Literaturgefluester

2010-01-30

Eugenie Kain Gedenklesung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:37
Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Im Gartensaal des Volkskundemuseum gab es die vierte Volksstimmeanthologiepräsentation in Gedenken an Eugenie Kain, eine reine Autorinnenlesung mit Ruth Aspöck, Judith Gruber-Rizy, Elfriede Haslehner, Eva Jancak, Hilde Langthaler, Carina Nekolny, Lale Rodgarkia-Dara, Hilde Schmölzer und Simone Schönett.
Es war sehr spannend und sehr voll. Die zehn Reihen mit den je fünf Sessel besetzt und die Veranstaltung sehr schön angekündigt, mit einem großen Plakat vor dem Museumseingang und einen großen Büchertisch.
Die Familie Kain war anwesend, die Mutter, die Tante und eine gute Freundin, die KPÖ Granden, aber auch Rudi Lasselsberger, Silvia Bartl und viele Autorinnen.
Im Buch sind außer Eugenie Kain sieben vertreten. Es haben aber zehn gelesen und so war die Textauswahl eine Kombination mit Texten von Eugenie Kain, denen aus dem Buch und einigen neuen. So hat Carina Nekolny nicht auf dem Volksstimmefest gelesen und auch Simone Schönett habe ich noch nicht gehört.
Es hat aber gepasst und war eine wilde Mischung von linken Wörtern und Randgruppenliteratur.
„Randschriften“ heißt auch der Text, den Eugenie Kain für die Anthologie geschrieben hat. Mit dem Untertitel „Offenbar Radaubrüder.“
Ruth Aspöck hat ihn vorgelesen und Christoph Kepplinger wies in der Einleitung darauf hin, daß sich gestern bei dem Polizeieinsatz gegen die Burschenschaftsballdemonstration ähnliches abgespielt hat. Daß sich Eugenie Kain mit Rändern beschäftigt hat, ist bei der Lesung auch sehr schön herausgekommen.

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Ich habe mit Auszügen aus meinen Blogeinträgen, der Todesmeldung und den Bericht über die alte Schmiede Lesung im April begonnen. Da ist es ihr, hat mir die Freundin der Familie, die im Cafe der Provinz neben mir gesessen ist, später erzählt, sehr gut gegangen.
Ich habe bei der Lesung dagegen gestottert, weil ich nicht sicher war, ob die Blogauszüge zu verstehen waren.
Judith Gruber Rizy ist nach mir gekommen und hat mit „Vom Schwimmen in der Donau“, einen Text gelesen, den Eugenie Kain in Gedenken an Franz Kain geschrieben hat, der die Beziehung zwischen einem schreibenden Vater und einer schreibenden Tochter sehr gut beleuchtet hat. Die Bücher des Vaters hat sie nur heimlich und verstohlen gelesen und weil sie eine schlechte Schrift hatte, hat sie in den Ferien einen seiner Texte abschreiben müßen, statt mit ihren Freundinnen ins Schwimmbad zu gehen.
Interessant, daß hier die Erzählstimmen vom „ich“ zum „sie“ hinüberschwenken und die Ränder kommen auch natürlich vor. Auch bei Carina Nekolny, einer Linzerin, die eine Geschichte aus ihrem Buch „Stimmen/ Ränder“ gelesen hat, in dem es um die Anni Holzer aus der Schwedensiedlung gegangen ist, die ihren Bären in der Handarbeitsstunde total lässig gestrickt hat und dabei noch die coolsten Geschichten von einem reichen Onkel und einem Tierarztvater erfunden hat, über die sie selber lachen mußte.
Da sind mir die „Geschichten aus dem Kürnbergwald“ eingefallen.
Linz ist offenbar eine starke Gegend mit einer starken Sprache.
Hilde Langthaler hat auch ein paar Eugenie Texte gelesen, aus „Sehnsucht nach Tamanassent“ und etwas aus einem dieser Linz 09 Kataloge, während andere Eugenie Kain gar nicht gekannt haben. So Lale Rodgarkia-Dara, einen Text aus ihrem Romanprojekt gelesen, eine Globalisierungsgeschichte, wo es, wenn ich richtig verstanden habe, um eine Litauerin in Brüssel gegangen ist, die eine spritzig frische Sprache hat.
Linz war weit weg, um Ränder ist es trotzdem gegangen und das auch bei dem Text von Simone Schönett, der im Magazin zur „Kultur der Endlichkeit“ enthalten ist. Das Heft enthält Texte über das Sterben und hat mich sehr beeindruckt.
Ursula Knolls Text fällt auch in diese Kategorie.
Zwei sehr beeindruckende Stunden mit linken Wörtern, starken neuen Texten, neben den bewährten Anthologiebeiträgen und einem Abschiednehmen von Eugenie Kain, die sehr berührten.
Nachher ging es ins Cafe der Provinz, in die Maria Treu Gasse gleich nebenan und das hat auch mit Literatur zu tun, weil man dort nicht nur Crepes und Palatschinken, sondern auch die Bücher der Bibliothek der Provinz kaufen kann.
Am Schluß kommt wieder eine Todesmeldung. D. J. Salinger der Autor vom „Fänger im Roggen“ ist am 27. Jänner gestorben.

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