Literaturgefluester

2010-10-07

Frankfurt und Nobelpreis

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:44

Als ich heute Morgen aufwachte, hörte ich als erstes in Ö1 von Haruki Murakami und den Nachsatz der Moderatorin „Zu Mittag werden wir wissen, ob er den Nobelpreis bekommt!“
Was mich ein wenig irritierte, haben die Voraussagen bezüglich Herta Müller vor einem Jahr ja auch zugetoffen und ich habe gedacht, das würde erst zu Mittag bekanntgegeben und vorher weiß es keiner.
Bei ARD las ich aber ganz andere Favoritennamen, dann begann die Buchmesse und ich fand sowohl das Eröffnungsvideo, als auch den Podcast über den ersten Messetag und bei 3Sat und am blauen Sofa ging es auch gleich los. Zwar versäumte ich Marica Bodrozic von der ich noch immer den ungelesenen Erzählband „Tito ist tot“, im Regal stehen habe, den ich mir einmal bei einem Antiquariat in der Kirchengasse um dreißig Cent kaufte, weil ich lieber die längeren Formen lese.
Bei Michael Kleeberg kam ich aber zurecht und den habe ich schon gestern am blauen Sofa gehört. Dort war heute Pavel Kohout mit seinem neuen Buch „Mein tolles Leben unter Hitler, Stalin und Havel“ und erzählte einiges Interessantes über seine Erlebnisse mit der Weltgeschichte, wie man sich nach Hitler für den falschen Kommunismus entscheiden konnte und, daß er 1977 in die Tschechei zurückkehren wollte, aber nicht hineingelassen wurde und, daß die Gewerkschaft in Wien das Volksstheater vor die Wahl stellte, entweder kein Kohout Stück oder sie kaufen nicht mehr täglich zweihundert Karten.
Kurz nach dreizehn Uhr, ich war gerade dabei herauszufinden, ob Ö1 recht behielt, unterbrach der Moderator das Programm, um bekanntzugeben, daß der 1936 geborene peruanische Autor Mario Vargas Llosa der Auserwählte ist. Ö1 weiß doch nicht alles und ich habe nachgedacht, ob und was ich von ihm gelesen habe. Der Name war mir im Gegensatz von Jean Marie Gustave Le Clezio vor zwei Jahren, bekannt. In meinem Katalog habe ich aber nichts gefunden und die Reaktionen, die via Buchmesse zu hören waren, durchaus positiv. Sogar Marcel Reich-Ranicki scheint zufrieden und Suhrkamp überrascht, hat dann aber doch ein Buch am Stand gefunden und weiter ging es mit Ferdinand von Schirach auf dem blauen Sofa, der die Moderatorin ein bißchen verwirrte, während bei 3Sat Peter Wawerzinek zu hören war. Der hat mich bei der Bachmannlesung sehr begeistert, inzwischen bin ich mir nicht mehr ganz sicher, wieviel Selbstdarstellung in dem Buch zu finden ist. Das Interview und die Textprobe waren aber interessant und Doron Rabinovici, der sowohl bei 3Sat, als auch am blauen Sofa auftrat, las genau die Stellen, die ich schon in der Hauptbücherei hörte.
Neu war für mich aber Markus Feldenkirchen mit seinem ersten Roman „Was zusammengehört“ und jetzt hätte ich fast die beiden Stars vergessen. Traten doch am blauen Sofa sowohl Bret Easten Ellis, als auch Ken Follett auf und erzählten in charmanten Englisch von ihren neuen Büchern.
So ging es, von meiner Praxis unterbrochen, bis halb sechs, wo die 3SatBuchZeit aufgezeichnet wurde und die war interessant, weil man mindestes eine halbe Stunde, die interne Kommunikation mithören konnte. Dann gabs Infos über die argentinische Literatur und da wurde ein Autor von der Moderatorin Tina Mendelsohn gefragt, welche Bedeutung der Nobelpreis für Mario Vargas Llosa auf ihn hat, der nicht recht zu wissen schien, was er darauf sagen sollte.
Es gab aber viel Informationen in der Sendung, von Bildbänden bis zu „Zettel´s Traum“, von Arno Schmidt, alles in jeweils kurzen Häppchen und am Schluß erschien noch die Buchpreisträgerin Melinda Nadj Abonji und erzählte von ihrem Buch, an dem sie sechs Jahre gearbeitet hat, was daran erfunden, was autobiografisch ist.
Dazwischen zappte ich mich durch das Eröffnungsvideo, wo einige würdige Herrn, die Zukunft des Buches lobten und die Oberbürgermeisterin mit einer Plakette ehrten und ich habe eigentlich in das Ausweichsquartier der Alten Schmiede gehen wollen und mir Peter Waterhouses Lesung aus seinem bei Jung und Jung erschienenen Buch „Der Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum“, das, wie Kurt Neumann am Dienstag erläuterte, ähnlich sprachästhetisch, wie das Werk von Ilse Aichinger ist, anzuhören, aber dann dachte ich, ich muß nicht übertreiben und surfte stattdessen auf der Buchmesse herum.
„Mimis Bücher“ sind bestellt und werden ab Montag kommen.

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