Literaturgefluester

2010-11-21

Buch-Wien 2010, letzter Tag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:37

Zu was kommt man während einer Buchmesse nicht? Richtig zum Lesen, wenn man es so intensiv wie ich betreibt. Da ich aber gestern mit einer vollen Büchertasche nach Hause gekommen bin, habe ich heute morgen in die Anthologien wenigstens hineingeschaut.
Da gibt es ja die von Linda Stift herausgegebene Rom-Anthologie „Alle Wege“, in der Cornelia Travnicek und Andrea Stift Texte haben, so daß ich das Entstehen über deren Blogs ein wenig mitverfolgte.
Es sind dreizehn Texte meist jüngerer AutorInnen enthalten, die meist von ihrem Rom Stipendien erzählen, da gibt es ja ein schlecht eingerichtetes Atelier, über das schon sehr viel geschrieben wurde und da das Buch Texte von Rosemarie Poirarkov, Johannes Gelich, Anna Kim, Markus Köhle, Mieze Medusa, Sabine Gruber, Michael Stavaric, Angelika Reitzer, Olga Flor, Marin Amanshauser ect enthält, gibt es wohl tatsächlich, wie im Klappentext steht, ein sehr gutes Panorama der österreichischen Gegenwartsliteratur, was auch der Grund ist, daß sich eine Romanleserin, wie ich auf Anthologien steht, geben sie doch einen guten Überblick und ich habe ja den Anspruch über die österreichische Gegenwartsliteratur Bescheid zu wissen.
Das Nachrufbuch auf Norbert Silberbauer „Manchmal alles – manchmal nichts“, hat zwar einen traurigen Anlaß, gibt aber ebenfalls einen guten Einblick in das Leben und das Wirken des 1959 geborenen, in Retz gelebt habenden Dichters, der eine Zeitlang GAV Vertreter von NÖ war, wodurch ich auch, durch die Lesungen, die ich in den Neunzigerjahren für GAV NÖ in St. Pölten organisierte, Gabriele Ecker kennenlernte.
Solcherart gerüstet, konnte ich zum letzten Messetag aufbrechen und noch einmal das etwas verlorene Gefühl erleben, das aufkommt, wenn man kurz nach dem Öffnen durch die Halle geht. Katja Gasser besprach gerade mit Lojze Wieser an seinem Stand die nachfolgende Veranstaltung, ich setzte mich in die ORF-Lesbar zu einem Kaffee und dem mitgebrachten Nußkipferl und hörte Katja Gasser auf der ORF Bühne die Veranstaltung eröffnen. Es ging um ein Gespräch mit dem Verleger des Wieser Verlags über die osteuropäische Literatur, die wird, wie Lojze Wieser meinte, im Westen nicht gut rezepiert und hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Die Edition Zwei hat aber in Verbindung mit Kulturkontakt sehr viel in den Westen gebracht und da habe ich in den letzten Tagen einiges darüber erfahren.
Danach zog es mich zur Gusto-Kochbühne, denn wie habe ich im letzten Jahr geschrieben, zu Lesungen komme ich das ganze Jahr, zu Haubenköchen fast nur während der Buch-Wien. Also auch das genießen und mich ein wenig bekochen lassen. Da gab es auch sehr viel zu schmecken, nämlich um elf Best of Steak und Fish und um zwölf ging es mit Martina Lessing weiter, die in London ein Home Catering Service aufgebaut und ein Buch über Finger Food geschrieben hat. Ich saß neben ihrer Familie und hörte deren Gesprächen über das schöne Essen mit guten Freunden zu, während ich das Kastaniensüppchen verkostete, garnierte Gurkenscheiben schnabulierte, Teigtäschen und Schüßelchen mit Wachteleirn bzw. Ravioli-Spieße gab es auch.
Dann war es schon Zeit für das Ö1 Quiz, das im VIP Zentrum live von der Buch-Wien übertragen wurde. Auch da saß ich neben der Tochter eines der Kanditaten und wußte die Frage nicht, mit der man den zweihundert Euro Buch Gutschein gewinnen hätte können. Edgar Allen Poe wäre es gewesen, aber der ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Eva Rossmann hat aber ohnehin jemand anderen gezogen. Die drei Kanditaten waren ehemalige Lehrer, darunter ein einundachtzigjähriger Herr, der gegen die Gesamtschule wetterte und den Quiz nicht ganz ernst zu nehmen schien, weil er immer seinen Konkurrenten einsagte. Es war also sehr lustig und es ging auch mit Niki Glattauers Buch „Der engagierte Lehrer und seine Feinde“, weiter mit der Schule und den Lehrern.
Ich blieb bei der Forum Bühne sitzen, weil Otto Brusattis Buch „Die Musik – Fluch und Gande“ vorgestellt wurde. Irgendwie bin ich ja ein Otto Brusatti Fan und ging nicht um drei zur Textbox, obwohl ich Cornelia Hülmbauer gerne kennenlernen wollte. Ich habe mir nur später einen zweiten Kaffee geholt und mich vom Sascha verabschiedet, der mir sagte, daß er nach Hause geht, weil er von der Messe schon genug hat. Ich bin aber, wie man weiß, sehr beständig und hörte mir auch den Beginn von Robert Misiks „Anleitung zur Weltverbesserung an“, weil ich den aber von misik.at gut kenne, bin ich zum Literaturcafe hinübergegangen, wo Josef Kleindienst „An dem Tag als mich meine Friseuse küßte“ vorstellen und später Anna Weidenholzer lesen sollte.

©HVB

©HVB

Es waren aber gerade ungarische Autoren auf der Bühne und beim Gusto-Stand Josef Zotter mit seiner guten Schokolade, also wieder umdisponiert und weil der sehr lange geredet bzw. gekocht hat, bin ich zu Anna Weidenholzer nicht mehr gekommen. Macht ja nichts, habe ich ja ihr Buch und außerdem hat Cornelia Travnicek über die Lesung gebloggt. Josef Zotter und seiner Schokoladen soll man nicht widerstehen und der hat gerührt und erklärt, weißes und dunkles Mousse gemacht, Kakaobohnen verkosten lassen, Indianderschokolade zubereitet und Schokoladeplättchen mit Minze und anderer Ganierung, so daß es halb sechs wurde, die Herren mit den mahnenden Blicken erschienen und die Garderobe fast leer war, als ich meine Jacke holte.
Das war die Buch-Wien 2010, die ich Dank der freundlichen Bereitstellung der Messe- und Einladungskarten wieder sehr intensiv erleben konnte, wofür ich herzlich danke und wem es intesseriert, Buch habe ich heute keines nach Hause gebracht.

1 Kommentar »

  1. oh, frau jancak – sie wären gekommen? schade, dass es dann doch nicht geklappt hat. hoffentlich beim nächsten mal.
    bloggen sie wohl, ch

    Kommentar von consens — 2010-11-22 @ 11:49 | Antworten


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