Literaturgefluester

2010-01-05

Etcetera-Interwiew und mit Sprache unterwegs

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:14

Mein erster Erwerbsarbeitstag in neuen Jahrzehnt hat mit einer literarischen Begegnung begonnen, ist doch zu Mittag Robert Eglhofer mit seinem Aufnahmegerät gekommen und hat mir vorher die entsprechenden Fragen durchgegeben.
Wie ich zu St. Pölten und der literarischen Gesellschaft stehe? Was es über meine Bücher und das Literaturgeflüster zu sagen gibt? Zu den Zukunftsaussichten sind wir dann nicht mehr gekommen. Da stand schon die nächste Klientin im Wartezimmer, was aber nichts machte, denn über Zukunftsaussichten läßt sich nur bedingt Auskunft geben.
Von meiner Seite ist es zwar einfach. Ich werde schreiben, solange ich kann und mir was einfällt, von der anderen ist es schwieriger.
Denn da gibt es entsprechende Prognosen, daß nie etwas daraus werden wird und wenn ich noch so viel um mich schlage….
Warten wir ab, im nächsten oder übernächsten etcetera soll das Interview erscheinen und das ist schon etwas, obwohl der „Schokoladewettbewerb“ ist im etcetera 2/99, noch unter Doris Kloimstein erschienen und Robert Eglhofer hat auch eine schöne Rezension zum Wiener Stadtoman „Wie süß schmeckt Schokolade?“, die Titelähnlichkeit ist Zufall, es geht um ganz andere Sachen, geschrieben.
Bei drei Osterspaziergängen der literarischen Gesellschaft bin ich mitgegangen und die Kurzgeschichte „Harland-Stadt“ habe ich vor Jahren für eine St. Pölten-Anthologie, die Alois Eder machen wollte, geschrieben. Jetzt ist sie in den „Best of II“ Geschichten drinnen und ich habe vor langer langer Zeit einmal in der literarischen Gesellschaft gelesen.
Mit Manfred Wieninger hätte es sein sollen, aber der hat wegen seiner Plagiatsgeschichte kurzfristig abgesagt, er wollte sich damals nie mehr literarisch betätigen. So hatte ich nur wenige Zuhörer und die beiden Urgesteine des St. Pöltner literarischen Lebens, Günther Stingl und Alois Eder treffe ich manchmal auch.
So weit die Kurzzusammenfassung meiner St. Pöltner Literaturgeschichte. Genaueres wird man im etcetera lesen können und als meine Nachmittagsklienten gegangen sind, habe ich zu googlen angefangen und bin bei Christiane Zintzen fündig geworden, denn der ihr in/ad/ae/qu/at/ betreut ein neues Pojekt.
„Mit Sprache unterwegs“ heißt es. Zwar sollen da, wenn ich es richtig verstanden habe, zehn auserwählte Autoren und Autorinnen nämlich Christoph W. Bauer, Eugenie Kain, Radek Knapp, Martin Pollack, Sabine Scholl, Clemens Berger, Anna Kim, Lydia Mischkulnig, Peter Rosei und Doron Rabinovici, den Spuren Joseph Roths nachreisen und literarische Reportagen machen, die man unter http://www.mit-sprache.net oder bei Christiane Zintzen nachlesen kann.
„Ein tolles Projekt!“, habe ich gedacht.
„Leider bin ich nicht dabei!“ und „Macht ja nichts! Wofür gibt es das Literaturgeflüster!“
Ich habe zwar mit dem reiselustigen Alfred abgesprochen, daß ich 2010 nicht so viele Reisen machen will, aber nach Leipzig zur Messe, noch einmal in die hohe Tatra und natürlich nach Harland in die Sommerfrische soll es schon gehen und da werde ich, wie soll es anders sein, mit Sprache unterwegs sein und im Literaturgeflüster darüber schreiben!
Das ist ja das Tolle an den literarischen Blogs und ich habe Robert Eglhofer gestern auch erzählt, was man dabei alles erleben kann! Stammleser wissen es und etwas habe ich vergessen, nämlich, daß ich schon einmal ein neues Jahr mit einem literarischen Interview begonnen habe und zwar hat mich 2003 oder 2004, genauer weiß ich es nicht mehr, Anita C. Schaub für ihr Buchprojekt „FrauenSchreiben“ interviewt und das ist ein sehr schönes Buch geworden mit siebzehn oder achtzehn Interviews von schreibenden Frauen aus Österreich, beginnend mit Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Elfriede Gerstl, Barbara Frischmuth, bis zu Elfriede Haslehner, Barbara Neuwirth, Hilde Langthaler, Hilde Schmölzer, Eva Jancak und wem es interessiert, Christa Nebenführ ist auch dabei.
Vielleicht wird es wirklich ein tolles literarisches Jahr, eine Hiobsbotschaft, habe ich bei http://www.literaturcafe.de aber auch gefunden. Elke Heidenreich stellt ihre Internetsendung „Lesen!“ ein, weil sie, wie man dort sehen kann, zu wenige Zugriffe hatte, nämlich nur ein paar tausend.
Mein Literaturgeflüster hat fünfzig bis hundert pro Tag und ich bin sehr zufrieden. Da sieht man, wie verschieden man eine Sache betrachten kann und daß ich 2010 mehr über Gelesenes schreiben will, habe ich mir schon vorgenommen. Ein Buch pro Woche schaffe ich wahrscheinlich auch. Wer also einen Ersatz für seine Leseempfehlungen sucht, dem biete ich meine Besprechungen an. Ich lese allerdings, muß ich gleich warnen, meine SUBs herunter, also manchmal ganz alte, unbekannte Sachen. Aber das hat Elke Heidenreich auch getan. Ich erinnere nur an „Schau heimwärts, Engel“ und das war ein sehr gutes Buch.
Apropos Lesevorsätze, da habe ich meinen Wiener Badezimmerstapel neu geordnet und mit „Architektur einer Liebe“ von Evelyn Schlag begonnen und in Harland habe ich wieder eine Überraschung entdeckt, nämlich „Die Schopenhauer-Kur“ von Irvin D.Yalom. Das muß ich entweder aus einer Thalia Abverkaufskiste gezogen oder bei diesen Sprazener Kirchenflohmarkt gefunden und Robert Eglhofer abgekauft haben. Ich sage ja, SUBs sind für Überraschungen gut.

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4 Kommentare »

  1. na, da bin aber neugierig, wie die 10 dem roth folgen werden (wollen), da heißts sich anstrengen leute. danke für den hinweis. was ist denn ein SUB?

    Kommentar von ofips — 2010-01-06 @ 08:56 | Antwort

  2. Stapel ungelesener Bücher, dann gibt es noch den RUB (Regal ungelesener…) und den SAB (Stapel angelesener….), wie ich gestern durch Erdwurzelchen erfahren habe. Hast du soetwas zu Hause?

    Kommentar von Eva Jancak — 2010-01-06 @ 09:57 | Antwort

    • RUBs habe ich, fürwahr, ein wenig SAB (aus meinem RUB tu ich immer weglesen, der ist aber durchmischt mit WZBs – das sind dann wieder zu lesende Bücher.

      Kommentar von ofips — 2010-01-06 @ 23:58 | Antwort

      • Gratuliere, jetzt haben wir ein neues Kürzel bei diesen Internetwortverstümmelungen und Neuerfindungen, aber die WZBs sind auch sehr wichtig, nur leider wahrscheinlich viel zu wenig Zeit dazu, zumindestens denke ich mir das immer und räume eifrig um vom Regal ins Badezimmer und wieder zurück und was den hohen Anspruch bei dem Roth Projekt betrifft, natürlich, aber nicht davon hindern lassen, sondern es probieren, Sabine Scholl hat schon darüber geschrieben, daß das Reportageschreiben heute natürlich ganz anders, als in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts ist und dann noch etwas, es gibt da Briefe von Roth in denen er beschreibt, daß er den Alkohol braucht, weil er sonst nicht schreiben kann und dann ist er sehr elend daran gestorben, also seien wir etwas milder und lassen es auch die Nachfahren versuchen und es gibt noch eine elfte, denn ich werde es auch probieren und vielleicht einen zwölften, der Otto Lambauer heißt oder wäre das nichts für dich, als eifriger Roth Leser?

        Kommentar von Eva Jancak — 2010-01-07 @ 09:32


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