Literaturgefluester

2010-10-27

Aktivitätsbericht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 14:20

Zum Korrigieren der „Absturzgefahr“ komm ich nach wie vor nicht viel. Im September wars der Motivationsschub der fehlte, dann habe ich vierzehn Tage händisch am Manuskript herumgestrichen und mir anschließend vorgenommen, es Kapitelweise durchzugehen und zwar jedes solange bis es sitzt. Kommen ja immer Feedbacks, daß meine Sprache voller Fehler wäre und der Satzbau nicht stimmt. Dazu passt auch der lange Brief, den ich vom Martin bekommen hat. Denn der hat sich ja „Mimis Bücher“ mitgenommen, es genau gelesen und gefunden, daß ich zwar einige Sätze, wie Thomas Bernhard hätte, aber „Thomas Bernhard bist du nicht!“
No na, das ist ja auch der Gott der österreichischen Literatur, der, wie ich gerade in einem Artikel von Janko Ferk gelesen habe, den Nobelpreis nur deshalb nicht bekommen hat, weil das Komitee befürchtete, er könne das Geld zwar nehmen, sich aber mit einer Rede revanchieren, die sich gewaschen hat und das Komitee lächerlich auf ewig macht. Ich bin auch kein Mann und so negativ will ich ganz ehrlich nicht schreiben, das geht der Verhaltenstherapeutin in mir inzwischen auf die Nerven. Übertreiben tue ich eigentlich auch nicht sehr. Alles ist ehrlich, naiv und realistisch und so, wie ich es haben will. Trotzdem bemühe ich mich aber und versuche an der Sprache zu arbeiten, um besser zu werden. Ich glaube inzwischen auch, daß ich das jetzt kann und da würde ich schon glauben, daß das mit dem regelmäßigen Bloggen im Literaturgeflüster zusammenhängt.
Es war aber im Oktober viel los. Frankfurt, die Einladungen zum Geburtstagsfest, die Aussendung bezüglich neuem Buch. Die Ohrenschmaustexte habe ich mir durchgesehen und vorige Woche hatte ich zu den üblichen zehn-bis fünfzehn Therapiestunden noch viermal Diagnostik und dann sitze ich über den Befund. Das geht zwar schnell bei mir und gehört zum Gebrauchsschreiben, das von meiner literarischen Praxis sicher profitiert. Eine Stunde brauch ich aber schon und die Tests muß ich auch auswerten. Am Wochenende gabs den kulturpolitischen Arbeitskreis und die GAV-GV und am Montag darauf die Vorbereitungen zu den Mittleren V und die sitzen mir seit einigen Jahren, Stammleser wissen es, etwas im Magen, wegen der Schwierigkeiten, die ich mit dem Literaturhaus hatte, das ja irgendwann darauf gekommen ist, daß es diese Lesereihe nicht will, weil man glauben könnte, es wäre schlechte Literatur damit gemeint und das Literaturhaus umstrukturien wollte.
Es hat inzwischen ein neues Logo, eine neue Homepage und auch Silvia Bartl eingespart, einige neue Veranstaltungen wie z. B. eine Zusammenarbeit mit dem Hochschullehrgang für Sprachkunst und die Priessnitz-Preisverleihung findet nicht mehr, um den Nationalfeiertag sondern erst eine Woche später statt und die „Mittleren“ sind im Amerlinghaus gut aufgenommen worden.
Die Lesenden kommen inzwischen selbst zu mir und melden sich an und, daß Cornelia Travnicek, Andrea Stift, Gabriele Petricek, El Awadalla, Ruth Aspöck ect, schlechte Literatinnen wären, wird keiner behaupten und ich finde für meine Bücher eben keinen Verlag, mache sie daher selbst, was ein Faux pas ist und man nicht darf, ich weiß. Sie sind aber sehr schön, billig und erscheinen schnell und andere machen das auch, nur schreiben sie einen Verlagsnamen darauf und kaufen sich eine ISBN Nummer.
Ich kann es nicht verändern und da es das Amerlinghaus noch gibt, gabs auch kein Problem mit den Mittleren V.
Hilde Schmölzer und Gabriele Petricek haben sich schon vor einiger Zeit bei mir gemeldet, daß ich Margot Koller, Marietta Böning und Ilse Kilic einladen wollte, war mir auch bald klar. Die Frauen nämlich, die ich bei meinen Erkundungen im Literaturbetrieb treffe und denen Literatur ich gern präsentieren will.
Trotzdem, wahrscheinlich weil ich früher etwas schüchtern war, hatte ich am Montag ein flaues Gefühl im Bauch und beim Amerlinghaus muß man bis zum Nachmittag warten, bis das Büro besetzt ist. Die Lisa war dann auch nicht da, so daß es erst beim dritten Anlauf klappte. Dann wars kein Problem, denn das Amerlinghaus freut sich über GAV Veranstaltungen und ich hatte gleich den Termin, nämlich den 23. März 2011. Hatte ich ja diesmal nachgeschaut, wann die Leipziger Buchmesse ist, weil ich dadurch bei einigen Veranstaltungen etwas behindert war. Also die Autorinnen anrufen. Das war etwas schwierig, denn bei Marietta Böning besetzt. Von Margot Koller hatte ich die Handynummer. Im GAV-Verzeichnis stehen meistens Festnetznummern und die Leute sind dann nicht zu Haus. So Gabriele Petricek, der hab ich also ein Mail geschrieben. Hilde Schmölzer war zu Hause. Bei Ilse Kilic lief das Band. Als ich nach Marietta Bönings Mailadresse suchte, kam schon die Antwort von Gabriele Petricek, die mir mitteilte, daß sie sich derzeit in den USA befindet und den wundervollen farbenduftenden Indian Sommer dort genießt, im März ist sie aber da und die Mails an Marietta Böning habe ich zurückbekommen. Zwei Adressen hatte ich von ihr. Ilse Kilic hat mir eine dritte gegeben, da war es dann schon spät und ich bin ja ein bißchen schlampig. Also machte ich einen Punkt zuviel und bekam auch das zurück. Günter Vallaster gab mir dann die Handynummer, so daß ich das Programm diesmal erst am nächsten Tag ans Amerlinghaus und an die GAV schicken konnte. Aber jetzt ist alles fixiert und kann bis zum Vorbereitungstreffen ruhen.
Das heißt, ich habe mir schon ein bißchen die Mitwirkenden der Mittleren VI überlegt. Patricia Brooks könnte ich einladen, Dine Petrik vielleicht und Lale Rodgarkia-Dara schreibt ja auch sehr schön und experimentell. Die Ideen werden mir nicht ausgehen, bin ich ja an der Gegenwartsliteratur interessiert und komm hier viel herum.
Ja und für die, die es ohnehin schon wußten und die es vielleicht auch freut, es wird nichts mit der „Sophie Hungers“ im Arovell Verlag. Da wollte Paul Jaeg, daß ich ihm was für 2011 zuschicke, ich wollte aber nicht solange warten, also habe ich es vorher an die Druckerei geschickt und ihm das geschrieben. Er antwortete, er schickt es seiner Tochter, die sich im Herbst melden wird, aber kein Verlag nimmt was schon Erschienenes ect…
Es wäre auch ein bißchen komisch, weil es am 6. Dezember schon die Lesung in der Alten Schmiede gibt und eine schöne Literaturhausrezension vom Janko Ferk und von mir inzwischen zwei neue Bücher. Eva Jancak wird also beim Selbermachen bleiben, aber schauen, daß die „Absturzgefahr“ sprachlich besser wird.
Damit warte ich dann wahrscheinlich auch kein Jahr, aber vor Ostern wird es sicher ohnehin nicht fertig.
Jetzt hab ich noch ein paar Nachmittagsstunden, dann gehe ich wieder einmal in den Salon Philosophique, den Martin Poltrum bzw. Michael Musalek in der Gabarage in der Schleifmühlgasse betreiben, da war ich vor zwei Jahren zwei Mal, dann war es mir zu philosophisch, aber heute war Hermann Nitsch mit seinem Buch „Das Sein. Zur Theorie des Orgien Mysterien Theaters“ zu Gast und das hat mich interessiert. Ist Hermann Nitsch ja nicht nur GAV-Mitglied, sondern mit seinem Werk auch sehr gespalten, so hat es Michael Musalek jedenfalls genannt und damit gemeint, daß er nicht weiß, wieviele Leute kommen. Es war sehr voll in der Garbarage und ich habe auch einige persönliche Nitsch Erlebnisse. Da war ich doch einmal bei einer Augustin Führung noch im Museum Liechtenstein, man sollte sich ein Bild aussuchen, daß einem am wenigsten gefällt und es mit einem roten Punkt markieren. Ich habe das gemacht und nicht geschaut, von wem es ist. Es war natürlich ein Schüttbild von ihm und dann hat mich der Martin einmal in die Oper eingeladen. Es gab, glaube ich, „Herodia“. Ich habe wieder nicht geschaut und gedacht, die Bühnenbilder sind großartig, sie waren von Hermann Nitsch und einmal bei den drei Buchteln habe ich ihn für einen Sandler gehalten, dabei ist er ein sehr beeindruckender älterer Herr, sehr elegant gekleidet mit seinem weißen Bart, der auch philosophisch sehr viel intus hat und das Leben, wie er sagte, voll bejahen möchte und dazu gehört der Schmerz, die Krankheit und die Angst vor dem Tod.
Wie wahr, dann drängte es ihm ins Gasthaus, das der Umar am Naschmarkt war und ich bin bei einem Gläschen Rot, das einem interessanterweise, das Anton Proksch Institut für Suchtforschung, besser bekannt als Kalksburg spendete, herumgestanden, bis ich mit zwei Leuten in ein interessantes Gespräch gekommen bin.

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2 Kommentare »

  1. Liebe Eva,
    Heute habe ich mir wieder einmal den zeitlichen Luxus geleistet mich Deinem Literaturgeflüster hinzugeben. Leider kenne ich die vielen Menschen nicht, die Du bei den vielen Veranstaltungen immer triffst, aber es ist ungemein interessant, was Du berichtest. Dass du nun die Mittleren „im Kasten“ hast ist gut, weil so viel parallel machen macht nervös – mich jedenfalls. Aber es geht eben nicht anders. Besonders hat mich die Passage mit Paul Jaeg interessiert – so ist es eben mit ihm, auch ich hab meine Storys nicht bei ihm gemacht, sondern selbst, weil ich auch nicht warten konnte. Die Autoren von der Salzburger Autorengruppe haben ihn irgendwie in Beschlag und daher ist auch bei ihm von außen nur mehr mit großer Vorplanung etwas möglich. Ich komme im Nov. zur Buchwoche wieder nach Wien, aber nur für wenige Tage, weil ich dann meine Lesung im Literaturhaus in Salzburg noch promoten muss – die Häme von Christine, obwohl ich mit ihr lese von zu wenig Besuchern (was ja in Salzburg das einzige Qualitätskriterium ist), will ich mir nicht antun. Wenn ich in Wien eine kleine Wohnung finden würde, käme ich öfter hinunter, aber die sind alle im Preis beinahme unbezahlbar geworden – die Entwicklung habe ich gänzlich übersehen. Also bis zur Buchwoche – ich maile Dir vorher noch die Details liebe Grüße Margot

    Kommentar von Margot Koller — 2010-11-02 @ 09:50 | Antwort

  2. Das mit den Menschen kennen ist relativ einfach zu lösen, man muß nur regelmäßig zu den Veranstaltungen gehen, in die Zeitschriften schauen oder in den Blogs surfen, da ich das schon lang praktiziere, hat sich das von selbst ergeben. Mir gibt das viel und es sammelt sich auch einiges an literarischen Wissen an, was ich dann beispielsweise bei den GAV-Neuaufnahmendiskussionen gut gebrauchen kann.
    Das mit dem Arovell war ohnehin klar, lese ich ja immer, daß kein Verlag etwas nimmt, was man schon selbst gemacht hat und ich habe mit meinen Digitalbüchern und der Tatsache, daß ich offen darüber schreibe, ohnehin einen schlechten Ruf, aber was hätte ich gemacht, wenn ich gewartet hätte und die Tochter hätte mir trotzdem geschrieben, ja leider so viele schöne Bücher und wir können nur so wenige herausbringen…? So habe ich wenigstens am 6. Dezember die Lesung in der Alten Schmiede, zu der ich dich recht herzlich einlade, wenn du in Wien sein solltest.
    Ich dachte, daß du in Wien ohnehin eine Wohnung hast, wo du wohnen kannst. In Salzburg wird das Wohnen, wie ich immer höre, aber auch nicht billig sein und was das Literaturhaus und Christine Haidegger betrifft, die hat mich vor vielen Jahren zu einem sehr schönen, interessanten, prominent besetzten Symposium zur Salzburger Bücherverbrennung „Sichten und Vernichten“ eingeladen, es gab ein riesiges Buffet und ungefähr fünf Besucher außer den Teilnehmern, die sitzen dann auf den Fotos sehr vereinzelt herum. Dann habe ich noch Fotos, wo sich zwei Personen an den gedeckten Tischen bedienen. Wahrscheinlich weil das Salzburger Literaturhaus Eintritt verlangt und vielleicht auch, weil sich die Salzburger nicht so sehr für die nicht so ganz bekannte Literatur interessieren.
    Aber viel Erfolg, wenn wir uns auf der Buch-Wien treffen, freut es mich, außer Freitag gehe ich wahrscheinlich immer hin.

    Kommentar von jancak — 2010-11-02 @ 10:53 | Antwort


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