Literaturgefluester

2010-07-23

Aliens im Klangturm von St. Pölten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 13:38

Das erste Sommerfrische Highlight habe ich mir heute gegeben. Ich fahre ja jeden Tag mit dem Rad ein bis zwei Mal an der Traisen, entweder zu den Seen, Ratzersdorfer oder Viehofener und über die Verbindungsbrücke dazwischen, auf der Viehofenerseite gibts einen Aussichtsturm zum Hinaufklettern, auf der anderen einen ziemlich unbenützten Naturlehrpfad, der ein herrliches Stück Landschaft in einer kurze kleine Runde ist. Die kurze kleine Runde kann man auch auf der anderen Seite machen, nämlich in Richtung Ochsenburg, das Rad nach der Brücke abgestellt und dort zum Schloß hinaufmarschiert, wo auch einmal der Schubert gewesen sein sollte, zumindest gibts eine Gedenktafel, die das behauptet und nach St. Georgen kann man zwischen den Feldern fahren, am Reiterhof vorbei, bis zu der Bahnhaltestelle und an der Traisen zurück.
Das sind so die billigen Vergnügen zwischen dem Schreiben und dem Lesen in der Badewanne. Es gibt aber noch mehr, nämlich den Klangturm im Regierungsviertel. Da ist unten eine Infostelle, wo man sich bergeweise mit Prospekten über Niederösterreichs Kultur einstellen kann, dann kann man mit dem Lift den Turm hinauffahren. Die freundlichen Damen am Infopoint fragen, ob man schon mal da war, empfehlen die Ausstellung und fordern einen auf anschließend zu Fuß hinunterzugehen.
Über die Otto M. Zykan Ausstellung vor zwei Jahren, die Olga Suchy zusammengestellt hat, war ich sehr beeindruckt, im Vorjahr war ich nicht so oft dort und heuer kann man in die unbekannten Klangwelten der Aliens reisen, wenn man sich an der wunderschönen Aussucht, die man von oben auf St. Pölten hat, sattgesehen hat. Dann gehts die Holztreppe hinunter und bei fast jeden Stock in einen Raum hinein, gibt es ja drei Klangkugeln und drei Ebenen. Das Konzept wurde von der Fachhochschule St. Pölten bzw. Hannes Raffaseder, Matthias Husinsky, Julian Rubisch, Barbara Neunteufel, Thomas Wagensommerer und Frederick Baker gemacht. Es gibt interaktive Spiele bzw. Klanginstallationen und als Höhepunkt die Pitoti, das sind Kampf- und Alltagsszenen zwischen Ötzi und Christi Geburt, die in die Felsen der Alpen geritzt wurden. Und weil man ja wenn man ja vom St. Pöltner Klangturm in der Ferne die Alpen sehen kann, wurden von Frederick Backer mit Hilfe von Animationsfilmtechniken die prähistorische Aliens künstlerisch bearbeitet. Das heißt, man sieht zwei Männer spazierengehen, die auf diese Skulpturen zeigen, ein Alphornblaskonzert wird aufgeführt und verschiedene Installationen gibt es auch.
Sehr interessant, früher war das immer mit einer Ausstellung in der Landesbibliothek zu verbinden, aber wenn ich mich an den letzten Besuch richtig erinnere, wurde die inzwischen eingespart, so bin ich mit einem Pack Prospekten und den beiden Gratiszeitungen wieder zurückgefahren und auch da gab es etwas zu sehen, nämlich Zelte auf der Klangturmseite bei der Spratzenerbrücke. Zwar nicht so arg, wie bei der Frequency vor einem Jahr, ist es ja nur das Beatpatrol-Festival, das heute abend in St. Pölten eröffnet wird. Laut wirds vermutlich also wieder werden. Die Schilder mit „Baden und Campen auf eigene Gefahr“ waren auch aufgestellt, der Weg aber zum Glück ziemlich frei und nur durch einzelne Frisbeespieler verstellt und die jungen Männer in den Securityjacken am Anfang und am Ende ließen einen auch passieren.
Mal sehen was von dem tollen Fest zu hören sein wird, die Zeitung „Heute“ schreibt von zweihundert Künstlern, die bei diesem Elektrospektakel auftreten werden und von fünfzigtausend Liter Getränken, fünftausend Würsteln, einer Tonne Fleisch und vierhundert Scheinwerfern, fünfundzwanzigtausend Besucher sogar aus Neuseeland und Russland werden auch erwartet.

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2 Kommentare »

  1. Hallo, liebe Eva!
    Eben habe ich Deine letzten Blog-Eintragungen gelesen und sehe, dass da so viele kulturpolitische und literarische Gedanken und Überlegungen drinnen sind, dass ich nicht schnell einfach reagieren kann. Ich habe hineingeschaut, weil ich ja keine Mailadresse von Dir habe und ich einen Sommergruss aus Bella Italia senden will. Robert und mir geht es gut,wir arbeiten viel und sehen viel und sind gesund und munter. Dir und Alfred einen schönen Urlaub in der Slowakei wünschen R&R

    Kommentar von Ruth — 2010-07-24 @ 16:11 | Antwort

  2. Vielen Dank, vielleicht geht sich dann noch ein Rundgang durch das St. Pöltner Kulturleben oder ein Grillabend auf der Harlander Terrasse aus, sonst sehen wir uns ja wahrscheinlich spätestens beim Vollsstimmefest

    Kommentar von Eva Jancak — 2010-07-24 @ 17:11 | Antwort


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