Literaturgefluester

2009-11-03

Zweiter Schreibetag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:44

Nach zwei Tagen Nanowrimo mein erster Schreibebericht. Es geht mir gut und schlecht. Denn ich bin inzwischen bei 7.957 Worten, wenn man auf das Teilnehmerlogo im blogroll tippt, kann man meine Profilseite sehen, liege also gut im Kurs und bei täglich 1667 Worten schon zwischen dem vierten und dem fünften Tag, bin aber damit unzufrieden, denn es geht mir, wie irgendwie meistens. Es kommt sehr schnell die Verzweiflung und „Das kann ich nicht!“, der Druck im Kopf und das Gefühl, nicht zu schaffen, was ich eigentlich ausdrücken will. Dabei steht ja in den Teilnahmebedingungen, daß es nicht um Qualität, sondern um fünfzigtausend Wörter geht. Die bringe ich schon zusammen, merke aber, mir geht es darum!
Ich sitze fest, lese „Es kann ja nichts passieren und nachher bist du stolz darauf!“ und merke das ist es nicht!
Andererseits habe ich mir den November bewußt als Einlassen auf eine neue Schreiberfahrung vorgenommen. Geplottet, wie die von der Schreibwerkstatt immer schreiben, hab ich nicht viel, nur eine eher vage Idee und ein paar Notizen vor ein paar Wochen gemacht. Die Idee hat sich auch in zwei Ideen gespaltet und zwischen diesen Ideen pendle ich derzeit hin- und her und denke manchmal, daß das Ganze kein Roman sondern eine Materialsammlung wird. Aber am Sonntag habe ich ziemlich euphorisch angefangen und die erste Szene auch flott vor mich hingeschrieben. Das Problem kam erst bei der dritten, weil ich merkte, so geht das nicht. In diesem Zeitrahmen ist ja nicht viel Zeit fürs ändern und das sollte man, wenn man sich an die Regeln hält, auch nicht. Aber dann wäre ich irgendwohin gekommen und hätte nur wüstes Material. Also habe ich am Montag Szene drei umgeändert, da lag ich schon bei 5100 Worten und dann noch drei Szenen geschrieben und jetzt passt es schon wieder nicht.
Ich denke, so komme ich nicht weiter, habe einige Ideen, wie ich es ändern könnte und auch zwei Gleise, wo ich hin will. Das eine ist eine Art Geschichtensammlung, wie etwa „Ruhm“ von Daniel Kehlmann, daran hatte ich in meinem Notizbuch gedacht, es dann aber mit einer fortlaufenden Handlung begonnen, die Geschichte mit der Quarantäne und der Schweinegrippe hineingenommen und auch die Ayten Akmaz, die nach Istanbul zum Begräbnis ihres Großvaters fliegt. Dann gibt es noch die Nobelpreisgeschichte und die verschiedenen Blogs, die ich einbeziehen will und das Ganze ist ein bißchen wirr und für neunzig Seiten, was ja in etwa fünfzigtausend Worte sind, zu groß angelegt. Also wieder die Qual der Wahl und das Feststecken, obwohl der Ansatz ein ganz anderer ist und dann gibt es natürlich auch die Idee von dem schönen Monat mit der komplett neuen Schreiberfahrung, aber die ist nur im Kopf, im Bauch lagern die bisherigen Schreiberlebnisse, als so festgefahren, daß es gleich in diese Richtung geht.
Ich habe mir gestern auch den Kalender angesehen und da ich ja meine Praxis habe, einige Fortbildungen neben all der Literatur, die im November auch noch kommt, werde ich nicht an allen Tagen schreiben können. Also ist ein Vorrat gut und so bin ich, als ich um fünf mit den Stunden fertig war, nicht, wie geplant ins Literaturhaus zur Gedenklesung 2009 gegangen. Im Vorjahr kann ich mich erinnern, habe ich das auch nicht gemacht, sondern die Nanowrimo-Blogs durchgelesen, jetzt habe ich mich mit Szene fünf und sechs sehr geplagt und bin mehr verwirrt als zufrieden, obwohl ich auf die siebentausend Worte stolz sein könnte, aber Quantität allein ist es doch nicht…
Noch etwas Lustiges ist passiert, ich habe Jacqueline Vellguth doch ein mail geschickt und mich bei meiner Blogadresse verschrieben, ein r vergessen und aus einem o ein i gemacht und sie ist bei einer Sexseite gelandet, auch sehr interessant, wo man hinkommen kann, wenn man nicht aufmerksam ist!
Ansonsten ist es interessant, das Anwachsen der Wortzahl der anderen zu beobachten, einer ist schon bei zwölftausend Worten, viele noch bei Null und wieder faszinierend, daß da tausende Leute auf der ganzen Welt sich hinsetzen und Romane schreiben von denen der Literaturbetrieb keine Ahnung hat. Einige werden zwar in den den nächsten Jahren bei den Verlagen landen und bei Wettbewerben eingereicht werden und ich wollte auch mein nanowrimo-novel als Übernächstes herausgegeben, aber ob es dazu kommen wird, bin ich mir jetzt nicht sicher.
Noch etwas Interessantes gibt es zu vermelden von den Ohrenschmauspreisträgern, da habe ich mir von dem Prosatext für den ich die Laudatio schreibe, die biografischen Daten schicken lassen und Sarah Lutschaunig von der künstlerischen Werkstatt Flip Flap von der die „Nachrichten im Fernsehen“ sind, ist zehn Tage jünger, als die Anna, während die Lebensberichtpreisträgerin schon einundachzig ist.

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1 Kommentar »

  1. […] quasi gegen sich selbst erfunden, mittlerweile ein weltweites „großes Ding“. Im Literaturgeflüster gibt’s Berichte von Eva Jancak, und „Writingwoman“ Petra A. Bauer hat sich dazu […]

    Pingback von NaNoWriMo « Texteundtee Blog — 2009-11-03 @ 11:59 | Antwort


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