Literaturgefluester

2011-02-20

Zwillingswelten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06

Das ist der vorläufige Arbeitstitel, von den fünf, sechs Wünschen bin ich abgekommen, der neue Text ist begonnen und das Schreiben geht sehr gut.
An sich wollte ich am Donnerstag einen Recherchetag einlegen, aber dann war ich wieder in der Situation, daß die ersten Szenen festgelegt waren und mir das nichts gebracht hätte. So bin ich nur zum Lidl und auf die Bank gegangen, habe mich dann vor den Laptop gesetzt und war mit den entstandenen drei ersten Seiten zunächst nicht zufrieden.
Auch weil ich mich kurzfristig entschloßen hatte, aus der Katharina eine Evelina zu machen, weil ich dachte, daß das ein schöner Name ist, passt aber nicht zur Hauptperson, so habe ich es am Freitag wieder auf Katharina geändert. Evelina wird die Mutter heißen, die in Linz begraben wird und habe die drei Seiten korrigiert und gesehen, es ist doch nicht so schlecht. Am Samstag bin ich so richtig in Schwung gekommen und habe derzeit über elf Seiten. Das Schreiben hat großen Spaß gemacht und ich scheine ein bißchen vom gewohnten Stil abzukommen. Wenn es so bleibt, gibt es keine Szenen, sondern das Ganze wird ein Block, erzählt von der Hauptperson. Die Lisbeth kommt als eigener Handlungsstrang bis jetzt nicht vor und die Martha Binder Geschichte ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen in die Erzählung einzuknüpfen.
Die Katharina ist vor kurzem in Pension gegangen, will ein Jahr auf Reisen gehen und mit dem Begräbnis beginnen. Sie fährt auf der Landstraße bis nach St. Pölten, kommt an der ehemaligen Stadt des Kindes und in Purkersdorf am Haus ihrer Freundin Heidrun Petersen vorbei und beginnt Martha Binders Geschichte zu erzählen, mit der sie befreundet ist und die ihr durch ihren Neffen in Linz ein verbilligtes Zimmer im Hotel Wolfinger vermittelt hat. Bei der Verknüpfung ist mir glaube ich etwas Interessantes bezüglich des nichtlinearen Erzählens gelungen. Es beginnt nämlich mitten drin. Während die Katharina noch ihre Taschen in den VW-Bus schafft, von ihrer Mutter erzählt und von Lisbeth ein Mail bekommt, kommt schon die Martha Binder in die Handlung, in dem sie eine gute Reise wünscht. Die Katharina will auch ans Meer fahren und da wartet in Trapani Lenka Schwarz-Riegler auf sie.
Sie fährt also los, denkt in Purkersdorf an Heidrun Petersen, die zuerst Erzieherin, später Leiterin der Stadt des Kindes war, die ist jetzt zwar auch schon in Pension und schickte eine Ansichtskarte aus Griechenland, aber Katharina fällt die Jugendamtstagung vor zwanzig Jahren in Linz ein, wo sie Martha Binder kennenlernte.
Dort geht sie mit Heidrun in eine Pizzeria, wo sie Martha und Norbert treffen und Heidrun erzählt, wie Martha mit zehn Jahren von dem Wunsch getrieben, in die AHS zu dürfen in die Stadt des Kindes gekommen ist, nennt sie eine Lügnerin und erklärt das an dem Beispiel, wo sie neun Jahre später nicht in den Berufsorientierungskurs geht und auf Heidruns Frage zur Antwort gibt, daß sie vom Knochenkolloquium kommt, denn sie will ja Medizin studieren. Katharina macht in St. Pölten Halt, trinkt einen Kaffee in der Kremsergasse, fährt dann auf der Autobahn nach Linz und quartiert sich im Hotel Wolfinger ein. Jetzt werde ich sie den Kongreßsaal und die ehemalige Pizzeria suchen und von der Tagung und Norberts Referat berichten lassen. Martha Binder gibt sich Heidrun als Ärztin zu erkennen und am Nachmittag bringt sie Marthas Neffe zu ihrer Mutter, die mit Tochter und Enkeltochter in einer Gemeindewohnung lebt und die erzählt dann, wie Martha und Norbert sie vor zwanzig Jahren besuchten und die kleine Jasmina einen Unfall hatte. So läßt sich die Martha Binder Geschichte glaube ich sehr gut integrieren, dann kommt das Begräbnis der Mutter und die Begegnung mit der Nachbarin Philomena Richter. Wann dann Katharina wohin fahren wird, weiß ich nicht, denn das ist derzeit ein sehr spontanes Schreiben, das sich Zug um Zug entwickelt.
Wie weit die Lisbeth eine eigene Erzählstimme bekommt weiß ich ebenfalls noch nicht. Vielleicht laße ich die Bücherszenen überhaupt weg, dann hätte ich einen neuen Handlungsstrang. Auch der Erzählstil weicht vom Gewohnten ab und das heutige Schreiben war sehr spannend und hatte wieder fast so etwas, wie Suchtcharakter, was ja die erfreulichsten Schreibmomente sind.

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