Literaturgefluester

2010-12-27

Leselisten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:33

Da ich ein wenig zwanghaft bin, habe ich auf meine im September oder Oktober erstellte Winterleseliste nicht vergessen und jetzt das letzte Buch davon, E.Y. Meyers „Eine entfernte Ähnlichkeit“ in Lesearbeit, wenn es so was gibt. Natürlich habe ich, meine Leser wissen es, mich nicht so an die Reihefolge gehalten und immer wieder neue Bücher eingeschoben, so einen Mini-Köhlmeier-Schwerpunkt, aber auch so manches neue, was die Bücherschränke für mich hatten, bzw. der Geburtstag und die Buch-Wien erbrachten.
Da das neue Regal noch nicht gekommen ist, lagern die dazugekommenen Bücher in Stapeln im Wohn- und Badezimmer bzw. im Fach des Lesetischchens und da übersieht man viel. So nütze ich die Gelegenheit der Tage zwischen Weihnachten und neuem Jahr, von Leselustfrust habe ich im letzten Jahr gelernt, daß die eine besondere Bedeutung haben und eine besondere Musik hat der Bach, glaube ich, auch dafür geschrieben, mir eine neue Leseliste anzulegen, habe mir dazu fünfundzwanzig Bücher herausgesucht und werde sie, wenn das Regal kommt, ins Badezimmer legen und den Stapel dort, der das parat halten sollte, was demnächst an die Reihe kommt, entrümpeln. Daß diese fünfundzwanzig Bücher, die für das Frühjahr reichen, wahrscheinlich bald ergänzt werden, ist mir klar.
Schließlich gibt es schon die Verlagsvorschauen mit ihren Frühjahrsproduktionen und da ist sicher Interessantes dabei und die Dorothee Elmiger, habe ich mir vom Alfred auch gewünscht, es ist also keine Liste auf Ewigkeit und nicht unumstößig.
Aber die Bücher, die ich im nächsten Jahr gelesen haben will und da bietet so ein Lesevorsatz eine gute Struktur.
Im Sommer 2009 bin ich daraufgestoßen, daß es Leute gibt, die im Internet ihre Lesezahl Monat für Monat veröffentlichen und bei Leselustfrust bin ich darauf gekommen, daß die so ein-bis zweihundert Bücher im Jahr liest.
Bisher galt für mich die Faustregel, pro Woche ein Buch, also ca fünfzig im Jahr. Da habe ich dann, als ich im Jänner plötzlich neun Bücher gelesen hatte, gesehen, daß ich da aufholen kann und gedacht, wenn ich hundert Bücher im Jahr schaffe, habe ich Aussicht in den zwanzig Jahren, die ich noch leben und lesen werde, meinen SUB abzulesen und mich gefreut.
Allerdings nicht lang, denn dann kamen die offenen Bücherschränke, auf die mich auch Leselustfrust aufmerksam machte und da ich, wie meine Leser ebenfalls wissen, eine begeisterte Benützerin bin, habe ich diese Idee aufgegeben, denn ich gehe ja regelmäßig ins Literatur- und ins Amerlinghaus, in die Hauptbibliothek und zu den Fortbildungen in die Klinik und da komme ich am Bücherschrank vorbei und, daß ich da vorübergehe, habe ich mir gar nicht erst vorgenommen.
Zwar schaue ich inzwischen genauer und überlege, wie groß die Chance ist, daß ich das Buch lesen werde und nehme nur mehr Gustostückerln, aber wenn ich Felix Brauns „Agnes Altkirchner“ und Hannelore Valencaks „Vorhof der Wirklichkeit“, finde, kann ich es nicht liegenlassen. Beides steht also auf der Frühjahrsleseliste und noch einiges anderes, wie zum Beispiel Jurek Beckers „Jakob der Lügner“ und Batya Gurs „Denn am Sabbat sollst du ruhen“, mit denen ich die neue Leseliste beginnen will, wenn ich am 10. Jänner aus der Winterfrische zurückkehre. Dann gibts noch die Bücher von der Buch-Wien bzw. die Geburtstagsgaben. Die Eine Stadt-Ein Buch-Aktion beispielsweise, die Bücher der Edition Zwei, das der Angelika Reitzer, Johanna Tschautschers „Jeanne d Arc beendet den Heiligen Krieg“, aus der Edition Albatros, das mir Walter Baco bei der Buch-Wien Eröffnung so freundlich überreichte. Michael Schrarangs „Komödie des Alters“ hat mir die Anna zum Geburtstag geschenkt, vom Alfred stammen „Schmelzwasser“ von Sigi Maron und Angela Leines „Wie man den Bachmannpreis gewinn“, aber das werde ich erst lesen, wenn ich mit der „Absturzgefahr“ fertig bin und mich ans neue Opus mache, bzw. vor dem Bachmannpreis zur Einstimmung und Kontrolle. Von der Edition Zwei gibt es noch einige Altlasten, habe ich da ja vor einigen Jahren bei einem Bank Austria Gewinnspiel, gleich die ganzen damals vorhandenenen neuen oder zehn Bücher gewonnen und da Serbien 2011 in Leipzig Gastland ist, könnte Stanko Andrics „Der Simurg“ ganz gut passen und Florjan Lipus „Die Beseitigung meines Dorfes“ aus dem Jubelkoffer Landvermessung habe ich mir einmal bei Buchlandung um einen Euro gekauft.
Es gibt noch andere Alt und Neulasten. Sebastian Fitzeks „Die Therapie“ z. B., denn es ist ja sehr interessant, was man in den Bücherschränken findet. Die etwas älteren Buchbestseller und die ganz alten Bücher wie z.B. Lily Sauters „Ruhe auf der Flucht“, aus dem Jahr 1951, von der hörte ich einmal auf einem Symposium in der Gesellschaft der Literatur. Da gings, glaube ich, um Christine Busta. Dann hat sich noch Benjamin v. Stuckrad Barres „Soloalbum“, Louis Beglys „Lügen in Zeiten des Krieges“, den ich vor ca eineinhalb Jahren in der Hauptbücherei hörte, bei mir angesammelt.
Daß ich Arno Schmidt „Kaff auch Mare Crisium“ lesen will, habe ich bei der letzten Textvorstellung mit Angelika Reitzer herausgefunden. Dann gibt es noch einen William Kotzwinkle „Hot Jazz Trio“, das war eines meiner ersten Bücherschrankbücher, Sibylle Bergs „Gold“, Peter Henisch „Morrisons Versteck“, Ingrid Nolls „Die Apothekerin“ und Harry Mulischs „Augenstern“ auf der Liste. Der ist ja vor einiger Zeit gestorben. Frans Postma mein holländischer Leser und Jugendfreund aus den Zeiten des Work camps im Westpark Hospital, Epsom, das ich gleich nach meiner Matura machte, hat mich darauf aufmerksam gemacht u. u. u.
Fürs Erste reicht die Leseliste, denn wie geschrieben, ich bin ziemlich sicher, daß sie bald erweitert wird und in Harland gibt es überm Bett auch einen Lesestoß. Da habe ich mir die meisten Bücher vor zwei Jahren bei einem Thalia Abverkauf gekauft, über den ich schon berichtet habe und den habe ich bald abgelesen. Allerdings gibt es dann noch die Büchergilde Bibliothek meines Vaters, die ich ja auch lesen will.
Man sieht es ist nicht leicht, macht aber großen Spaß. Auch das Scheitern, beziehungsweise die Vorsätze vielleicht doch nicht ganz zu schaffen und so werde ich weiter eine eifrige Besucherin der Bücherschränke bleiben und wenn ich heute Abend auf Mayor Bronsteins Spuren nach Dornbach wandere und daran vorüberkomme, werde ich auch etwas hineinlegen. Bernhard Werbers „Die Ameisen“ nämlich, denn das habe ich in der Eile für einen Alexander Widner gehalten und Fantasy lese ich doch nicht so gern, obwohl ich ja eigentlich literarisch sehr offen bin.

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