Literaturgefluester

2010-08-23

Montagslücken

Filed under: Uncategorized — jancak @ 11:16

Nach einigen Absagen bleibt Zeit mich mit meinem Korrigierplan zu beschäftigen. Bei www.schiftsteller-werden.de gibt es derzeit einige Artikel darüber, da Jaqueline Vellguth mit ihren 150.000 oder so Wörtern jetzt in einer Korrigierkrise ist und auf die Meinung ihrer Probeleser wartet.
Mit Probelesern arbeite ich üblicherweise nicht, das heißt „Tauben füttern“ und „Die begrenzte Frau“, hat mir Judith Gruber-Rizy durchgesehen und bei der „Mimi“ habe ich den Otto und die Anna gefagt, ob das Down Syndrom richtig beschrieben ist. Sonst bin ich dazu viel zu ungeduldig und auch skeptisch, ob ich sehr viele Probleleser finden würde? Üblicherweise verändert sich das Rohkonzept auch nicht mehr sehr. Ein Typ der dritten vierten Fassung, die ganz anders als das Original ist, bin ich nicht. Am Samstag habe ich aber mein schwarzes Moleskine aufgeschlagen und mir ein paar Punkte angemerkt, auf die ich schauen sollte.
Wieso ist die Lore Jelinek-Listringer so eine Männerhasserin beispielsweise. Ob ich da noch ein paar Szenen zur Erklärung einbaue? Ihr Vater ist ja eigentlich tolerant, die Großmutter sowieso, Bernd hat sie betrogen, reicht das schon, denn sie hat das ja mit Mariusz Warszinski auch getan und sich deshalb scheiden lassen.
Vielleicht gibt die Literatur Hinweise, die Arbeiten der Elfriede Jelinek, der Margit Schreiner, aber auch beispielsweise, die des Thomas Bernhards könnten sie dahin gebracht haben und das könnte, dann auch der Gag sein.
Auch ein paar andere Handlungsstränge müssen wahrscheinlich noch ausgearbeitet werden. Am Samstag habe ich bis zur Szene fünf korrigiert, danach will ich mir „Das Haus im Grünen“ gesondert vornehmen und den einzelnen Kapiteln klingendere Namen geben und wenn ich so weit bin, vielleicht nächste oder übernächste Woche, bin ich auch wieder ganz in Wien und dann ist es vielleicht eine gute Idee, die korrigierte Fassung und das Moleskine zu nehmen und mich damit in die Straßenbahn zu setzen. Thomas Wollinger probiert das auch gerade aus, er nimmt sich das Buch „20 Master Plots“, zieht sich damit vom Schreiben zurück und überlegt, was das Buch seinem Roman sagen will? Vielleicht sollte ich das auch mal machen, die Rohfassung als Materialsammlung nehmen und daraus den Roman erst machen. Bisher ist mir das zwar nie gelungen, das aber einiges noch im Vagen ist, könnte sein. Etwas ist mir beim Lesen des Buchs von Marketa Pilatova, das ich vorige Woche bespochen habe, aufgefallen, die arbeitet ähnlich wie ich, hat vier Personen bzw. Handlungsstränge und entwickelt die Geschichte daraus. Das mache ich sehr oft, nur denke ich dann manchmal, die Handlung wird vielleicht dadurch zu abgerissen, bei der Pilatova habe ich gesehen, daß es durchaus gelingen kann. Sie ist zwar viel weniger chronologisch als ich und ist auch sehr oft in die Vergangenheit abgedriftet, bei mir es es vielleicht ein Schwachpunkt, daß ich zuviel wiederhole, so etwas hat mir z.B. die Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg bei der „Radiosonate“ angedeutet, da wären größere Handlungssprünge ganz gut. Mal sehen, auf jeden Fall ein interessanter Gedanke zu sagen, ich bin noch nicht fertig, sondern fange jetzt an, aus meiner Materialsammlung, die ich in den letzten sechs Wochen erschrieben habe, einen Roman zu machen.
Wie weit ich damit komme, werden meine Leser sehen. Interessantes gibt es auch vom literaturcafe zu berichten. Die haben nämlich eine Sommerserie „Warum werde ich nicht veröffentlicht oder die große Manuskriptverschickung“ worin Tom Liehr in fünf Folgen schonungslos aufzeigen wird, wieswo eine halbe Million, die Deutschunterricht genossen hat, autobiografisch schreibt, damit reich und berühmt werden will, dennoch unveröffentlicht bleibt.
Mir macht der Unterton, der wieder das berühmte „Dann dürfen Sie sich nicht wundern, keine Chance, keine Chance!“, beinhaltet, zwar etwas Schwierigkeiten, interessant wird das Verfolgen der Serie aber sicher sein und ich schicke ja bekanntlich nicht mehr groß herum, meide auch die Zuschußverfolge, das große Feindbild des Literaturcafes, aber meine Art zu Veröffentlichen ist auch nicht angesehen und natürlich interessiert mich, was aus der übergebliebenen halben Million wird? Das fasziniert mich immer sehr. Da gibts eine Ausschreibung, fünfhundert schicken hin, zwanzig kommen in die Vorauswahl, was macht der Rest?
Ich habe das Problem, daß ich nur die sehe, die Erfolg haben, diese Namen und deren Texte finde ich, dann gibt es meine Freundinnen, die bei Kitab, Roesner, Arovell ect veröffentlichen und je nach Temperament auf mich heruntersehen, an jemanden, der soviel schreibt wie ich, nicht veröffentlicht und auch keinen Blog betreibt, komme ich üblicherweise nicht heran, deshalb interessieren mich solche Sommerserien und der Bedarf ist ja da, sonst würde es sie nicht geben.
Mit der Häme mit der über die berichtet wird, die in Auorenforen turnen, Schreibratgeber lesen und dann ihre Manuskripte falsch verschicken, weil sie „Drei Seiten für ein Expose“ nicht gelesen haben, tue ich mir ein wenig schwer und bin nur gespannt, ob es Cornelia Travnicek beispielsweise im nächsten Jahr mit Angela Leinens „Schreibratgeber“ gelingen wird, den Bachmannpreis zu gewinnen, denn da steht ja offenbar drin, was man nicht oder schon schreiben muß, um eine literarische Chance zu haben.
Ansonsten gibts von der Frequency eine Erfolgsnachricht, war doch am Samstag, nachdem ich, da die Anna eine Freundin am Ratzersdorfersee treffen wollte und nicht wußte, wie man dorthin kommt, mit ihr hin gefahren bin, alles so, wie ich es mir vorstelle. Die Tore offen, einmal hat der Anna ein Security freundlich gesagt, sie solle besser schieben und die Leute haben zwar am Weg Biergläser abgeschossen, uns aber in Ruhe gelassen.

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