Literaturgefluester

2010-01-31

Sonntagsvergnügen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 19:19

Der leichte Schneefall heute morgen hat mich etwas irritiert, hatte ich doch geplant, da wir wegen der Eugenie Kain Gedächtnislesung das Wochenende in Wien geblieben sind, einen dieser Margaretenspaziergänge zu machen, den der read!!!ing room, der Raum der sogenannten Alltagskultur, den es seit 2002, in der Anzengrubergasse gibt, freundlicherweise jedes Monat bei Schönwetter anbietet.
„Das neue und alte Matzleinsdorf“, „Weibs.bilder“, „Über Siebenrunnen mußt du gehen“, heißen die Angebote, heute war das letztere dran, also bin ich nach zehn hingegangen und war sehr erstaunt, daß sich nach und nach über zwölf Personen einfanden.
Margareten ist sicher interessant und da ich seit 1997 in diesem Bezirk lebe und vorher schon in der Reinprechtsdorferstraße gearbeitet habe, weiß ich ein bißchen darüber, wie ich schon berichtet habe.
Frau Bezirksrat Steininger hat mich das erste Mal durch den Bezirk geführt, dann gabs die Troubles mit der Lesung in der Szene Margareten, die zu der Erzählung „M.M. oder die Liebe zur Germanistik“ führte. Da bin ich einige Wochen durch den Bezirk gegangen, habe recherchiert und fotografiert…
Anni Bürkl hat einmal über einen ihrer read!!!ing room Spaziergänge in ihren Blog geschrieben, zu Ostern zog das Lesetheater durch Margareten, da habe ich den read!!!ing room kennengelernt und inzwischen zweimal dort gelesen und heute der Spaziergang durch Margareten, die Nikolsdorfergasse hinunter und an dem Haus vorbei, das 1911 in einem zeitlosen Stil errichtet wurde, der Hofer hats renoviert, die Bären und die Flamingos sind immer noch zu bewundern, wenn es gelingt in das Haus hineinzukommen.
Gegenüber liegt das neue Hartmannspital, wo die Schwester Restituta zugehörig war und der Salingerpark, weil Rudolf Salinger seine Werkstätte gegenüber hatte.
Ansonsten gab es in Margareten einmal sieben Brunnen und keine direkte Verbindung in den ersten Bezirk und dort wo wir gegangen sind, waren die Spinner und die Weber zu Hause. Das Atelier eines berühmten Schneiders ist immer noch da und am Mittersteig gab es einmal eine Synagoge, das Schild das daran erinnert, ist an der Sonderjustizanstalt angebracht, weil die Hausbesitzer etwas dagegen hatten, es an ihr Haus zu tun und in der Siebenbrunnengasse 21 hatte Bernhard Altmann seine Zwirnfabrik, während seine Frau Adele, die, mit dem berühmten Klimt-Bild ist.
An der Ecke Zentagasse hat einmal die Familie Eckstein gelebt und einer der Eckstein Brüder war mit Bertha Diener, besser bekannt als Sir Galahad verheiratet. Die berühmten Frauen der Zentagasse werden aber erst bei der Frauenführung am 21. Feburar erwähnt.
Wir gingen also weiter bis zum Siebenbrunnenplatz und da gab es noch viel zu erfahren, die Geschichte eines öffentlichen Parkes, der sich durch Bürgerbeteiligung gebildet hat z. B. und über die Volkshochschule, wo ich erst am Montag war.
Es war also interessant und vieles neu, obwohl ich dachte, ich weiß schon einiges über Margareten. Also ist es gut, sich auch die beiden anderen Spaziergänge zu geben, mal sehen, ob wir am 21. 2. in Wien sind.
Dann gab es noch am Nachmittag ein interessantes Programm, nämlich im Filmmuseum den dritten Teil des „Film.Stadt.Wien.-Projektes“, nämlich den Hobbyfilm der Dreißigerjahre, das hat etwas mit der Ausstellung „Kampf um die Stadt zu tun“, deshalb haben wir auch die Renate Sassmann dort getroffen.
Zuerst gab es vier kurze Filme, die Familienaufnahmen meist von damals sehr bekannten Industriellenfamilien waren, die ihre Autos, ihre Badevergnügen, aber auch den Wiener Prater um 1940 filmten und dann gab es eine sogenannte Sensation, nämlich die Welturaufführung eines 1928 von einem Ottakringer Filmclub hergestellten einstündigen Kriminalspielfilms „Der grüne Kakadu“.
Hauptakteur dieses Filmclubs war der Rauchfangkehrermeister Franz Hohenberger, Regisseur und Hauptdarsteller und das Wirtshaus „Der grüne Kakadu“, in dem der Film spielt, wurde von einem Tischler im Hof der Familie aufgebaut und die Hausbewohner spielten mit, wie die Tochter erzählte und der Film war wirklich interessant und lustig. Viel gelernt über Wien und Christian Katt haben wir im Filmmuseum auch getroffen.

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