Literaturgefluester

2010-08-01

Straße des Glücks

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:28

„Straße des Glücks“ von Maeve Binchy ist das Buch, das ich vor über einem Jahr von Lillyberry gewonnen habe, lange darauf warten mußte und es dann auch ein Jahr liegenließ, bevor ich den Roman der irischen Bestselleautorin gelesen habe.
Eigentlich ist eine Episodengeschichte, um das irische Städtchen Rossmore, in dem es die Quelle zur heiligen Anna gibt, zu der alle hinpilgern, die sich etwas wünschen. Kinder, einen Mann oder was die Leute sonst so haben wollen und nun soll um die Stadt eine Umfahrungsstraße gebaut werden, was zur Folge hat, daß die Quelle verschwinden muß und da teilen sich die Gemüter….
Spekulanten tauchen auf, die ihr Geld machen wollen und der junge Pfarrer hat seine Probleme mit dem Aberglauben der Gemeinde, aber auch eine demente Mutter und einen pflegebedürftigen Vorgesetzen, eine schon etwas bejahrte Schwester, die ebenfalls von der heiligen Anna einen Ehemann ergattern will, einen Bruder, der seine Frau einer jüngeren wegen verlassen hat, eine verbitterte Schwägerin und noch ein paar Gemeindeschäfchen, darunter eine Frau, die von ihrem Mann grün und blau geschlagen wurde, weil ihr vor fünfundzwanzig Jahren ihr Kind aus dem Kinderwagen gestohlen wurde und bekommt dazwischen ununderbrochen gesagt, wie unfähig er und die Kirche eigentlich sind.
Das wird in drei Kapiteln erzählt, am Schluß kommt es zu einer Lösung, die die Kapelle rettet und Judy Flynn einen Mann finden läßt, dazwischen werden viele Einzelschicksale miteinander verknüpft. Es ist auch viel Kitsch dabei, der den Bestseller erst zu einem solchen macht, trotzdem habe ich mir manchmal gedacht, ein sehr realistisches Buch zu lesen, das viel von einem mir nicht bekannten Irland erzählt.
So fällt vor allem auf, daß die Helden und Heldinnen kleine Leute sind, Supermarktkassiererinnen, Leute von der Reinigung, Verkäuferinnen, Friseusen, die ihre Probleme haben, die Frauen werden von den Männern betrogen, Mädchen mißbraucht, Ehefrauen dürfen nicht die Pille nehmen und dennoch lösen sie sie oft auf eine erstaunliche Art, die Mut zum Leben gibt.
Da ist Clare zum Beispiel, die sich vor ihrem Onkel nur durch ein Vorhängeschloß am Zimmer schützen kann, weil der Vater und die Mutter wegsehen und unbedingt Lehrerin werden will, sich ihr Studium aber nur durch Stripteasetanzen verdienen kann oder die sechzigjährige Vera, die einen Singleurlaub macht, wo außer ihr nur junge Leute, die Nächte in den Discos verbringen und den Vormittag verschlafen, so daß sie sich selbst auf die Suche nach einem netten älteren Herrn macht, den sie auch findet und sie könnte auch mit ihm in ihr großes Haus zusammenziehen, wird aber von Vorurteilen fast daran gehindert, dann gibt es die Geschichte von der Sekretärin, die für ihre Bürokollegen einen Wochenendausflug organisiert, von ihnen aber zurückgelassen wird, so daß sie auf die Idee kommt, eine Party für zwölf Leute zu machen, obwohl sie gar nicht so viele Leute kennt. Sie lädt ihren Chef, seinen halbwüchsigen Sohn, dessen zwei Freunde, eine alte Tante und deren Bridgefreundinnen und dann noch den Bürodiener und die beiden Putzfrauen aus Zypern ein und findet den Mann des Lebens.
Die Geschichte von der alten Frau, die ihrer Pflegerin erzählt, warum sie Lilly Ryans Baby stehlen mußte, gefällt mir weniger und auch die nicht von Becca, die sich ihrer Nebenbuhlerin dadurch zu entledigen versucht, indem sie ihren krebskranken Freund, der mit seinem Taxi Selbstmord machen will, überredet, sie mit in den Tod zu nehmen. Die Sache geht schief, Becca kommt ins Gefängnis und wird von ihrer Mutter ausgenützt, die Geld mit den Skandalgeschichten ihrer Tochter macht. Auch die Geschichte von der eifersüchtigen Friseuse, die ihrer vermeintlichen Nebenbuhlerin die Haare zerstört, empfinde ich etwas schwach, ebenso die von der Gehörlosenlehrerin, die sich für ihren Beruf und gegen die Hausfrauenrolle entscheidet.
Maeve Binchy wurde 1940 in Dalkey geboren und hat schon viele Bestsellerromane geschrieben, die sehr erfolgreich wurden.

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