Literaturgefluester

2010-10-11

Werner Kofler ist „Zu spät“

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:40

So der Titel des neuen Buchs des Kärntner Autors, das heute im Ausweichquartier der Alten Schmiede vorgestellt wurde. Zum letzten Mal, wie Kurt Neumann betonte, am Mittwoch geht es dann los im Keller und ich mußte mich beeilen, nicht zu spät zu kommen. Hatte ich neben meinen Stunden doch am Nachmittag Besuch von Martin Potschka, mein neuer Computer und die Kiste mit dreiundfünfzig „Mimis Büchern“ ist auch gekommen.
Das erste Druckfrische habe ich dem Martin übergeben und mit ihm im Garten lange über Literatur diskutiert, der ja die irgendwie elitäre Ansicht vertritt, daß er nur Bücher von Leuten lesen möchte, die sich für das Schreiben Zeit gelassen haben und mir vorgerechnet hat, wie lange er für das Lesen braucht. Der Autor schreibt sechs Jahre, er liest es in drei Stunden oder so. Wie lange Werner Kofler zu „Zu spät“ und „Tiefland – Obsession“ gebraucht hat, weiß ich nicht.
Ich kenne den 1947 geborenen Autor nicht nur schon lange und habe einige Bücher von ihm gelesen, sondern hatte auch noch ein ganz besonderes Erlebnis. Bin ich doch einmal mit seinem Koffer nach Klagenfurt gefahren. Ich zu der Verantaltung der „Freiheit des Wortes“ die Gösta Maier im ORF-Theater veranstaltet wurde, er hat seinen Koffer im Zugabteil Koffer deponiert und ist, noch ehe ich fragen konnte, ob er auch zu der Veranstaltung fährt, wahrscheinlich in den Speisewagen verschwunden, ich habe ihn nicht mehr gesehen, nur eine Weile auf die Frage, ob der Platz frei ist, mit „nein“ geantwortet und als ich Alfred 2001, kurz nach „Der Freiheit des Wortes“, die ich damals das erste Mal organisiert habe, zu einer Konferzenz nach Klagenfurt begleitet habe, hat es im Stadttheater sein „Tanzcafe Treblinka“ gegeben, was wir nicht nur gesehen haben, es gab am nächsten Tag auch eine Matinee und eine Diskussion darüber. Das sind so meine Werner Kofler Erinnerungen, der ein bißchen wie Thomas Bernhard schreibt, dann wieder eine eigene unverwechselbare Sprache hat und mit den Holocaust Geschehnissen beschäftigt er sich auch sehr viel.
So beginnt „Zu spät“ mit dem Satz „Ich zündete mir eine Zigarette an und setzte mich an den Schreibtisch oder ich setzte mich an den Schreibtisch und zündete mir eine Zigartette an“ und dann geht es darum, daß er an diesen nach einen Krankenhausaufenthalt zurückkommt und quasi aus den Skandalmeldungen der Kronenzeitung eine Geschichte schreibt und diese immer wieder mit „So nicht“ oder „Halt“ ect. kommentiert.
Der zweite Text scheint an das „Tanzcafe Treblinka“ anzuknüpfen, geht es darin um den Tiefland-Film, den Leni Riefenstahl 1940 /41 drehte und sich für die Kleindarsteller Roma und Sinti aus dem Lager Maxglan holte, die nach den Dreharbeiten in Auschwitz ermordet wurden.
Der Germanist Johann Sonnleitner hat eingeleitet, weil er das erste Seminar über Werner Kofler an der Uni gehalten hat und auch an der Herausgabe des Gesamtwerkes beteiligt sein wird. Das Theater war sehr voll. Ich bin in einer Reihe mit Herbert J. Wimmer gesessen. Beim Hinausgehen habe ich Gustav Enst, Alexandra Millner und Richard Jurst gesehen und das Programm für die „Literatur im November“ mit dem Titel „Jugoslavija revisted“, das vom fünften bis siebenten November im Odeon stattfindet, ist am Büchertisch aufgelegen. Da kann ich diesmal ganz hingehen, weil mein Geburtstagsfest erst eine Woche später stattfindet.

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