Literaturgefluester

2009-10-20

Die Kriminacht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:29

Kaum ist die Frankfurter Buchmesse vorüber, gibts schon das nächste literarische Großereignis, nämlich die Wiener Kriminacht, zum fünften Mal, wie ich hörte und da diese hauptsächlich in Kaffeehäusern stattfindet und ich bekanntlich für einen kleinen Braunen oder ein Achterl nicht ein paar Euro zahlen will, habe ich mich davor bisher eher gedrückt.
Das heißt, ich war einmal im Radio Kulturcafe, bin dort bei der Tür gestanden, als Thomas Raab seinen ersten „Metzger“ präsentierte und bei Thalia Landstraße war ich bei einer Rossmann Lesung. Da wollte ich vorher reservieren, die sagten mir, brauche ich nicht, dann stand ich eine halbe Stunde vor drei mit Krimi Nacht T-Shirts für die VIPs reservierten Reihen, bevor ich mich setzen und das T-Shirt mitnehmen konnte. Ich trage es manchmal bei Veranstaltungen, so zum Beispiel in Vilshofen bei Passau, als ich für Ruth Aspöck, die Donauanthologien präsentierte.
Sonst hab ich sie versäumt. Nach dem Kofler Begräbnis war ich in der Hauptbücherei, bei einem Empfang vom Otto Müller Verlag. Wo ich voriges Jahr gewesen bin, weiß ich nicht mehr und diesmal habe ich mir gedacht, drück ich mich auch, der Alfred will ja am Montag immer ins Kino gehen und da waren wir schon lang nicht mehr. Er hat aber geglaubt, ich habe um sieben, die letzte Stunde und einen Film um neun ausgesucht und da ich schon um sieben fertig war und mir vorher das Programm angesehen habe, hab ich wieder einmal umdisponiert.
Denn das Programm, das Wien live sehr ausführlich präsentiert, ist schon vielfältig und von einigen Krimis habe ich bei meinen blauen Sofa Ausflügen schon gehört. So hat Harkan Nesser dort ja seinen neuen Krimi „Das zweite Leben des Herrn Roos“ vorgestellt und war in den EBS Entsorgungsbetrieben Simmering angekündigt und Friedrich Ani habe ich auch in einem Video gesehen. Der hat in der Hauptbücherei gelesen und dort wäre ich hingegangen, wenn Alfred nicht ins Kino wollte und dann gabs noch Georg Haderers neuen Krimi „Schäfers Qualen“ bei Morava in der Wollzeile. Sonst haben natürlich noch Claudia Rossbacher, Sabine Naber, Manfred Rumpl, Ernst Hinterberger, Thomas Raab, Alfred Komarek u.u.u. in den verschiedenen Cafes gelesen. Aber ich bin zu Morava in die Wollzeile gegangen, denn da ist sich der Film „Il Divo“ über das Leben des Guido Andriotti, noch ausgegangen. Sehr gut sogar, denn Georg Haderer hat sehr kurz gelesen und ist, wie der Buchhändler, bzw. die Frau vom Haymon Verlag, einführten, ebenfalls gerade aus Frankfurt zurückgekehrt.
Wenn man am Montag danach zu einer literarischen Veranstaltung geht, erzählen einem alle Leute, daß sie von dort zurückkommen. Im Vorjahr war das bei der Zwischenwelt Benefiz-Veranstaltung im alten Rathaus ebenso.
Ich bin sehr knapp hingekommen und natürlich alle Plätze besetzt, nur in in der ersten Reihe war noch etwas frei, so daß ich den jungen Autor gut gesehen habe.
„In Frankfurt war das Klima rauh“, hat der erzählt und wahrscheinlich deshalb so kurz gelesen und dann von den Marketingstrategien gesprochen, die er sich für sein Romandebut ausgedacht hat. Er kommt aus Tiriol, deshalb spielt der Hansi Hinterseer sicher eine Rolle. Dann hat er den Beginn, nämlich eine Szene, wo ein Sechzigjähriger um fünf Uhr morgens auf einen Berg steigt und dort ermordet wird, gelesen und das Kapitel, wo Polizeioberst Kamp in Wien, Inspektor oder Kommissar Johannes Schäfer zur Aufklärung hinschickt, weil man das der Soho Kitzbühel nicht zutraut. Dann durfte sich das Publikum auswählen, ob es Kapitel achtzehn oder dreiundvierzig hören will. Das Publikum schrie „Beide“, das war aber zuviel.
So wählte der Autor das aus, wo Johannes Schäfer vom Pfarrer und seiner Köchin zum Essen eingeladen wird und dort ein altes Fotoalbum durchsieht. Nachher gab es noch Wein, Brötchen und das Schokoladekonfekt, das es auch bei „Rund um die Burg“ gegeben hat. Ein sehr extravertierter Mann, der wie ein Altachtundsechziger ausgesehen hat, mir aber von den Börsekursen, die er immer liest, erzählte, hat mich angesprochen, so daß ich auch Unterhaltung hatte.
Ansonsten hab ich heute bei der Buch-Wien angefragt, ob sie mir wieder Gratis Eintrittskarten zur Verfügung stellen, ich blogge gern dafür.
Die Ohrenschmaus Sitzung wurde auf Freitag Vormittag verschoben und ich habe wieder ein bißchen die „Sophie Hungers“ korrigiert, da will ich ja bald fertig werden. Habe mich aber entschloßen, daß ich wahrscheinlich auf jeden Fall eine Pause einlege, um im November beim Nanowrimo Writing mitzumachen, denn die Idee, die ich dazu habe, ist schon ziemlich ausgeformt. Ein Episodenroman mit sieben oder acht Geschichten über das Schreiben oder das Bloggen könnte es werden, das ist sicher interessant.

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2 Kommentare »

  1. Wieso wollen Sie für einen kleinen Braunen oder ein Achtel Wein nicht ein paar Euro zahlen? Das ist doch normal, oder? Ich les auch, Sie kaufen Ihre Bücher aus der Ramschkiste. Leben Sie in so beengten Verhältnissen?

    Kommentar von Stefanie Dotzauer — 2009-10-24 @ 14:58 | Antwort

  2. Nicht wirklich, aber in Österreich ist es zum Glück noch immer üblich, daß der Eintritt zu den Lesungen gratis ist und dann praktiziere ich irgendwie schon die Haltung zum Konsumverzicht, weil ich nur so leben kann, wie ich will, aber das soll jeder halten, wie er möchte, ich schreibe das niemanden vor

    Kommentar von Eva Jancak — 2009-10-24 @ 23:25 | Antwort


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