Literaturgefluester

2009-10-15

Frankfurt im Wohnzimmer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:48

Heute also intensiver Frankfurt Tag, zwar nicht mehr ganz mit der Faszination des Neuen, die ich im Vorjahr bei meinem Home-surfing hatte. Es war auch nicht mehr so spannend, da beim Messe Blog die kleinen Filme mit den Insiderinformationen fehlen. Aber sonst das blaue Sofa und 3sat-Standprogramm, zwar ohne chinesische Autoren, was vielleicht an den fehlenden Deutschkenntnissen liegt. Aber Margaret Atwood und Tim Parks wurden auch auf Englisch interviewt.
Bei der chinesischen Literatur kenne ich mich also nach wie vor nicht aus, auch wenn ich mir auf den 3sat Seiten die Portraits und die Einspielungen anschaute, leider habe ich bei den 3sat Programmen, kein Bild dabei, was schwierig ist, wenn man das chinesische Leben kennenlernen will.
Ansonsten beherrscht, glaube ich, der Konflikt zwischen dem offiziellen und dem inoffiziellen China, die Buchmesse. Es gab Informationen, daß nicht viele Autoren gekommen sind, Herta Müller machte in ihrem Interview einige Bemerkungen, daß nur die Funktionäre mit den ganz braven Autoren zu sehen sind.
Nun ja, man kann nicht alles haben. Es war ohnehin sehr viel. So habe ich mich am Morgen noch ein bißchen an Lillyberrys Buchpreisdiskussion beteiligt, die das sehr kritisch sieht oder sich eine andere Auswahl wünscht.
Dann bin ich zum blauen Sofa hinübergewechselt und da gab es ein Bild, also ein bißchen Buchmessehintergrund mit Besuchern und Fotografen. So habe ich den Engländer Tim Parks kennengelernt und Margaret Atwoods Buch „Das Jahr der Flut“, die von einer sehr gesprächigen Moderatorin eingeführt wurde, die fast mehr als sie gesprochen hat. In dem Buch geht es darum, wie die Menschheit der ökologischen Katastrophe entgegensteuert und Leon de Winters Roman, „Das Recht auf Rückkehr“, das ein Zukunftsinventario einer sicherheitsüberwachten Welt zeichnete, hat ein ähnliches trostloses Thema. Dazu passte auch die Diskussion mit Ilija Trojanov.
Am 3-Sat Stand war um vierzehn Uhr Herta Müller und Lutz Seiler, der Bachmannpreisträger von 2007 hat mit „Zeitwaage“ einen Erzählband geschrieben, wo es um das Reisen, aber auch um den Zerfall der DDR und die Wendezeit geht, also wieder ein interessantes Thema. Georg Dietz Buch über den „Der Tod meiner Mutter“ habe ich schon gekannt, weil es Elke Heidenreich in ihrer Sendung vorgestellt hat und bei den ARD Standgesprächen habe ich Stephan Stolpes „Grenzland“, das auf der Shortliste stand, näher kennengelernt. Matthias Politycki hat mit seiner „Jenseitsnovelle“, ebenfalls ein interessantes Buch geschrieben, wo ein Sinologe seine tote Frau am Schreibtisch findet und aus ihren Notizen, die sie ihm hinterlassen hat, herausbekommt, daß sie ihn doch nicht so geliebt hat, wie er dachte und ein Wallraff Interview gab es bei den ARD Gesprächen auch . Also doch sehr interessant, auch wenn ich keine chinesischen Bücher aufzählen kann.
Beim Literaturcafe Podcast werden jedenfalls chinesische Gedichte vorgestellt, die Volker Klöpsch übersetzt hat und dort gibt es auch ein interessantes Buch von Herrad Schenk, das Anni Bürkl interessieren wird, nämlich „Die Heilkraft des Schreibens- Wie man sein Leben erzählt“, das die Erfahrungen mit Schreibkursen für älteren Menschen und deren Textbeispielen wiedergibt. Also sicher was gelernt und einige Trends erfahren, auch wenn das Wort mit den Bild diesmal nicht so ganz zusammenpasst und der Klatsch und der Tratsch vielleicht fehlte. Daß Argentinien im nächsten Jahr das Gastland ist und gestern 45.753 und heute 56.452 Besucher gezählt wurden, habe ich trotzdem erfahren.

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