Literaturgefluester

2009-10-21

Von Schreibstuben und Schreibschulen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:20

Zwei Abende zum Themenschwerpunkt literarische Praxis im Literaturhaus am Dienstag und am Mittwoch und da das ein sehr vielfältiges Thema ist, werde ich getrennt und nicht in einem Zug darüber berichten, auch wenn Alfred und der liebe Otto über meine Schreibflut stöhnen, aber da hat Peter Rosei gestern ja von einem Dichter erzählt, der in Wien herumgegangen ist und „Schreib nicht soviel!“, gefordert haben soll.
Am Dienstag ist es um das „Literarische Schreiben als diskreten Prozeß“ gegangen und da wurde eine Studie von Tasos Zembylas und Claudia Dürr vorgestellt, die literarische Fallstudien in actu untersucht haben. Als ich vor Beginn, das im Passagen Verlag erschienene Buch studierte, hatte ich gleich die ersten literarischen Erlebnisse. Einen sehr erzählfreudigen Peter Rosei nämlich, der von einem Berliner Fan oder einen Literaturwissenschaftler angesprochen wurde, der ihm eine volle Büchertasche zum Signieren entgegenhielt, auf dem Büchertisch lagen die neuen Rosei Bücher und der Autor stöhnte, daß man daran merken könne, wie alt man wird und schwärmte vom Nollendorferplatz, auf dem er sich öfter aufhält.
Dann gings los mit der Buchvorstellung, Peter Rosei und zwei jungen Frauen, nämlich Verena Rossbacher, die am Leipziger Literaturinstitut studierte und 2009 bei Kiepenheuer & Witsch mit „Verlangen nach Drachen“ einen fulminanten Debutroman hingelegt hat und Michaela Falkner, die ich schon bei der jungen Literatur gehört habe und die Schreibstudie, bei der die beiden Literaturwissenschaftler, den Schreibprozeß beobachtet haben, war überhaupt sehr interessant und neu für mich. Die haben nämlich nicht nur viele Interviews über das Schreiben geführt, sondern auch bei Peter Rosei, Verena Rossbacher, Michaela Falkner und Thomas Klupp, der mit „Paradiso“, als ehermaliger Literaturkursteilnehmer in Klagenfurt auch fulminant aufgetreten ist, den Schreibprozeß sehr intensiv mit einem Computersystem, wo alle Textverbesserungen beobachtet werden konnten und Schreibprotokollen, wo die Autoren mit einem Diktaphon darüber Auskunft gaben, ect., genau erforscht. Ich habe mich über diese Bereitschaft zur Offenheit sehr gewundert, gebe ich im Literaturgeflüster ja auch öfter Nachrichten über meine aktuellen Schreibprozeße und habe dabei das Gefühl ungewöhnlich offen zu sein. Aber in den Literaturinstituten lernt man offenbar genau das, denn Verena Rossmann erzählte, daß sie das zum Schreiben braucht und bedauert, daß die intensive Schreibbeobachtung nun vorüber ist.
Ganz habe ich ja nicht verstanden, wie man von den individuellen Schreiberfahrungen zu Verallgemeinerungen kommen kann und es wurde bei der Diskussion auch betont, daß jeder Schreibprozeß etwas Individuelles ist, es also Tausende, wenn nicht sogar schon Millionen Schreibprozeße gibt. Serafettin Yildiz, der im Publikum saß, hielt auch ein diesbezügliches Zusatzreferat, in dem er voller Euphorie von seinen Schreibprozessen berichtete, wo er mit dem Kind Text mißmutig schwanger bzw. spazieren geht und nachdem der Einfall bzw. die Geburt gelungen ist, voller Schwung durch die U-Bahn tänzelt, bzw. begeistert in der Nacht nach Hause schwebt.
Es ist aber interessant sich damit zu beschäftigen und dann kommen noch, darüber wurde nicht gesprochen, die literarischen Blogs dazu, die dem Staunenden ebenfalls interessante Einblicke in die literarischen Schaffungsprozesse geben können.
Beim Gläschen Wein, habe ich Christa Nebenführ gesehen, die auch viele Schreibkurse gibt und bekannter Weise ihre Schwierigkeiten mit mir hat, so daß ich ihr erzählen konnte, daß ich mein Mail Anfang September zurückbekommen habe und am Büchertisch gabs schon das Programm zur Buch Wien und Lesefestwoche und da wieder eine Enttäuschung, weil die Eröffnung diesmal nur mit Einladung zugängig ist. Ich habe am Montag ja bezüglich Gratiseintritt hingemailt, wenn ich eine Antwort bekomme, kann ich noch wegen Eröffnungseinladungen anfragen, wenn nicht, das Ganze von Außen beobachten, was auch interessant sein kann, habe ich ja ohnehin vor, mich im November intensiv dem Nanowrimo-Schreibprozeß zu widmen. Und da bin ich schon bei meiner Erfahrung mit einer Amazon Bestellung, die bei mir wieder sehr patschert abzulaufen scheint. Habe ich ja von der schreibwerkstatt.de einen Gutschein bekommen und mich für Claudia Rossbachers „Drehschluß“ entschieden, das zum Bestellungszeitpunkt noch nicht erschienen war. Also warten, als sich das verzögerte, brachte mich Jacqueline Vellguth auf die Idee, das Nanowrimobuch „No plot no problem“ zu bestellen, das auch nur 10. 50 kosten und diese Woche geliefert werden sollte, leider schrieb Amazon wieder „Verzögert sich!“ und als ich nachschaute, bekam ich heraus, daß hier das Buch plötzlich neu um 33, gebraucht um 22 Euro angeboten wird, also wieder umbestellen. Claudia Rossbacher ging nicht mehr, hat Alfred das Buch ja schon gekauft, nachdem sich die Autorin einschaltete und mitteilte, daß das Buch schon lang erhältlich und eine gute Wahl ist, so daß ich mich für einen anderen Wien live Krimi entschied, der schon erschienen und hoffentlich nicht vergriffen ist, so daß er wirklich nächste Woche kommt. Jetzt weiß ich, warum ich nicht bei Amazon bestelle, aber ich habe ja öfter Pech.

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