Literaturgefluester

2010-10-06

Frankfurt-Splitter I

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:49

Und heute auf nach Frankfurt. Da gab es zwar schon gestern den livestream zur Eröffnung zu sehen, aber da hatte ich gerade eine Stunde und dann ging es zur Ilse Aichinger Hommage, als ich zurück war, konnte ich in den Nachrichten gerade etwas von der Eröffnung durch Cristina Kirchner und wer den Friedenspreis des deutschen Buchhandels bekommen wird, entnehmen. Auf www. buchmesse. de, sah es dagegen noch sehr ruhig aus. Das blaue Sofa und der Podcast waren noch vom vorigen Jahr, so habe ich mich ganz langsam, an das Mittwochprogramm herangetastet. Wenn man Frankfurt nicht live erlebt, ist man auf 3sat, zdf und ard angewiesen und natürlich auf die Messeblogger. Aber die waren schon einmal besser, leider gibt es die kleinen Filmchen nicht mehr, die mich vor zwei Jahren so begeistert haben.
Aber mit dem blauen Sofa und dem Standprogramm von 3-Sat ist man ohnehin sehr beschäftigt und da ging es bei 3Sat um 10. 30 mit Ariel Magnus, den ich schon vor einigen Wochen in der Hauptbücherei hörte und am blauen Sofam um elf mit Roger Willemsen los. Um elf sollte dorthin die Buchpreis-Gewinnerin kommen und die hätte mich sehr interessiert, aber um elf gab es auf der zdf Seite noch keine Videos und buchmesse.de war immer noch im vorigen Jahr.
Dagegen klappte es vor elf mit 3sat und mit Judith Zander und da hörte ich zuerst das interne Gespräch zwischen ihr und dem Moderator, der bedauerte, daß es nichts zu trinken gäbe und sich bei der Autorin erkundigte, ob sie vom Schreiben leben könne?
„Jetzt schon!“, antwortete sie und der Moderator erläuterte im Interview, daß man von der Lyrikerin Judith Zander vor einem Jahr noch nicht viel gewußt hätte. Aber dann kam der 3sat Preis beim Bachmannlesen, die Long- und die Shortliste. Der deutsche Buchpreis ist es dann nicht ganz geworden, aber dafür kommt bald der dreißigste Geburtstag.
Da kenne ich die Autorin um ein Stückchen mehr, habe ich ihren Namen ja durch Cornelia Travnicek gehört, da auch Judith Zander von einem der Preisträger des Bremer Preises im Februar vorgestellt wurde.
Danach ging es weiter mit Ingrid Noll, die hat auch ein neues Buch, das „Ehrenwort“ heißt, in dem es um die Betreuung alter Angehöriger geht. Ingrid Noll hat das selbst bei ihrer über hundertjährigen Mutter getan. In ihrem Krimi will der Sohn dem Vater das Sterben erleichtern, um schneller an das Erbe zu kommen, der Enkel hindert ihn aber daran. Klingt spannend, trotzdem habe ich nicht dieses Buch, sondern „Der Hahn ist tot“ auf meiner Leseliste, hinke ich dem aktuellen Buchtrend ja immer nach. Dann war es schon Zeit fürs Mittagessen. Es klappte endlich mit dem blauen Sofa und ich kam mit Michi Strausfeld, W. Kaleck und Guillermo Martinez wieder zum Argentinienschwerpunkt zurück. Während des Mittagschlafes rauschten Helme Heine und Gisela von Radowitz, sowie Ildefonso Falcones an mir vobei. Dann wurde es wieder literarischer, stand Michael Kleeberg mit seinem „Amerikanischen Hospital“ auch auf der langen Liste und dort treffen sich in Paris ein traumatisierter Irak Kämpfer und eine Frau mit Kinderwunsch und Stefan Kornelius zeigte einen Bildband über den Krieg in Afghanistian.
Franz Schätzling habe ich wieder verschlafen, bei Antje Vollmer, einer Frotfrau der Grünen, die ein Buch über Heinrich und Gottliebe von Lehndorff im Widerstand gegen Hitler und von Rippentrop geschrieben hat, habe ich den Kanal gewechselt, war bei 3.Sat gerade Martin Mosebach und der 1951 in Frankfurt geborene Büchnerpreisträger von 2007, stand mit seinem „Was davor geschah“ nicht nur auf der langen Liste, sein Band „Mein Frankfurt“ in dem es einige Stadtportraits bzw. Ausschnitte aus dem Roman „Westend“ gibt, steht momentan ganz oben auf der Meinen. Wenn man nicht nach Frankfurt kommt, muß man es sich in sein Wohn- bzw. Badezimmer holen und der Gesprächspartner von Martin Mosebach war von seiner Sprachkunst sehr begeistert, lobte das Buch als Jahrhundertroman, was der Autor bescheiden zurückwies, dazu hätte es nicht genügend Personen. Uwe Tellkamps „Turm“ wäre soetwas, er hätte sich eher für Stilleben interessiert und so hat er einen Kakadu beschrieben, der in dem Buch eine wichtige Rolle spielt und am Beschreiben von Tieren und Gerüchen merkte der Moderater an, läßt sich der Meisterschreiber erkennen. So habe ich mir mein dbp 10 Leseprobenbuch hervorgeholt und den „Nebelfürst“ habe ich auch vor noch nicht sehr langer Zeit gelesen.
Bei 3Sat gab es noch ein Interwiew mit Jan Weiler, über den ein Film gedreht wurde, während am blauen Sofa Wladimir Kaminer saß und sehr temperamentvoll sein neues Buch „Meine kaukasische Schwiegermutter“ vorstellte. Er hätte eigentlich nur ein Buch geschrieben, behauptete er, denn in allen seinen Büchern, geht es um die Schwiegermutter, nur der Verlag macht jedes Jahr ein neues daraus und da hat er sehr ja etwas sehr Wichtiges gesagt.
Am Schluß kam noch Lothar de Maiziere, der letzte Ministerpräsident der DDR und erzählte einiges über die Wende und über das Geige bzw. Bratsche spielen, denn das hat er sehr lange mit einem Zahnarzt getan, danach immer Nordhausner Doppelkorn getrunken und so oft auf die Haydn-Hymne angestoßen, bis die der DDR verschwunden war.
Dazwischen gab es noch ein paar Fotos und Insidernews, so findet man bei buecher.at etwas über die Präsentation des österreichischen Buchhandels und Walter Baco hat mir die Liste der vier besten Buchmessebücher geschickt.
Der Kopf raucht nicht mehr so, wie vor zwei Jahren. Interessantes habe ich trotzdem erfahren und bei ARD gab es auch ein paar Messefilmchen und Informationen über Argentinien, sowie ein älteres Video, wo sich einer von Martin Suter erklären läßt, wie man einen Bestseller schreibt.

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