Literaturgefluester

2009-12-14

Adventliches

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:28

Ich hab in der Hektik der letzten Wochen nicht geschrieben, der Advent ist eingezogen, die Praxiswohnung geschmückt, es gibt den Adventkalender von www. literaturcafe.de und den der Klaudia Zotzmann mit Bücher, Wiener Kaffeehäusern und einem Schaf mit Weihnachtsmütze und manchmal kann man das Kaffeehaus raten.
Es gibt jede Menge Gewinnspiele. Daß ich bei Jacqueline Vellguths Nanowrimo Parade den ersten Preis gewonnen habe, habe ich schon geschrieben, aber auch Dieter Ehrenreich vom Resistenzverlag hat mir gemailt, in der Sendung „Solid Gold“ wird ein aktuelles Buch besprochen, wer als erster den Autor nennt, bekommt ein Weihnachtsbücherpackerl. Da habe ich seit Jahren wieder einmal Ö3 gehört und bin zu spät gewesen.
Lillyberry hat ein tolles Weihnachtsbuch „The christmas train“ verlost und ich habe nichts gewonnen, Elisabeth Pratscher von leselustfrust liest schon seit Wochen sämtliche Weihnachtsbücher, die es gibt, Anni Bürkl rät zum Ghostwriting als Weihnachtsgeschenk und die Weihnachtsengel von der Zeitschrift Madonna, die ich durch die Buch-Wien im Probeabonennt beziehe, läßt einen für einen Tag Autorin sein, bzw. ein persönliches Schreibtraining bei Uschi Fellner gewinnen.
So kann man sich auf das große Fest einstellen, man kann aber auch beim Kulturspaziergang „Alles Gute- Adventwandern mit …“ durch den siebenten Bezirk spazieren und das tue ich schon seit einigen Jahren.
„Ob ich das seit Anfang mache?“, wollte Silvia Bartl von mir wissen. Nein, die ersten Umgänge habe ich versäumt. 2005 oder 2006, ich habe gerade am Wiener Stadtroman geschrieben, war im Cafe Engländer beim Jour fixe der Lesefrauen und bin danach ins Siebenstern gestoßen und ein paar Stationen mitgegangen und seitdem jedes Jahr.
Denn das ist wirklich toll, die Alternative zum herkömmlichen Punschtrinken. Man geht hinter drei Musikern nämlich Peter Rosmanith, Georg Graf, Joe Pinkl und Helge Hinteregger mit dem Megaphon, der ständig schreit „Keine Angst, das ist Kultur, es kann euch nichts passieren!“, von Station zu Station, hört ein bißchen in das aktuelle Programm hinein, ißt Lebkuchen oder Käsesemmeln, früher einmal gab es noch Würstl, trinkt Punsch und plaudert mit den Leuten, die man kennt. Diesmal gab es nicht so viele Bekannte, toll war es trotzdem. Es hat wieder in der Hauptbücherei um fünf begonnen. Das letzte Jahr wars ja hintenrum. Da hab ich gleich die Madeleine Reisner, die stellvertretende Bezirksvorsteherin begrüßt und ein junger Mann forderte energisch in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch zum Mitmachen beim Xmas in Afrika auf. Dann gings weiter in die Kaiserstraße zum Theater Spielraum zu „Emil wer?“ Das war ein jüdischer Schauspieler und Theaterdirektor, der einmal in der Siebensterngasse, in dem Haus, in das wir uns später begaben wohnte, nur leider zu spät aus Österreich bzw. der Ostmark wollte, jetzt bekommt er eine Gedenktafel und die wurde in den zwanzig Minuten szenisch vorgestellt.
Dann neu, das jüdische Theater in der Kandlgasse und das war lustig. Da wartete eine junge Frau vor einem alten Zinshaus, schleuste uns durch viele Gänge, sagte nur fünfundzwanzig Leute haben Platz, dann spielten ein paar junge Leute Klezmer, eine Frau mit Baby um den Bauch gebunden, es gab eine Videowall und die Mitteilung, daß die Vorstellung um sieben Uhr abend beginnt.
Es ging aber weiter ins Literaturhaus wo Cornelia Travnicek „Marasmus“, las, das ist die Herbergssuche über Eis- und Gurkerlessen, eine Schwangerschaft und einem Vater, der ein Arschloch ist, aus „Fütter mich“. Cornelia Travnicek bewunderte die ca. achtzig Leute, die durch die Kälte zogen, forderte zum Rum trinken auf und hat in ihrem Blog schon darüber berichtet und weiter gings in die Medienwerkstatt zu drei Kurzfilmen über Sport, einer davon war ganz lustig und auch sehr literarisch und dann ins Siebenstern, wo ein Gläschen Rotwein und Soletti warteten und Stephan Paryla kurz Anton Kuh gelesen hat. Dann gings in die Fleischerei, das ist das Theaterprojekt der engagierten Prinzipalin Eva Brenner mit einem diesmal sehr guten Programm, nämlich auf Achse 09 mexikana:Szenen vom Straßentheaterfestival Cervantino, wo Eva Brenners Gruppe im Sommer offenbar war und einen Text von Elfriede Jelinek zum Tod von Cheibani W. aufgeführt hat.
Der Punsch war hier sehr gut, ebenso der bei Mica, das ist der Musikraum vis a vis vom Amerlinghaus und da gabs ja ein Konkurrenzprogramm, nämlich unten die Wilden Worte mit Gabriele Petricek als Gast und oben in der Galerie den ersten Abend von xxxxxxx-small, bei dem heuer wieder Ruth Aspöck mitmacht.
Man kann nicht alles haben und zuviel splitten bringt nur Verwirrung, ist ja schon der Adventumgang ein ziemliches Durcheinander, so bin ich im Amerlinghaus nur aufs Klo und dann gleich ins Museumsquartier, wo es noch zwei Stationen gab, nämlich wieder eine Ausstellung im Architekturzentrum und im Tanzquartier. Sehr dicht, das weihnachtliche Alternativprogramm und soviel Punsch auf einmal, habe ich zuletzt vor einem Jahr bei „Alles Gute“ getrunken und natürlich habe ich etwas versäumt, nämlich die Ohrenschmaussieger, die in der Sendung Texte gebracht wurden, habe aber schon mit dem lieben Otto darüber gemailt und gestern mit Edith Ulla Gasser, bei der ich jetzt doch einen Sendungsmitschnitt meiner Ö1 Sendung bestellt habe und die hundertneunundfünfzig Euro Honorar sind inzwischen auch gekommen. Das war ein bißchen schwierig. Denn der ORF sandte dazu zwei Einschreibebriefe, stolperte über meinen Doktortitel bzw. Doppelnamen und wollte eine Heiratsurkunde bzw. Promotionsnachweis sehen. Dann hats aber doch ein bißchen weniger bürokratisch geklappt, obwohl das ja eine herrliche Szene für einen meiner nächsten Texte wäre und jetzt bin ich bestens auf Weihnachten eingestimmt und habe, da ich es, obwohl ich beim Weihnachtsstreß nicht wirklich mitmache, nicht schaffe, alle schönen Texte des neuen etcetera zu lesen, das Heft wenigstens als Kommentar zu meinen letzten Artikel „Und Nietsche weinte“, beziehungsweise als Reaktion auf Robert Eglhofer kurz besprochen, bzw. sehr gelobt, weil das wirklich ein sehr schönes Heft ist, wo man einen guten Einblick in die österreichische Gegenwartsliteratur bekommen kann. Wer also noch kein Weihnachtsgeschenk hat und eines braucht, dem ist es zu empfehlen…

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