Literaturgefluester

2009-11-05

Fünfter Schreibetag und Mayröcker-Lesung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:40

Das Naowrimo-Feeling schwankt hin und her, wie eine bipolare Depression. Heute geht es gut, morgen schlecht, bzw. umgekehrt und so habe ich Donnerstags geschrieben, wie geschmiert. Es gibt schon achtzehn Szenen und dreiundzwanzigtausend Wörter und ich habe bald erkannt, daß ich, um nicht literarisch zu verblöden, in die alte Schmiede gehen kann, wo Friederike Mayröcker ihren neuen Gedichtband „Dieses Jäckchen(nämlich) des Vogel Greif“ vorstellte.
Gestern habe ich das Buch Messen Programm vor Augen, dazu tendiert, alles abzusagen, zu Hause zu bleiben und zu schreiben, damit ich die Zielvorgabe schaffe. Aber eigentlich ist das nicht schwer. Wenn es nicht die Buch Messe, die Fried Tage, die Literatur im Herbst ect gäbe, käme ich locker auf die doppelte Menge oder wäre nächste Woche fertig.
Ich bin eben eine Vielschreiberin, die Idee muß natürlich vorhanden sein und die Schreibstimmung, der Kopf darf nicht leer sein, wie das zum Beispiel im Frühjahr war, bevor ich mit der „Krisenwelt“ begonnen habe.
Aber die Idee ein bißchen über Blogs zu schreiben und die Identitätsprobleme einer türkischen Sozialarbeiterin einzubeziehen, ist ja interessant. Insgesamt bin ich in einer guten Schreibstimmung. Das schnelle Dahinschreiben geht zwar nicht immer, das habe ich in den letzten Tagen gemerkt, daß es da Grenzen gibt, Material bzw. eine Gliederung braucht es schon und die fließt einmal leichter, einmal schwerer. So habe ich aus den drei Szenen Vorrat, die ich heute Morgen hatte, im Laufe des Tages locker sechs gemacht, am Nachmittag habe ich gesehen, ich werde fertig und kann in die alte Schmiede gehen. Jetzt weiß ich zwar wieder nicht wirklich weiter, außer der vagen Idee, daß ich dem Titel noch das „halb eins“ anfügen kann und die Geschichte am zehnten Dezember um halb eins, Datum der Nobelpreisverleihung enden lassen werde. Derzeit bin ich auf der Frankfurter Buchmesse, da passieren interessante Sachen und die Protagonisten treffen aufeinander, der Uni-Streik und die sogenannte Schweinegrippe spielen auch eine Rolle. Für einen Kurzroman eine schöne Themenvielfalt.
Die Personen sind nun alle eingeführt, morgen ist das literarische Geburtstagsfest, ab dann bleibt das Ganze höchstwahrscheinlich eine Woche liegen, dann muß ich die Handlung weiterführen…
Ich bin mit einem guten Gefühl und diesmal früh in die alte Schmiede gegangen, wo zum zweiten Mal in diesem Jahr, Friederike Mayröcker, die im Dezember fünfundachtzig wird, gelesen hat, aus einem Gedichtband, der einen seltsamen Namen trägt. Fast könnte man meinen, es wäre kein richtiges Deutsch und Kurt Neumann, der einleitete, hat von sehr realistischen Gedichten mit viel Alltagserfahrung gesprochen und gemeint, Friederike Mayröcker hat mit diesen Texten ein neues Ordnungssystem entwickelt. Für mich war die Art und Weise der Verwendung einer schönen Sprache für die ganz gewöhnlichen Alltagsprobleme einer alten Frau sehr faszinierend.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker

„Wenn der Schnee kommt, kommt der Schmerz, sagt die Physiotherapeutin“, beispielsweise und dann spielte natürlich E.J. und die Art und Weise, wie Kurt Neumann ihm am Friedhof nachgewunken hat und auch Bodo Hell eine Rolle.
„Diese Gedichte von Hermann Hesse, werden dir nicht gefallen“, las Friederike Mayröcker und alle haben gelacht. Nachher gab es viel Applaus und es war auch sehr voll, Bodo Hell, Herbert J. Wimmer, Angelika Kaufmann, Liesl Ujvary, ich habe es schon beschrieben, Friederike Mayröcker hat einen großen Kreis befreundeter Dichter,die wenn sie liest, in die alte Schmiede kommen, Marie Therese Kerschbaumer hat ihn auch. Ich habe aber auch Herrn Blaha im Publikum gesehen und konnte ihn an das Augustin Belegexemplar erinnern und da fällt mir ein, Cornelia Travnicek sucht ja ein Exemplar der Buchkultur Spezial und das scheint es nirgends außer bei Thalia Landstraße zu geben und ich habe gedacht, das ist das Gratisheft zum Nationalfeiertag, damit sich die Österreicher mit neuer österreichischer Literatur eindecken können, Weihnachten kommt ja bald.
Jetzt freue ich mich auf mein Fest und bin gespannt, wer aller kommt.

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