Literaturgefluester

2010-12-11

Nestroy Medaille an Conny Hannes Meyer

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:59

Daß der Theatermacher am Freitag die Johann Nestroy Ehrenmedaille im Eroica Saal des Theatermuseums verliehen bekommt, hat Ottwald John am Mittwoch bei Ruth Aspöcks Adventbrunch verkündet.
„Kommt hin!“, hat er eingeladen und von einer Vorlesung erzählt, die Dieter Schrage über Conny Hannes Meyer hält.
Obwohl ich mich nicht so besonders fürs Theater interessiere, habe ich meine diesbezüglichen Erinnerungen, bin ich ja als Studentin manchmal bei den Komödianten gewesen, so erinnere ich mich an den Grillparzerabend „Alptraum ein Leben“ und habe in dieser Zeit auch Ottwald John als Schauspieler kennengelenrt.
Von Conny Hannes Mayer habe ich vor einigen Jahren auch im „Von Tag zu Tag“ über seine Autobiografie „Ab heute singst du nicht mehr mit“ und seine umstrittenen KZ-Erinnerungen gehört.
So habe ich im Internet nachgegoogelt und herausbekommen, daß um dreiviertel fünf die Generalsversammlung der Nestroyveranstaltung im Theatermuseum stattfindet und im Anschluß die Medaille verliehen wird. Da bei der GV viele Punkte angegeben waren, war ich nicht sicher, ob das wirklich schon um fünf beginnt, fand es aber in der Rathauskorrespondenz bestätigt. So bin ich prompt in die Generalversammlung geraten, so daß ich eine Stunde lang hörte, wieviele Mitglieder die Nestroy Gesellschaft hat, welche Bücher sie herausgibt, daß der Nestroyring nicht mehr in Wien, sondern in Bad Ischl vergeben wird, die Hauptschule dort nach Johann Nestroy benannt ist, vor dem Theater sein Denkmal steht und die Hofbäckerei Zauner ein Nestroy Konfekt herstellt.
Und am Morgen hörte ich im Leporello von einem Gustav Manker Bildband und wußte nicht, daß er auch von der Nestroygesellschaft herausgegeben wurde und nur zwanzig Euro kostet, so daß der Vorstand oder Generalsekretär den Kauf als Weihnachtsgeschenk sehr empfahl. Inzwischen hörte man am Gang die Stimmen, derer die auf die Preisverleihung warteten, sah Rolf Schwendter im Publikum, traf Helmut Jarosik, der bei der Dieter Schrage Vorlesung war. Ottwald John gab uns die Hand, Dieter Schrage hat sich später neben mich gesetzt.
Hubert C. Ehalt hielt die Laudatio und erzählte ein bißchen was aus dem Leben des 1931 geborenen, der 1955 die Bühne am Liechtenwerd, 1968 die Kommödianten am Börseplatz gründete, die 1974 ins Künstlerhaus übersiedelten und 1985 geschlossen wurden. Conny Hannes Mayer hat auch eigene Stücke geschrieben. „Hamlet in Mauthausen“ „Blaubart“, Die Sache mit Dornröschen“ z.B.
Hubert C. Ehalt betonte, wie wichtig es war, daß Conny Hannes Meyer die dumpfe Theaterlandschaft der Fünfziger und Sechzigerjahre revolutionierte und erwähnte die Schüler, die von ihm gelernt hätten und jetzt im Publikum säßen. Hubsi Kramar und Ottwald John beispielsweise, aber auch andere, von denen ich die meisten wahrscheinlich gar nicht kenne.
Dann trat Peter Turrini auf, der das Stück „Mein Nestroy“ geschrieben und den Nestroyring bekommen hat, betonte, wie oft er als junger Mann im Theater am Börseplatz war, dort das dramatische Schreiben lernte und las zwei Texte vor.
Beim einen soll im Jahr 2002 im Theater an der Wien der Nestroy Ring an Claus Peymann verliehen werden und Andre Heller die Laudatio halten, auf der Bühne ist aber ein Betrunkener, der wie Nestroy redet, so daß alle blaue schwarzen Politiker auf die Bühne kommen und Towabohu anrichten, während Hermann Beil mit den Nestroy Gesamtausgaben als einziger im Theatersaal sitzt und dem Treiben zusieht.
„Horvaths Gebeine“ war ähnlich makaber, da soll Ödön von Horvath ein Ehrengrab in Wien bekommen. Dafür werden seine Gebeine von Paris hertransportiert. Wieder gibt es ein Spektakel, bis der Bürgermeister am Friedhof erklärt, daß Horvath jetzt zu Hause ist.
Ottwald John hat das Brechtgedicht, das er bei Ruth Aspöck rezitierte, nicht vorgetragen, es gab aber viele Fotos und im Internet kann man eine Würdigung des Kulturstadtrats an Conny Hanes Meyer finden. Buffet gab es keines. Daß aber die Subventionen gekürzt oder eingespart werden, konnte man schon bei der Generalversammlung hören und Helmut Jarosik verabschiedete sich schnell, um zu seiner nächsten Musikveranstaltung zurechtzukommen.
Die Nobelpreise wurden am Freitag auch vergeben und Ruth Aspöck hat mir ein Weihnachtsbillet geschrieben, das auch auf Ottwald John Bezug genommen hat. Inzwischen war ich im Pelikan-Stüberl des Gasthaus Sittl, habe dort ca eine halbe Stunde bei der Jahresendaussendung des ersten Wiener Lesetheaters einsortieren geholfen und mir meinen Beitrag bei der Jahresendausschüttung bezüglich meiner Lesung beim Katzenfasching geholt, mich mit Ottwald John unterhalten und mir seine Eindrücke bezüglich der gestrigen Festveranstaltung angehört. Am Rückweg gab es einen Umweg über die beiden Bücherschränke um mich sozusagen bezüglich Weihnachtsbücher umzuschauen.

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