Literaturgefluester

2009-10-08

Nobelpreis und FM4 Anthologie

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:34

Am Montag habe ich gehört, daß der Nobelpreis für Literatur diesen Donnerstag vergeben wird und dann nicht mehr viel darüber. Nur leselustfrust hat sich Philip Roth, als Preisträger gewünscht, damit die Spekulationen aufhören und heute gabs im Morgenjournal, die Information, daß es über die streng geheim gehaltene Juryinentscheidung regelrechte Wetten gibt und da ist Herta Müller in den letzten Tagen sehr aufgestiegen, bei Jean-Marie Gustave Le Clezio war das im Vorjahr ebenso.
Um halb acht gabs in der Programmvorschau, die Mitteilung, daß Herta Müller in der Sendung „Im Gespräch“ Gast sein wird. So war ich, als ich kurz nach eins bei Google schaute, nicht mehr überascht.
Herta Müller kenne ich natürlich und habe sie auch bei einer oder mehreren Lesungen gehört. Bei Literatur im März würde ich einmal schätzen oder war es in der alten Schmiede?
Ich hab auch einiges von ihr gelesen. „Drückender Tango“ und „Herztier“ steht in meiner Bücherliste.
„Atemschaukel“, bei dem es um die Lagerjahre eines jungen Mannes aus Hermannstadt geht, dessen Vita starke Parallelen zu dem 2006 verstorbenen Büchner Peisträger Oskar Pastior aufweist, ist meine Schätzung für den deutschen Buchpreises, der am Montag in Frankfurt vergeben wird.
Und heute gabs noch die Preisverleihung der jungen Literatur, die Präsentation der Wortlaut-Anthologie zum Thema Gold des FM4 Wettbewerbes, der mich ebenfalls in den letzten Tagen beschäftigt hat. Cornelia Travnicek hat den dritten Platz gewonnen und da wurden die Peisträger und Preisträgerinnen auch auf spannende Weise bekanntgegeben.
Am Dienstag begann es mit mit dem dritten Preis, gestern wurde Gregor Lochner bekanntgegeben, daß Martin Fritz den begehrten ersten Platz bekommen hat, wurde für heute terminiert, war aber schon bei der Amazon-Produkt-Beschreibung zu lesen.
Ich wollte eigentlich zur Lesung gehen, bin aber mit dem Korrigieren nicht fertiggeworden und mich dann wegen der vielen Jugend nicht so recht getraut. Also habe ich mir das Gespräch mit Herta Müller angehört, das Renata Schmidtkunz am Montag in Berlin aufgenommen hat.
Es ist viel um Oskar Pastior und das Buch „Atemschaukel“ gegangen und es ist auch spannend, wie das mit dem deutschen Buchpreis werden wird?
Die Jury befindet sich im Dilemma lese ich beim „Dünenwanderer“. Ich habe auch ein bißchen herumgegooglet, sehr viele Blogs beziehen sich schon darauf .
Lillyberry ist wieder erfreulich ehrlich, bekennt, sich bei Buchpreisen nicht auszukennen und auch von Herta Müller nichts gelesen zu haben. Sie fragt ihre Leser, ob sie das tuen soll? Ich würde es ihr empfehlen.
„Atemschaukel“ wird sicher ein großer Verkaufserfolg. Ich werde mir das Buch zum Geburtstag wünschen und hoffe nur, daß ich es nicht, wie den Tellkamp, doppelt bekomme.

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4 Kommentare »

  1. In meinem Alter stimmt es mich aus einem persönlichen Grund melancholisch, daß Thomas Pynchon nicht den Preis erhielt. War er doch der Autor, durch den mir als 21 Jährigen klar wurde, ich glaube das war 1977 in Indien, als ich das Buch V. in die Hände bekam, daß meine schriftstellerischen Ambitionen, so sehr ich mich auch mühen, quälen und auspressen würde, nie die Früchte tragen könnten, die ihm scheinbar mühelos in den Schoß fielen. Aber vielleicht ist es auch frevelhaft mein Scheitern an einem Großen, auch noch durch den Nobelpreis abgemildert bekommen zu wollen.

    Kommentar von Gerhard — 2009-10-09 @ 11:03 | Antwort

  2. Ja, einer oder eine bekommt ihn und so viele andere nicht.
    Mich berührt immer die Geschichte, die ich über Philip Roth höre, daß der Jahr für Jahr auf der Liste steht und sich an dem bewußten Donnerstag nicht aus dem Haus zu gehen traut und dann heißt es leider wieder nicht.
    Aber weiterschreiben, ich tue das auch!

    Kommentar von jancak — 2009-10-09 @ 11:15 | Antwort

    • Ich hab damals den Stift weggelegt und die Kunst mit der Religion getauscht. Vielleicht war aber auch die Lebensgeschichte Rimbauds, den ich damals sehr verehrte, Schuld daran mir mit 21 ein neues Betätigungsfeld zu suchen.

      Kommentar von Gerhard — 2009-10-09 @ 20:30 | Antwort

  3. Als Psychologin bin ich für das Weiterschreiben, wenn man es will und es für einen wichtig ist und vielleicht ist es auch ganz gut, sich für das andere zu interessieren, der eine hat Erfolg, der andere nicht, warum ist manchmal nicht zu verstehen, wenn man aber die Kreativität als Möglichkeit, der persönlichen Weiterentwicklung sieht, ist der Weg nach vorne wieder frei und man kann neidlos sagen, Herta Müller ist gut, ich aber auch.

    Kommentar von jancak — 2009-10-10 @ 09:23 | Antwort


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