, viel Satire und Kabarett.
Besteht die Hälfte der Mitglieder aus Schauspielern, die Ausschnitte aus ihren Soloprogrammen zum Besten geben. Manfred Loydolt, Helga Leitner, Gerda Kamna wären dazu Beispiele.
Dann gibts natürlich Richard Weis mit seinen Wilden Worten, der meistens ein *Best of* seiner Wunschgedichte bot, diesmal aber zu Ehren Rolf Schwendters, der sich das alles bis zwei Uhr früh anhören muß, eine Katzengeschichte las. Eine Geschichte von der Katze Schnurli hatte auch Horst G. Tischer und da hatte ich den Eindruck, daß das eine Stehgreiferzählung war, die live und als Weltuhraufführung geboten wurde.
Es hat auch Werner J. Grüner, der wie ich nonstop geblieben ist, zum ersten Mal eigene Texte gelesen. Politische Splitter und Aphorismen, zum Beispiel eine Betrachtung über das Grüßen in Österreich, Grüß Gott oder Heil Hitler?
Andere haben überhaupt anderes gelesen. Peter Waugh auf Englisch, der Psychoanalytikersohn Georg Becker Gedichte von Dagmar Fischer und Erich Fried.
Dann war noch Axel Karner da, wieder ein Vollblutautor, von dem ich mir vor zwei Jahren die Idee zum „Novembernebel“ auf einer Poet Night geholt habe. Jetzt habe ich die Kurz-Kriminalgeschichten „Vom ersten Durchblick des Gewebes am zehnten November und danach“ mit ihm getauscht. Auf Seite 14 kann man in „Ab und zu raschelt noch das rote Kraut“ den Satz nachlesen, der zum „Novembernebel“ geführt hat.
Ingrid Jantzen, die immer sehr spät las, weil sie vorher Vorstellung hatte, hatte offenbar Krebs und hat einen sehr berührenden Text darüber gelesen.
Ich springe herum im Programm des äußerst intensiven Abends, bei dem ich wieder non stop geblieben bin, obwohl ich sehr müde war. Ich habe eifrig mitgeschrieben, um für später Erinnerungspunkte zu haben, das hat Helga G. Schweiger, die neben mir gesessen ist, neugierig gemacht, sie wollte wissen, was ich über sie geschrieben habe.
Ich schreibe ein paar Sätze des Gehörten mit, manchmal auch eine Bemerkung, die nicht dazu gehört, so ist es peinlich ein Rohkonzept aus der Hand zu geben, sie wollte es aber lesen, es entspann sich eine Diskussion, die Eva Dite beim Lesen störte …
Ilse Kilic und Fritz Widhalm vom fröhlichen Wohnzimmer und dem Glücksschweinmuseum hätte ich jetzt fast vergessen, sie waren aber auch sehr spät daran, ich bin eigentlich nur wegen ihnen geblieben und wegen Susanne Schneider, die auf der Rotenturmstraße spazierenging und dabei von China träumte.
Am Schluß las Rolf Schwendter sein „Wir retten das System“ – Volksstimmefestpoem noch einmal.
Viele, viele habe ich jetzt nicht erwähnt. Der Text hat aber schon über tausend Worte, also im nächsten Jahr selber hingehen, denn da wird österreichische Literatur geboten, die man sonst vielleicht übersieht.

2009-09-11

Raab-Präsentation und Kuppitsch-Frühstück

Filed under: Uncategorized — jancak @ 13:41

„Der Metzger geht fremd“, ist der dritte Serienkrimi von Thomas Raab mit Willibald Adrian Metzger, als eher untypischen Krimihelden.
„Der Metzger muß nachsitzen“ und „Der Metzger sieht rot“ sind die beiden anderen. Thomas Raab, schreibt schon, wie er gestern im Thalia erzählte, an seinem vierten.
Denn es geht ihm mit dem Schreiben wunderbar. Er setzt sich hin, weiß auf Seite drei nicht, was auf Seite vier geschehen wird, ist also alles andere, als ein Konzeptschreiber, der mit Hilfe der Schneeflockenmethode Szene für Szene komponiert und hat trotzdem mit seinem untypischen Helden, eine neue Kultfigur geschaffen.
Das Buch ist bei Piper erschienen, Thalia war noch viel voller, als bei Eva Rossmann. Thomas Raab scheint einen großen Fan-Kreis zu besitzen, er hat aber auch einen sehr unterhaltsamen Vortragsstil. Er stellt Fragen, beim ersten Buch, war es die Frage nach dem Handy „Na wer hat keines?“
Ich habe zweimal aufgezeigt, gestern gings um die Kur.
„Wer war da schon mal?“ und alle lachten. Denn Danjela Djurkovic, Willibald Adrian Metzgers Liebste muß dorthin. Er fährt ihr nach und gerät in den schönsten Kriminalfall. Thomas Raab hat quer gelesen und sehr viel zwischendurch erzählt und am Schluß einen wahren Sprichwortreigen von sich gegeben und dem Buchhändler, der ihm eine Flasche Wein überreichen wollte, ebenfalls eine solche entgegengestreckt.
Sehr viel Krimis in den letzten Tagen und ich sollte noch erwähnen, daß die starke Affinität zu Wolf Haas, die mir beim ersten Buch aufgefallen ist, diesmal nicht gegeben scheint.
Krimis habe ich ganz gern, wenn ich auch nicht besonders viele lese. Gut finde ich, daß sie spannend sind, man sie in einem herunterlesen kann, sie oft sozialkritisch sind und ein bestimmtes Lokalkolorit beschreiben. Der Nachteil ist die Gewalt. Denn wo bitte, passieren soviele Morde auf einmal? Das mißfällt mir, deshalb habe ich auch Schwierigkeiten beim Schreiben solcher. Ich habe es zwar ein paar Mal versucht.
Bei „Tod eines Jurymitglieds“, „Tauben füttern“ und „Novembernebel“ beispielsweise. Es sind aber keine richtigen. Denn bei mir klärt sich alles nach Möglichkeit gewaltfrei auf. So werden die Toten oft, ähnlich, wie Ödon von Horvath in Paris, von einem herabfallenden Ast erschlagen, was mir dann Kritik einbringt, weil man sich bei diesem Genre offenbar Gewalt erwartet und enttäuscht ist, wenn es am Schluß ganz harmlos war.
Interessant, daß ich bei meiner gestrigen Eva Rossmann Lektüre, von der ich ja nicht restlos begeistert war, daraufgekommen bin, daß da eigentlich auch nicht viel passiert.
Es gibt zwar eine Bombendrohung mit einigen Verletzten, die sich selbst zertrampeln, aber keine Bombe und keinen Mord, obwohl man das vielleicht gar nicht merkt.
Gestern also wieder Buchhandlung Thalia, nachher gab es Wein und kein Buffet. Das war ganz woanders und habe ich, wahrscheinlich mit Frau Heidegger versäumt, denn die Buchhandlung „Kuppitsch“ feiert Geburtstag.
Gestern mit einer Eva Menasse Lesung, heute mit einem Frühstück und einem GU-Schaukochen, am Nachmittag gibts Signierstunden und Wolf Haas signiert, glaube ich, bei Thalia.
Die Kuppitsch Torten habe ich versäumt, aber heute bin ich hinmarschiert und mir die Vollkornweckerln mitgenommen, weil ich mein Müsli schon vorher gegessen habe. Auf der Freyung und am Naschmarkt gabs noch gratis Bio-Milch und Kaffee gibts den ganzen Tag, bei Kuppitsch, wie ich Frau Seidl sagen hörte.
Ich kam gleich ins Gespräch mit einem Vernissagen- und Veranstaltungsbesucher, den ich morgen ins Siebenstern zur Poet-night eingeladen habe. Beim Show-Kochen gab es gefüllte Törtchen mit Datteln und Thunfischaufstrich. Im Keller habe ich mir ein Buch über die verdeckte Identität von B. Traven durchgeblättert, kommt dieser inzwischen längst vergessene Autor ja auch in „Sophie Hungers Krisenwelt“ vor.
Dann bin ich gegangen, um vor meinen Stunden, meinen Blog zu schreiben und am Naschmarkt, wo ich Weizen kaufte, habe ich Dagmar Fischer, beim Frühstück getroffen, die auch bei der Poet-night lesen wird.
Und Robert Menasse, das ist, glaube ich, der Halbbruder von der Eva, der auch ein neues Buch geschrieben hat, war heute morgen im Leporello und erzählte, daß er in den Siebzigerjahren sehr darunter gelitten hat, daß man im Nachkriegsschock nur experimentell und nicht realistisch schreiben durfte.
Er ist nach Sao Paulo gegangen und als berühmter Autor zurückgekommen. Darunter habe ich auch sehr gelitten. Aber das ist vorbei, jetzt darf man wieder erzählen und spannend schreiben und das wird auch getan.

2009-09-10

Leben lassen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:02

Heute also ein intensiver Badewannentag und Eva Rossmanns elften Mira Valensky Krimi „Leben lassen“ gelesen.
Die Autorin wurde vor kurzem im Wiener Rathaus mit ihrem zehnten Krimi „Russen kommen“ zum Buchliebling gekürt und dieses Buch beginnt mit einer Buchgala im Wiener Rathaus.
Mira Valensky ist dabei, weil sie als Ghostwriterin am neuen Buch des berühmten Psychogurus Weis.heiten beteiligt ist und kommt, während sie Salzstangerl knabbert und das literarische Geschehen um sich beobachtet, in eine Bombendrohung hinein.
„Ich muß Sie bitten das Gebäude zu verlassen! Es kann Ihnen nichts geschehen!“, zittert der Moderator, alle stürzen in Panik davon. Später wird es zwar keine Bombe, aber einige Zertrampelte, darunter einen Nasenbeinbruch einer Society-Soubrette geben, während Mira heil davon gekommen ist, da sie mit dem Bürgermeister und seiner Sicherheitscrew durch die Gänge hastete und dann beginnt sie natürlich mit ihrer Freundin Vesna Krajner für das Magazin zu recherchieren.
Sie findet einen Zettel im Weis.Zentrum, einem verglasten Superbau, wo alle Türen offen sind und nur die Klos hinter Reispapierwänden versteckt werden, der sie zu einer Recycling Anlage führt, wo ein Stückchen Schuh und ein Stückchen Handtasche von einer Jüngerin des Gurus gefunden wird.
Und schon geht es los, das spannende Geschehen. Immer aktuell an der Wirklichkeit vorbei und wie immer werden Fragen gestellt und nicht oder nur zum Teil beantwortet und es gibt auch zwei Handlungsstränge und eine private Tragödie, die ineinander verwoben werden.
Da ist auf der eine Seite der Psychoguru, der von seinen frustrierten mittelalten sinnentleerten Jüngerinnen viel Geld abverlangt, einmal wird er auch als Psychotherapeut bezeichnet. Er führt seine Jüngerinnen nicht nur zur Recyclinganlage, sondern auch auf Exerztiten zu einer Waldlichtung, wo sie sich dann Kleidungsstückeweise von ihren Ängsten und Problemen befreien und mit ihrem Meister Sex haben. Der fotografiert sie dann in verfänglichen Posen, um sie später zu erpressen.
Denn Weis hat einen Feind, beziehungsweise einen Konkurrenten, den Schweigephilosophen Zerwolf, der ihm die Show stiehlt, weil er nicht mehr spricht oder nur einmal jährlich in laufende Kameras.
Er ist aber dadurch und auch aus anderen Gründen Terror verdächtig und soll sich auch Frauen unsittlich nähern, was ihn, obwohl er doch so sympathisch ist und auch seine Regel bricht und mit Mira spricht, in den Selbstmord treibt.
Weis und sein heilartiges Guruverhalten ist ihr dagegen sehr verdächtig und so will sie ihn überführen und da bei ihrem Gatten Oskar Kellerfreund plötzlich eine verspätete Tochter namens Carmen auftaucht, schickt sie diese als Jüngerin in das Weisheitszentrum. Die aufgeklärte Carmen, die auch nicht mit ganz offenen Karten spielt, verschwindet aber genauso, wie Franziska Dasch und bei ihr taucht das Handy neben der Recyclinganlage auf.
Was Miras Beziehung zu Oskar Kellerfreund, ähnlich wie schon im vorigen Buch gehörig durcheinander bringt.
Am Schluß klärt sich alles auf. Carmen wird gefunden, Franziska Dasch taucht in Südamerika auf und es war natürlich ganz anders, als man, beziehungsweise Mira Valensky glaubte.
Soweit die Kurzzusammenfassung des elften Krimis, der sich wieder flott in der Badewanne herunterlesen ließ.
Es wäre Rossmanns bester, habe ich gestern bei der Buchpräsentation gehört. Dieser Meinung würde ich mich nicht anschließen, erscheint er mir dazu doch zu konstruiert. Zuviele aktuelle werden Themen angeschnitten, zuviele Fragen gestellt und blitzschnell mit Mira Valensky und Eva Rossmann, die spannungsgeladene Handlung hindurchgehetzt und die Fragen bleiben.
Auch wenn der Schweigephiliosoph zuerst „Man lebt. Man hat gelebt. Man ist tot“ auf seine Homepage schreibt und sich später auf „Die Unendlichkeit, das ist der Rest zum Glück!“ korrigiert und Eva Rossmann in ihrem Nachtrag betont, daß ihre Gala zum Buchliebling mit dieser Gala selbstverständlich nichts zu tun hat. Im Buch kann man aber doch an einer Stelle vom angeblich besten Krimi des Jahres lesen, in dem zwei Frauen recherchieren.
Ich bleibe trotzdem dabei, daß mir „Wahlkampf“ und „Freudsche Verbrechen“ besser gefallen haben und pedant, wie ich bin, merke ich noch an, daß es Psychotherapeuten verboten ist, mit ihren Klienten Sex zu haben und zumindesten die Therapeutinnen, die ich kenne, tun das auch nicht.
Und ein Rätsel habe ich gestern mit Eva Rossmann aufgeklärt. Hat Anna ja bei Thalia ein Buch entdeckt, das wir noch nicht haben. Es war nicht das Mira Kochbuch, sondern die Taschenbuchausgabe von „Karibik all inclusive“. Das heißt in der Taschenbuchausgabe nämlich „Möderisches Idyll“, weil der Verlag, wie mir die Autorin sagte, schon eine Reihe mit diesem Namens hat.
Sonst hat aber Eva Rossmann ihren Verlag gegenüber den Großverlagen, die den Autoren schon die Titel ihrer Bücher und das über was sie schreiben sollen, vorschreiben, sehr gelobt und auch die Großhandelskette Thalia, die zwar vielleicht unübersichtlich ausschaut, aber lauter kompetente Buchhänderinnen und Buchhändler hat und da fällt mir wieder der Kurzkimi „Aber Worte“ ein, den Eva Rossmann zum 150-jährigen Bestehen des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels geschrieben hat und in dem sie ihre Lieblingsbuchhänderin Frau Zeelander lobte, denn „In der Buchhandlung ums Eck werde ich nicht bloß bedient, dort sind noch Wortliebhaberinnen zu Haus!“
Dann war ich heute nocheinmal bei Thalia beim nächsten Krimiabend.

2009-09-09

Krimi-Abend

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:18

Die Saison beginnt bei Thalia auf der Mariahilferstraße mit zwei Kultkrimi-Vorstellungen, Eva Rossmann „Leben lassen“ am Mittwoch und „Der Metzger geht fremd“ von Thomas Raab am Donnerstag.
Ich bin ja eine Mira Valensky Spezialistin, bekomme ich die Bücher doch so getreulich vom Alfred und lese sie in einem Zug durch und meistens ein zweites Mal und in Harland habe ich mir auch die beiden Leseproben, die im Internet zu finden sind, angehört. Bombendrohung während der Buch-Gala im Wiener Rathaus.
Bei „Rund um die Burg“ liest Eva Rossmann auch und als sie ihren ersten Krimi „Wahlkampf“ und ich mein erstes Digi-Buch, die „Wiener Verhältnisse“, geschrieben hatte, haben wir beide bei dem Poetenfest auf Schloß Raab von Richard Pils, das jährlich im August stattfindet, gelesen. Ich habe kein Honorar bekommen, dafür einen Schweinsbraten kurz vor Mitternacht, dann bin ich mit Alfred nach St. Pölten zurückgefahren.
Das ist lange her, ich habe inzwischen neunzehn Digitalbücher, wie ich sie nenne, Eva Rossmann den elften Mira Valensky Krimi und weil ich gern zu Lesungen gehe und bei Leselustfrusts-Blog-Geburtstag den süßen Zotter-Kolik-Kafka-Käfer gewonnen habe und die eifrige Leselustfrust Betreiberin kennenlernen wollte, wer bitte, liest fast jeden Tag ein Buch und schreibt in seinem Blog darüber?, bin ich zur Präsentation gegangen.
Es war eine tolle Veranstaltung, Alfred hat das Buch gekauft und wollte es mir zum Geburtstag geben, ich habe es aber schon und werde demnächst damit in der Badewanne verschwinden und es morgen oder übermorgen besprechen, also nur eine kurze Mitteilung an meine Stammleserin, Frau Heidegger.
Es gab ein tolles istrisches Buffet und eine Jameson Irish Whiskey Verkostung, weil das Eva Rossmanns Lieblingswhiskey ist und all das war wieder nicht im Programm angekündet, man muß also, abgesehen davon, daß ich keine Buffet-Verkünderin bin, schon selber hingehen und die Buffets entdecken.
Aber trotzdem ein Tip für Morgen, ich weiß zwar nicht, ob es auch ein so gutes Buffet gibt, aber Thomas Raab stellt seinen neuen Krimi vor!
Ansonsten habe ich bei Brötchen, Feigen und Rotwein mit Elisabeth Pratscher geplaudert, die mich wegen ihres Eifers fasziniert, hat sie ja das Buch schon gelesen und besprochen und ist daneben noch berufstätig.
In den letzten Tagen habe ich überhaupt einiges gewonnen. Bei der Zotter Schokolade kam die Mitteilung, als ich frustriert von der alten Schmiede bzw. dem Cafe Engländer nach Hause gekommen bin und als ich Sonntag nach dem Volksstimmefest den Laptop einschaltete, hatte ich eine Nachricht von Jacqueline Vellguth. Ich habe bei dem Schreibtintenwettbewerb zwar keinen Preis für den Text, aber einen Zehn-Euro-Gutschein für die Verlinkung gewonnen und kann mir, wenn der Gutschein kommt, ein billiges Buch aussuchen. Wahrscheinlich werde ich mich für Claudia Rossbacher „Drehschluss“ entscheiden, wenn das geht, ich habe ja noch nie etwas bei Amazon bestellt.
Apropos Krimi, liebe Anni Bürkl, „Schwarztee“ liegt bei Thalia auf der Mariahilferstraße in großen Stößen auf. Ich habe es zwar nicht fotografiert, es ist ja erst Mittwoch und Alfred hatte seinen Fotapparat auch nicht dabei, so kann ich bei der „Texte und Tee“ Buch-Verlosung nicht mitmachen. Aber gestern habe ich ein anderes Buch bekommen. Nämlich die Longlist-Leseproben und das Buch auch durchgeblättert.
Es ist wirklich ein schönes Buch, Jochen Jung hat von seinen Gefühlen bei der letzten Preisverleihung berichtet, es gibt schöne Autorenportraits und es war interessant in der Einleitung zu erfahren, daß die wirklich zu glauben scheinen, daß es mittels des deutschen Buchpreis möglich ist, das beste Buch aus all den Neuerscheinungen herauszusuchen.
Bezüglich Bücher gibt es noch eine Überraschung. Da gibt es nämlich ein neues Kultbuch von einem alten Autor, nämlich „Schau heimwärts Engel!“ von Thomas Wolfe, nicht verwechseln mit dem „Fegefeuer der Eitelkeiten“, Manesse, hat es wiederaufgelegt. Elke Heidenreich hat es letzte Woche begeistert besprochen.
„Unbedingt lesen!“, im August lag es auf Platz vier auf der ORF-Bestenliste und ich bin kurz vor Weihnachten, ich habe es im Literaturgeflüster beschrieben, zu einem klinischen Mittag ins AKH gegangen und mir da drei oder vier alte Bücher aus einer Abverkaufskiste, um je zehn Cent gezogen.
„Wann werde ich das alles lesen?“, habe ich damals, glaube ich, gefragt?
Es war ein Thomas Wolfe dabei und ich habe mir das Buch ins Badezimmer gelegt, als ich vorige Woche umsortierte, habe ich es wieder ins Regal gestellt. Als ich die Heidenreich Besprechung hörte, hab ich gedacht, jetzt muß ich schauen, welchen Wolfe ich erwischt habe? Es war das neue Kultbuch, in der Rowohlt-Ausgabe von 1954, jetzt habe ich es wieder ins Badezimmer getragen und wollte es nach der Friederike Kretzen, die ich gerade begonnen habe, lesen, aber jetzt wieder umdisponiert und den Eva Rossmann Krimi vorziehen und noch ein Erlebnis habe ich beim Heimweg gehabt, das sich vielleicht in einem meiner Texte verarbeiten läßt.
Bei der Kettenbrückegasse stand ein Betrunkener und hob die Hand zum Hitlergruß, ich sagte ihm „Das ist verboten!“, was ihn dazu provozierte, noch die Moslems in seine Haßtiraden einzubeziehen. Zufällig kam ein Polizeiauto vorbei, Alfred ging hin, der Betrunkene entwischte und der Polizist sagte „Wenn er rauschig ist, können wir nichts machen!“ und fuhr davon, auch sehr interessant!

2009-09-08

Augstein

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:10

Wieder eine Besprechung eines meiner Buchlandungs-Ein-Euro-Bücher. Nämlich Ulrich Greiwes Biografie „Augstein – Ein gewisses Doppelleben.“ Biografien lese ich zwar nicht sehr oft, aber manchmal doch sehr gerne und so habe ich mich gestern und heute mit dem Leben des streitbaren Spiegel-Herausgebers, der 1923 geboren und 2002 gestorben ist, in der Badewanne beschäftigt und das war sehr interessant. Denn Rudolf Augstein muß sowohl eine extravertierte, als auch eine charismatische Persönlichkeit gewesen sein, der mit seinem berühmten Nachrichtenmagazin das deutsche Nachkriegsleben prägte.
Fünfmal war er verheiratet, seine Kinder Jacob und Franziska führen die Zeitschrift weiter, während Sohn Stephan heute als Sabine Maria Augstein Spezialanwältin für Lesben und Schwule ist.
Er bezog in Hamburg-Nienstedten eine vierunddreißig Zimmer Villa und besaß noch ein paar andere Häuser, in denen öfter eingebrochen wurde. So wurden ihm auch seine Kokoschkas und Beckmanns geraubt. Er schrieb Gedichte, mischte in der Kultur- und Theaterwelt mit, war mit Günter Grass und Uwe Jonsen befreundet, schwärmte für Wagner und Tschechow, war für die Wiedervereinigung und gegen Franz Josef Strauß, was ihn ins Gefängnis brachte.
Martin Walser hat er nach einer Laudatio umarmt, davon gibt es Fotos, genauso, wie von dem blinden alten Tausendfüßler, der ständig über seine eigenen Füße stolpert, auf denen er sich aus seiner Zeitschrift vorlesen läßt.
Klein und dick war er ebenfalls und hat trotzdem ein großes Stück deutsche Nachkriegsgeschichte geprägt und ich erinnere mich, daß ich 1973 mit meinem Vater, kurz nach der Matura und mitten drin in meiner philosopischen Phase, am Graben spazierenging und er mir bei einer Buchhandlung aus einer Abverkaufskiste, um wahrscheinlich damals dreißig Schillinge, ein Buch mit Spiegel-Rezensionen kaufte, da waren die Bücher der bekannten Namen drinnen, mit denen Augstein befreundet oder verfeindet war und die mich sehr interessierten, obwohl ich mit dem Namen Augstein damals sicher nicht viel anfangen konnte.
Soweit die Lektüre am Alphabetisierungstag und da gab es im Morgenjournal einen Bericht über die Google-Bucherfassung und ein Interview mit Marlene Streeruwitz und Clemens J. Setz, das ist der, der auf der Longlist steht, darüber und im Kurier gibts die Bilder von vier Wiener Buchhändlerinnen, nämlich Petra Hartlieb, Anna Jeller, Elisabeth Seidl von Kuppitsch, die am Donnerstag und am Freitag den 220 Buchhandlungsgeburtstag feiert und Brigitte Salanda.
Es wird das dichte Netz der Wiener Nahversorgung mit dreihundertzwanzig Buchgeschäften, hundertvier davon in der Innenstadt, gelobt.
Damit komme ich zu meinem Korrigierbericht, damit gehts ganz gut, denn das Ganze ist schon ziemlich glatt, mit nur mehr ein paar holprige Stellen. Viel habe ich zwar auch diesmal nicht daran verändert und heute werde ich auch nicht sehr damit weiterkommen, muß ich ja meinen Lesungsmartahon, der mich in den nächsten zwei Wochen erwartet, vorbereiten.
Den „Wunderbaren Tintentraum“, meine Bachmannpreissatire, für die Poet Night abstoppen. Neun Minuten darf ich lesen, ich glaube, ich brauche nicht so lang, sind es ja nur ein bißchen über tausend Worte.
Für die Buchpräsentationen, werde ich bei den „Wilden Worte“ wahrscheinlich den Prolog aus der Erzählung und aus dem Roman das erste Kapitel lesen.
Also wieder und das ist eine Warnung, für die, die das nicht mögen, ein bißchen über den Literaturbetrieb jammern und klagen, wie schlecht es meiner Heldin Elsa Eisenstein darin geht.
Und Montag darauf im read!!!ing room, wo ich fünfzig Minuten lesen soll, werde ich noch Xaxer Maria Mayerhofer und Amanda Silberkandl in je einem Kapitel vorstellen, damit man sieht, daß ich auch etwas anderes schreiben kann.
Ja und Mike Markart hat mir geschrieben, daß Ende September im Braumüller Literaturverlag sein Roman „Calcata“ erscheinen wird, vielleicht bekomme ich ein Rezensionsexemplar.
Und Hurra, das Lesebuch zur Longlist des deutschen Buchpreises 09 ist da. Anette Knoch vom Droschl Verlag hat es mir geschickt. Vielen, vielen Dank!

2009-09-07

Die nächsten Lesungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:33

Da ich für den erkrankten Michael Amon einspringen soll, werde ich schon am nächsten Montag und nicht, wie geplant im Jänner, meine neuen Bücher bei den „Wilden Worten“ im Amerlinghaus vorstellen.
Daher wieder eine aktuelle Programmvorschau und eine Einladung für alle Interessierte:

1. Am Samstag den 12. 9. 2009 lese ich bei der Poet-Night des ersten Wiener Lesetheaters um ca 16. 45 meine Bachmannpreissatire „Wunderschöner Tintentraum“ im Kulturzentrum Siebenstern, 1070 Wien, Siebensterngasse 31

2. Buchpräsentation „Die Radiosonate oder das einsame Jahr“ und „Das Haus“ bei den „Wilden Worten“ im Amerlinghaus, 1070 Wien, Stiftgasse 8, am Montag den 14. 9. um 20 Uhr

3. Buchpräsentation „Die Radiosonate oder das einsame Jahr“ und „Das Haus“ am Montag den 21. 9. um 19. 30 im read!!!ingroom, 1050, Anzengrubergasse 19/1
Infos zu den Büchern gibts unter www.jancak.at

Linkes Wort und Volksstimmefest 09

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:21

Nach einem zurückbekommenen Mail, in dem ich meine Befindlichkeit bezüglich der Donnerstagslesung ausdrücken wollte, war ich dieses Wochenende auf dem Volksstimmefest, wo die Gruppendynamik glücklicherweise etwas besser war.
Das Wetter war auch schön, am Sonntag mehr, am Samstag weniger, wo es meistens regnet und die zwanzig Jahre danach haben auch für mich einen realen Bezug.
Habe ich ja ab 1989 mehr oder minder regelmäßig beim linken Wort gelesen. Am Samstag auf der European Left-Bühne, die einmal Jura-Soyfer-Bühne hieß, da gab es auch lange Zeit das berühmte Jura Soyfer Portrait zu sehen.
Das Thema, zu dem es bald eine Anthologie geben soll, heißt „Wir retten ein System“, deshalb habe ich mir auch den Beginn von „Sophie Hungers Krisenwelt“ ausgesucht, weil die ja ihre Ich-AG zu retten versucht, obwohl es ein eher kurzes Kapitel ist.
Beim Korrigieren letzte Woche habe ich zwar gedacht, daß eine der Felix Baum Szenen auch gut passen würde, es kam aber die Information, daß die Texte bereits layoutiert werden und Roman Gutsch hat mir auch die Fahnen am Samstag übergeben, so daß ich die verlesen habe.

Lesung

Lesung

Die Textzusammenstellung war wieder interessant, eine gelungene Mischung von neuen jungen und schon bekannten Linke-Wort Autoren.
So hat Güni Noggler mit einem sehr politischen Text begonnen, in dem es um die Innenministerin, die Gewalt in der Familie und das Komatrinken ging, dann wurde es poetisch mit Stephan Schmitzer, dem Grazer Jungautor, der mit Max Höfler, ebenfalls ein junger Grazer, den ich von „Rund um die Burg“ kenne, weil er dort einmal einen Poetry Slam gewonnen hat, lesen sollte. Aber der war nicht da, sondern hat eine „Golem“ genante Roboterpuppe, neben mich setzen lassen und Stephan Schmitzer hat das Tonband bedient. Junge experimentelle Textlyrik. Dann kam ich mit meiner Ich-AG, der Freisetzung einer Lektorin, die sich daraufhin totzustellen versucht.

Nach mir las Hilde Schmölzer über die Öko-Feministinnen, die die Krise schon vor dreizehn Jahren voraussagten und Alternativen dazu anzubieten hätten, danach kam Hilde Langthaler mit den „Schinkenfleckerln“, die ihre kleine Großmutter in den Dreißigerjahren der ersten Wirtschaftskrise immer kochte. Fritz Spielmann hat das Lied dazu geschrieben, das Hermann Leopoldi gesungen hat.
Manfred Bauer las aus seinem dritten Krimi und zwar wird ein Kind in Bad Tatzmannsdorf aus einem Zirkus entführt und natürlich sollen es die Zigeuner gewesen sein.
Helmut Rizys Text „Operation Ruhe und Ordnung“, bezog sich auf die Unruhen und die Gewaltattacken, die der Maiaufmarsch heuer in Linz auslöste. Dann gabs noch Martin Just „Frederic und Friederike und wie es mit der Revolution doch (nicht) funktionieren kann“ und die Literaturgruppe Narrenfreiheit.
Die Lesung von Irina Valtscheva ist ausgefallen, weil sie ein Opfer von Sky-Europe wurde, was für die Wirtschaftskrise, bzw. die Systemrettung auch ganz schön bezeichnend ist und Lidio Mosca Bustamante hat am Sonntag gelesen.
Nachher gabs Kaffee und Kuchen und am Abend auf der diesmaligen Jury-Soyfa-Bühne, die Schmetterlinge – Collage „Jura Soyfer – verdrängte Jahre“, die der Alfred schon in der Volkshochschule gesehen hat. Das war wieder interessant, die erste Krise pur, nur das Dachau Lied wurde ausgelassen, weil es nicht zu dem Lärm, den der Vergnügungspark gegenüber auslöste, passte und am Sonntag ging es weiter mit dem Linken Wort.
Da bin ich zwar zu spät gekommen, so daß ich Lale Rodgarkia-Dara ganz und Christoph Aistleitner fast versäumte.
Josef Haslinger hat in seinem „Jammern für Europa“ darüber gelesen, wie er als Kind mit seinem Vater einen Ausflug an die tschechoslowakische Grenze machte, um hinüber zu sehen, wo die Großmutter herstammte, während er jetzt mit Auto oder Zug wöchentlich über Prag nach Leipzig fährt, dort nach Lust und Laune aussteigt, um mit einer Pager Schriftstellerin Kaffee zu trinken, bzw. dreißig Euro Verwaltungsstrafe zahlen muß, wenn er seinen Personalausweis vergessen hat, weil der Polizist oder Grenzer bei der Kontrolle nicht an seinem Führerschein erkennen kann, ob er ein Europäer ist.
Elfriede Haslehner hatte eine beklemmende utopische Geschichte namens „Geisterfahrer“ von Männern mit Dreitagebärten und Frauen mit zerrauften Haaren, die mit ihren Autos im Kreis herumfahren, weil es auf der Insel zuviele Autos, aber keine Parkplätze gibt und Eugenie Kain hat sich noch einmal auf den Linzer Maiaufmarsch bezogen.
Die junge Autorengruppe waren Ursula Knoll und Florian Haderer, die mir sehr professionell vorgekommen sind. Phillip Hautmanns Roman klang fast wie ein Parteiprogramm. Gerald Grassl berichtete, wie man mit Verstand und Computer Spielcasinos knacken kann, Christian Schreibmüller und Eugen Bartmer hatten Balladen und den Abschluß bildete wieder Rolf Schwendter mit seinem „Wir retten das System“ – Poem.
Der gab mir gleich das Programm für die Poet-Night am Samstag. Interessant für alle, die wissen wollen, wann ich lese, weil sie mich und meinen „Wunderbaren Tintentraum“ hören wollen. Es wird um 16.45 sein. Man muß wegen mir also nicht lang aufbleiben, ich bin die fünfte. Nach mir gibts aber noch bis zwei Uhr früh ein dichtes Programm mit vielen bekannten oder unbekannten Namen und Gedenklesungen für Elfriede Gerstl und Gert Jonke, die beide regelmäßig bei der Poet-Night aufgetreten sind.
Am Volksstimmefest gabs noch mal Kaffee und Kuchen, diesmal eine sehr gute Lemonen-Chili-Torte und ein Konzert vom Kollegium Kalksburg mit einem Auftritt von Antonio Fian als Special Guest mit einem Dramolett vom vorletzten Wiener 1. Mai und einem „Völker hört die Signale, auf zu einer rauchfreien Welt!“
Und als ich vorhin meine mails aufmachte, kam von Jaqueline Vellguth die Nachricht, daß ich beim Traumtintenwettbewerb, einen der Zusatzpreise für die Verknüpfung gewonnen habe. Die Siegertexte kann man sich auf der Schreibwerkstatt.de ansehen.

2009-09-04

Die Leiden einer jungen Kassiererin

Filed under: Uncategorized — jancak @ 11:31

Nun etwas anderes, nämlich das Buch von Anna Sam „Die Leiden einer jungen Kassiererin“, Frankreichs bekanntester Supermarkt-Kassiererin, die während und nach Abschluß ihres Literaturstudiums acht Jahre in einer Großsupermarktkette jobbte, ihre heiteren, skurrilen oder frustrierenden Erlebnisse in einem Blog veröffentlichte und damit 600.000 Leser hatte.
Anfang des Jahres ist das Buch auf Deutsch erschienen, war kurz groß als der neue Bestseller angekündigt, so daß es mir der Alfred, vermutlich über Morava oder Anna Jeller, brachte.
Leselustfrust hat es schon bespochen, jetzt habe ich es vom Badezimmer-SUB genommen, denn das Thema ist ja interessant.
Ich gehe auch in den Diskontmarkt einkaufen, bin eine Sonderangebotskäuferin, die wahrscheinlich schon manche Kasserierin zur Verzweiflung brachte, wenn ich statt der Sonderangebotseier, die teueren erwischte.
Daß die prekär Teilzeitbeschäftigten, die meist allein an ihren Kassen sitzen und immer freundlich sind, die ärmsten sind, ist bekannt, in dem Buch steht es trotzdem ein bißchen anders.
Da macht sich der neue Star der Literaturszene nämlich lustig über die Kunden und hat das, was einmal ein Weblog war, in einer sehr einfachen leicht verständlichen Sprache in kurze Kapitel zusammengefaßt.
Berichtet nun von Kunden, die ständig fragen, ob „sie offen“ und wo nun die Toilette ist, obwohl das deutlich angeschrieben steht. Erzählt von Leuten, die das Geld für den Käse oder die Milch aus den Schuhen ziehen oder kurz auf die Toilette verschwinden, um es dort von wo weiß her herauszuziehen und wo hat sich der Kunde, der jetzt seine Artikel auf das Laufband legt, seine Finger klebrig gemacht. War es Honig? Es wird doch nicht…?
Dann gibt es die Kunden, die unbedingt als erste in den Markt drängen oder diesen nicht verlassen wollen, obwohl es schon nach einundzwanzig Uhr ist und der Sicherheitsmann sie bereits an der Hand hinauszieht.
Aber auch die kritischen Stellen, in denen sie den Zynismus oder die Chuzpe beschreibt, mit der die Manager der großen Firmen mittels Waschmittelpaket und dem darin enthaltenden „Mega-Geschenk“ die Verbraucher zu Kleinkindern degradieren, kommen vor.
Oder das „Kapitel „Kindermund“, wo sie von den Müttern schreibt, die ihren Kindern damit drohen, daß sie, wenn sie nicht brav lernen, auch einmal so etwas Blödes wie Kassiererin werden müssen, aber liebe Blauäugige: „Die Zeit, da Universitätsabschlüsse noch auf direkten Weg zum Traumjob führten, sind lange vorbei! Heute können Sie sich auch mit Diplom um einen McJob bewerben!“
Frech, flott und sehr schnodderig geschrieben, irgendwo habe ich in einer Rezension gelesen, daß die Sprache für eine, die Literatur studiert hat, enttäuschend ist und das Buch ist, glaube ich, inzwischen wieder von den Bestsellerlisten verschwunden.
Interessant über die prekären Verhältnisse der Handelangestellten nachzudenken, ist es allemal und es kann auch zu der Betrachtung hinüberführen, daß Blogs auf interessante Themen aufmerksam machen und manchmal auch zu Büchern bzw. Bestseller werden können.
Denn da gibt es noch andere Beispiele von engagierten Blogs.
„Die Packerin – Notizen aus den Niederungen des Buchhandels“, die eine engagierte Buchhändlerin jahrelang führte und es dann mit einem Buch für optimische Dilettanten, sprich BoD, versuchte und auf 72 Seiten viel zu wenig, wie Leselustfrust meinte, veröffentlichte.
Die literarischsten Veröffentlichungen eines Bloggers werden wohl Rainald Goetz „Abfall für alle“, der mit der Rasierklinge beim Bachmannpreis sein Suhrkamp Taschenbuch in mehreren Bänden, gibts bei Buchlandung um einen Euro, wenn man fünf Bücher kauft, sonst muß man 2.99 dafür zahlen (und darf den Cent Restgeld nicht einmal der meist weiblichen Servicekraft schenken, so steht es jedenfalls bei Anna Sam).
Goetzs Bücher sind sicherlich viel schwerer als „Die Leiden einer jungen Kassiererin“ zu lesen und ich habe natürlich auch schon über eine Veröffentlichung des Literaturgeflüsters nachgedacht.
Werde es aber nicht tun, jedenfalls nicht als optimistische Dilettantin bei Digitaldruck.at, denn bei wordpress.com habe ich mehr Öffentlichkeit und es ist auch billiger.
Anders wirds natürlich, wenn Suhrkamp, Rowohlt oder auch ein anderer Publikumsverlag zu mir mit dieser Frage kommen sollte.

2009-09-03

Schläfriges

Filed under: Uncategorized — jancak @ 07:20
Lesung

Lesung

Schlafes Krise? Die Abschlußveranstaltung zur Sommerlesereihe „Literatur und Schlaf“ mit Lesungen von Erika Kronabitter und Susanne Ayoub und einem Podiumsgespräch mit der Germanistin Gabriele Klug und dem Schlafforscher Gerhard Kloesch unter der Moderation von Christa Nebenführ gibts zwar erst am Abend in der alten Schmiede.
Antonio Fian hat aber auch ein neues Buch zu diesem Thema geschrieben. Es heißt „Im Schlaf“ Erzählungen nach Träumen und da hat der Droschl-Verlag schon am Mittwoch in das neueröffnete Theater „Nestroy Hof-Hamakom“ eingeladen.
Das Foyer war, als ich hingekommen bin, sehr voll. Es gab Wein und einige bekannte Gesichter zu entdecken. Also Herbert J. Wimmer die Hand gegeben und mir einen Platz in der zweiten Reihe gesucht.
Es sind auch bald Antonio Fian und der Droschl Lektor auf das Podium gekommen, Rainer Götz hat den Erzählband vorgestellt.
Es sind, glaube ich, sechsundfünfzig Erzählungen nach Träumen, wobei nicht ganz klar ist, was davon erst im Wachzustand dazugeschrieben wurde, da Antonio Fian keine Protokolle und keine Deutungen, sondern die Geschichten dazu schreiben wollte.
Sigmund Freud und sein berühmtes Werk wurde vom Lektor trotzdem mehrmals erwähnt, dann griff Antonio Fian zum Buch, ließ es wieder fallen und zog aus seiner Jackentasche den Text „Buchpräsentation“ heraus, den er, wie er sagte, heute erst geschrieben hat und der damit beginnt, daß es um 20. 30 im Theater Nestroyhof eine dreißigminütige Lesung aus seinem neuen Buch mit anschließender Autogrammstunde geben soll, er aber nicht beginnen kann, weil er noch auf den Bundespräsidenten und den Bundeskanzler warten möchte.
Stattdessen kam Wolfram Berger auf das Podium und begann weiter aus dem Buch zu lesen, das viele solcher Träume hat.
Antonio Fian will irgendeinen berühmten Autor übersetzen, die siebzehjährige Tochter fährt ihn aber aus der Stadt hinaus, so wird nichts aus der Übersetzung und auch nichts mit dem Vertrag mit dem Luchterhand-Verlag, da der nur Autoren nimmt, die einen Lastwagenführerschein haben, weil sich der Verlag sein Geld eigentlich durch Transporte verdient.

Antonio Fian

Antonio Fian

In einem anderen Traum will Fian eine schöne Frau vögeln und geht mit ihr in ein Privatschwimmbad und muß zusehen, wie sie ihn vertröstet, weil sie zuerst sehr viel sticken muß.
Werner Koflers „Guggile“ kommt vor und ein Kritiker, der mit seinen scharfen Bemerkungen die Lesungen immer stört, während Antonio Fian Werner Koflers Pullover wäscht, sie aber nicht bügeln will und am Schluß gibt es den Bundespräsidenten Burger und den Bundeskanzler Menasse (wenn ich die Namen nicht verwechsle), weil es die Republik Österreich seit 2001 nicht mehr gibt und man sich diese Ämter um viel Geld kaufen kann.
Dem Publikum hat es gefallen und es wurde viel gelacht dabei, während ich mir wieder einmal dachte, daß ich meine Träume, daß ich zum Beispiel nach Stockholm zum Nobelpreis fahre, aber zu spät komme, weil dort der König schon längst Antonio Fian die Krone übergeben hat, wahrscheinlich nicht bei Droschl veröffentlichen kann und bei einer Lesung auch nicht so viel Publikum kommt, solche Geschichten aber schreiben kann und auch schon geschrieben habe.

Es war aber trotzdem eine schöne Veranstaltung und ein schöner Saisonauftakt nach soviel Sommerfrische.
Es gab ein tolles Buffet mit Truthahn, Feigen, Weintrauben, Käse und ich habe zuerst meine Psychologenkollegin Brigitte Juen getroffen, die gekommen ist, weil sie im selben Haus wie Antonio Fian wohnt.
Überschneidungen zwischen meinem literarischen und psychologischen Bekanntenkreis gibt es nur selten, scheinen die Psychologen und die Psychiater, die ich kenne, ja eher zu Lesungen zu gehen, wenn sie die Autoren persönlich kennen, was auch nicht uninteressant ist.
Danach bin ich in den Keller hinuntergegangen und habe mir die Wehrmachtsausstellung „Was damals Recht war“ angeschaut, die am 1. September eröffnet wurde, da an diesem Tag vor 70. Jahren der 2. Weltkrieg begonnen hat und habe mir die hundertjährige Geschichte des jüdischen Theaters, das es jetzt im Nestroyhof wieder geben wird, durchgelesen.
Ein viel ernsteres Thema als Antonio Fians Träume, aber auch sehr interessant.
Im Theater war die Stimmung gut und viel Prominenz zu sehen, die auch mit mir gesprochen hat.
So habe ich mich mit Karin Fleischanderl über den Bachmannpreis unterhalten, Bernhard Strobel nach seinem neuen Buch gefragt, mich von Alfred mit Antonio Fian fotografieren lassen und die Verlegerin Annette Knoch, auf das Longlistenbuch angesprochen, weil sie mit Thomas Stangl ja auch auf dieser Liste steht.

Lesung

Lesung

Donnerstagabend ging es weiter mit dem Schlafen, in der alten Schmiede, mit einer sehr komplizierten Gruppendynamik und vielen bekannten Gesichtern. Es haben sich zwar nicht alle über mein Kommen gefreut, denn es waren viele da, die offenbar nicht mit mir können, so daß ich mich nachher im Cafe Engländer ziemlich unbehaglich fühlte. Erika Kronabitter hat mich aber lieb begrüßt, Petra Ganglbauer, Günter Vallaster, Marietta Böning, Judith Gruber-Rizy und Ruth Aspöck, die ja übermorgen mit dem Schiff zum Donau-Delta fährt und daher weder zum Volksstimmefest noch zur Poet Night kommt, waren da. Später habe ich noch Hilde Langthaler, Hilde Schmölzer und Manfred Chobot gesehen.
Zwei Texte zum Thema Schlaf. Erika Kronabitters „Viktor“ und Susanne Ayoubs Monolog mit dem Zitat: „Ich habe mir den Schlaf nicht verdient, ich muß ihn mir kaufen“, führten zu der Diskussion mit einer Spezialistin zum Thema Schlaf in der Literatur des Mittelalters, das gibt es und einem neurophysiologischen Schlafforscher hinüber.
Vom Schlaf als Schuld und Müßiggang, wie man es früher nannte, zu der schlaflosen Gesellschaft, wo sich die Schlaflosen in ihren Betten wälzen und die Psychopharmafirmen und die Bettenstudios an ihnen Geld verdienen.
Interessant der Aspekt und das Zitat, das Christa Nebenführ von Heinrich Mann erwähnte, nämlich daß, wenn man mit dem Manuskript nicht weiterkommt, ein Mittagsschlaf von zwanzig Minuten helfen kann, Klarheit in die unscharfen Szenen zu bringen.
Das muß ich einmal ausprobieren, liege ich ja oft genug schlaflos im Bett herum.

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