Literaturgefluester

2010-07-27

Inspirationsquelle

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:06

Zwischen zwei Praxistagen war ich am Montag zum ersten Mal in diesem Jahr wieder auf dem Rathausplatz, wo ich in den letzten Jahren jeden Montag war, um mir ein bißchen Gratis Wien Sommerkultur zu geben. Heuer war das „Kino unter Sternen“ mit seinen Wien Filmprogramm zwar die große Alternative, die beiden Jazz Konzerte „To Billie with love“ und Sonny Rollins „Live in Vienna“ waren aber sehr beeindruckend. Das Wetter schön, gar nicht so viele Leute und da der Alfred mit war, gabs auch ein großes Glas Erdbeerbowle und vorher gings am Bücherschrank vorbei. Erstens wegen der Inspiration und dem Szenen schreiben, zweitens hatte ich was hineinzulegen, sind ja die Poeme von Michael Arenz, die ich bei Fix Poetry gewonnen hab, zuerst sehr lange nicht und dann gleich zweimal gekommen und Julietta Fix meinte, ich solle das zweite Heftchen verschenken und dann bin ich ja vorvorigen Samstag am Karlsplatz in einen großen Regen gekommen, so daß mein „Heimsuchungsexemplar“, das ich in der Handtasche hatte, beschädigt wurde, also habe ich es hingetragen und natürlich wieder was gefunden. Die Atmosphäre zum Recherchieren ist geradezu ideal, zwar ist der der Zettel bezüglich Suche nach dem weißhaarigen älteren Herrn nicht mehr angeschlagen, aber den habe ich mir inzwischen erfunden, beziehungsweise einen pensionierten Schuldirektor aus ihn gemacht. Interessant welche Inspirationsquelle dieser relativ unscheinbare Kasten für mich ist, ist es schon der zweite Text in dem er eine Rolle spielt und er ist auch meistens, wenn ich hinkomme, sehr bevölkert, die Frequenz muß enorm sein, mal ist mehr, mal weniger darin zu finden, die Idee, daß man Studien darüber machen könnte, hatte ich auch schon mal. Jetzt räumt z. B. die Freizeitbibliothek der österreichischen Nationalbank ihre Bücher dorthin aus und die schönen alten Rororo Taschenbücher mit dem Leinenumschlag und dem interessanten Titelbild gibt es manchmal auch.
Zwar bin ich in dem Kino und schreibintensiven Juli nicht wirklich viel zum Lesen gekommen, vier Bücher waren bisher meine Statistik, in Wien habe ich im Rahmen meiner Sommerkrimis gerade mit Jakob Arjouni „Ein Mann, ein Mord“, auch ein Fund aus dem Kasten, begonnen, in Harland mich in den letzten Tagen durch Thomas Brussig „Wie es leuchtet“ gelesen und werde das demnächst besprechen. Eine Szene habe ich, während ich auf eine Klientin wartete, auch geschrieben, bin aber nicht zufrieden damit, ansonsten wieder ein kleiner Statusbericht, es sind inzwischen zweiundvierzigtausendzweiundneunzig Worte und fünfundsiebzig Seiten, mein privater Nanowrimo wird also bald geknackt.
Schade nur, daß man, wenn man sich die Namen der heurigen Preisträger der Literaturpreise der Stadt Wien so ansieht, denken muß, da hast du als realistische Schreiberin keine Chance…
Ich ergänze um eine Todesmeldung, Brigitte Schwaiger wurde gestern in einem Seitenarm der Donau tot gefunden. Die 1949 in Freistadt, OÖ, geborene, war auch eine tragische Figur des österreichischen Literaturbetriebs. 1977 hat sie mit ihren Roman „Wie kommt das Salz ins Meer“ großes Aufsehen gemacht, konnte an den Erfolg nicht anknüpfen, hatte psychische und finanzielle Probleme, so daß sie, glaube ich, ihre Vorschüße als Lektorin abarbeiten mußte. „Der Himmel ist süß“, „Lange Abwesenheit“, „Die Gallizianerin“, habe ich von ihr gelesen und den Bestseller in den Abdrücken der sozialistischen Zeitschrift „Frau“ meiner Mutter, ja damals gab es noch den Fortsetzungsroman. 2006 war sie mit ihrem Psychiatriebericht „Fallen lassen“ wieder in den Medien. Da war ich bei einer Lesung in der Gesellschaft für Literatur, zuletzt habe ich sie vor ein paar Jahren am Rathausplatz beim Maiaufmarsch gesehen, als sie sich mit Ruth Aspöck unterhalten hat.

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