Literaturgefluester

2009-10-01

Vom Rathaus ins Literaturhaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:26

Der Mittwoch war ein intensiver Tag, mit Wechsel von der einen in die andere Identität und vielen Buffets.
Begonnen hats im Festsaal des Rathauses, denn da war die Tagung zur Frauengesundheit: Strategien, Konzepte, Perspektiven, veranstaltet von der Frauengesundheitsbeauftragten Beate Wimmer-Puchinger anläßlich des zehnjährigen Bestehen des Wiener Frauengesundheits-Programms, einer Psychologin, die ein paar Jahre vor mir studierte und sich zur Expertin für Frauengesundheit hinaufgearbeitet hat.
Um elf Uhr wurde im Wappensaal das goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien an Konstantin Kaiser vergeben und da im Festsaal gerade Pause war, ging es sich gut aus, mit einem „Haus“-Exemplar hinüberzuschauen.
Dort spielten Harry Stojka und Mosa Sisics Gipsy Express auf, denn der zweite Geehrte war Mozes F. Heinschink, der ein bekannter Roma- Sprachenforscher ist, wie Dieter Halwachs in seiner Laudation ausführte.
Vladimir Vertlib hielt die Laudatio für Konstantin Kaiser und ich entdeckte einige bekannte Gesichter. Werner J. Grüner beispielsweise und den türkischen Dichter, über den ich bei der Dezember Zwischenwelt-Veranstaltung in meinem Blog geschrieben habe.
Es gab ein Glas Wein zu trinken und ich zog mich wieder zu der Frauengesundheit zurück, wo das Mittagsbuffet eröffnet war und das war wirklich toll.
Gulasch, Fleischlaberln, Reis und Spätzle und dann noch sehr viel Kuchen. Es gab auch noch einige Vorträge mit einer interessanten Podiumsdiskussion und viel Zukunftsaussicht über die erfolgreiche Frauenpolitik und Genderforschung.
Obwohl, wenn man es genau betrachtet, es gar nicht so viel Positives zu vermelden gibt: Der Zugang zum Medizin- und Psychologiestudium steht nicht mehr jeder Maturantin frei, sondern muß durch Zugangstests und Eingangsstudienphasen erkämpft werden und da hört man immer, daß die Frauen dabei benachteiligt sind. Die Zahl der Kaiserschnitte und anderer Selbstverstümmelungen sprich Schönheitsoperationen boomt, weil die Männer damit gut verdienen und zur Frauenbrustkrebsvorsorgekampagne werden die Frauen in rosa Kleidchen und ungesunden Stöckelschuhen, wie die Barbie Puppen von der Zeitschrift Madonna oder News eingekleidet und dann gibts noch Eßstörungensformen, Migratinnenelend, Frauenobdachlosigkeit ect.
Die Verpflegung war aber, wie erwähnt, sehr gut und die anwesenden Frauen kompetent und für den Abend gab es eine Einladung in den Rathauskeller zum Empfang des Bürgermeisters um achtzehn Uhr, aber da begann schon das Lesefest „a tribute to rolf schwendter“ zu dessen siebzigsten Geburtstag im Literaturhaus und dort kam ich wieder zum Buffet zurecht, das zwar nicht so toll, wie das im Rathaus war, ich war aber ohnehin schon satt.

Siebziger-Combo

Siebziger-Combo

Rolf Schwendter will zu seinen Festen keine Geschenke, sondern Spenden für das Lesetheater, ich hab ihm trotzdem meine Blogdokumentation bezüglich der Poet Night ausgedruckt und die Geburtstagswünsche in ein Katzenbillet geschrieben, denn Rolf Schwendter, der GAV-Präsident und Begründer des ersten Wiener Lesetheaters ist ein großer Katzenfan.
Er ist aber noch sehr viel mehr: Dreifacher Doktor, Devianzforscher, Hochschulprofessor, Kochbuchschreiber, Liedermacher, Bluesdichter, Technikverweigerer ect, wie auf dem Programm stand.
Die Laudationen vom Kulturstadtrat, Bundesministerium ect, habe ich versäumt, zu den drei Lesetheaterblöcken bin ich zurecht gekommen und dann gabs in den Pausen viel Gelegenheit zu plaudern.
So habe ich Gerhard Jaschke seit seinem Schlaganfall wieder gesehen und die ersten Kontakte bezüglich meines Geburtstagsfestes, das ja demnächst zu organisieren ist, geknüpft. Susanne Schneider und Christa Kern als Lesende eingeladen. Ruth Aspöck weiß nicht, ob sie kommen kann, weil sie einen Tag vorher bei Erika Kronabitter in Feldkirch liest. Elfriede Haslehner ist es schon zu mühsam und Frau Heidegger mit der ich über die Tücken des Literaturbetriebs plaudern wollte, habe ich nicht gesehen, obwohl es ja Buffet gegeben hat.
Es war aber trotzdem interessant mit vielen Katzengeschichten, die für Rolf Schwendter vorgetragen wurden.
Das GAV-Büro hat aus dem Text „Die Unmöglichkeit zu Telefonieren“ rezitiert, Helga Golinger und friends haben die Siebziger-Combo dargebracht. Eva Dite überreichte ein gemaltes Schwendter Portrait und Christel Bender stellte ihres an Hand des Alphabetes dar.
Danach ist es in der Neubauschenke weitergegangen, die dafür extra offen gehalten hat, aber da bin ich nicht mehr mitgegangen.

Werbeanzeigen

Schreibe einen Kommentar »

Du hast noch keine Kommentare.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: