Literaturgefluester

2010-06-06

Brunch im Hotel Strudlhof

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:45

Aufmerksamen Lesern wirds nicht entgangen sein. Letzte Woche gabs kaum Literaturveranstaltungen. Am Montag hatte ich zwar was eingetragen – „Jubiläumsbibliothek für Brigitte Salanda“ in der Alten Schmiede, aber dann wollte ich zur Diskussion über die neue WU und bin letztendlich über meiner Abrechnung gesessen.
Am Dienstag war die Margaretner Kunst- und Kulturmesse, da gabs bekanntlich nicht so viel Literatur, am 21. ist eine Nachbesprechung, wo ich nicht weiß, ob ich hingehen soll, denn wenn ich sage, ich will einen größeren Raum für die Literatur plus Honorar, wirds den Bezirksvorsteher nicht sehr rühren, andererseits lese ich ja gern und interessiere mich auch für die Sachen der anderen.
Den Rest der Woche hatte ich nur wenige Stunden und am Donnerstag war überhaupt ein Feiertag. Ich habe nachgesehen, ob es am Mittwoch oder Freitag etwas gibt, habe aber außer, daß die El Awadalla bei der Kettenbrückengasse für die KPÖ die Bittbriefe vorgelesen hat, die sie bekam, nachdem sie die Million gewonnen hat, nicht viel gefunden. Die Kulturprogrammeinsparungen sind offenbar schon spürbar.
Also bin ich zu Hause geblieben und habe mit dem Fehlerteufelchen gekämpft, das mich mit der Frage, ob das jetzt Kapitel oder Kapiteln heißt, manchmal zur Verzweiflung brachte.
Dafür ist der „Heimsuchung“ – Korrekturausdruck gekommen und die ersten Fotos für das „Mimi“-Cover sind gemacht. Ich hab auch viel gelesen, die ganze „Bücherdiebin“ und natürlich einige Blogs, so hat leselustfrust einige literarische Wien-Führer entdeckt und liest jetzt die „Strudlhofstiege“.

Da kam dann die sonntägliche Einladung zum Geburtstagsbrunch „Zwanzig Jahre Psychotherapiegesetz“ im Hotel Palais Strudlhof gerade richtig. Zwar war das keine literarische Veranstaltung, aber als die Konferenzräume des Hotel Palais Strudlhofs, noch die Gewerkschaftsakademie waren, bin ich einige Jahre am Donnerstag im vierzehntägigen Rhythmus zur Schreibwerkstatt mit Eveline Haas gegangen und dort einiges Interessantes erlebt und einige interessante Schreibimpulse, bishin zum „Literarischen Leben der Dora Faust“ bekommen. Das Hotel Palais Strudlhof, liegt ja an der berühmten Stiege und nachdem Leselustfrust die „Wiener Literatur Schauplätze“ besprochen hat, habe ich Anna Lindners literarische Entdeckungsreisen hervorgeholt und noch einmal durchgesehen.
Als mir der Alfred das Buch vor eineinhalb Jahren aus dem Souveniergeschäft in der Kettenbrückengasse oder von wo auch immer brachte, habe ich das Buch durchgeblättert und die Kurzbeschreibung der fünfundfünfzig Literaturschausplätze für die Auftragsarbeit einer Studentin gehalten, die noch dazu mit meiner Tochter Anna in dieselbe Klasse gegangen ist. Ein Buch für den schnellen Bildungstouristen halt. Nach fast zwei Jahren Literaturgeflüster ist mir viel interessant erschienen und so habe ich das Büchlein am Morgen in die Tasche gesteckt und zum psychotherapeutischen Frühstück mit Alfred Pritz, Gernot Sonneck, Gerhard Stumm, Heiner Batuska und wie die anderen Pioniere heißen, die uns in den Genuß des Psychotherapiegesetzes brachten, mitgenommen.
Da fällt mir doch ein Literaturbezug ein, zumindest habe ich an einem meiner Geburtstagsfeste in der Reinprechtsdorferstraße, 1993 oder 1994 war es wohl, nicht aus meinen Texten, sondern aus einem Briefwechsel gelesen, den ich mit dem damaligen Ärztekammerpräsident, Gernot Sonnek und dem ÖBVP über die Frage, ob auch ein Nichtmediziner Psychotherapie machen und dann noch dasselbe Honorar bekommen soll? geführt habe, was sehr lustig oder auch sehr traurig war. Die heutige Geburtstagsdiskussion war dagegen lehrreich und auf dem Weg in die Strudlhofgasse bin ich auch an einigen Literaturschauplätzen vorbeigekommen.
So ist, wo die Operngasse in den Esperantopark mündet, der Ausgangspunkt für die berühmten „3. Mann Kanaltouren“ und da standen die Führer schon startbereit und vis a vis beim Cafe Museum, das jetzt renoviert wird, leuchtete der Friedrich Torberg groß und wuchtig von der Fensterscheibe. In der Herrengasse sitzt der Peter Altenberg im Cafe Central und die Gina Kaus hatte ihren Zirkel im Cafe Herrenhof.
Die Psychotherapeutischen Reminiszenzen waren interessant und das Brunch sehr gut mit kleinen Vorspeisen, warmen Hauptspeisen, Cafe und Kuchen. Nachher bin ich bei dem wunderschönen Wetter noch die Strudlhofstiege hinuntergegangen und habe mich mit dem Buch auf eine Bank gesetzt. Den berühmten Roman habe ich nicht gelesen, nur die „Dämonen“ im Sommer 1977, als ich in die Otto Bauergasse gezogen war und am Freitagabend mit dem Willi in den Volksgarten tanzen ging, obwohl ich gar nicht tanzen kann. Die Strudlhofstiege feiert heuer ihren hundertsten Geburtstag und den Translatio, den Übersetzerpreis, der anläßlich des Bachmannslesens in Klagenfurt vergeben wird, ergeht an eine Holländerin, die die „Strudlhofstiege“ ins Niederländische übersetzte und Anna Lindner hat, wie mir die andere Anna schon länger sagte, inzwischen auch einen Wiener Krimi Führer geschrieben.
Das wars von der letzten Woche, zum Lesen habe ich „Shanghai Baby“ angefangen, das auch in der Schachtel vor dem Wien-Souveniergeschäft in der Kettenbrückengasse lag und nächste Woche gibts mehr Literaturveranstaltungen.
„Die Heimsuchung“ wird wahrscheinlich geliefert werden, ich hoffe die Korrekturen zu schaffen und als kleine Vorschau ein paar Fotos aus der Cover-Werkstatt.

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