Literaturgefluester

2009-12-12

Ein Haus eine Spur ein Roman

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:35

In „Ein Haus eine Spur ein Roman“ von der Autorin Irene Wondratsch, als Faction, Mischung zwischen Fiktion und Fakten bezeichnet, zieht sich eine Fünfzigjährige nach einem Burn Out Syndrom in ein Haus an der Donau zurück und findet am Dachboden Manuskripte, Briefe, Gedichte, Tagebucheintragungen und beginnt sich in der Folge damit zu beschäftigen.
Im ersten Teil wird das Kriegstagebuch des jungen Sepp von der Protagonistin Monika gelesen, der, 1928 geboren, in einer St. Pöltner Arbeitersiedlung aufwächst, 1934 den Februarkampf erlebt, in der Hitler-Jugend sozialisiert und zuerst auch begeistert wird, von seinem Onkel dann den Rauch über Mauthausen gezeigt bekommt, bevor er sechzehnjährig einrückt, an der Mühlviertler Hasenjagd vorüberzieht, bevor er desertiert und danach noch die ältere Gerda bei der sozialistischen Jugend kennenlert.
Im zweiten Teil schreibt eine Großmutter aus St. Pölten der Lehrerin Gerda und ihren Kindern Briefe nach Wien, im dritten Teil wird aus Gerdas Familienchronik zitiert, ihr Vater war ein sozialistischer Bürgermeister, ihre Mutter in der Gewerkschaft tätig.
Monika beginnt zu recherchieren, während sie Apfelmus kocht, schwimmen geht, ihre Freunde einlädt und den Wanderer Hubert kennenlernt.
So fährt sie nach St. Pölten, läßt sich von Siegfried Nasko Festschriften zur Gedenkfeier zum 125. Geburtstag von Bürgermeister Hubert Schnofl zeigen, recherchiert bei Verwandten und beschließt einen Roman über die Familie zu schreiben. Am Schluß erfährt sie noch, daß Hubert, der Exfreund von Gerdas und Sepps Tochter Renate ist und eine neue Liebe beginnt.
So weit die Zusammenfassung dieser Faction, dem zweiten bei der Edition die Donau hinunter erschienenen Buch von Irene Wondratsch. Ich weiß natürlich etwas mehr darüber, war ich ja 2006 bei der Präsentation in der Arbeiterkammer und wir sind auch 2007 beide bei Ruth Aspöcks Donauradkarawane mitgefahren, wo Irene Wondratsch ihr Buch in Grein im Cafe Blumensträußel präsentiert hat.
Nämlich, daß die Autorin die Tochter von Sepp Tessar und die Enkeltochter des St. Pöltner Bürgermeisters ist und in diesem Buch auch die Gedichte und Texte ihres Vaters veröffentlichen wollte.
Ca. ein Drittel bis Hälfte des Buches sind auch Originaldokumente.
Eine interessante Veröffentlichungsform von Irene Wondratsch, die ja auch Leiterin von Schreibwerkstätten ist. Die Amerikaner würden aus dieser Faction sicherlich einen Thriller machen. Irene Wondratsch erfindet eine ausgebrannte Monika, die aus dem gefundenen Material einen Roman schreiben will.
Ansonsten gibt es zu vermelden, daß ich diese Woche viel zu Haus geblieben bin, gelesen und korrigiert habe. Die „Heimsuchung“ ein zweites Mal durch, da habe ich auch mit meinen Nanowrimoberichten, die ich so getreulich an Jacqueline Vellguth schickte, bei deren Verlosung ein Notizbuch und einen Schreibwerkstattkugelschreiber gewonnen.
Das neue etcetera, die Literaturzeitschrift aus St. Pölten, mit sehr schönen Illustrationen von Ilse Kilic und Fritz Widhalm übers Schreiben, ist gekommen und am Montag, den 14. sind die Ohrenschmaus Siegertexte in der Sendung „Texte“ in Ö1, für die die es interessiert.
Ich werde sie mir zwar nicht anhören können, denn da ist der Adventumgang, aber da ich mich diese Woche ein bißchen mit Literatur und Down-Syndrom beschäftigt habe: Es gibt da einen neuen Roman von Ludwig Laher „Einleben“ und der wurde am Freitag in den „Beispielen“, bei Ö1 vorgestellt und ist sicher interessant.

1 Kommentar »

  1. danke für die zwei sehr interessant klingenden literaturempfehlungen, habs mir mal vorgemerkt

    Kommentar von ofips — 2009-12-12 @ 22:59 | Antworten


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