Literaturgefluester

2010-10-22

Kulturpolitik und andere Veranstaltungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:31

Gestern war ich bei einer Wiener Vorlesung im alten Rathaus zum Thema kalter Krieg und Film. „La guerre est finie, der kalte, nie.“ Klaus Theweleit beschrieb die Todtraurigkeit der DDR um 1966 und gab Beispiele aus einem alten Hitchcockfilm, am Büchertisch gab es Michael Rohrwassers Buch zur Tagung „Internationale Zone: Wien im Kalten Krieg“, den ich durch das Buch „Seitenweise“ kenne.
Heute gabs ebenfalls ein dichtes Programm Den kulturpolitischen Arbeitskreis nämlich als Vorprogramm zur morgigen Generalversammlung, den Ruth Aspöck im vorigen Jahr wiederbelebte. Früher hat es diesen Arbeitskreis, soweit ich mich erinnern kann, in Salzburg gegeben. Jetzt hat ihn Ruth Aspöck auf den Freitag Nachmittag vor der Generalversammlung in die Alte Schmiede verlegt, so daß ich mir die neue Alte Schmiede zum ersten Mal ein bißchen ansehen konnte.
Es gibt einen neuen Eingang, eine Wendeltreppe und einen Kellerraum unter dem Schmiedemuseum. Ruth Aspöck begann mit der Frage, wie sehen Schriftsteller aus und wo wohnen sie? Danach gings weiter übers Lesen und da hat Helmuth Schönauer zwei interessante Begriffe geprägt, das Freizeitlesen und das Prüfungslesen, die ich beide kenne.
Ilse Kilic hat das Protokoll geführt und irgendwann sind wir auf Vorläße zu sprechen gekommen, die manche Schriftsteller, weil sie das Geld brauchen, zu Lebzeiten verkaufen. Das hat die interessante Fragen aufgeworfen, wie man mit seinen Tagebüchern und Briefen umgehen soll? Am besten das verbrennen, was man nicht veröffentlicht haben will und das andere selber dokumentieren? So versuche ich es im Literaturgeflüster. Die nächste Frage war das Schreiben. Wie schreiben wir und hat der Computer unser Schreiben verändert? Für mich ja, denn seit dem Nanowrimo schreibe ich nicht mehr mit der Hand, außerdem korregiere ich viel mehr, als ich es tat, als ich noch mit der Maschine schrieb.
Durch das Internet kann man seine Sachen auch leichter selber veröffentlichen, was wieder die Frage nach der Professionalität aufwarf. Wie gehen wir mit der Fülle des Materials um und wie suchen wir uns unsere Bücher aus? Ilse Kilic liest zum Beispiel keine Bestsellerautoren, ich habe einen breiteren Literaturbegriff. Helmut Rizy erzählte, daß er, als er sein erstes Buch geschrieben hat, keine österreichischen Autoren gelesen hat. Viele Fragen, die in den drei Stunden angerissen wurden. Lisa Fritsch war dabei, der Musiker Michael Fischer, Werner Frach ist später gekommen und hat viel Persönliches eingebracht.
Jeder hat ja so seine Geschichten, wie er beginnt sich um Stipendien zu bewerben und wie und wann er damit aufhört, weil er die Sinnlosigkeit erkennt. Helmut Rizy wünschte sich mehr Gesellschaftsrelevanz und es sind wieder viele Fragen offengeblieben, die wir das nächste Mal diskutieren können
Am Abend gab es die Lesung der neuaufgenommenen Mitglieder in der Alten Schmiede, ich bin aber Ins Literaturhaus gegangen, wo es eine „Best of 20 Jahre Lesetheater Veranstaltung gab, die ich eigentlich hören wollte. Ein dichtes Programm mit den liebsten Szenen, Gedichten, Texten und Liedern der Mitglieder, die sicherlich bis Mitternacht gedauert hat. Ich war aber zu ungeduldig und wahrscheinlich zu erschöpft, so daß ich schon um neun gegangen bin. Die Frauen lesen Frauen Gruppe habe ich aber mit ihrer Elfriede Gerstl Performance gehört. Ein Stück von Arthur Schnitzer, zwei Nestroy Szenen und noch einiges mehr, was ich jetzt alles gar nicht alles wiedergeben kann. Wahrscheinlich bin ich doch mehr auf die Gegenwartsliteratur programmiert, das Dramatische liegt mir auch nicht sehr.

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