Literaturgefluester

2010-04-12

Terminkollisionen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:55

Heute war der Tag der Doppelverpflichtungen, nämlich um 15 Uhr die Vobereitung zur Kunst und Kulturmesse, die am 1. und 2. Juni im Amtshaus Margareten stattfinden wird und das Kennenlernen der neuen Jurymitglieder vom Ohrenschmaus um 15 Uhr 30 im Parlament. Da die Einladung ins Amtshaus früher gekommen ist, habe ich dem Franz Joseph Huainigg etwas später oder morgen vorgeschlagen, war aber nicht zu verschieben, es soll aber im Juni ein Jurorentreffen mit Ludwig Laher und Felix Mitterer geben und so bin ich vor drei in die Schönbrunner Straße marschiert. War trotz der blumigen Worte und der Witze des Herrn Bezirksvorstehers, das akademische Viertel, weiß oder rot, hätte der Qualtinger gesagt, irgendwie ernüchternd, denn auf Grund der Wünsche der vorjährigen Nachbesprechung soll die Veranstaltung diesmal an zwei Tagen stattfinden, nämlich am 1. Juni von 18 – 22 und am 2. Juni von 10 – 18.
Programm also Lesungen, soll es nur am 1. Juni geben, die Frau Rökl wird nicht mehr moderieren, sondern wahrscheinlich der Herr Bezirksvorsteher und die Lesungen sollen nicht länger als fünfzehn Minuten dauern, um die Rundgänge nicht zu stören und werden auch nicht mehr Nonstop, sondern in Intervallen mit Pausen stattfinden. Es waren ohnehin nicht so viele Leute da, die nur lesen wollten. Die meisten waren bildende Künstler, außer der Elisabeth Chovanec habe ich niemanden gekannt. Ich habe mich für eine Lesung angemeldet, für den Dienstag einen Büchertisch bestellt und bin nun sehr gespannt, die Veranstaltung im Vorjahr und der gute Besuch wurden jedenfalls gelobt.
Den Sektempfang versäumt und noch Zeit genug mich meinen Korrekturen zu widmen, da am Abend wieder die Wilden Worte im Amerlinghaus waren. Ich hatte mir zwar die Lesung mit dem Erwin Riess „Herr Groll und der rote Strom“ in der alten Schmiede angemerkt, aber im Amerlinghaus war Andreas Unterweger Gast mit seinem Roman „Wie im Siebenten“, von dem ich schon viel gehört habe und der im letzten halben Jahr fast, wie ein Kultbuch gehandelt wurde. Also habe ich die alte Schmiede versäumt. Es war aber sehr leer im Amerlinghaus. Sechs Besucher habe ich gezählt, zwei waren die Andrea Stift und die Uli Makomaski und das Buch scheint sehr interessant. Ein Roman, der aus lauter Abschnitten besteht, die klingende Namen haben, wie „Etwas Großes“, „Etwas Wichtiges“ und das Leben in einem kleinen Zimmer im siebenten Bezirk von Judith und dem Ich Andreas schildert, einem einfachen Leben, wie im siebenten Himmel, zu dem nichts als das Schreiben des ersten Buches und das Gitarre spielen gehört, das sich aber trotzdem mit dem Verhungern, dem Sterben und dem Krieg beschäftigt und im letzten Kapitel, das Andreas Unterweger vorgelesen hat, von nichts als der Liebe handelt und einem Kinderbuch mit zwei Hasen, die sich diese bis zur Erschöpfung ausmessen.
„So groß, wie bis zum Mond und zurück…“
Ein Buch in einer sehr bedächtigen Sprache, mit vielen Wortwiederholungen und einigen Zeichnungen, so sind, wie ich beim Durchblättern gesehen habe, Regentropfen auf der Seite eingezeichnet, wo es um den Regen geht, also etwas ungewöhnlich und ein neuer Ton.
Leselustfrust hat es nicht besprechen können. In der Diskussion erzählte Andreas Unterweger, daß er ein halbes Jahr in einem alten Haus im siebenten Bezirk mit Klo auf dem Gang gelebt hat, jetzt lebt er am Land und er spielt noch Gitarre.
Danach gab es wieder Wunschgedichte, die freie Wildbahn blieb verschwunden, ich habe mir ein Gedicht zum Frühlingserwachen mit den Worten „Rotstilzchen“ und „Bärlauch“ gewünscht und Richard Weihs deutete so etwas an, daß er dabei ist, die Wunschgedichte zu veröffentlichen, was sicherlich auch spannend ist.
Am Nachhauseweg habe ich noch die Elke getroffen, mit deren Tochter, die Anna in die Schule gegangen ist, die mir erzählte, daß sie jetzt einen orientalischen Ausbildungslehrgang macht und sich seither nicht mehr so Literatur interessiert, wie sich alles ändert, habe ich sie ja früher oft in Literaturveranstaltungen getroffen.

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1 Kommentar »

  1. […] Büchertisch wurde leer gekauft, dieses kleine YouTube-Video wurde gedreht, dieses Literaturgeflüster erklang, und die anwesende I.P. (das V. wird schon noch kommen) hat dem Autor immerhin ein kleines […]

    Pingback von Amerlingbeisl « Andreas Unterweger — 2010-04-14 @ 20:39 | Antwort


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