Literaturgefluester

2010-03-16

Zum Tag der Lyrik 2010

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:38

Hans Weigel hat, so hat Marianne Gruber, die Veranstaltung in der Gesellschaft für Literatur eröffnet, den ersten Mittwoch im März, zum Tag der Lyrik erklärt, um für die Lyriker, die die allerärmsten unter den Schriftstellern sind, ein Zeichen zu setzen. Die Gesellschaft für Literatur setzt aber im gesamten Monat März mit mehreren Veranstaltungen Zeichen, einige davon habe ich bereits versäumt, zu der mit Barbara Hundegger, Christoph W. Bauer und Robert Schindel, der die beiden für den Priessnitz Preis vorgeschlagen hat, moderiert von der Haymon Pressereferentin Gerlinde Tamerl, bin ich gegangen.
Es gibt noch nächste Woche, die Lyrik im März GAV-Veranstaltung im Universitätscampus und der Literaturkreis Podium gibt zu diesem Anlaß seit Jahren einen Folder mit Gedichten seiner Mitglieder heraus, den ich mir regelmäßig hole und auch nach Leipzig mitnehmen werde. Ich habe in meiner Büchersammlung einige ungelesene Lyrikbände, die ich endlich lesen sollte, wie Axel Karners „Lissabonner Gedichte“, der auch in der Podiumsbeilage enthalten ist, Mircea Lactatus „rund um meine eltern eine burg“, den mir Christa Stippinger freundlicherweise letztes Jahr geschenkt hat oder O.P.Ziers „Vom Diesseits der Wünsche jenseits ihrer Erfüllung“, von einem dieser Büchertürme, was ich mir zwar immer vornehme, dann aber igendwie nicht schaffe. Ich bin eben nicht nur eine Prosaschreiberin, aber an Literatur generell interessiert, mit einem Blick über den Tellerrand…
Es war im Palais Wilczek nicht sehr voll, als ich meine Lesungszettel ausgelegt habe, Marianne Gruber hat mich freundlich begrüßt. Barbara Hundegger kenne ich aus der GAV und von den Fried Tagen 2009, der Name Christoph W. Bauer war mir auch bekannt, daß beide Priessnitz Preisträger sind, war mir nicht bewußt, obwohl ich in den letzten Jahren ziemlich regelmäßig zu den Preisverleihungen gehe, er ist aber, glaube ich, kein reiner Lyrikpreis. Den Namen Gerlinde Tamerl kenne ich ebenfalls, denn dorthin habe ich vor einigen Wochen gemailt, als ich Ludwig Lahers Buch haben wollte. Seither bekomme ich die Haymon Einladungen und Haymon und Skarabaeus gehören offenbar zusammen, denn Barbara Hundegger „schreibennichtschreiben“ ist bei Skarabaeus, Christioph W. Bauers „Schweben im Kopf“ bei Haymon erschienen.
Aber der 1968 in Kärnten geborene Christoph W. Bauer hat aus einer Menge Gedichtzyklen gelesen und eine sehr poetische Sprache. Barbara Hundeggers Lyrik ist dagegen sachlich klarer und bei „schreibennichtschreiben“ geht es über ihren Schreibprozeß. So hat sie sich in der Einleitung sehr gesellschafts- und sozialkritisch geäußert und beklagt, daß es speziell Dichterinnen schwer haben, weil die zwanzigjährigen Ziehsöhne, den Wert der Lyrik nicht so sehr verstehen und verlangen, daß man immer Zeit habe, wenn sie sie brauchen, sie sonst aber eh immer schreiben könne. Und bei einem Poet Congress in Bratislava lauter arme Dichter zu treffen, ist auch kein erhebender Anblick, wie es auch der nicht ist, zu einer Lesung eingeladen zu werden und dann sitzt niemand im Publikum, als ein paar Verirrte, Mitgekommene, heimlich Schreibende und der Veranstalter.
Diesmal war es nicht so arg, da hat Ludwig Laher weniger Zuhörer gehabt und außerdem habe ich einige Bekannte, wie Andreas Renoldner, Sabine Gruber und den Lehrer gesehen, der nachher immer zum Signieren kommt. Gerlinde Tamerl hat sehr interessante Fragen gestellt, die, wieso man schreibt, zum Beispiel, was eine Frage ist, die Cornelia Travnicek nicht mag. Diese Dichter hatten damit kein Problem und sie auch beantwortet. Robert Schindel damit, daß er damit erklärt, warum er da ist und wenn dann ein paar Leute etwas davon haben, ist das auch sehr schön und das Schreiben ist für ihn die Erlaubnis, sich von den Kommunikationsangeboten dieser Welt zurückzuziehen. Er setzt sich mit einem Block ins Cafe und ist für die anderen unansprechbar, während sich Barbara Hundeggers Ziehsohn nicht an dieses Signal hält. Der Bezug zu Priessnitz wurde von den Priessitzpreisträgern erfragt, worauf Barbara Hundegger meinte, daß sie dadurch dem Dichter nähergekommen ist. Priessnitz und auch der Lavant, die sie erst dadurch verstanden hat, vorher hat sie sie für eine bigotte Dichterin gehalten. Da muß ich natürlich ätzen, daß dann vielen die Chance, die Dichter zu verstehen, genommen wird, außer sie gehen zu den Lyrikveranstaltungen und hören als heimlich Schreibende zu und das Gedicht, hat Robert Schindel, die letzte Frage noch beantwortet, ist kein Gewinnst und kein Gedummst.
Nachher noch die Bücher am Büchertisch durchblättert und nun geht es nach Leipzig, wo ich wahrscheinlich auch einigen Lyrikern begegnen werde.
Cornelia Travnicek liest am Sonntag dort, allerdings aus „Fütter mich“, vorher ist sie noch im Stift Melk bei einer Buchpräsentation des Altabts exklusiv eingeladen. Jacqueline Vellguth und die Schreibwerkstatt treffen am Samstag in der Glashalle zusammen. Anni Bürkl teilt am Freitag mit ihrem Autorenstammtisch um 15.30 bei der Fantasyinsel Süßigkeiten aus und hat mich gebeten, daß ich auf ihren Krimiworkshop nächsten Dienstag in Lhotzkys Literaturbuffet, weitere Informationen auf: www.texteundtee.at, hinweisen soll.
Ansonsten werde ich mich wahrscheinlich im Wiener Kaffeehaus aufhalten und Leute treffen, die ich auch hier sehen könnte, vielleicht aber auch beim blauen Sofa sitzen, ect.
Eine Woche gibts jetzt kein Literaturgeflüster, dann werde ich davon erzählen.

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1 Kommentar »

  1. Danke fürs Erwähnen. 🙂
    Ich lese auch am Samstag und zwar im Rahmen einer „Ladies Crime Night“.
    Mehr Infos: http://texteundtee.wordpress.com/2010/02/23/wiener-autorenstammtisch-goes-leipzig/

    Kommentar von texteundtee — 2010-03-17 @ 12:10 | Antwort


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