Literaturgefluester

2010-06-27

34. Bachmannpreis

Filed under: Uncategorized — jancak @ 17:08

Das Wochenende war von einigen Komplikationen und Hindernissen gekennzeichnet, die auch ein bißchen die Bachmannpreisdiskussion beieinträchtigt haben. So sind wir in Wien geblieben, weil wahrscheinlich durch mein eifriges Badewannenlesen, das Badezimmer ausgemalt werden mußte. Der Alfred hat das gestern getan und als ich am Nachmittag meinen Blogartikel geschrieben habe, ist das Kabel meines Laptops endgültig kaputt gegangen und hat nicht mehr aufgeladen. Was mich in Panik versetzte, wollte ich ja die Preisverleihung sehen, darüber bloggen und morgen habe ich zwei Befunde zu schreiben.
Der Alfred hat mir ein Ersatzkabel aus der WU geholt und so sitze ich erst jetzt, während rund um mich die Leute vor den Fernsehgeräten hocken und „Wir haben ein Tor!“, schreien, auf der Terrasse unterm Sonnenschirm und denke, daß das Bachmannpreisverfolgen voriges Jahr in Harland mit der anschließenden Radfahrt bis Herzogenburg und dem Grillen etwas gemütlicher war, aber jetzt stimmt wieder alles und mit der Preisverleihung hat es auch fast so gepasst, wie vohergesehen. Da wir ein Computerhaushalt sind, konnte ich mir die auf Alfreds Laptop ansehen und da war die in Klagenfurt ermittelte Shorliste zwar ein bißchen anders als erwartet, nämlich Peter Wawerzinek an der Spitze, Dorothee Elmiger, Aleks Scholz, Judith Zander, David Metzger, Sabrina Janesch, Christian Fries und schon wieder kein Österreicher oder Österreicherin darin enthalten. Auch Verena Rossbacher ist aus der engeren Wahl herausgefallen, was anschließend sehr bedauert wurde.
Dann kam die Wahl bzw. Stichwahl um den Bachmannpreis und da stimmte die vorher bekanntgegebene Reihenfolge vollständig, nämlich Wawerzinek gegen Elmiger, der den Preis gewonnen hat.
Als nächstes kam der Kelag Preis und hier wurde Elmiger gegen Scholz gestimmt, Dorothee Elmiger hat gewonnen und beim 3 Sat Preis ging es Zander gegen Scholz, die Preisträgerin heißt Judith Zander und die Riesenmaschine.de hat erst für den Ernst Willner Preis gereicht, allerdings hat die, da Aleks Scholz ein Mitarbeiter ist, sein Profil nicht ermittelt und wer diesen Preis bekommt, muß ich erst nachschauen, aber möglicherweise Dorothee Elmiger, denn die lag am Freitag mit drei Punkten vorn.
Dann kam der Publikumspreis und hier hat das Publikum wieder so wie die Fachjury gestimmt, wobei ich ja glaube, daß die Leute, die da mitstimmen, wahrscheinlich Literaturexperten, Literaten oder Freunde sind.
Es kam eine sehr emotionale Laudatio von Meike Feßmann, die Peter Wawerzinek vorgeschlagen hat und das Buch „Rabenliebe“, das im August erscheinen wird, sehr lobte.
Burkhard Spinnen hat in seiner Abschlußrede brillant davon erzählt, daß er ständig Bachmannpreisverbesserern begegnet, die ihm ihre Preisverbesserungsvorschläge machen, die er nickend, wie ein Dackel entgegenimmt, aber jetzt verkündet, daß er alles so belassen will, weil es wichtig ist, daß die Leute Lesungen hören, da ja schon 40 % der Deutschen ihren Kindern keine Geschichten mehr vorlesen.
Dann dankte er Clarissa Stadler für die tolle Moderation, ließ sich einen Blumenstrauß überreichen, den er Michaela Mondschein gab, ganz Österreich sitzt jetzt vor den Fernsehschirmen und schaut sich Deutschland gegen England an, was die Deutschen wieder zu gewinnen scheinen.
Gestern gab es in Klagenfurt auch ein Fußballmatsch, wo unter anderen Peter Wawerzinek und Egyd Gstättner spielten, um viertel sieben gibt es in Ex Libris eine kurze Berichterstattung über die vierunddreißigsten Tage der deutschsprachigen Literatur und ich wiederhole meine gestrige Feststellung, daß es interessant war und mir gut gefallen hat.
Jetzt mache ich mit meinen Literaturalltag weiter, wo ja wieder ein Romanprojekt ansteht. Ein großes ist geplant, meine Leser wissen es, zweieinhalb Seiten gibt es davon schon und wenn ich mir von dem Klagenfurter Kolloquium Energie, Motivation und vielleicht auch etwas Unterstützung mitnehmen könnte, daß ich das nächste halbe Jahr zwei- bis dreihundert Rohseiten schreibe, die den Realismus mit ein wenig Poesie und Sprachgewalt verbinden, wäre das sehr schön.

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