Literaturgefluester

2010-03-23

Föhnlage

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:11

„Föhnlage“ von, wie auf der Buchrückseite steht, bekannten Münchner Musikkabarettisten Jörg Maurer, ist ein Alpenkrimi mit Athmosphäre und schwarzen Humor.
Ich habe ihn vor ein paar Wochen im offenen Bücherschrank gefunden und mir gedacht, das passt als Lektüre für eine Reise durch Bayern nach Sachsen.
Das Buch dessen Titelbild und jedes Kapitel ein näckisches Hirschgeweih ziert, spielt in einem idyllischen bayrischen Alpen-Kurort und beginnt mit der Einleitung, daß den Menschen wegen des Föhneinfluß alles zuzutrauen ist und sich das auch strafmildernd auswirken muß und hat…
Dann kommt das Begräbnis eines Frantisek Hovorcovicka und ein Kurkonzert der Skandalpianistin Pe Feyninger zu dem der Trainer Ingo Stoffregen joggt, um sich dort mit einer Gaby zu treffen. Er kommt zu spät, wird von dem sächsischen Platzanweiser Eugen Liebscher zu seinen Platz geführt, der dann aber, weil er von der Dachluke eine Kalaschnikow hinunterzielen sieht, die zwar nur eine Anscheinwaffe ist, auf das Dach verschwindet, um von diesen auf Ingo Stoffregen zu stürzen und ein Blutbad zu entfachen. Das Konzert wird unterbrochen und weil sich im Saal die gesamte Ärzteschaft des Klinikums befindet, beginnt eine langatmige Schilderung der Verwirrung, in der sich die HNO-Kur und Chefärzte auf die Verletzten stürzen und nicht wissen, wie sie helfen sollen. Dr. Bianca Wallmeyer verliert sogar den Verstand dabei.
Dann gibt es noch das Ehepaar Grasegger vom Beerdigungsinstitut Grasegger, das sich ihr Geld, um die zwei Kinder auf Eliteschulen zu schicken, durch Doppelbeeerdigungen, beziehungsweise dem Verschwinden von Leichen verdient.
In dieses Wirrwarr kommt Kommissar Jennerwein der an einer seltsamen Bewegungsstörung leidet mit der Polizeipsychologin Maria Schmalfuß um den Fall aufzuklären und tut das sehr bedächtig.
Die Dachluke aus der der sächsische Platzanweiser stürzte und ein USB-Stick mit verschlüsselten Daten spielen auch noch eine Rolle.
Es kommt zu einer Verfolgungsjagd mit einem falschen Trachtler und am Ende stürzt Komissar Jennerweil, der eine falsche Fährte legen wollte, aus der Luke während eines zweiten Konzerts.
Man erfährt auch anderes bei der bedächtig skurillen Erzählweise des bayrischen Kabarettisten, nämlich, daß Richard Strauss in Garmisch-Partenkirchen lebte und im Anhang ist der Text des berühmten Liedes vom Wildschützen Jennerweil abgedruckt.
Der Fall wird aufgeklärt, das Beerdigungsinstitut brennt ab und der unauffällige Kommissar, den inzwischen alle kennen, erfährt zwar nicht, was es mit seiner Bewegungsblindheit auf sich hat, beschließt aber doch, sich Maria Schmalfuß anzuvertrauen und einen Tisch für zwei Personen im Restaurant Pinocchio zu bestellen, was am am Anfang der Geschichte schon Ingo Stoffregen für sein Rendezvous mit Gaby machte.

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