Literaturgefluester

2010-07-21

Ab in die Sommerfrische

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:19

Jetzt sitze ich wieder in der Harlander Küche, da ich mich mit meinem zerbrochenen Laptop nicht auf die Terrasse traue, ihn aber erst reparieren lassen will, wenn wir in die Slowakei fahren werden.
Durch Alfreds Polenreise hat die Sommerfrische später begonnen, durch das Kino unter Sternen ist es aber ein wunderschöner Wien Sommer geworden, mit Filmen über Wien und dem Literarischen darum herum in allen seinen Variationen.
Filme über Wien von 1896, wo die Fiaker über die Ringstraße und in den Prater fahren, bis 2010, wie zum Beispiel „Schottentor“, den es am Montag als Preview gab und der das sogenannte „Jonas-Reindl“, das ich gut kenne, da ich dort, wenn ich als Studentin zur Uni oder in die Oper wollte, vorüber mußte, in einer „lost in translation“ Form zeigt.
In den Filmen der Siebzigerjahre waren die VWs zu sehen, so daß die Nostalgie auf die Kindertage geweckt wurde, auch mein Vater hatte einen, nach seiner Beiwagenmaschine.
1934 wurden von der Kronenzeitung gesponsort, die Firmlinge in einen geschmückten Wagen gepackt und über den Karlsplatz, wo früher eine Straße war, zuerst in die Stephanskirche, dann in den Prater geführt, behelmte Polizisten bewachten, Franz Lehar spielte Klavier, die Sängerin verzog den Mund, zu hören war sie nicht und Wolfgang Kos, der Direktor des Wien Museums erklärte an dem Tag, wo es „Scorpio“ zu sehen gab, daß der Karlsplatz gar kein Platz ist und wie er früher ausgesehen hat.
Dreizehn Filme habe ich gesehen, einmal bin ich ziemlich naß geworden, die von A1 gesponserte Pelerine, hat aber gut geschützt und darunter hielt ich auf dem Schoß eine Riesenpackung Mannerschnitten, die ich bei dem davor stattgefundenen Rollenspiel-Adventure mit Albert Farkas von FM4, auch einem Sponsor, gewonnen habe. Es war zwar ziemlich peinlich, da hinauszurennen, mich von dem sehr jungen Mann mit „du“ anreden zu lassen und den Titel seines Internetromanes zu nennen, aber jetzt habe ich einen Mannerschnittenvorrat bis Weihnachten, obwohl ich Mannerschnitten gar nicht so mag, da es die in meiner Kindheit in großen Mengen gab und ich auch, wenn ich in die Volksschule ging, den Schokoduft von der naheliegenden Fabrik roch.
Am Sonntag gestaltete der Augustin das Vorprogramm, es gab gratis Bionade und gratis Waffeln und im Hauptprogramm einen Film über acht Männer, die beim „Homeless World Cup“ in Melbourne vertreten waren, sehr interessant, denn ich habe nicht gewußt, daß es so etwas gibt.
Bis Sonntag gibt es noch Programmm, heute den „Dritten Mann“ am Freitag liest Franz Schuh vor drei Experimentalfilmen von Kurt Kren, Lisl Ponger und Ferry Radax.
Wer in Wien ist, dem kann ich das Hingehen nur empfehlen, man lernt sehr viel dabei und es ist eine schöne Atmosphäre.
Aber ich habe mich mit meinem Laptop und zwei Mappen Schreibliteratur aufs Land begeben und da habe ich auch mein Programm. Heute und in den nächsten Tagen, die bisher vorhandenen vierundfünfzig Seiten korrigieren und mich dann wieder in die Welt meiner Romanfiguren hineinbegeben, sie wachsen und kommen lassen, wie sie wollen, so daß ein weiterer Eva Jancak Roman entstehen kann, womit nur noch zu klären ist, wie professionell ich bin, denn da gab es gestern, mit Anni Bürkls neuen Roman „Ausgetanzt“ Troubles.
„Leselustfrust“ hat ihn schon besprochen, ich habe einen Kommentar geschrieben, Anni Bürkl scheint sich angegriffen gefühlt zu haben und hat die „Rund um-Keule“ von nicht professionell und daher offenbar nichts sagen dürfen, geschwungen.
Da Anni Bürkl meinen Kommentar, in dem ich etwa das Gleiche, wie „Leselustfrust“ in ihrem, geschrieben habe, nicht zu veröffentlichen scheint, merke ich hier an, daß ich mich professionell als Psychologin, im Schreiben und im Äußern meiner persönlichen Meinung halte, meine Besprechungen zwar Rezensionen nenne, obwohl sie im strengen Sinn des Wortes keine sind und ich mich eigentlich immer bemühe, keine negativen Kritiken zu geben, vielleicht ist das das Nichtprofessionelle daran, weil ich niemanden kränken will und nach zwei Jahren auch herausgefunden habe, daß ich dabei trotzdem ehrlich sein kann.
Mißverstanden kann immer etwas werden und mit Anni Bürkl hatte ich ja und jetzt schreibe ich das einmal ausführlicher, im Jahr 2007 Schwierigkeiten, als ich ihren Roman „Arbeits/los“ nur tauschen wollte, obwohl sie vorher ein Buch von mir gekauft hat. Ich habe es ihr und auf meinen Blog sehr genau begründet, warum ich keine Bücher kaufen will, die mehr als einen Euro kosten und ich denke auch, das ist legitim, daß eine versucht mit möglichst wenig Geld zu leben, weil sie nur so leben kann, wie sie es sich vorstellt und gedacht, daß das Problem mit der von der GAV finanzierten Lesung, zu der ich sie 2008 nach Vorarlberg eingeladen habe, bereinigt ist.
Ich hab mich dann im Herbst auf ein Gewinnspiel in ihren Blog, den ich für sehr professionell halte, obwohl sie, soweit ich weiß, keine Schreibtrainerausbildung gemacht hat, gemeldet und wir hatten eine Zeitlang einen guten Kontakt, sie hat einige Mal auf meinen Blog interessante Kommentare gemacht, mich in ihre Artikel einbezogen, wollte eine gegenseitige Verlinkung, hat mich gebeten, auf ihre Krimi-Werkstatt hinzuweisen…
Schade, daß sie jetzt bös auf mich ist, es tut mir leid, kann es aber nicht verändern. Falsch verstanden wegen Tauschen habe ich aber nichts, denn es gibt ja keine Vorschrift, daß man ein Buch unbedingt kaufen muß und seine Meinung über Bücher darf man äußern. Da man nicht alles lesen kann, was es so gibt, plaudere ich auch gern über Ungelesenes. Da gibt es sogar ein Buch, das einem dazu ermuntert.
Aber jetzt bin ich aufs Land gekommen, werde in den nächsten sechs Wochen schreiben, Rad fahren, in der Badewanne lesen und darüber berichten, das Wetter ist zum Glück sehr schön….

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