Literaturgefluester

2010-11-16

Staatspreis und Lesefesteröffnung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 02:19

Die Buch-Wien besuche ich seit Beginn sehr regelmäßig, war vor zwei Jahren mit dem Alfred und den Poschs bei der Lesefesteröffnung im Museumsquartier und vor einem Jahr allein im Prater, diesmal wurde die Eröffnung mit der Verleihung des österreichischen Staatspreis für europäische Literatur an Paul Nizon im Palais Daun-Kinsky zusammengelegt. Dazu habe ich am Freitag doch eine Einladung bekommen. Die Buch Wien habe ich wieder um Gratiseintrittskarten für das Bloggen gebeten und da hat mich Herwig Bitsche als Messebloggerin empfohlen. Das mache ich zwar lieber fürs Literaturgeflüster, Verena Müller hat mir aber Einladungen für die Eröffnung und für den Toleranzpreis an Armin Thurnher versprochen, obwohl ich ja am Freitag eine Tagesfahrt in die Ost-Steiermark mache.
Cornelia Travnicek bloggt ab Dienstag, wie ich ihrer facebook Seite entnehme, offiziell für und von der Buch Wien und als ich überlegte, ob ich nach der Staatspreisverleihung in die Alte Schmiede gehen soll, bekam ich noch einmal Post von Verena Müller, die anfragte, ob ich auch zum Live-Kulturmontag-Spezial in die Literaturzentrale in die Grünangergasse kommen will und da ich bekanntlich ein Faible für Marathons habe und gerne literarisch herumhoppe, habe ich mir einen Eröffnungstriathlon gegeben und bin jetzt entsprechend müde und erschöpft…
Der 1929 in Bern geborene Paul Nizon ist, wie er sagte, ein sehr europäischer Mensch. Sohn eines Russens, in Paris lebend, auf Deutsch schreibend, Trauzeuge war Canetti, befreudet mit der Bachmann, eine Zeitlang mit dem Handke, den Bernhard hat er auch gekannt.
Ein Erzähler ist er, glaube ich, nicht so sehr, wohl aber ein durchaus literarischer Mensch, der Literatur nicht schreibt, sondern lebt, wie Klaus Hoffer in seiner Laudatio erwähnte und das trifft für mich ja auch ein wenig zu.
Ich wollte vor eineinhalb Jahren zu seiner Lesung in die Alte Schmiede gehen, leider bin ich vor verschlossenen Türen gestanden, so habe ich ihm erst jetzt kennengelernt.
Nachher en bißchen smallgetalkt mit Herwig Bitsche, dem ich erzählte, daß ich die Kreisky-Biografie zum Geburtstag bekommen habe, Angelika Reitzer und Doron Rabinovici. Ein paar der kleinen Happen gegessen und die Frau Minister erst beim Cocktailempfang gesehen. Danach sehr pünktlich in die Alte Schmiede gekommen, wo die Edition Korrespondenzen einen Verlagsabend im Rahmen der Lesefestwoche machte und Zsuzsanna Gahse ihren „Donauwürfel“ – 10silbige 10zeiler in 10 Quadraten präsentierte, die ich schon immer hören wollte und deren Doanugedichte mich an die Radkarawane mit der Ruth 2007 erinnerte.

Eva Jancak © Lasselsberger

Eva Jancak © Lasselsberger

E. A. Richter, Eva Jancak © Lasselsberger

E. A. Richter, Eva Jancak © Lasselsberger

E.A.Richter, den ich aus seinen Büchern kenne und der mich zu der Lesung einlud, hat aus dem Roman „Fliege“ gelesen, in dem es um Familienbeziehungen geht. Dann gabs eine zweisprachige Lesung mit Istvan Vörös aus Budapest, der ein Versgedicht „Heidegger als Postbeamter“ anzubieten hatte, wo der Philosoph, der im ersten Weltkrieg in einer Postzensurstelle arbeitete aus Vörös Sichtweise dargestellt wurde. Schwejk und Hölderlin kommen darin vor und gehen zusammen in Prag spazieren. Erich Klein hat eingeleitet und ein bißchen zu diesem Werk und der Philosophie Heideggers erzählt, das uns ja aus unserer schnelllebenden Zeit in die Langsamkeit hinunterholt. Kurt Neumann hat auf Deutsch gelesen, dann gabs ein Gespräch, das Zsuzsanna Ghase übersetzen sollte. Margret Kreidl und Lucas Cejpek saßen in der ersten Reihe, Rudi Lasselsberger, der mir schon ein paar Fotos schickte, so daß ich auch etwas zur Auflockerung anbieten kann, weiter hinten.
Dann bin ich von der Minderheitenliteratur des kleinen Spezialverlags, der Ilse Aichinger, Margret Kreidl, Mila Haugova ect. verlegt, in die Literaturzentrale gegangen, wo das Fernsehpublikum auf die Buch Wien eingestimmt werden sollte. Es gab wieder ein paar Brötchen und was zum Trinken, ich habe auch ein paar der Leute getroffen, die schon im Palais Daun Kinsky waren. Daniela Strigl, Angelika Reitzer, beispielsweise. Außerdem waren Susanne Scholl und Armin Thurnher da, dessen neues Kochbuch in einer Einspielung gezeigt wurde. Also prominent besetzt und die rosa Bücher und die Programmhefte lagen auch überall auf.
Es begann mit dem neuen Staatspreisträger, dazwischen wurde ein Film über die zwanzig Prozent funktionaler Anaphabeten gezeigt und was man dagegen tun kann. Christian Ankowitsch, der am Mittwoch die Eröffnungsrede halten wird und Konrad Paul Lissmann, dessen neues Buch präsentiert wurde, nahmen dazu Stellung. Außerdem gab es einen Bericht über die E-Rader und die Frage, ob sie das gute alte Buch ersetzen können?
„Nein!“, riefen die Experten empört. „Denn wir wollen spüren, tasten, riechen!“
Dann wurden noch ein paar Antiquariate vorgestellt, bevor es wieder zu einem Live Interview mit Doron Rabinovi und seinem Shortlistenbuch kam. Interessant wie unterschiedlich Lesefestwocheneröffnungen sein können und welch verschiedene Veranstaltungen sie anbieten, die alle ihr Publikum haben. Beim nach Hause gehen habe ich noch, weit nach Mitternacht, Erich Klein mit seinem Handy getroffen, ob er auch in der Litereraturzentrale war, weiß ich nicht und bevor ich über die Buch-Wien weiterblogge, gibts noch was Eigenes zu berichten.

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